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Strategien der Kinder zur Bewältigung von Armut im Stadt/Land-Vergleich

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Zusammenfassung

Untersuchungsgegenstand des Münsteraner Projekts war die duale Armut, d.h. Armut in ihren „alten“ und „neuen“ Erscheinungsformen. Unter Ersterer versteht man die von der Elterngeneration sozial vererbte materielle Knappheit, die den sozialen Status als Familienschicksal erscheinen lässt, während Letztere als temporäres bzw. Übergangsphänomen auftritt, das bis in die Mittelschicht hineinreicht und das Risiko des sozialen Abstiegs in sich birgt. Solche Armutserscheinungen sind häufig unauffällig, weil die davon Betroffenen sie am liebsten verbergen. Nur wenn man Armut ins Verhältnis zum Reichtum unserer Gesellschaft setzt, begreift man, was es bedeutet, arm zu sein. „Schlimmer als Armut ist das Armsein in einer reichen Gesellschaft, in der der Massenkonsum suggeriert, daß man mithalten kann, auch wenn man wenig hat.“1 Ein beachtlicher Teil der Bevölkerung wird so an der aktiven Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gehindert und allmählich abgespalten.

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Literatur

  1. 1.
    Lothar Böhnisch, Versorgt und doch abgeschnitten, in: Erziehung und Wissenschaft 10/1997, S. 14Google Scholar
  2. 2.
    Siehe H. Gerhard Beisenherz, Kinderarmut in der Wohlfahrtsgesellschaft. Das Kainsmal der Globalisierung, Opladen 2002, S. 293f.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. dazu: Urie Bronfenbrenner, Die Ökologie der menschlichen Entwicklung. Natürliche und geplante Experimente. Stuttgart 1981Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. dazu: Lothar Böhnisch, Sozialpädagogik der Lebensalter. Eine Einführung, 2. Aufl. Weinheim/München 1999, S. 24ff.Google Scholar
  5. 4a.
    Markus Schwingel, Pierre Bourdieu zur Einführung, 2. Aufl. Hamburg 1998, S. 53ff.Google Scholar
  6. 5.
    Vgl. Barbara Imholz, Armut und Kindheit, in: Peter Biehl u.a. (Hrsg.), Gott und Geld. Jahrbuch der Religionspädagogik 17, Neukirchen/Vluyn 2001, S. 101ff.Google Scholar
  7. 6.
    Vgl. Matthias Grundmann (Hrsg.), Konstruktivistische Sozialisationsforschung. Lebensweltliche Erfahrungskontexte, individuelle Handlungskompetenzen und die Konstruktion sozialer Strukturen, Frankfurt am Main 1999Google Scholar
  8. 7.
    Vgl. Anthony Giddens, Entfesselte Welt. Wie die Globalisierung unser Leben verändert, Frankfurt am Main 2001, S. 78Google Scholar
  9. 8.
    Matthias Grundmann, Dimensionen einer konstruktivistischen Sozialisationsforschung, in: ders. (Hrsg.), Konstruktivistische Sozialisationsforschung, a.a.O., S. 24Google Scholar
  10. 9.
    Vgl. ebd., S. 30f.Google Scholar
  11. 10.
    Vgl. Pierre Bourdieu, Sozialer Sinn. Kritik der theoretischen Vernunft, Frankfurt am Main 1993, S.101ff.Google Scholar
  12. 11.
    Vgl. die von Gerhard Weisser (Wirtschaft, in: Werner Ziegenfuß [Hrsg.], Handbuch der Soziologie, Stuttgart 1956, S. 970ff.) nicht weiter entwickelte Grundannahme, wonach das subjektive Empfinden das Armutsverständnis der Betroffenen entscheidend prägt.Google Scholar
  13. 12.
