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Agenda-Setting pp 247-284 | Cite as

Konstrukte der Themenstudie, Operationalisierungen und Grundauszählungen

  • Patrick Rössler
Part of the Studien zur Kommunikationswissenschaft book series (SZK, volume 27)

Zusammenfassung

Wie jede empirische Untersuchung beabsichtigt auch die Themenstudie Mittlerer Neckar, zur Theoriebildung (hier im Bereich der Agenda-Setting-Forschung) beizutragen1 Die Verbindung von Theorie und Empirie fußt auf den in Teil I der Themenstudie herausgearbeiteten Positionen und Befunde, die anhand einer eigens konzipierten Erhebung überprüft werden. Der bestehende Satz von Konstrukten wird dabei explorativ um einige Elemente erweitert, während die empirische Konzeption in ihrem Kernbereich eine Synthese früherer Forschungsansätze darstellt und diese teilweise repliziert, nun allerdings auf individuellem Anaiyseniveau. Das vorliegende Kapitel erläutert, wie die verschiedenen theoretischen Konstrukte, die bei der Untersuchung der Agenda-Setting-Hypothese verwendet werden, in die Themenstudie Mittlerer Neckar integriert und in konkrete empirische Fragestellungen umgesetzt sind.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl Eichhorn (1986), Si.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. etwa Rogge (1979), S.133: “Die quantitative Inhaltsanalyse übersieht die subjektive Bedeutungszuweisung gegenüber medialen Aussagen.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl Brosius & Staab (1993), S.59.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. Smith (1984 S.166f. So sei beispielsweise daran erinnert, daß auch in der Studie von Hügel et al. (1989) die Zielvariable nur als dichotome Dummy-Variable einfließt; vgl. ebd., S.196.Google Scholar
  5. 6.
    Vgl. Gadir (1982), S.16. Dies ermöglicht außerdem eine Aggregation der individuellen Daten auf das Gesamtniveau früherer Studien fir eine exemplarische Gegenüberstellung der Befinde, die aus unterschiedlichen Aggegationsniveaus resultieren, womit aber natürlich keineswegs die grundsitzlichen Bedenken ausgeräumt werden können, die gegenüber einer solchen Zusammenfassung bestehen: We do not have an understanding of how individual issue ratings come together to form a public agenda.’ Becker (1991), S.342. r Frageformulierung denn Sie einmal an die vergangenen Wochen zurückdenken, was empfanden Sie da persönlich als die wichtig sten politischen oder gesellschaftlichen Themen?“Google Scholar
  6. 7.
    Vgl. Allen & Izcaray (1988), 5.39. In der schriftlichen Nachbefragung diente die Frage nach den wichtigsten politischen und gesellschaftlichen Ereignissen als Einstieg in das Interview, so daß dieser Formulierung noch ein Einleitungssatz vorangestellt werden mußte. Auch hier wurden die drei ersten Eintragungen fir die Auswertung berücksichtigt.Google Scholar
  7. 10.
    It Die Probleme aufgrund einer groben Zahl von.ties., von denen Hill (1985), S.345 berichtet, werden dadurch verringert, daß im Vergleich dazu sowohl eine geringere Anzahl von Themen als auch eine breitere Skala zu deren Einschätzung vorgegeben wird.Google Scholar
  8. 11.
    Vgl. eine analoge Vorgehensweise bei Wants & Wu (1992), S.850. Vgl. Rogers & Dearing (1988), S.5831.Google Scholar
  9. 12.
    Vgl. Bishop et al. (1986), S.245; Aschmann & Widmann (1986), 5.80f. Neuman & Fryling (1985), S.223 bezeichnen gerade Agenda Setting als ein Forschungskur, auf dem die.weiß nicht-Antworten keine Restkategorie, sondern bereits eine wichtige inhaltliche Dimension darstellen.Google Scholar
  10. 13.
    Vgl. ausführlich Kap. 3.4.Google Scholar
  11. 14.
    In einer Zuspitzung der Fragestellung zur persönlichen Wichtigkeit wurde der Behagte ferner gebeten, aus dem Kartenspiel die drei für ihn wichtigsten Themen herauszusuchen.Google Scholar
  12. 15.
