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„Die Lust am Ausnahmezustand“ — Der Berliner 1. Mai im Spiegel der Medien

  • Michael Blickhan
  • Simon Teune
Chapter
Part of the Bürgergesellschaft und Demokratie book series (BÜD, volume 11)

Zusammenfassung

Wer nicht an der Revolutionären 1. Mai-Demonstration teilgenommen hat, nicht in Hohenschönhausen an der Aufmarschstrecke der NPD wohnt oder vor dem Roten Rathaus die Reden der Gewerkschaftsfunktionäre gehört hat, kann trotzdem über die Veranstaltungen am 1. Mai informiert sein — durch die Berichterstattung der Massenmedien. Das trifft nicht nur auf die Bewohner Berlins zu, sondern auch auf Menschen in ganz Deutschland, ja in der ganzen Welt. Die Analyse der Medienberichterstattung nimmt für uns einen besonderen Stellenwert ein. Während wir in den Kapiteln zu den einzelnen Protesten unsere eigenen Erfahrungen, Beobachtungen und Analysen wiedergegeben und die Perspektive der Protestakteure nachgezeichnet haben, beschäftigt sich dieses Kapitel mit dem Blickwinkel der Journalisten und dem Bild, das in Presse und Fernsehen vom 1. Mai 2002 in Berlin gezeichnet wird. Die Wahrnehmung der Ereignisse dieses Tages ist wesentlich durch die Medien strukturiert; die meisten Menschen beziehen ihr Wissen über die Demonstrationen und Auseinandersetzungen aus dieser Quelle. Die beiden Hauptfragen, die wir im Folgenden beantworten wollen, lauten also: Welche Protestereignisse des Berliner 1. Mai stehen im Mittelpunkt der Berichterstattung? Und wie wird über sie berichtet? Außerdem wollen wir klären, welche Themen und Akteure, welche Meinungen und Bewertungen dabei hauptsächlich repräsentiert werden.

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Literaturverzeichnis

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Michael Blickhan
  • Simon Teune

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