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BIOS pp 33-42 | Cite as

Geschlechterrollen und weibliches Bewußtsein

Erinnerungen aus den 1980er Jahren an die französische Résistance
  • Paula Schwartz
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Zusammenfassung

Auf welche Weise haben der Umbruch des Zweiten Weltkriegs, die Besetzung Deutschlands und die Kollaborationsregierung die Voraussetzungen für Verschiebungen im Rollenverhalten von Männern und Frauen geschaffen, die in der französischen Widerstandsbewegung aktiv waren?1

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Literatur

  1. 1.
    Mehr zu den hier vorgestellten Ausführungen in: Schwartz, Paula: ‚Partisans‘ and Gender Politics in Vichy France. In: French Historical Studies, 16 (Frühjahr 1989) 1, S. 126–151. Der vorliegende Aufsatz stellt eine Zusammenfassung dieses Textes dar.Google Scholar
  2. 2.
    Die hier zitierten Aussagen stammen aus einem Oral-History-Projekt über Frauen und die KPF zwischen 1939 und 1945, das ich als Teil der Feldforschung für meine Doktorarbeit in Frankreich durchgeführt habe. Alle Interviews fanden - wenn nicht anders angegeben - in Paris statt.Google Scholar
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    Aussage von Madeleine Riffaud, Archive Nationale (=AN), Serie 72 AJ, 4. Juli 1946, und Gespräch mit Madeleine Riffaud vom 14. September 1988.Google Scholar
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    N, Serie F la, „Note au sujet de l’Armée secrète et les Groupes Vény“, 26. August 1943. Im April 1944 kündigte die KPF-Führung aufgrund des Drucks der Parteibasis die Bildung von einigen Partisaninnengruppen an. Bibliothèque Nationale (=BN), Rés G 1479(411), Vie du Parti; April 1944.Google Scholar
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    Interview mit Madeleine Baudoin am 9. März 1988.Google Scholar
  7. 7.
    Mir wäre es lieber gewesen, wenn ich diese Passage wörtlich hätte zitieren können, als sie nur in der vorliegenden Form wiederzugeben. Doch die überaus heiklen Umstände dieses Einsatzes führten mit verschiedenen persönlichen Vorbehalten der Erzählerin dazu, daß sie keine Tonbandaufzeichnung gestattete und schließlich auch nicht zuließ, daß ich mir Notizen machte. Aus diesem Grund soll sie hier einfach „Claude“ genannt werden - das ist nur die letzte aus einer Serie von kodierten Identitäten, die leider auch die Anonymität eines anderen unbekannten Widerstandskämpfers aufrechterhält. Dieser Bericht wurde mir in zahlreichen Interviews und Gesprächen zwischen 1987 und 1988 bestätigt.Google Scholar
  8. 8.
    Es ist bezeichnend, daß „agent de liaison“eigentlich ein militärischer Fachausdruck ist, mit dem ein Kurier zwischen den Nachschublinien und der Front gemeint ist.Google Scholar
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    Unter den zahlreichen, wenn auch nur kurzen Texten über Olga Bancic siehe dazu: Union des Femmes Francaises (Hrsg.): Livre d’Or, 2, Paris 1946, S. 28–29.Google Scholar
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    Interviews mit Mélinée Manouchian am 19., 24. und 26. November und 1. Dezember 1986.Google Scholar
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    Interviews mit Fanny Dutet am 4. Juni 1978 und Betty Jegouzo am 25. September 1985. Christiane Bonas, eine Verbindungsagentin zur FTP, erinnert sich an einen tragikomischen Aspekt beim Waffentransport: Um durch das enorme Gewicht der Waffen und Munition in ihrem Koffer nicht aufzufallen, zwang sie sich, leicht und aufrecht zu gehen. Gespräche vom 17. und 24. April 1986.Google Scholar
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    Die Feststellung, daß Frauen bessere Chancen hatten als Männer, unentdeckt zu bleiben, taucht in schriftlichen oder mündlichen Zeugnissen häufig auf. Zu den Führern der Kommunistischen Partei, die das sagten, gehören André Tollet in einem Gespräch am 10. Mai 1978, Roger Arnold am 10. Juni 1986, Albert Ouzoulias am 15. Juni 1988. Von rechter Seite äußerte sich in diesem Sinne ein Berufsoffizier, der sich selbst als Antikommunist bezeichnet und 1944 Mitglied des FFI-Generalstabs wurde: Oberst R. du Jonchay: La Résistance et les Communistes, Paris 1968, S. 122–123.Google Scholar
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    Einige Frauen wollten wegen einer anderen Frau nicht an einer öffentlichen Protestaktion teilnehmen: Sie fanden ihr Äußeres zu auffallend und sahen dadurch die Sicherheit der ganzen Gruppe gefährdet. Diese betreffende Frau besprach die Angelegenheit mit ihrer Anleiterin, die meinte: „Umso besser! Während sie dich anstarren, können wir etwas tun!“ Gespräch mit Maté Houet am 8. Juli 1988.Google Scholar
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    Kommunistische wie nichtkommunistische Aktivisten des Untergrunds benutzten aus Sicherheitsgründen Pseudonyme als noms de guerre.Google Scholar
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    In der Organisationsstruktur der Kommunistischen Partei Frankreichs ist ein „responsable“ein Anleiter oder Gruppenleiter der kleinsten Basisgruppe, die aus drei Mitgliedern besteht, bis zu den „responsables“an der Spitze. Jeder Aktivist auf jeder Ebene der Organisation berichtete direkt an seinen oder ihren unmittelbaren„responsable. Google Scholar
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    Interview mit Juliette Dubois Plissonnier am 18. Okt. 1984.Google Scholar
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    Interview mit Anna Pouzache in Limoges am 14. Oktober 1984.Google Scholar
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    Zitat nach Margit Ballé: Le Grand Discours de Madame Ibarruriaux Cortès. In: La Francaise ( 4. Juli 1936 ). Akte von Dolores Ibarruri in der Bibliothèque Marguerite Durand.Google Scholar
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    Karl Radek: Clara Zetkin. In: Bulletin Communiste, No. 31 (Juli 1921) S. 521. Karl Radek stimmt mit Bebels Charakterisierung von Zetkin überein, und zitiert sie anläßlich des fünfundsechzigsten Geburtstages von Clara Zetkin. Obwohl dies Beispiele berühmter Frauen aus linksgerichteten Parteien sind, war vermutlich bei ihrer Bezeichnung als „Männer ehrenhalber“ doch die politische Linie weniger wichtig als die Tatsache, daß sie sich als Frauen auf „männliches“ Terrain begaben.Google Scholar
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    Interview mit „Claude“.Google Scholar
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    Interview mit Houet.Google Scholar
  24. 24.
    Interview mit „Claude“.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1993

Authors and Affiliations

  • Paula Schwartz

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