    Vgl. Semetko & Schoenbach (1994), S.88 & Tab.7.1; Kuechler (1992), 5.54, 70; Szumni et al. (1990), S.69, Tab.6 und die Darstellung von Herdegen & Schultz (1993), S258f, Abb.I; Herdegen (1996).Google Scholar
  13. 16.
    Zwangsläufig ergibt sich, betrachtet man in einem kleinen Exkurs das Nicht-Kennen eines Themas als Ausprägung geringster persön licher Wichtigkeit (Skalenpunkt 0; bisher missing value), exakt dieselbe Themenfolge. Auf dieser Skala mit den Polen 0 und 5 erreicht die Wiedervereinigung einen unveränderten Mittelwert von 4.2, die Schmähling-Af1are allerdings einen deutlich reduzierten Wert von 0.9. Alle weiteren Analysen beziehen sich im folgenden wieder ausschließlich auf die Personengruppe, die das jeweilige Thema tatsächlich kennt.Google Scholar
  14. 17.
    Vgl. Eichhorn (1986), S.134.Google Scholar
  15. 18.
    Zur Berechnung wird - in Abwandlung des Verfahrens von Eichhorn - fit jeden Befragten der Variationskoeffizient über die Rele vanzeinschätzung der neuen Themen berechnet; vgl. Bora (1989), S.61. Dessen Mittelwert liegt in der Stichprobe bei.37.Google Scholar
  16. 19.
    Vgl. Eyal (1979). zit. nach Blood (19826), S.8/9.Google Scholar
  17. 21.
    Vgl. Bortz (1989), S263.Google Scholar
  18. 22.
    Vergleichbare Mechanismen wurden bereits im Kontext der Schweigespiralen-Forschung, und hier besonders dem.looking-glass Effektg festgestellt•, vgl. Donsbach (1987), S334.Google Scholar
  19. 23.
    Ein Thema mit starkem regionalem Bezug könnte von Anwohnern deutlich sensibler beurteilt werden.Google Scholar
  20. 24.
    Die Zuspitzung auf die drei wichtigsten Themen wurde dagegen ebenfalls vorgenommen.Google Scholar
  21. 25.
    Eine weitere mögliche Erklärung, daß nimlich bevorzugt jene Personen den zweiten Fragebogen zurückgeschickt haben, die über eine bessere Themenkenntnis verfügen, erscheint wenig plausibel: Die Vergleiche von Panelteilnehmem und -verweigerern (T-Test) zeigen nur geringe Unterschiede zwischen den beiden Gruppen hinsichtlich ihrer formalen Bildung (2.7 vs. 2.4) und ihres themenbezogenen politischen Wissens (3.1 vs. 3.0; zu diesen beiden Variablen vgl. Kap. 7.3). Solche Unterschiede müßten iber angenommen werden, sollte die Verzerrung in der Themenkenntnis auf einer systematischen Panelmortalität beruhen.Google Scholar
  22. 26.
    Vgl. Atwood (1981), 5.470.Google Scholar
  23. 27.
    Da die durchgeführte Inhaltsanalyse im vorliegenden Zusammenhang nur zur Konkretisierung der unabhingigen Variablen des Agenda-Setting-Modells dient, wird Cut eine ausführliche Darstellung der Befunde auf Schenk et at (1993/94), Bd.III.I verwiesen.Google Scholar
  24. 28.
    Donsbach (1991), S.123; vgl. Brosius & Staab (1993), S39 mit der Forderung nach individueller Zusammenführung von Inhaltsanaly se-und Befragungsdaten Cut jeden einzelnen Rezipienten.Google Scholar
  25. 29.
    Vgl. Weiss (1984), 5.92.Google Scholar
  26. 30.
    Unter einem Medienitem soll im folgenden jeder selbständige Artikel in einer Tages-oder Wochenzeitung bzw. jeder Nachrichtenbei trag in Fernsehen oder Hörfunk verstanden werden; zur exakten Definition der Analyseeinheiten vgl. Codebuch S.9.Google Scholar
  27. 31.
