Advertisement

Akademikerarbeitslosigkeit und staatliche Hochschulpolitik

  • Dieter Koch
  • Wilfried Laatz
Chapter
  • 29 Downloads

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Anmerkungen

  1. 1.
    Akademiker und Hochschulabsolventen werden als synonyme Begriffe verwendet. Die Fachhochschulabsolventen werden dabei einbezogen. Dafür sprechen sowohl die sich stark überschneidenden beruflichen Einsatzbereiche wie auch die von staatlicher Seite für die Zukunft vorgesehene weitere Integration der Studiengänge. Erstes Ergebnis dieser Integrationsbemühungen sind die Gesamthochschulen.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. z. B. M. Tessaring, Wissen bringt Zinsen, in: UNI, Berufswahlmagazin, H. 9/1977, S. 16.Google Scholar
  3. 3.
    Zur Definition dieser Begriffe siehe: K. Marx, Resultate des unmittelbaren Produktionsprozesses, Frankfurt a.M. 1969, S. 51 f. und 60 f.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. dazu z.B.: B. Lutz und I. Krings, Überlegungen zur sozioökonomischen Rolle akademischer Qualifikationen, HIS Brief Nr. 18, München, Sept. 1971, S. 62 ff.Google Scholar
  5. 5.
    Die Angaben über diese Quoten weisen z.T. allerdings erhebliche Differenzen auf. Vgl. dazu: L. Alex, Umstrukturierung statt Verdrängung, in: UNI, Berufswahlmagazin, H. 6/1977, S. 10 und: A. Hegelheimer, Bildungsfinanzierung an der Nahtstelle zwischen Bildungs-und Beschäftigungssystem, unveröff. Manuskript, Bielefeld 1977, S. 8 f.Google Scholar
  6. 6.
    Es wäre z.B. zu berücksichtigen, daß Beschäftigte im öffentlichen Dienst eine weitgehende Arbeitsplatzsicherheit genießen. Um ein realistisches Bild zu gewinnen, müßte man jeweils getrennte Quoten für Privatwirtschaft und öffentlichen Sektor errechnen. Vgl. dazu auch: Amtliche Nachrichten der Bundesanstalt für Arbeit, Nr. 12/1976, S. 1280.Google Scholar
  7. 7.
    Daß bereits berufstätige Akademiker durch Berufsanfänger verdrängt werden, ist angesichts der Vorliebe der Unternehmen für praxiserfahrene Bewerber kaum anzunehmen.Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. L. Alex, a.a.O., S. 10.Google Scholar
  9. 9.
    Vg. M. Tessaring, a.a.O., S. 21.Google Scholar
  10. 10.
    Ebenda, S. 21.Google Scholar
  11. 11.
    Veränderungen der Verweildauer können einen beträchtlichen Einfluß auf die Zahl der Studenten und damit die Kapazität der Hochschulen und die Kosten pro Student haben. Nach Schätzung des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft ist die Verweildauer mit ca. 20 % an der Erhöhung der Studentenzahlen zwischen 1965 und 1974 beteiligt. Vgl. Bildungspolitische Zwischenbilanz, Hrsg. BMBW, Bonn 1976, S. 20. Das Angebot an Hochschulabsolventen können Veränderungen der Verweildauer nur zeitlich verschieben, für kurze Fristen können davon aber nicht unerhebliche Wirkungen ausgehen.Google Scholar
  12. 12.
    Schätzungsweise brechen ca. 20 % der Studienanfänger das Studium ohne erfolgreichen Abschluß ab. Vgl. Materialien aus der Arbeitsmarkt-und Berufsforschung, Themengruppe e: Serie Akademikerprognosen, 2/1977, S. 5.Google Scholar
  13. 13.
    Bei den Gesamthochschulen werden sowohl „Universitäts“-wie auch „Fachhochschulstudiengänge“ angeboten. Auf erstere entfallen 43 % der Studenten, auf letztere 37 %, der Rest strebt ein Lehramt für Volksschulen an. Vgl. Grund-und Strukturdaten 1976, Hrsg. Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft, S. 94.Google Scholar
  14. 14.
    Statistische Zahlen über die Übergangsquoten sind nicht verfügbar. Ein Anteil zwischen 30 und 50 Prozent ist aber durchaus realistisch. Vgl. dazu auch: M. Tessaring und H. Werner, Beschäftigungsprobleme von Hochschulabsolventen im internationalen Vergleich, Göttingen 1975, S. 33.Google Scholar
