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Theoretische Grundlagen der Untersuchung

  • Anja Bednarz
Part of the Studien zur Sozialwissenschaft book series (SZS)

Zusammenfassung

Den Tod als soziales Konstrukt zu benennen kann als Provokation des alltäglichen Todesverständnisses aufgefasst werden, in dem der Tod einen biologischen Fakt darstellt, der gezwungenermaßen anerkannt werden muss. Wenn man aber fragt: Was ist der Tod? Was macht ihn aus? Was ist der Inhalt des Begriffs „Tod“?, dann wird deutlich, dass es auf diese Fragen keine Antworten gibt, die Allgemeingültigkeit beanspruchen können. Die Essenz dieser sozialen Realität lässt sich nicht identifizieren.

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Literatur

  1. 11.
    Vgl. zur Einführung in die so genannte Interpretative oder Verstehende Soziologie die Ausführungen von Hoffinann-Riem (1980), der Arbeitsgruppe Bielefelder Soziologen (1981), Giddens (1984), Abels (2001) u. a. Das Interpretative Paradigma steht dem Normativen Paradigma gegenüber, das — im Gegensatz zu den im Anschluss ausgeführten Prämissen des Interpretativen Paradigmas — von der Annahme einer objektiv gegebenen gesellschaftlichen Struktur ausgeht, die durch empirische Forschung abgebildet werden könne (vgl. Wilson 1970 ).Google Scholar
  2. 12.
    Die Ethnomethodologie beschäftigt sich mit der Frage, wie Handeln im Alltag funktioniert, d. h. mit welchen typischen Methoden Individuen ihren Alltag bewältigen (vgl. Garfinkel 1981 ). Damit verbindet sie die Phänomenologische Soziologie und den Symbolischen Interaktionismus (die im Folgenden erklärt werden) und setzt deren Prämissen um, um Alltagspraktiken zu untersuchen. Die theoretischen Grundlagen überschneiden sich so stark, dass auf eine Darstellung hier verzichtet wird.Google Scholar
  3. 13.
    Der Symbolische Interaktionismus greift auf verschiedene Quellen zurück, als Begründer gilt jedoch allgemein George Herbert Mead (1995) und in dessen Tradition Herbert Blumer (1981).Google Scholar
  4. 14.
    Dieses sogenannte Thomas-Theorem gilt als eine der Grundannahmen Interpretativer Soziologie.Google Scholar
  5. 15.
    Der generalisierte Andere bezeichnet die verallgemeinerte Vorstellung eines Individuums darüber, welche Erwartungen die Interagierenden haben. Daran wird Handeln ausgerichtet. Der Begriff „signifikanter Anderer“, der ebenfalls von Mead stammt, bezeichnet hingegen das konkrete Gegenüber. Der signifikante Andere ist maßgeblich an der Gestaltung der Interaktion beteiligt, durch ihn erhält die Situation Bedeutung.Google Scholar
  6. 16.
    Dies bezeichnet Mead als,,role-taking“ (Rollenübemahme). Damit ist ein Prozess gemeint, währenddessen Handelnde die Perspektive wechseln, den Standpunkt des Anderen einnehmen und daher dessen Verhalten antizipieren können. Zugleich wird das eigene Verhalten daran ausgerichtet (vgl. Mead 1995: 217).Google Scholar
  7. 17.
    Die Phänomenologische Soziologie geht weitgehend auf Alfred Schütz zurück, der die Verstehende Soziologie Max Webers sowie die phänomenologische Methode Edmund Husserls weiterentwickelt hat (vgl. Schütz 1971, 1974, Schütz/Luckmann 1979 ).Google Scholar
  8. 18.
    Diese Wissensvorräte bestehen zum Großteil aus Gewohnheitswissen und helfen bei der Definition und Bewältigung einer Situation. Im Allgemeinen nimmt man von diesem Wissen an, alle verfügten in gleicher Weise darüber, daher wird es auch mit „gesunder Menschenverstand“ betitelt (vgl. SchützlLuckmann 1979: 118ff.).Google Scholar
  9. 19.
    Ich beziehe mich mit den folgenden Ausführungen — wenn nicht anders vermerkt — auf Berger/Luckmann 1970. Die klassische Wissenssoziologie ist mit den Namen Max Scheler (1962) und Karl Mannheim (1964) verbunden. Im Mittelpunkt ihrer Arbeiten stand die Beziehung zwischen sozialem Sein und Bewusstsein. Diese versuchten sie durch die Zuordnung von kulturellen Objektivationen (also Weltanschauungen, Denkformen, Wertvorstellungen) zu sozialen Strukuren und Institutionen zu analysieren (vgl. Dewe 1991: 495ff.).Google Scholar
  10. 20.
    Die Verknüpfung eines konkreten Anlasses mit einem spezifischen Deutungsmuster erfolgt mehr oder weniger bewusst. Deutungsmuster sind sowohl „Wahrnehmungs-und Interpretationsform der sozialen Welt, Schemata zur Erfahrungsaufordnung“ als auch „Mittel zur Bewältigung von Handlungsproblemen” (Meuer/Sackmann 1992: 16); zum Thema Deutungsmuster vgl. auch Lüders/Meuser (1997), Meuser (1999).Google Scholar
  11. 21.
    Die bis in die 1960er Jahre gültige Definition des Herztodes wurde durch die Definition des Hirntodes abgelöst — mit weitreichenden Folgen beispielsweise für die Transplantationsmedizin.Google Scholar
  12. 22.
    Erkenntnis wird somit als Herstellung von Realitäten betrachtet. Wirklichkeit ist hier ein Effekt von wissenschaftlicher Praxis, d. h. die Erfassung von subjektiven Perspektiven innerhalb von Kommunikationssituationen wird nicht als VerPdlschung bewertet, sondern macht Erkenntnis erst möglich (vgl. Hirschauer 1992: 332 ).Google Scholar
  13. 23.
    Plessner weist darauf hin, dass man mit Hilfe des „entfremdenden Blicks“ die Übersicht über das Objekt zurückgewinnen könne. Somit sei die Entfremdung der Umweg, der zum Verstehen des Vertrauten führe (vgl. Plessner 1983: 92ff). Dies gilt insbesondere für die eigene Kultur und ”Tradition.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Anja Bednarz
    • 1
  1. 1.HamburgDeutschland

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