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Forschungsdesign

  • Anja Bednarz
Part of the Studien zur Sozialwissenschaft book series (SZS)

Zusammenfassung

Die Entscheidung für eine qualitative Studie resultierte aus dem Erkenntnisinteresse sowie der theoretischen Perspektive. Da es vor allem darum ging, neue Sachverhalte im Zusammenhang mit der sozialen Deutung des Todes zu entdecken, wurde eine explorative Forschungsstrategie gewählt. Als sinnvolles heuristisches Rahmenkonzept erschien der bereits dargestellte wissenssoziologische Ansatz. Er dient dazu, bestimmte Muster und Strukturen im untersuchten Handlungsfeld herauszuarbeiten. Um den Anspruch der Rekonstruktion von im Datenmaterial vorgefundenen Konstruktionen herleiten zu können, soll dieses Kapitel der Grundlegung der in der vorliegenden Untersuchung angewendeten Methode dienen. Zunächst geht es um die Folgen der theoretischen Verortung für die Methodologie, sodann um die Umsetzung der methodologischen Implikationen für das konkrete Vorgehen.24 Schließlich werde ich dieses Vorgehen anhand der Arbeitsschritte Samplebildung, Datenerhebung und Datenauswertung erläutern.

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Literatur

  1. 24.
    Vgl. zur Einführung in die Qualitative Sozialforschung Flick u. a. (1991), Lamnek (1995), Garz/Kraimer (1991), u. a.Google Scholar
  2. 25.
    Auf die besondere Eignung der Erzählung, Formen des Wissens und Deutungszuweisungen zu spiegeln, werde ich weiter unten zu sprechen kommen.Google Scholar
  3. 26.
    Die klassischen Gütekriterien quantitativer Sozialforschung umfassen Reliabilität (Zuverlässigkeit; Grad der Genauigkeit, mit dem der Untersuchungsgegenstand erfasst wird), Validität (Gültigkeit; auch: Generalisierbarkeit der Resultate) und Objektivität ( Unabhängigkeit der Untersuchung von individuellen Einflüssen der Untersuchenden) (vgl. Friedrichs 1990 ).Google Scholar
  4. 27.
    Ich selber habe zweieinhalb Jahre an einer Forschungswerkstatt unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Pieper an der Universität Hamburg teilgenommen. Im Rahmen dieses Kolloquiums sind mehrere Interviews der vorliegenden Studie gemeinsam analysiert und gefundene Kategorien besprochen worden. Die Interpretationen anderer Forscherinnen bildet dabei eine Ergänzung und ggf. ein Korrektiv der eigenen Erkenntnisse.Google Scholar
  5. 28.
    Diese Vorschläge für Kernkriterien zur Bewertung qualitativer Forschung sind Ines Steinke entlehnt, die außerdem Wege zur Sicherung und Prüfung derselben aufzeigt (vgl. Steinke 1999: 205ff). Andere Autoren nennen zum Beispiel Regelgeleitetheit oder kommunikative Validierung durch nachträgliches Vorlegen der eigenen Interpretationen (vgl. Mayring 1993: 109ff.).Google Scholar
  6. 29.
    Dieser Begriff geht auf Max Weber zurück, der ihn der Kausaladäquanz gegenüberstellte, die eine Folge von Vorgängen beschreibt, die mit hoher Wahrscheinlichkeit stets in gleicher Weise ablaufen (vgl. Weber 1964: 4ff.).Google Scholar
  7. 30.
    Die Form des narrativen Interviews wurde maßgeblich von Fritz Schütze (1987) entwickelt und zwar im Rahmen eines Projektes zur Analyse kommunaler Entscheidungsprozesse und Machtstrukturen. Er orientierte sich dabei an einem handlungstheoretischen und methodologischen Bezugsrahmen, der durch die Phänomenologische Soziologie sowie durch die Chicagoer Schule beeinflusst wurde. Vgl. auch Hermanns (1991), Glinka (1998).Google Scholar
  8. 31.
    Die methodische Kontrolle, die dabei notwendig wird, muss die Kontrolle über die Unterschiede der Sprache von Forschenden und Beforschten umfassen. Differenzen in der Interpretation können deutlich werden, wenn die Interviewten die Gelegenheit bekommen, ihr Relevanzsystem zu entfalten (vgl. Bohnsack 1993: 20 ).Google Scholar
  9. 32.
    Eine zusammenfassende Darstellung der in diesem Zusammenhang vorkommenden Evaluations-und Theoriesorten findet sich bei Glinka (1998: 195ff.).Google Scholar
  10. 33.
    In ihrer Studie „Interaktion mit Sterbenden“ haben Barney Glaser und Anselm Strauss (1974) diese Methode zur systematischen Suche nach Vergleichsgruppen vorgestellt. Die Analyse des Datenmaterials und die Fallauswahl erfolgen gleichzeitig und beeinflussen sich gegenseitig.Google Scholar
  11. 34.
    So stellte sich im Laufe meiner Untersuchung heraus, dass sich die Kategorie Geschlecht als nicht bedeutsam erwies und somit zu vernachlässigen war (vgl. Strauss 1991: 62).Google Scholar
  12. 35.
    Hans-Jürgen Glinka befasst sich in seinem Werk „Das narrative Interview“ mit argumentativen Passagen im narrativen Interview und sieht in ihnen Distanzierungs-und Abstraktionsleistungen des Erzählers. Er betont den theoretischen Charakter dieser Kommentare und differenziert Orientierungs-und Erklärungstheorien, die der Plausibilisierung dienen, von globalen Kommentartheorien, die der Bilanzierung des Geschehenen dienen (vgl. Glinka 1998: 165ff.).Google Scholar
  13. 36.
    Grounded Theory“ wird in der Regel mit „gegenstandsbegründete Theorie” (Wiedemann 1991: 440) oder „in der Empirie verankerte Theorie“ (Lamnek 1995: 112) übersetzt. Der Begriff umfasst ein methodisches Vorgehen, wie auch eine aus den Daten generierte Theorie (vgl. Steinke 1999: 72).Google Scholar
  14. 37.
    Insbesondere von John Dewey, George H. Mead und Charles S. Peirce (vgl. Strauss 1991: 30 ).Google Scholar
  15. 38.
    Die Chicagoer Schule der Soziologie ist vor allem mit den Namen Robert E. Park, William I. Thomas und Florian Znaniecki verbunden.Google Scholar
  16. 39.
    Ich beziehe mich — wenn nicht anders vermerkt — auf Strauss/Corbin 1996 sowie Strauss 1991.Google Scholar
  17. 40.
    Folgende Darstellungen des Kodiervorganges im Rahmen des Theoretischen Kodierens stützen sich auf Strauss/Corbin 1996 sowie Flick 1998.Google Scholar
  18. 41.
    Strauss/Corbin verankern dieses Vorgehen im Paradigmatischen Modell. Mithilfe dieses Modells können Kategorien systematisch in Beziehung zueinander gesetzt und somit die Erkenntnisse der Untersuchung verdichtet und präzisiert werden (vgl. Strauss/Corbin 1996: 78ff.).Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Anja Bednarz
    • 1
  1. 1.HamburgDeutschland

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