  15. 15.
    H. Echterhoff-Severitt, u.a., Forschung und Entwicklung in der Wirtschaft 1973, Hrsg. Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Arbeitsschrift A 1977, Essen, S. 19.Google Scholar
  16. 16.
    Vgl. Amtliche Nachrichten der Bundesanstalt für Arbeit, Nr. 6/1977, S. 695. Hier bezieht man sich allerdings nur auf Absolventen von wirtschafts-und sozialwissenschaftlichen Studiengängen.Google Scholar
  17. 17.
    Ebenda, S. 695.Google Scholar
  18. 18.
    Vgl. dazu die unterschiedlichen Auffassungen von Altvater, Baethge und Offe. E. Altvater und F. Huisken (Hrsg.), Materialien zur politischen Ökonomie des Ausbildungssektors, Erlangen 1971, S, XXII, M. Baethge, Die Integration von Berufsausbildung und Allgemeinbilding als Forschungskonzept für die Berufsbildungsforschung, in: Bildungsforschung. Probleme — Perspektiven — Prioritäten, Teil 1, im Auftrage der Bildungskommission herausgegeben von H. Roth und D. Friedrich, Stuttgart 1975, S. 258 ff; C. Offe, Bildungssystem, Beschäftigungssystem und Bildungspolitik — Ansätze zu einer gesamtgesellschaftlichen Funktionsbestimmung des Bildungssystems, in: Bildungsforschung, a.a.O., S. 220 ff.Google Scholar
  19. 19.
    Dieser Begriff wird hier analog zu dem Begriff des politischen Zentrums in der Arbeit von J. Bergmann, G. Brandt, K. Körber, E. Th. Mohl und C. Offe, Herrschaft, Klassenverhältnis und Schichtung, in: Th.W. Adorno (Hrsg.), Spätkapitalismus oder Industriegesellschaft? Stuttgart 1969, S. 82 verwendet. Er soll zur summarischen Kennzeichnung vorparlamentarischer, parlamentarischer, exekutiver und administrativer Instanzen und Funktionen dienen.Google Scholar
  20. 20.
    Wir folgen auch hier der Terminologie von Bergmann u.a., ebenda, die allerdings von einem „Kranz von Machtgruppen“ sprechen. Es geht dabei um die summarische Bezeichnung von solchen Gruppierungen, die unabhängig von organisatorischen Formen und oft quer durch solche hindurch wichtige funktions-oder interessenbedingte Gemeinsamkeiten aufweisen, auch wenn sie in vieler Hinsicht selbst wieder intern Konflikte austragen.Google Scholar
  21. 21.
    Vgl. H. Roth und D. Friedrich (Hrsg.), a.a.O., S. 42.Google Scholar
  22. 22.
    G. Picht, Die deutsche Bildungskatastrophe, Olten/Freiburg i. Br., 1964.Google Scholar
  23. 23.
    Siehe genauer Deutscher Bildungsrat (Hrsg.), Empfehlungen der Bildungskommission. Strukturplan für das Bildungswesen, Stuttgart 1972.Google Scholar
  24. 24.
    Daß vergleichbare Produktionsleistungen profitabel mit gänzlich verschiedener Beschäftigungsstruktur zu erbringen sind, belegen exemplarisch für den Einsatz technisch qualifizierten Personals im Maschinenbau G. Kammerer, B. Lutz und Chr. Nuber, Ingenieure im Produktionsprozeß. Zum Einfluß von Angebot und Bedarf auf Arbeitsteilung und Arbeitseinsatz am Beispiel des Maschinenbaus, Frankfurt a.M. 1973. Auch die im internationalen Vergleich sehr unterschiedliche Akademikerquote der führenden, westlich orientierten Industrieländer spricht dafür.Google Scholar
  25. 25.
    Die These von einem bildungspolitischen Kriteriumsmangel entwickelt C. Offe, a.a.O., S. 232. Im Gegensatz zu unserer Auffassung hält er aber als Konsequenz dessen eine bildungspolitische Maximalstrategie im Interesse der Sicherung von Eingriffsreserven unter Gesichtspunkten der Kapitalverwertung für zwingend.Google Scholar
  26. 26.
    Wir setzen uns damit bewußt in Gegensatz zu Offes These von der gesellschaftlichen Funktionalisierung des Bildungssystems. Vgl. a.a.O., S. 215. Dies betrifft allerdings nicht die Tatsache, daß es tatsächlich Ansätze zur verstärkten Vermittlung sogenannter Sozialfertigkeiten als ein Moment der Arbeitsqualifikation gibt.Google Scholar
