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40 Jahre Hessische Verfassung — 40 Jahre Politik in Hessen

  • Erhard Denninger

Zusammenfassung

Vor vierzig Jahren, mit dem Volksentscheid am 1. Dezember 1946, hat das hessische Volk mit großer Mehrheit die neue Verfassung angenommen, die damit in Kraft trat.’ Weit mehr als die Hälfte der heute lebenden Hessen war damals noch nicht geboren oder noch im zarten Kindesalter. Sie alle haben aus eigener Anschauung und Erfahrung keine Vorstellung von den aus heutiger Sicht unvorstellbaren Schwierigkeiten der Situation, auch nicht von den politischen Ideen und Problemen, welche die Verfassungsväter und -mütter bewegten. Allein schon der große historische Abstand, die Schwäche des menschlichen Gedächtnisses und zumal die schlecht entwickelte Fähigkeit der Deutschen, aus der eigenen Geschichte zu lernen, rechtfertigen es, nach vierzig Jahren, aber auch in kürzeren Intervallen, „Gedenk Tage“ einzurichten. Das heißt, die Generation der aktiv Handelnden soll sich Rechenschaft geben über den zurückgelegten Weg, über die noch zu bewältigenden Aufgaben, über die Verfassung insgesamt, in der sie selbst und die res publica, das Gemeinwesen, sich befinden. In diesem Sinne will ich versuchen, einige tragende Ideen der Verfassung exemplarisch vorzustellen und daran die Frage zu knüpfen, ob und wie sie sich in der politischen und rechtlichen Entwicklung des Landes durchsetzen konnten.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Die Wahl- und Abstimmungsbeteiligung (zugleich fand die Wahl zum ersten Landtag statt) betrug 73,2 v.H.; 76,8% der gültigen Stimmen (= 1161773) waren Ja-Stimmen. Vgl. dazu Zinn-Stein, Komm. Erl. 5 zu Art. 160,; W. Rupp-v.Brünneck, Die Verfassung des Landes Hessen vom 1. Dezember 1946, JOR N.F. Bd. 3 (1954), S. 213ff.Google Scholar
  2. 2.
    Erwin Stein, 20 Jahre Hessische Verfassung, 1966, S. 20; Hans Wagner, Grußwort, in: 30 Jahre Hessische Verfassung, Schriftenreihe „Hessen-Information“ der Hessischen Landesregierung, 1977, S. 7Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. National League of Cities v. Usery, 426 U.S. 833, 96 S.Ct. 2465. Die neueste Rechtsprechung des Supreme Court räumt, ähnlich wie das BVerfG, dem Bund größeren Spielraum ein.Google Scholar
  4. 4.
    Art. 151, 152, 153 HVGoogle Scholar
  5. 5.
    Vgl. Verf. des Freistaates Bayern vom 2. Dezember 1946, Art. 1, 2, 3, 178Google Scholar
  6. 6.
    BVerfGE 12, 205, 218, 258Google Scholar
  7. 7.
    BVerfGE 13, 54, 60Google Scholar
  8. 8.
    BVerfGE 8, 122, 138, 140Google Scholar
  9. 9.
    BVerfGE 34, 9, 44Google Scholar
  10. 10.
    Im Doppelsinn von Verhältnis und Halten zum BundGoogle Scholar
  11. 11.
    Darüber ausführlich W. Mühlhausen, Hessen 1945–1950, 1985, S. 231 ff.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. E. Schmidt-Assmann in Maunz/Dürig/Herzog, GG, Art. 19 Abs. 4 Rnr. 1, 16, m.w.N.Google Scholar
  13. 13.