    Vgl. auch Michael Vester, Soziale Milieus zwischen Individualisierung und Deklas-sierung, in: Jürgen Mansel/Klaus-Peter Brinkhoff (Hrsg.), Armut im Jugendalter. Soziale Ungleichheit, Gettoisierung und die psychosozialen Folgen, Weinheim/München 1998, S. 37ff.Google Scholar
  14. 13.
    Urie Bronfenbrenner (Die Ökologie der menschlichen Entwicklung, a.a.O., S. 59) spricht in diesem Zusammenhang vom unmittelbaren, mittelbaren und ideologischen Raum.Google Scholar
  15. 14.
    Vgl. Hans Rudolf Leu, Selbständige Kinder. Ein schwieriges Thema für die Soziali-sationsforschung, in: Michael-Sebastian Honig/Hans Rudolf Leu/Ursula Nissen (Hrsg.), Kinder und Kindheit. Soziokulturelle Muster — sozialisationstheoretische Perspektiven, Weinheim/München 1996, S. 174 ff.Google Scholar
  16. 15.
    Vgl. Hans Rudolf Leu, Die biographische Situation als Bezugspunkt eines sozialisati-onstheoretischen Subjektverständnisses, in: Michael-Sebastian Honig/Hans Rudolf Leu/Ursula Nissen /Lothar Krappmann (Hrsg.), Zwischen Autonomie und Verbundenheit. Bedingungen und Formen der Behauptung von Subjektivität, Frankfurt am Main 1999, S. 77ff.Google Scholar
  17. 16.
    Siehe ebd., S. 91Google Scholar
  18. 17.
  19. 18.
    Vgl. ebd., S. 83ff.Google Scholar
  20. 19.
    Vgl. Karl August Chassé/Margherita Zander/Konstanze Rasch, „Meine Familie ist arm“. Wie Kinder im Grundschulalter Armut erleben und bewältigen, Opladen 2003CrossRefGoogle Scholar
  21. 20.
    Vgl. Antje Richter, Wie erleben und bewältigen Kinder Armut?, Eine qualitative Studie über die Belastungen aus Unterversorgungslagen und ihre Bewältigung aus subjektiver Sicht von Grundschulkindern einer ländlichen Region, Aachen 2000Google Scholar
  22. 21.
    Vgl. dazu vor allem: Beate Hock/Gerda Holz, Arm drand, Lebenslagen und Lebenschancen von Kindern und Jugendlichen. Erste Ergebnisse einer Studie im Auftrag des Bundesverbandes der Arbeiterwohlfahrt, Frankfurt am Main 1998Google Scholar
  23. 21a.
    Beate Hock/Gerda Holz/Werner Wüstendörfer, Folgen familiärer Armut im frühen Kindesalter: eine Annäherung anhand von Fallbeispielen. Dritter Zwischenbericht zu einer Studie im Auftrag des Bundesverbandes der Arbeiterwohlfahrt, Frankfurt am Main 2000Google Scholar
  24. 21b.
    Beate Hock u.a., Gute Kindheit — schlechte Kindheit?, Armut und Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Abschlussbericht zur Studie im Auftrag des Bundesverbandes der Arbeiterwohlfahrt, Frankfurt am Main 2000Google Scholar
  25. 22.
    Vgl. Urie Bronfenbrenner, Die Ökologie der menschlichen Entwicklung, a.a.O.Google Scholar
  26. 23.
    Den Kindern erklärten wir, Interviews in Familien durchzuführen, die mit wenig Geld auskommen müssen.Google Scholar
  27. 24.
    Vgl. zur teilnehmenden Beobachtung in der Grundschule: Lothar Krappmann/Hans Oswald, Unsichtbar durch Sichtbarkeit. Der teilnehmende Beobachter im Klassenzimmer, in: Imbke Behnken/Olga Jaumann (Hrsg.), Kindheit und Schule. Kinderleben im Blick von Grundschulpädagogik und Kindheitsforschung, Weinheim/München 1995, S. 39ff.Google Scholar
  28. 25.