  27. 27.
    B. Buchhofer, J. Friedrichs und H. Lüdtke, Selbstmobilisierungseffekt erworbener Bildung und Zweiter Bildungsweg, in: Wissenschaftliches Studium und Zweiter Bildungsweg, Hamburg 1973, S. 126 ff.Google Scholar
  28. 28.
    Jüngste Beispiele sind Warnungen von Ärzte-und Apothekerverbänden vor einer angeblichen Nachwuchsschwemme. Siehe „Ärzte warnen vor Nachwuchsschwemme“, Süddeutsche Zeitung vom 7.10.77 und „Apotheker warnen nachdrücklich vor Pharmazie-Studium“, Frankfurter Rundschau vom 13.10.1977, S. 20.Google Scholar
  29. 29.
    Siehe C. Offe, a.a.O., S. 236.Google Scholar
  30. 30.
    Siehe C. Offe, a.a.O., S. 230.Google Scholar
  31. 31.
    Eine ausgezeichnete Darstellung der technischen Prognoseprobleme gibt B. Lutz, Prognosen der Berufsstruktur — Methoden und Resultate. (Internationale Übersicht im Rahmen vergleichbarer Gesellschaften), in: B. Lutz und W.D. Winterhager, Zur Situation der Lehrlingsausbildung. Prognosen der Berufsstruktur — Methoden und Resultate, Stuttgart 1970. Eine grundsätzliche Kritik der Bildungsökonomie leistet P.R. Straumann, Zur Vulgarisierung der Bildungsökonomie, in: Leviathan, Jg. 1973, H. 1, S. 71 ff.Google Scholar
  32. 32.
    Auf die Darstellung der internen Kontroversen, die im wesentlichen eine Reproduktion der Interessenwidersprüche der anderen Strategie Zentren, in Verbindung mit einer Kriteriumsunsicherheit, darstellen, muß hier verzichtet werden.Google Scholar
  33. 33.
    Dieser Aspekt der Bildungspolitik als Arbeitsmarktregler wurde schon früh am US-amerikanischen Beispiel deutlich. Siehe dazu Offe, a.a.O., S. 234 et passim.Google Scholar
  34. 34.
    Siehe dazu U. Teichler, Kurzstudium in der Bundesrepublik Deutschland (unveröffentlichtes Manuskript, Sept. 1973).Google Scholar
  35. 35.
    Zumindest ist der Effekt überraschend gering und wirkt sich nur kurzfristig aus. Siehe U. Teichler, D. Härtung und R. Nuthmann, Hochschulexpansion und Bedarf der Gesellschaft an sozialer Ungleichheit. Wissenschaftliche Erklärungsansätze, bildungspolitische Prognosen und internationale Entwicklungstendenzen, Stuttgart 1976, S. 32 f.Google Scholar
  36. 36.
    Siehe A. Blüm und U. Frenzel, Quantitative und qualitative Vorausschau auf den Arbeitsmarkt der Bundesrepublik Deutschland, — Stufe 3. Gutachten des Batelle-Instituts Frankfurt im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeit. Beiträge zur Arbeitsmarkt-und Berufsforschung, Band 8.1 und 8.2, Nürnberg 1975.Google Scholar
  37. 37.
    So betrug etwa die Meßziffer für die Studentenzahl im Fach Medizin 1966 132 (1960 Basis = 100), ging bis 1969/70 bis auf 128 zurück und stieg erst seitdem wieder langsam an. Siehe: Bildung im Zahlenspiegel, Ausgabe 1974, hrsg. v. Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft, Bonn und dem Statistischen Bundesamt, Wiesbaden; Stuttgart und Mainz 1974, S. 123.Google Scholar
  38. 38.
    Der Anteil der weiblichen Studenten ist an den Universitäten von 1960 bis 1975 von 30,2 auf 41,7 Prozent gestiegen. Vgl. Grund-und Strukturdaten 1976, Hrsg. BMBW, S. 96.Google Scholar
  39. 39.
    In der Vergangenheit betrug der Anteil ca. 15 %. Vgl. Materialien aus der Arbeitsmarkt-und Berufsforschung, a.a.O., S. 5.Google Scholar
  40. 40.