    Jedem Artikel wurde laut Codierregel unter einem zentralen Ereignis verschlüsselt, das aus Überschrift, Dach-oder Unterseite und ggf. dem Anlauf oder ersten Abschnitt zu ermitteln war. Multiple Codierung mehrerer Ereignisse eines Artikels wurde aus datentechnischen Gründen nicht vorgesehen; vgl. Stevenson & Cole (1982), 5.169.Google Scholar
  28. 32.
    In die Ereignisliste wurden aus Gründen der Praktikabilität nicht alle thematisierten Ereignisse aufgenommen. Zahlreiche Studien belegen, daß sich entsprechende Erhebungen mit hunderten, ok nur einmal besetzten Kategorien nicht mehr auswerten lassen.Google Scholar
  29. 34.
    Vgl. die analogen Befinde von Semetko & Schoenbach (1994), S.92. Studien während »normaler« Nachrichtenlage dokumentieren dagegen häufig eine Dominanz der politischen Auslandsberichterstattung in den Medien; vgl. z.B. Buss et al. (1980), S.98. Die Benutzung einer abgeschlossenen Themenliste in der Befragung verführt leicht dazu, auch in der Medienanalyse von vornherein nur diese Themen zu erfassen. Daraus resultiert in der Folge zwar ein durchaus korrektes internes Abbild der Beziehungen zwischen diesen Themen; deren Bedeutung innerhalb der Gesamtberichterstattung jedoch bleibt im Dunkeln. Zur Außenvalidierung des Instruments mußte also (als Pendant zur offenen Frage an den Rezipienten) die gesamte Berichterstattung verschlüsselt werden, um die Angemessenheit des Ausschnitts, den die vorgegebene Themenliste aus allen Medienthemen bildet, beurteilen zu können.Google Scholar
  30. 35.
    Dovifat & Wilke (1976), Bd. I, S.42; zum Umfang der Berichterstattung vgl. auch Pfeiffer (1975), S.95.Google Scholar
  31. 36.
    Daniberhinaus sind ja bereits die journalistischen Kriterien, nach denen sich die Relevanz eines Beitrags ausdrückt, aus Befunden der Publikumsforschung abgeleitet und orientieren sich wesentlich an der potentiellen Kenntnisnahme durch den Leser.Google Scholar
  32. 37.
    Vgl. Menen & Teipen (1991), S.178 unter Verweis auf Beispielstudien. Analoge Kriterien f ir die journalistische Gewichtung verwenden Watt & van den Berg (1981), S.46 und zuvor bereits Warr & Knapper (1968), S289f. Mit der Plazierung, Größe der Überschrift und der Aufbereitung durch Bildmaterial sind zusätzlich zur Länge eines Beitrags jene Merkmale berücksichtigt, die sich in jüngeren Studien als entscheidende Faktoren für die Beachtung durch das Publikum erwiesen haben; vgl. z.B. Donsbach (1991), S.145.Google Scholar
  33. 38.
    Becker (1982), S.525.Google Scholar
  34. 39.
    Generell muß der Indexwert zum Beachtungsgrad fit die Artikel und Beiträge eines jeden Mediums getrennt berechnet werden, da der politische Teil jeweils eines Mediums eine Untersuchungseinheit konstituiert. Als Bezugsgröße für die Einschätzung der relativen Wichtigkeit eines Beitrags kann nur das jeweilige Medium gelten, denn die Entscheidung über die Bedeutung eines Themas wird vom Kommunikator innerhalb dieser abgeschlossenen Einheit getroffen. Außerdem berücksichtigt nur diese Vorgehensweise implizit medienspezifische Faktoren wie beispielsweise den Gesamtumfang der politischen Berichterstattung eines Mediums. So hat derselbe Artikel innerhalb eines kurzen politischen Teils eine relativ höhere Bedeutung als innerhalb eines ausgedehnten politischen Teils mit höherer »Konkurrenz“.Google Scholar
  35. 40.
    Vgl. analog Schulz (1976), S.37. Um die Verzerrung der Verteilung durch “Ausreißer” (z.B. Sonderseiten usw.) zu reduzieren, wurden die 2 ak längsten Artikel bzw. größten Bilder - ebenso wie die 1% kürzesten bzw. kleinsten - herausgenommen und auf den neuen Extremwert rekodiert.Google Scholar
  36. 41.