    Vgl. Anselm Strauss/Juliet Corbin, Grounded Theory: Grundlagen Qualitativer Sozialforschung, Weinheim 1996, S. 25ff.Google Scholar
  29. 26.
    Wir übernehmen hier einen von Michael Meuser und Ulrike Nagel (Expertinneninterviews. Vielfach erprobt, wenig bedacht. Ein Beitrag zur qualitativen Methodendiskussion, in: Detlef Garz/Klaus Kraimer [Hrsg.], Qualitative empirische Sozialforschung, Opladen 1991, S. 441ff.) gewählten Begr1ff.CrossRefGoogle Scholar
  30. 27.
    Expert(inn)en fanden wir überall dort, wo Kinder ihren konkreten Lebensalltag gestalten: in den Grundschulen, Kindertagesstätten und Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, in den Sozialbehörden und politischen Ausschüssen der Kommunen und Kreise sowie in den Wohlfahrtsverbänden, Kirchengemeinden und Kinderabteilungen der Krankenhäuser.Google Scholar
  31. 28.
    Im Folgenden wurden die Interviews vollständig anonymisiert, um Rückschlüsse auf bestimmte Personen auszuschließen.Google Scholar
  32. 29.
    Vgl. Michael Meuser/Ulrike Nagel, Expertinneninterviews, a.a.O.Google Scholar
  33. 30.
    Die mit den Eltern/Müttern geführten Interviews wurden zunächst statistisch (SPSS) ausgewertet und in einem 2. Durchgang nochmals im Hinblick auf die qualitativen Fragen analysiert.Google Scholar
  34. 31.
    Ebenso wenig erhielten wir Kenntnis davon, welche Familien angeschrieben wurden. Die datenschutzrechtlichen Bestimmungen wurden auch im weiteren Prozess der Erhebung und Ausweitung strengstens beachtet.Google Scholar
  35. 32.
    Das Porto für dieses Antwortschreiben wurde von der FH Münster rückwirkend übernommen.Google Scholar
  36. 33.
    In einem Fall erklärte sich der Klassenlehrer darüber hinaus bereit, die Eltern auf dem kommenden Elternsprechtag auf unser Vorhaben hinzuweisen.Google Scholar
  37. 34.
    In 3 Fällen mussten wir von unserem Vorhaben absehen, weil die fraglichen Familien nur mit Hilfe von Dolmetscher(inne)n zu interviewen gewesen wären oder bereits an anderen Studien beteiligt waren.Google Scholar
  38. 35.
    Die besagte Familie sah sich eigenen Angaben zufolge massivstem behördlichem Mobbing ausgesetzt. Nach mehreren Vorgesprächen nahmen wir sie in die Erhebung auf, obwohl ihr Wohnort in einer ländlichen Region nordöstlich von Münster lag und nicht zu unserem ursprünglich definierten Untersuchungsgebiet gehört.Google Scholar
  39. 36.
    Hierbei handelte es sich u.a. um ein sexuell missbrauchtes Mädchen, dessen Fall bereits mehrfach gutachterlich untersucht worden war.Google Scholar
  40. 37.
    Vgl. Unterrichtsreihe „Gastmahl der Armen“ im Religionsunterricht einer 3. Klasse, in: Forschungsprojekt „Soziale Bewältigungsstrategien von Kindern in benachteiligten Lebenslagen“ (Hrsg.), Dokumentation der Fachtagung „Den Dingen auf die Spur kommen. Kinderarmut auf dem Land — Kinderarmut in der Stadt“, Münster 2001, S. 29ff.Google Scholar
  41. 38.
    Vgl. hierzu auch: Barbara Imholz/Gisela Wuttke, Soziale Bewältigungsstrategien von Kindern in benachteiligten Lebenslagen: Ein Forschungsprojekt über die Erscheinungsformen und Folgen von Armut und Kindheit, in Ulrike Itze/Herbert Ulonska/Christiane Bartsch (Hrsg.), Problemsituationen in der Grundschule. Wahrnehmen. Verstehen. Handeln, Bad Heilbrunn/Obb 2002, S. 271ff.Google Scholar
  42. 39.
