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Agenda-Setting — ein kommunikationswissenschaftliches Alltagsphänomen?

  • Patrick Rössler
Part of the Studien zur Kommunikationswissenschaft book series (SZK, volume 27)

Zusammenfassung

Über drei Jahre mußte der jüdische Artilleriehauptmann Alfred Dreyfus, zu Unrecht des Landesverrats bezichtigt, in der Verbannung zubringen. Erst am 13. Januar 1898 wurden weite Kreise der Bevölkerung auf das Skandalurteil aufmerksam — durch Emile Zolas offenen Brief an den Präsidenten, der auf der Titelseite der Zeitung L’Aurore erschien. Unter der Überschrift »J’accuse« (»Ich beschuldige«) thematisierte er die Affäre und setzte eine öffentliche Diskussion in Gang, die letztendlich zur Rehabilitierung von Dreyfus führte.1 Die exponierte Präsentation der bis dahin kaum publiken Ereignisse, die Person des Autors und der Stellenwert, den das Thema im Medium aufwies, positionierten das Thema auch auf der Tagesordnung der Öffentlichkeit. Dies setzte das politische System unter Druck und erzwang eine zufriedenstellende Lösung des Problems.2

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Literatur

  1. 1.
    Zu den Hintergründen der Affäre auch aus zeitungswissenschaftlicher Perspektive vgl. Larsen (1968, 1970), S.69–104.Google Scholar
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    Schon eingangs sei darauf hingewiesen, daß in der vorliegenden Studie der Originalbegriff »agenda setting function» mit »Agenda-Setting-Funktion« übersetzt wird.)e nach sprachlichem Kontext ist auch von der »Agenda-Setting-Hypothese», dem »Agenda-SettingAnsatz«, dem »Agenda-Setting-Phänomen« oder der »Agenda-Setting-Metapher« die Rede; vgl. McCombs (19816), 5.122; Lange (1985), SSff. sowie Brettschneider (1994), S213, der eine »babylonische Begriffsvielfalt« konstatiert. Da mittlerweile nicht mehr von der Agenda-Setting-Hypothese ausgegangen werden kann (existieren doch eine Vielzahl verschiedener Vermutungen über mögliche Wirkungszusammenhänge), schlägt Kosicki (1993), S.102 schlüssig den Terminus »Agenda-Setting-Modell« vor. Die Vermischung der genannten Ausdrücke mag zwar wissenschaftstheoretisch unpräzise sein, dennoch werden sie in der vorliegenden Arbeit synonym verwendet. Dies steht nicht nur im Einklang mit der bisherigen Forschungstradition, sondern läßt sich bei der Zusammenfassung der verschiedenen Forschungsergebnisse nicht vermeiden: “To say that agenda-setting research has been plagued by a high level of terminological imprecision is gross understatement.” Becker (1982), S.525, der in der Folge jedoch selbst verschiedene Formulierung benutzt; vgl. auch Weiss (1989), S.475. Ferner sei an die Feststellung von Kepplinger (1977), S.239 erinnert, “die Brauchbarkeit wissenschaftlicher Begriffe hängt […1 nicht von ihrer Einmaligkeit ab, und ihre wissenschaftliche Fruchtbarkeit ist keineswegs mit ihrer Exklusivität identisch.”Google Scholar
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    Nach einer Zählung von 1996 waren seinerzeit schon mehr als 350 Publikationen zur Agenda-Setting-Hypothese bekannt; vgl. Dearing & Rogers (1996), S.X.Google Scholar
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    Vgl. Swanson (1988), S.604; sowie die Fabel in ihrer ursprünglichen Form bei Isaacs (1958), S.6.Google Scholar
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    Der letztgenannte Teil I der Arbeit orientiert sich damit an dem Grundprinzip wissenschaftlich-empirischen Arbeitens, wonach zunächst alle relevanten theoretischen Ansätze diskutiert, alle empirischen Untersuchungen zum Problem durchgesehen und deren Anregungen fir die Lösung des anstehenden Problems geprüft werden sollen, bevor die in Teil II präsentierte eigene Forschungsleistung konzipiert wird; vgl. Meeren ec Teipen (1991), S.551.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1997

Authors and Affiliations

  • Patrick Rössler

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