    Die Zahl der Studienanfänger an den Pädagogischen Hochschulen ist absolut zurückgegangen. Teilweise ist das darauf zurückzuführen, daß einige Pädagogische Hochschulen in Gesamthochschulen eingegliedert wurden. In der Hochschulstatistik wurde das nicht berücksichtigt. Der Anteil der Studenten der sonstigen Lehramtsstudiengänge nimmt zumindest relativ zur Gesamtzahl der Studenten ab. Vgl. Bildung im Zahlenspiegel, Ausgabe 1977, Hrsg. BMBW Bonn und Statistisches Bundesamt, Wiesbaden, Stuttgart und Mainz 1977, S. 117 und S. 122. Abiturientenbefragungen haben ergeben, daß 1975 noch 36 Tsd., 1976 aber nur noch 22 Tsd. als Studienziel „Lehrer“ anstreben. Vgl. a.a.O., S. 73.Google Scholar
  41. 41.
    Vgl. Grund-und Strukturdaten, a.a.O., S. 36.Google Scholar
  42. 42.
    Vgl. Bildung im Zahlenspiegel, Ausgabe 1977, a.a.O., S. 72. Die Gruppe der „Unentschlossenen“ wurde dabei je zur Hälfte auf die Gruppen mit bzw. ohne Studienabsicht aufgeteilt. Im übrigen zeigt die Entwicklung dieser Zahlen die enge Interdependenz zwischen Studienmotivation und Arbeitsmarktlage bzw. Zugangsbeschränkungen auf. 1972 waren 10,4 % „ohne Studien absicht“ bzw. „unentschlossen“, 1975 bereits 21,8 % und 1976 24,7 %.Google Scholar
  43. 43.
    Das entspricht in etwa den Vorstellungen der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung von 1973.Google Scholar
  44. 44.
    Für diese Annahme spricht vor allem das praktische Vetorecht des Bundesrates bei Entscheidungen über die Steuergesetzgebung.Google Scholar
  45. 45.
    Wesentlich ist dabei auch die aufgrund der Altersstruktur geringe Ersatznachfrage. Bei den Lehrern entfallen z.B. auf die Altersgruppe der 51-60 jährigen 12,7 %, auf die der 25-35 jährigen 45,1 %. Bei einem Rückgang der Jahrgangsstärken um ca. 43 % seit 1966 würde sich z.B. die Lehrer-Schüler-Relation erheblich verbessern, selbst wenn man die aus Altersgründen Ausgeschiedenen nicht ersetzt.Google Scholar
  46. 46.
    Im Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft geht man z.B. von einem geringen Zusatzbedarf an Hochschulabsolventen aus. Vgl. Bildungspolitische Zwischenbilanz, a.a.O., S. 60.Google Scholar
  47. 47.
    Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber, Bedarf der privaten Wirtschaft an Akademikern. Eine Tendenzanalyse, Köln 1975.Google Scholar
  48. 48.
    A. Hegelheimer auf der Jahrestagung 1977 des Hochschul Verbandes in Augsburg, Vgl. UNI, Berufswahl Magazin, 1. Jg., H. 7/8, 1977, S. 4 f. Nach Meinung von Hegelheimer werden davon ca. 60 % von der Wirtschaft und der Rest vom öffentlichen Dienst absorbiert.Google Scholar
  49. 49.
    Vgl. Materialien aus der Arbeitsmarkt-und Berufsforschung, a.a.O., S. 5 und M. Kaiser, Am Markt vorbeistudiert? in: Analysen, Zeitschrift für Wissenschafts-und Berufspraxis, H. 12/1975, S. 22.Google Scholar
  50. 50.
    U. Teichler, D. Härtung und R. Nuthmann, a.a.O., S. 16.Google Scholar
  51. 51.
    W. Armbruster, Arbeitskräftebedarfsprognosen als Grundlage der Bildungsplanung, Studien und Berichte 23, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin 1971, S. 190.Google Scholar
  52. 52.
    Zumindest die Lenkung auf bestimmte Fachrichtungen, vor allem „billige“ Studiengänge mit breiten Einsatzmöglichkeiten, wird man wohl beibehalten.Google Scholar
  53. 53.
    Vgl. z.B. L. Alex, a.a.O., S. 10.Google Scholar
  54. 54.
    Vgl. dazu die Management-Development-und die Traineeprogramme der großen Unternehmen. Auch das im öffentlichen Bereich praktizierte Referendariat nimmt diese Entwicklung z.T. vorweg.Google Scholar
  55. 55.
    Vgl. dazu F. Jüttner, Der Arbeitsmarkt für Akademiker in Schweden, Göttingen 1975.Google Scholar
  56. 56.
    U. Teichler, D. Härtung und R. Nuthmann, a.a.O., S. 116.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1978

Authors and Affiliations

  • Dieter Koch
  • Wilfried Laatz

There are no affiliations available

Personalised recommendations