    Vgl. Ingeborg Nahnsen, Lebenslagenvergleich. Ein Beitrag zur Vereinigungsproblematik, in: Heinrich A. Henkel/Uwe Merle (Hrsg.), Magdeburger Erklärung. Neue Aufgaben der Wohnungswirtschaft. Beiträge zum deutschen Einigungsprozeß, Regensburg 1992, S. 101ff.Google Scholar
  43. 40.
    Siehe Friederike Heinzel, Qualitative Interviews mit Kindern, in: Barbara Friebertshäuser/Annedore Prengel (Hrsg.), Handbuch qualitativer Forschungsmethoden in der Erziehungswissenschaft, Weinheim/München 1997, S. 396Google Scholar
  44. 41.
    Vgl. Burkhard Fuhs, Qualitative Interviews mit Kindern. Überlegungen zu einer schwierigen Methode, in: Friederike Heinzel (Hrsg.), Methoden der Kindheitsforschung. Ein Überblick über Forschungszugänge zur kindlichen Perspektive, Weinheim/München 2000, S. 87ff.Google Scholar
  45. 42.
    Vgl. Friederike Heinzel, Methoden und Zugänge der Kindheitsforschung im Überblick, in: dies. (Hrsg.), Methoden der Kindheitsforschung, a.a.O., S. 31f.; Friederike Heinzel, Qualitative Interviews mit Kindern, a.a.O., S. 397Google Scholar
  46. 43.
    Als eigenes Untersuchungsergebnis könnte schon gelten, dass die überwiegende Zahl der Gespräche auf Wunsch der Eltern/Mütter im Wohnzimmer unter Beisein der Mutter oder des Vaters stattfanden.Google Scholar
  47. 44.
    Vgl. hierzu: Gertrud Beck, Was wissen wir über das soziale Lernen von Kindern?, Zu den Schwierigkeiten und Möglichkeiten von Forschung in der Praxis, in: Gerold Scholz/Alexander Ruhl (Hrsg.), Perspektiven auf Kindheit und Kinder, Opladen 2001, S. 89Google Scholar
  48. 45.
    Vgl. dazu auch: Peter Büchner, Über Lücken und „Lücke-Kinder“ in der sozialwissenschaftlichen Forschung, in: Beiträge zur Reform der Grundschule — Sonderband 62, hrsgg. vom Grundschulverband — Arbeitskreis Grundschule e.V., Seelze/Velber 2001, S. 56ff.Google Scholar
  49. 46.
    Die Verschuldung vieler ländlicher Familien wurde primär mit dem Eigenheimbau in Verbindung gebracht, der vor allem junge Familien in die Krise stürze.Google Scholar
  50. 47.
    Familien, die sich auf Untersuchungen dieser Art einlassen, verfügen in der Regel über ein Mindest-Know-how an Artikulationsfähigkeit und Zeitmanagement. Berücksichtigung sollte auch finden, dass die Interviews in den Wohnungen der Familie stattfanden und jeweils drei Termine abstimmt werden mussten. In diesem Sinne kann hier sicher nicht von einem niedrigschwelligen Angebot gesprochen werden. Für Familien in extremer Armut müssen andere Zugänge und Verfahren gewählt werden, was u.E. nur in enger Kooperation mit bestimmten Mediator(inn)en, Lehrer(inne)n, Erzie-her(inne)n, Sozialarbeiter(inne)n usw. geschehen kann.Google Scholar
  51. 48.
    In 2 Fällen war die Beziehung bereits während der Schwangerschaft zerbrochen bzw. durch den Tod des Lebenspartners beendet worden.Google Scholar
  52. 49.