    Für Wochenzeitungen und Zeitschriften wurden vergleichbare Regeln angewendet siehe genauer bei Schenk et at (1993/94), Bd.II, Anhang B.Google Scholar
  37. 42.
    “It is realized that pictures dominate the television news viewers recall. For most viewers, the pictures are likely to stand out while the words slip away.” Patterson & McClure (1976), S.86/87; vgl. auch Culbertson (1974), S.236.Google Scholar
  38. 43.
    Beispielsweise wird hier die Größe illustrierender Fotos und Zeichnungen berücksichtigt; vgl. die Befunde von Wanta (1988).Google Scholar
  39. 44.
    So hängt z.B. die Größe einer Überschrift erheblich von der Länge des Artikels ab, die Größe eines Bildes beeinflußt die Länge der Bildunterschrift usw.Google Scholar
  40. 45.
    Bei der Codierung war zwar Raum fir evd. Sonder-oder Eilmeldungen, lntervieweinblendungen usw. vorgesehen; derartige Aufberei tungen tauchten jedoch im gesamten Untersuchungszeitraum nicht auf.Google Scholar
  41. 46.
    Der von Watt et al. entwickelte Index zur Ermittlung der Prominenz eines Fernsehbeitrags konnte fle die vorliegende Studie nicht übernommen werden, da hier fir das amerikanische Mediensystem spezifische Parameter einfließen und eine Anwendung auf Printmedien nicht möglich ist; vgl. Watt et al. (1993), S.423. Mit der länge, der Plazierung und der Aufbereitung eines Beitrags sind jedoch alle Elemente dieses Verfahrens berücksichtigt.Google Scholar
  42. 47.
    Das Datum wird dabei vom unhandlichen Tag/Monat/Jahr-Format in eine Variable überfährt, die vom 1.12.1989 an die Tage durch zihlt (Schlußdatum 31.3.90 a 121) und somit die Verarbeitung von Zeitintervallen vereinfacht.Google Scholar
  43. 48.
    Vgl. Degenhardt ge Degenhardt (1982), S.165.Google Scholar
  44. 49.
    Zum Problem der Verzugszeiten vgl eingehend Kap. 3.6 der Themenstudie Mittlerer Neckar.Google Scholar
  45. 50.
    Zur Berücksichtigung verschiedener Zeitspannen sei auf die Befunde Watt et al. (1993), S.409ff verwiesen, die ebenfalls unterschiedli che Zeitfenster vorsehen, um die themenspezifisch und individuell verschiedenen Verarbeitungsprozesse zu erfassen. Für längere Zeiträume als die einbezogenen 48 Tage dürhe allerdings die Varianz aufgrund intervenierender Variablen derart zunehmen, daß keine plausible Zurückfihrung auf Medienwirkungen mehr möglich ist. Bei den Hörfunk-und Printmedien ist der Befragungstag mit in den jeweiligen Aggregationszeitraum aufgenommen. Für die Fernsehmedien wird - da es sich um Abend-Nachrichtensendungen handelt - als Beginn des Aggregationszeitraumes jeweils der Vortag des Befragungstermins definiert.Google Scholar
  46. 51.
    Durch die Addition der Indexwerte kommt allen Beiträgen unabhängig vom Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung gleiche Bedeutung zu. Denn eine denkbare Gewichtung der Medieninhalte entsprechend der Zeitspanne, die sie bereits zurückliegen (neuere Beiträge würden dann stärker einfließen) wäre willkürlich und die Gewichtungsfaktoren kaum zu begründen; vgl. Kepplinger et at (1991), S.154.Google Scholar
  47. 52.
    Darüberhinaus wurden die Werte der verschiedenen Medien einer Zeitspanne zu einem Gesamtwert addiert. Dieser Wert wird allerdings fir die Analysen nicht verwendet, da (I) auch das unterschiedliche Wirkungspotential der einzelnen Medien interessiert, und (2) die Verrechnung der Werte wegen der schief verteilten Medienstichprobe (vgl. Tab. 7.10) problematisch ist; vgl. irrig Rogers et al. (1991).Google Scholar
  48. 53.
    Auf die (seitenlange) tabellarische Darstellung dieser einzelnen Werte wurde verzichtet, da sie lediglich einen Zwischenschritt des Kopplungsvorgangs repräsentieren und im vorliegenden Kontext keinerlei analytischen Nutzen besitzen.Google Scholar
  49. 54.