    Vgl. v. Doemming/Fusslein/Matz, in JOR N.F. 1, 1951, S. 183 ff.Google Scholar
  14. 14.
    Er wurde mit mehreren Verfassungsbeschwerden zusammen zu einem Verfahren verbunden, BVerfGE 30, 1 ff.Google Scholar
  15. 15.
    Zu den Bedenken gegen diese Methode vgl. Denninger, Verfassung und Gesetz, in KritV 4/1986, S. 291 ff., 302. Zur Kritik der Abhörentscheidung insgesamt P. Häberle, Kommentierte Verfassungsrechtsprechung, 1979, S. 91 ff.Google Scholar
  16. 16.
    Zum Asylrecht insoweit BVerwGE 49, 202, 209; ferner BVerfGE 49, 24, 55ff.Google Scholar
  17. 17.
    BVerfGE 25, 352ff.; HessStGH, Urteil vom 28. 11. 1973, DOV 1974, 128ff. m Anm. v. EversGoogle Scholar
  18. 18.
    Zum Problemstand heute Schmidt-Assmann a.a.O., (Fn. 12) Rnr. 80. 0. Bachof, Über Fragwürdigkeiten der Gnadenpraxis und der Gnadenkompetenz, JZ 1983, 469ff. S. ferner BVerwG, JZ 1983, 495, 496Google Scholar
  19. 19.
    Denninger in Denninger/Lüderssen, Polizei und Strafprozeß im demokratischen Rechtsstaat 1978, S. 309Google Scholar
  20. 20.
    GVBI. S. 258Google Scholar
  21. 21.
    Abs. 2 MEPo1G. Auch der Alternativentwurf PoIG, 1979, hat, wenngleich modifiziert, die Regelung übernommen, § 64 Abs. 3. Ebenso das Polizeiaufgabengesetz Bayerns vom 24. B. 1978 (PAG § 45 Abs. 2), nicht jedoch das Polizeigesetz Nordrhein-Westfalen vom 25. 3. 1980Google Scholar
  22. 22.
    Einzelheiten bei Mühlhausen, a.a.0., S. 257ff. (o.Fn.11)Google Scholar
  23. 23.
    S. dazu Denninger, a.a.O. (Fn. 15)Google Scholar
  24. 24.
    Dazu näher K. Hesse, Grundzüge des Verfassungsrechts der Bundesrepublik Deutschland, 15. Aufl. 1985, Rnr. 44 m.w.N.Google Scholar
  25. 25.
    Art. 73 Abs. 3 WRVGoogle Scholar
  26. 26.
    Urteil des HessStGH vom 15. 1. 1982, P.St.947, DVB1. 1982, 491, 492 m. Anm. v. Ernst. Zum Ganzen vor allem EK. Schonebohm in Zinn/Stein, Komm. z. HV, Art. 124 Erl. V 4Google Scholar
  27. 27.
    BVerfGE 8, 122, 127Google Scholar
  28. 28.
    Ebenda 133 und BVerfGE 8, 104, 115Google Scholar
  29. 29.
    Art. 73 Abs. 2 HVGoogle Scholar
  30. 30.
    Art. 76, 77 HVGoogle Scholar
  31. 31.
    Vgl. HessStGH, Urteil vom 7. 7. 1977 - P.St. 783 -, ESVGH 27 (1978), S. 193ff.Google Scholar
  32. 32.
    Die Entscheidungen ergingen 1958 und 1966: BVerfGE 8, 51 und 20, 56Google Scholar
  33. 33.
    Vgl. BVerfGE 24, 300; 52, 63; 73, 40Google Scholar
  34. 34.
    Vgl. BVerfGE 12, 205; 31, 314; 57, 295; sowie Urteil vom 4. November 1986, BVerfGE 73, 118Google Scholar
  35. 35.
    Vgl. Rupp-v. Brünneck, a.a.0., (o.Fn. 1); E. Kogon, Hessen nach dem Zusammenbruch, in: E. Stein, Hrsg., 30 Jahre Hessische Verfassung 1946–1976, 1976, S. 29ff., 41Google Scholar
  36. 36.
    Ansätze hierzu bei Th. Ramm, Die soziale Ordnung in der Hessischen Verfassung, in: Stein, a.a.O. (o. Fn. 34), S. 204ff.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1989

Authors and Affiliations

  • Erhard Denninger

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