    Die alleinerziehende Mutter war mit ihrem Sohn, der in eine Kindertagesstätte ging, in die Nähe einer Grundschule gezogen und die Katze zu seinem größten Bedauern bereits in andere Hände gegeben worden.Google Scholar
  53. 50.
    Bestätigt fanden sich im Übrigen auch Fluchtpunkte des Verwöhnens, das die Kinder für zuvor geforderte Verzichtsleistungen entschädigen sollte.Google Scholar
  54. 51.
    Wir konnten feststellen, dass viele Familien keine genaue Kenntnis über die Höhe der Miete besaßen, sei es, weil diese vom Sozialamt übernommen wurde, sei es, weil sie die Warmmiete, nicht aber die Kaltmiete nennen konnten (oder umgekehrt). Wir ziehen daraus den Schluss, dass Mieten nur dann eine relevante Größe darstellen, wenn sie von den Familien selbst aufgebracht werden müssen bzw. durch hohe Zuzahlungen (in einem Fall über 200 Euro) zu Buche schlagen.Google Scholar
  55. 52.
    In einem Fall verschlang dieser Schuldendienst bereits seit langem die gesamte Sozialhilfe und wird dies vermutlich auch in den nächsten Jahren tun. Die Interviewpartnerin sprach in diesem Zusammenhang von einem ewigen Kreislauf ohne den Schein einer Perspektive.Google Scholar
  56. 53.
    So wurde einer Familie geraten, sich nicht zu laut über ihre — tatsächlich prekären — Wohnverhältnisse zu beschweren, weil es genügend Familien gebe, die auf der Straße lebten.Google Scholar
  57. 54.
    Einige Eltern/Mütter sahen sich dabei dem Vorwurf des Sozialamtes ausgesetzt, für ihre Kinder zu sorgen statt zu arbeiten.Google Scholar
  58. 55.
    Gewünscht wurden vor allem Mittagstische in den Schulen, Hausaufgabenbetreuung sowie altersgemäße Spiel- und Bewegungsangebote.Google Scholar
  59. 56.
    In 3 weiteren Fällen scheiterte die Beteiligung ausländischer Familien an Kommunikationsproblemen bzw. daran, dass Absprachen wegen Nichtvorhandenseins eines Telefons außerordentlich erschwert wurden.Google Scholar
  60. 57.
    Theoretisch hätten wir mit dem Einkommens- und Versorgungsspielraum beginnen müssen. Dieser Einstieg erschien uns jedoch für die Kinderinterviews ungeeignet, sodass wir die Reihenfolge der Spielräume geändert haben. Das Erstinterview begann daher mit unseren Fragen zum Kontakt- und Kooperationsspielraum.Google Scholar
  61. 58.
    Kinder berichteten sogar von massiven Repressalien, denen sie oder ihre Familie ausgesetzt seien, weshalb sie die Nachbarschaft als eher feindselig erlebten.Google Scholar
  62. 59.
    Madonna war zum Zeitpunkt des Interviews sehr (unglücklich) in einen Jungen verliebt, während Pokémon fortwährend seine Cousins erwähnte, die er allerdings vorwiegend in der Schule zu treffen scheint.Google Scholar
  63. 60.
    Es handelt sich dabei ausschließlich um Jungen.Google Scholar
  64. 61.
    Das sind v.a. die Unter-10-Jährigen und die Mädchen.Google Scholar
  65. 62.
    Diese Bewegungsarten wurden ausschließlich von Jungen benannt.Google Scholar
  66. 63.
    Fast alle Kinder gaben an, sich zu Hause bzw. in ihrem Bett am wohlsten zu fühlen.Google Scholar
  67. 64.
    Pokémon und P Diddy sprechen von ihrem Stiefvater als Papa.Google Scholar
  68. 65.
    Madonna musste den Verlust des Vaters gleich zwei Mal hinnehmen, da der spätere Lebenspartner der Mutter tödlich verunglückte.Google Scholar
  69. 66.