    Angemerkt sei, daß diese Praxis eine andere Fehlerquelle birgt, wenn nämlich von seiten der Befragten Themen genannt und in die Einschätzung der Wichtigkeit einbezogen werden, die die Medienanalyse nicht mehr abdecken kann.Google Scholar
  50. 55.
    Vgl. Weiss (1984), S.92, der zur Ermittlung seiner Quasi-Personendaten ebenfalls die Angaben der Versuchspersonen zur Mediennut zung als.Scharnier« verwendet.Google Scholar
  51. 56.
    Zur Berechnung des individuellen Gewichtungsfaktors pro Medium sind die in der mündlichen Umfrage erhobenen Indikatoren folgendermaßen berücksichtigt: (I) bei Tageszeitungen die angegebene Zahl von Zeitungen, die der Befragte in den letzten 14 Tagen gelesen hatte, dividiert durch die mögliche Höchstzahl; (2) bei politischen Magazinen die Regelmäßigkeit von deren Konsum auf einer Skala von 4 (immer) bis 0 (nie), dividiert durch 4 (Maximalwert); (3) bei Hörfunknachrichten das Produkt aus Regelmäßigkeit von deren Konsum (Skala wie oben) und Interesse dichotom 1(hoch) bzw. 1 (gering), dividiert durch 8 (Maximalwert); und (4) bei Femsehnachrichten die angegebene Zahl von Sendungen, die der Befragte in den letzten 14 Tagen gelesen hatte, dividiert durch die mögliche Höchstzahl.Google Scholar
  52. 57.
    Diese Variablen, die für die 13 Teilmedien getrennt vorliegen und sich damit fir weitere Analysen als recht sperrig erweisen, werden zuerst nach Mediengattungen und schließlich in einen Gesamtwert zusammengefaßt. Der Tageszeitungswert addiert fir jeden Teilzeitraum die Werte der Tageszeitungen und ihrer Sonntagsausgabe, der,Sonntag aktuell.; der Zeitschriftenwert die von »Stern, und »Spiegel.; der Fernsehwert die aller TV-Sendungen. Für den Hörfunk braucht keine weitere Aggregation vorgenommen werden, da von vornherein nur eine Variable vorliegt. Tageszeitungen und Zeitschriften werden ferner zu einem Printwert zusammengefaßt. Der Gesamtwert ist die Summe der individuellen Punktwerte aller Beiträge in allen Mediengattungen zu einem Thema in einem Zeitraum. Auf eine Grundauszählung der individuellen Medieninhaltsvariablen f`ir das Grundsample wurde hier aus Platzgründen verzichtet.Google Scholar
  53. 58.
    Keppinger et al. (1992), 5.169.Google Scholar
  54. 59.
    Vgl. Erbring et al. (1980); Hügel et al. (1989, 1992).Google Scholar
  55. 60.
    Vgl. lyengar (1979), 5.411; zur Notwendigkeit, die individuelle Perspektive der Rezipienten in inhaltsanalytische Datenerhebungen zu integrieren, vgl. Stevenson & Cole(1982), S.172.Google Scholar
  56. 61.
    “Studies (of the accuracy of newspaper reporting) have not so far looked at the information which is actually received. Instead inveGoogle Scholar
  57. 62.
    stigators have tended to make a decision about what is transmitted and then assumed that this decision corresponds to the perceptual judgments of the readers.“ Warr & Knapper(1968), S.258.Google Scholar
  58. 63.
    Vgl. Schulz (19866), S.114f.Google Scholar
  59. 67.
    Es wurde eine Hauptkomponentenanalyse mit Varimax-Rotation durchgefithrt (erklärte Varianz von 51%). Zur Anwendung der Faktorenanalyse auf dichotom codierte Variablen vgl. Clauß & Ebner (1982), S.369.Google Scholar
  60. 68.
    Die drei Kommunikationsstile lassen sich partiell auch in der Studie von Lüdtke (1989) wiederfinden, vgl. dort S.114f., Stil 3, 4 & 12.Google Scholar
  61. 69.