    Bei Picasso und ihren Geschwistern bezog sich dieser Besuch auf ein Wochenende in Frankfurt am Main.Google Scholar
  70. 67.
    Nach Borkum, in den Schwarzwald sowie auch schon mal ins Ausland (Vincent)Google Scholar
  71. 68.
    P Diddy träumt von Mallorca, Robi von einer Reise nach Italien mit der Eisenbahn. Für Robi ist es ganz wichtig, die Familie/Mutter dabei zu haben.Google Scholar
  72. 69.
    Dies war sowohl bei den Geschwisterkindern als auch bei den muslimischen Kindern der Fall, wo das Problem für die Mädchen in der Übernachtung besteht.Google Scholar
  73. 70.
    Besonders hoch im Kurs stehen bei diesen Kindern Unterhaltungsserien wie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, Zeichentricksendungen wie „Dragon Ball Z“ sowie Nintendo- und andere Computerspiele.Google Scholar
  74. 71.
    Dies teilweise unter dem Kopfhörer, um die anderen nicht zu stören bzw. selbst nicht gestört zu werdenGoogle Scholar
  75. 72.
    Für 2 weitere Kinder beginnt das Lesen gerade erst.Google Scholar
  76. 73.
    Fahrradfahren ist in Münster Volkssport und wird daher von vielen Kindern genannt.Google Scholar
  77. 74.
    Der Wunsch nach einem Klavier oder einem Schlagzeug wird diesen Kindern sicher nicht erfüllt werden können. Nur die kleine Stadt Isselburg bietet allen Kindern die Möglichkeit, im Rahmen des Spielmannszuges ein Instrument zu erlernen, ohne dass sie bzw. ihre Eltern/Mütter dafür zu zahlen haben. Dies ist eine, wie wir meinen, vorbildliche kommunale Kulturleistung.Google Scholar
  78. 75.
    Vgl. das Kapitel zu Folgen und Wirkungen der Armut auf Kinder im AnschlussGoogle Scholar
  79. 76.
    Die Familie lebt von der Sozialhilfe sowie einem geringen Zuverdienst der Mutter.Google Scholar
  80. 77.
    Die Situation von Angels Familie ist nicht nur durch wenig Geld, sondern auch bedrückend enge Wohnverhältnisse gekennzeichnet.Google Scholar
  81. 78.
    Wir haben die Kinder nicht dezidiert danach gefragt, um keine Irritationen zu erzeugen.Google Scholar
  82. 79.
    Dies entspricht den Empfehlungen des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, der über „Die Taschengeldfrage“ eine eigene Broschüre (Bonn 2000) herausgegeben hat.Google Scholar
  83. 80.
    Vgl. Kinder bekommen dank Euro mehr Taschengeld, in: Frankfurter Rundschau v. 27.6.2002Google Scholar
  84. 81.
    Picasso ist 11, ihre Schwester Shakira 10 und ihr Bruder Son-Goku 9 Jahre alt.Google Scholar
  85. 82.
    Vgl. zur neueren Diskussion über die Erscheinungsformen von Kinderarbeit und deren Bedeutung für die Kinder: Manfred Liebel, Kindheit und Arbeit. Wege zum besseren Verständnis arbeitender Kinder in verschiedenen Kulturen und Kontinenten, Frankfurt am Main/London 2001Google Scholar
  86. 83.
    Inwieweit die Kinder bei der Einschätzung von Schule lediglich reproduzieren, was sie von den Erwachsenen gehört haben, lässt sich hier nicht klären.Google Scholar
  87. 84.
    Nur in einem Fall bezog sich diese Klage auf Mädchen.Google Scholar
  88. 85.
    Inwieweit es sich dabei um ein Stigmatisierungsverhalten der Lehrer/innen oder um Wahrnehmungsprobleme der Kinder handelt, ließ sich im Rahmen der Interviews nicht klären.Google Scholar
  89. 86.
    Dieses Lob kommt seiner Aussage zufolge auch zu Hause zu kurz, da er die Frage, wann er denn dort gelobt werde, mit „weiß nicht“ beantwortet. Hinzugefügt sei, dass Pokémon keineswegs in einer lieblosen Umgebung aufwächst, jedoch — als schwierigstes von 4 Kindern — offenbar zu wenig Lob und Anerkennung erfährt.Google Scholar
  90. 87.
    Die Aussage bezieht sich auf eine der Familien, wo viel Wert auf gute Schulleistungen gelegt wird.Google Scholar
  91. 88.
    Wir interpretieren dies als Ausdruck für ein positives Lernklima in der Grundschule.Google Scholar
  92. 89.
    Vgl. die Ausführungen zum Einkommens- und VersorgungsspielraumGoogle Scholar
  93. 90.
    Joschi tat dies nicht aus reinem Versorgungsinteresse, sondern weil seine Mutter sich davon bessere Chancen bei der Suche nach Arbeit erhoffte.Google Scholar
  94. 91.
    Teilweise liegt dies daran, dass die Schulen kein Mittagessen anbieten, teilweise daran, dass die Familien die Kosten hierfür nicht aufbringen können.Google Scholar
  95. 92.
    Mehr oder weniger hatten sich die Eltern/Mütter wohl bereits auf den Geschmack ihrer Kinder eingestellt oder umgekehrt.Google Scholar
  96. 93.
    Die Rede ist vom Vater und von dessen Freundin.Google Scholar
  97. 94.
    Name der Freundin geändertGoogle Scholar
  98. 95.
    Auf Nachfrage konkretisiert sie: z.B. in Brasilien.Google Scholar
  99. 96.
    Sohn einer irakischen Familie, der unter dem „Cool-Sein“ der anderen Jungen leidet und Wert auf die Beachtung religiöser Vorschriften legtGoogle Scholar
  100. 97.
    Anregungen finden sich u.a. bei Andreas Lange, Kinderalltag in einer modernisierten Landgemeinde. Befunde und weiterführende Überlegungen zur Untersuchung der Lebensführung von Kindern, in: Michael-Sebastian Honig/Hans Rudolf Leu/Ursula Nissen (Hrsg.), Kinder und Kindheit, a.a.O., S. 77ff.Google Scholar
  101. 97.
    Hartmut J. Zeiher/Helga Zeiher, Orte und Zeiten der Kinder. Soziales Leben im Alltag von Großstadtkindern, Weinheim/München 1998Google Scholar
  102. 98.
    Münster hat 280.000 Einwohner/innen, wobei einzelne Stadtviertel weit vom Zentrum entfernt liegen und über öffentliche Verkehrsmittel nicht unmittelbar zu erreichen sind.Google Scholar
  103. 99.
    Nur eine Familie lebte relativ stadtnah, alle anderen erreichten „die Stadt“ nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln.Google Scholar
  104. 100.
    Ein Abenteuer- und Bauspielplatz für Kinder von 6 bis 12 Jahren, wie im „Südviertel“ der Stadt Münster angesiedelt, existiert nur dort und ist für Kinder außerhalb dieses Stadtteils unerreichbar. Mehr noch, die Kinder in anderen Stadtteilen kennen dieses vorzügliche Angebot gar nicht.Google Scholar
  105. 101.
    Marie wohnt am äußersten Stadtrand von Bocholt. Die Stadtmitte ist für sie mit dem Fahrrad oder Bus erreichbar.Google Scholar
  106. 102.
    Zwar hat noch eine weitere Familie teilgenommen, doch wollte der Sohn uns kein Interview geben. In allen anderen Fällen misslang die Kontaktaufnahme, da wir keine Dolmetscher/innen stellen bzw. Terminabsprachen nicht getroffen werden konnten.Google Scholar
  107. 103.
    Unter „korrekt“ verstehen wir hier Kopftuch und gedeckte Kleidung.Google Scholar
  108. 104.