    Vgl. Noelle-Neumann (1983), S.473/74; ausführlich Weimann (1994).Google Scholar
  62. 70.
    Die Addition der Punktwerte wird in den folgenden Skalenstufen zusammengefaßt: l (hohe Persönlichkeitstärke) =163.198 Punkte; 2 =148–162; 3 =126–147; 4 =111–125; 5 (niedrige Persönlichkeitsstärke) -101–110 Punkte.Google Scholar
  63. 71.
    Vgl. die detaillierten Auswertungen in Schenk et al. (1993/94), Bd.l, Kap. 3.5.4.Google Scholar
  64. 72.
    Vgl. z.B. Krosnick & Kinder (1990), S.507. die die Zahl richtig identifizierter politischer Akteure als Indikator für das politische Wis sen verwenden; lyengar & Simon (1993), S.373 benutzen die Identifikation von sieben politischen Akteuren für eine politische Informiertheitsskala. Eine Schätzfrage gebraucht Mutz (1992), 5.505.Google Scholar
  65. 73.
    Vgl hier Kunczik (1990), 5.301 mit weiteren Verweisen; besipielsweise wußten 1988 die Hälfte der US-Amerikaner nicht, wo Sandini sten und Contras gegeneinander kämpfen - zu den vermuteten Ländern gehörten u.a. Norwegen und Australien.Google Scholar
  66. 74.
    Vgl Tergan (1990), 5.111. Far eine ähnliche Vorgehensweise mit Ergebnissen in denselben Größenordnungen vgl. Drew & Weaver (1991), S.32.Google Scholar
  67. 75.
    VgL Tergan (1990), S.111.Google Scholar
  68. 76.
    In diesen Index fließen gleichberechtigt ein: (1) Zahl der politischen Themen, von denen der Befragte bereits gehört hat; (2) Ausmaß, in dem der Befragte glaubt, über politische Dinge besser Bescheid zu wissen als seine Netzpersonen; (3) Zahl der öfter genutzten Fernsehmagazine; (4) Regelmäßigkeit der Nutzung politischer Nachrichtenmagazine (Der Spiegel).Google Scholar
  69. 77.
    Anders als in den Befunden von Drew & Weaver (1990), S.748 haben Respondenten, die über ein Thema informierter sind, keine festere Meinung zu dem Thema.Google Scholar
  70. 78.
    Vgl. Erbring et al. (1980), S/5. Einige dieser Nutzungsvariablen dienten zuvor bereits als Gewichtungsfaktoren bei der Zuspielung der persönlich wahrgenommenen Medieninhalte.Google Scholar
  71. 79.
    Vgl. Gunter (1987), S.114E & S.136f. Die oft verlangten Durchschnittsbildungen und andere Berechnungen überfordern viele Befrag ten; vgL Chaffee & Mutz (1988), S.37.Google Scholar
  72. 80.
    Vgl. eine ähnliche Operationalisierung z.B. bei Wants & Hu (1994), S.95. Vorgegeben wurden die Fernsehsendungen Tagesschau - Heute - Tagesthemen - Heute-Journal - RTL-Aktuell - Sat 1-Blick auf entsprechenden Kärtchen.Google Scholar
  73. 81.
    Da der Inhalt der Tageszeitung nicht auf politische Sachverhalte eingegrenzt ist, wurde hier eine Nachfrage gestellt, wie häufig der politische Teil der Zeitung gelesen wird. Nach Selbsteinschätzung nehmen im Schnitt über drei Viertel der Leser den politischen Teil immer zur Kenntnis, so daß sich eine weitere Differenzierung erübrigt. Für Vergleichsdaten in derselben Größenordnung vgl. Noelle-Neumann & Kócher (1993), S.346.Google Scholar
  74. 82.
    Vgl. Patterson & McClure (1976), S.83. Den entsprechenden Hinweis fier das Mediensystem der Bundesrepublik, daß vor allem die Nachrichtensendungen des Hörfunks und des Fernsehens keine ausgeprägte redaktionellen Gestaltungsmöglichkeiten besitzen, geben Kepplinger et al. (1992), S.172.Google Scholar
  75. 83.