    Vgl. Matthias Grundmann, Dimensionen einer konstruktivistischen Sozialisationsforschung, a.a.O., S. 20ff.Google Scholar
  109. 105.
    Vgl. Hans Rudolf Leu, Selbständige Kinder, a.a.O., S. 174ff.Google Scholar
  110. 106.
    Siehe Lothar Böhnisch, Sozialpädagogik der Lebensalter, a.a.O., S. 24Google Scholar
  111. 107.
    Ebd., S. 27Google Scholar
  112. 108.
    Vgl. Urie Bronfenbrenner, Die Ökologie der menschlichen Entwicklung, a.a.O., S. 19ff.Google Scholar
  113. 109.
    Vgl. Gertrud Beck, Was wissen wir über das soziale Lernen von Kindern?, a.a.O., S. 81Google Scholar
  114. 110.
    Vgl. ebd., S. 82Google Scholar
  115. 111.
    Vgl. Rolf Werning/Beate Wischer, Kinder am Rande der Gesellschaft. Armut in Deutschland, in: Schüler 1999, S. 64ff.Google Scholar
  116. 112.
    Umgekehrt lässt die Bourdieu’sche Sozialraumanalyse dort Differenzierungen zu, wo der Grad an kulturellem das ökonomische Kapital übersteigt. Hier liegen Interventionsmöglichkeiten oder Chancen für Kinder, den niedrigen sozialen Status ihrer Herkunftsfamilie zu überwinden.Google Scholar
  117. 113.
    Vgl. im Sinne der dynamischen Armutsforschung: Petra Buhr, Übergangsphase oder Teufelskreis?, Dauer und Folgen von Armut bei Kindern, in: Andreas Klocke/Klaus Hurrelmann (Hrsg.), Kinder und Jugendliche in Armut. Umfang, Auswirkungen und Konsequenzen, 2. Aufl. Wiesbaden 2001, S. 78ff.Google Scholar
  118. 114.
    Die Mutter nimmt alle zur Verfügung stehenden Vergünstigungen im kulturellen Bereich (z.B. ermäßigte Kinopreise am Dienstag, die kostenlose Musikschule für Sozial-hilfeempfänger/innen, den Flötenunterricht in der Kirchengemeinde und den Familienpass der Stadt) für ihre Kinder in Anspruch und gibt ihnen abwechslungsreiche, kreative Anregungen für die Freizeitgestaltung. Indem sich die Mutter in der Kirchengemeinde und der Elternvertretung engagiert, entstehen soziale Netze, die sich auch materiell günstig auswirken. So initiierte sie die Gründung einer Schulzeitung und betreut seitdem deren Herausgabe, was die Schule mit gelegentlichen Vergünstigungen honoriert.Google Scholar
  119. 115.
    Lothar Böhnisch, Sozialpädagogik der Lebensalter, a.a.O., S. 27Google Scholar
  120. 116.
    Vgl. Hans Rudolf Leu, Selbständige Kinder, a.a.O., S. 174ff.Google Scholar
  121. 117.
    Hier bestätigt sich die zentrale Aussage der PISA-Studie, dass die Schule soziale Benachteiligungen der Kinder noch verstärkt.Google Scholar
  122. 118.
    Siehe Gertrud Beck, Was wissen wir über das soziale Lernen von Kindern?, a.a.O., S. 86f.Google Scholar
  123. 119.
    Vgl. Hans Rudolf Leu, Die „biographische Situation“ als Bezugspunkt eines soziali-sationstheoretischen Subjektverständnisses, a.a.O., S. 87f.Google Scholar
  124. 120.
    Vgl. hierzu: Barbara Imholz/Gisela Wuttke, Lückekinder und Co. Soziale Bewältigungsstrategien von Kindern in benachteiligten Lebenslagen, in: Thema Jugend. Zeitschrift für Jugendschutz und Erziehung 4/2002, Münster 2002, S. 5ff.Google Scholar

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