    Der Ausstrahlungsrhythmus dieser Sendungen variiert stark, so daß in einer dichotomen Vorgabe lediglich festgehalten wird, ob der jeweilige Befragte die Sendung öfters ansieht oder nicht. Weil f`ür Magazinsendungen keine Archivierung der Medienbeiträge vorgesehen war, erübrigte sich eine detailliertere Nachfrage.Google Scholar
  76. 84.
    Vgl. dementsprechend Eichhorn (1986), 5.90. Diese im Gegensatz zu Fernsehmagazinen detailliertere Auskunft wird deswegen einge holt, weil für die Wochenzeitschriften eine Archivierung und inhaltsanalytische Auswertung geplant war.Google Scholar
  77. 85.
    Auf Nachfrage konnte nur ein geringer Teil der Befragten den Sender zweifelsfrei identifizieren, in dem die Nachrichten in der Regel gehört werden, so daß auf eine weitere Differenzierung der Hörfunksender auch bei der Inhaltsanalyse verzichtet wurde. Zusätzlich zur reinen Nutzung wird fir die Hörfunknachrichten der Grad der Aufmerksamkeit erhoben, der den Sendungen zugemessen wird. Angesichts des geringen Anteils der Nachrichten am Gesamtprogramm und des Charakters des Radios als Medium, das parallel zu anderen Beschäftigungen genutzt wird, erscheint dieses Korrektiv unverzichtbar, vgl. die Ergebnisse von Hill (1985), 5.349f und den gleichlautenden Vorschlag bei Drew & Weaver (1990), 5.748. Die Skalen fite die Regelmäßigkeit der Nutzung der einzelnen Medien unterscheiden sich, da entsprechend ihrer Periodizität Zeitungen und TV-Hauptnachrichtensendungen tagesaktuell, die Hörfunknachrichten stundenaktuell, Magazine dagegen wochenaktuell sind. Da die Themenstudie Mittlerer Neckar keinen unmittelbaren Medi vergleich angestrebt wird, kann diese die unterschiedliche Periodizität der Medien berücksichtigende Skala verwendet werden; vgl. Kepplinger(1985a), S.30.Google Scholar
  78. 86.
    Vgl. Kaíd(1976), S.52f. Vielmehr ist davon auszugehen, daß die politischen Akteure ihre Wahlwerbung an den bestehenden Themen präferenzen des Wahlvolks orientieret, vgl. Bowers (1973), S.555.Google Scholar
  79. 87.
    Es wurde eine Hauptkomponentenanalyse mit Varimax-Rotation durchgefihrt (erklärte Varianz von 54%).Google Scholar
  80. 88.
    Eine themenspezifische Messung der interpersonalen Kommunikation verwenden ebenfalls Wanta & Wu (1992), 5.848.Google Scholar
  81. 89.
    Die Ausprägungen lauten: (0) keine persönliche Kommunikation; (1) gesprochen; (2) gesprochen und relevant.Google Scholar
  82. 90.
    Vgl. etwa Lasorsa & Wants (1990), S.813, wo ebenfalls über zwei Drittel der Befragten die Massenmedien als Hauptinformationsquelle füc politische Themen nennen, ungeachtet persönlicher Erfahrungen und interpersonaler Kommunikation. Schon rein quantitativ dominiert in der Bundesrepublik die Massenkommunikation - durchschnittlich über 6 Stunden täglich stehen knapp anderthalb Stunden interpersonaler Kommunikation gegenüber, vgl. Berg & Kiefer (1992), S.328 Tab.4-A5 (387 Min. vs. 83 Min.).Google Scholar
  83. 91.
    Vgl. z.B. Swanson (1973), in dessen Wahlstudie 69% der Befragten angaben, politische Informationen vornehmlich über das Fernse hen zu erhalten, aber nur 8% durch interpersonale Kommunikation.Google Scholar
  84. 92.
    Vgl. hierzu ausführlich Cappella (1987), S.194ff.Google Scholar
  85. 93.
    Leider müssen Angaben über die Diskussionsaktivität zu einem Thema zwangsläufig auf der Selbsteinschätzung des Befragten beru hen. Um an dieser Stelle die Methode nicht überzustrapazieren, wurde auf die Abfrage quantitativer Einschätzungen verzichtet; vgl. Chaffee (1986), S.64. Zu diesem aggregierten Konstrukt und seinen Zusammenhängen mit generellen Persönlichkeitsmerkmalen vgl. genauer Schenk et at (1993/94), Bd.III, Kap.5. Frageformulierung: Haben Sie mit anderen Personen über die Ihnen bekannten Themen gesprochen? Bitte kreuzen Sie in der Leiste an, über welche Themen und Ereignisse Sie mit anderen Personen gesprochen haben. Vorgaben: Themen der Themenliste.Google Scholar
  86. 96.
    Die verwendeten Netzwerkgeneratoren wurden relativ offen formuliert, da sich die interpersonale Kommunikation über politische Themen möglicherweise auf andere soziale Kreise als die typischen gemeinschaftlichen Gruppen wie Familie oder Nachbarn verlagert; vgl. Schenk (1983), S.334Google Scholar
  87. 97.
    Vgl. Schenk et al. (1993/94), Bd.l, bes. S.42ff.; sowie die Zusammenfassung dieser Befunde in Schenk (1994), S.84ff.Google Scholar
  88. 98.
    Vgl. Chuß& Ebner (1982), S.96.Google Scholar
  89. 94.
    Vgl. für die Berechnung der Netzwerkparameter die ausführliche Beschreibung der Vorgehensweise bei Schenk et al. (1993/94), Bd.l, Kap. 32.Google Scholar
  90. 100.
    Vgl. Chaffee (1972), S.99: like talks to like’. Die vorliegende Studie beschränkt sich allerdings auf die Erhebung dieser Kontakte erster Ordnung zwischen Erstbefragtem und Netzperson, Kontakte der jeweiligen Netzpersonen werden vernachlässigt vgl. Granovetter (1973), S.1370. Da die Themenrelevanz in der zweiten Befragungswelle anhand einer dreistufigen Skala erhoben wurde, kann die Abweichung und damit deren Mittelwert sich zwischen 0 (komplette Übereinstimmung) und 2 (totale Verschiedenheit) bewegen. Items und ihre Gewichtung; (1) offizieller Funktionsträger in der Gewerkschaftsarbeit (10 Punkte) bzw. (2) aktive (8 P.) oder passive (5 P.) Mitgliedschaft in der Gerwerkschaft; (3) Berufsangabe Arbeiter/Facharbeiter (3 P.); (4) Parteipräferenz SPD (I P.). Gesamtwerte von 0–12 Punkten, 59% der Befragten weisen keine Sensibilisierung Bär Gewerkschaftsthemen auf, MW=1.3. Items und ihre Gewichtung; (I) Befragter selbst DDR-Übersiedler (10 Punktek (2) viele (5 P.) bzw. wenige (3 P.) DDR-Obersiedler unter Fre nden oder Bekannten; (3) Verwandte (5 P.) bzw. Freunde oder Bekannte (3 P.), die in der DDR oder Ostberlin leben. Gesamtwerte von 0–20 Punkten, 76% der Befragten weisen keine Sensibilisierung Bär DDR-Themen auf, MW=1.3. Bevölkerungsumfragen zeigten regelmäßig eine höhere Affinität älterer Bevölkerungsgruppen zur Wiedervereinigungsproblematik; vgl Herdegen & Schultz (1993), S.259, Tab. 2. Um im vorliegenden Zusammenhang ein höheres Alter überproportional stärker zu gewichten, wurde der Alterswert quadriert und durch 100 dividiert. Hieraus resultieren Indexwerte von 3 bis 77.Google Scholar
  91. 101.
    Thus, the mere postulation of issues as more or less obtrusive - as well as the mere postulation of issue sensitivities by indicators only - will have to be replaced by measures of the interaction of both concepts underlying the agenda-setting process.’ Hügel et al. (1989), S.205/06.Google Scholar
  92. 102.
    u.a. in den Stnakturgleichungsmodellen zu den jeweiligen Themen; vgl. hier Kap. 93ff.Google Scholar
  93. 103.
    Vgl zu dieser Operationalisierung der persönlichen Betroffenheit Lasorsa (1991), S.137.Google Scholar
  94. 104.
    Vgl. Mutz (1992), S.496f.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1997

Authors and Affiliations

  • Patrick Rössler

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