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Friedensforschung in Hessen — Zur Geschichte und Entwicklung der HSFK

  • Gert Krell

Zusammenfassung

Nach über fünfzehn Jahren Existenz hat ein Institut wie die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) in Frankfurt nicht nur seine eigene Geschichte, sei es als Abfolge von Publikationen mit serienmäßiger Numerierung oder ohne, sei es als Geschichte der Arbeitsbeziehungen einer sich zwar verändernden, aber in einem Kern auch konstanten und relativ früh konsolidierten Gruppe von Wissenschaftlern und technischen Mitarbeitern. Die HSFK ist inzwischen ein Stück hessischer Landesgeschichte und jetzt schon mehr als eine Episode sozialdemokratischer bzw. sozial-liberaler Wissenschaftspolitik. Und sie ist Teil einer hessischen und bundesrepublikanischen Geschichte, in der Frieden und damit auch Friedensforschung politisch-symbolisch stark besetzte und kontroverse Begriffe waren und noch oder wieder sind. Gerade deshalb ist die Entwicklung der HSFK ein Stück Wissenschaftsgeschichte, aus dem sich Hinweise über das Verhältnis zwischen Gesellschaft und Wissenschaft, hier insbesondere der Politikwissenschaft ergeben. Und natürlich auch Wissenschaftsgeschichte mit ihren eigenen, wenn auch historisch und soziologisch vermittelten Konjunkturzyklen, in denen Theoreme und Theorien entwickelt, empirisch getestet und verändert bzw. verworfen werden. Alle diese Dimensionen müssen zur Sprache kommen, wenn von den Leistungen und von den Problemen der inneren und äußeren Entwicklung eines Friedensforschungsinstituts in Hessen die Rede sein soll. Daß diese Rede dabei von einem Beteiligten geführt wird, hat Vor- und Nachteile.’ Sie hat den Vorteil der intimen Kenntnis, den Nachteil der fehlenden Distanz. Schon jedes Institutsmitglied würde über Geschichte und Entwicklung der HSFK anders schreiben, würde andere Akzente setzen, wie die internen Diskussionen über dieses Papier gezeigt haben. Aber es wurde auch deutlich, daß hier nicht nur ganz persönliche Eindrücke formuliert worden sind. Freilich können die Elemente der Selbstkritik, die der Beitrag enthält, nicht allen Einwänden von innen oder außen gerecht werden. Denn selbstverständlich wird hier auch Position bezogen.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Der Verfasser ist seit 1971 mit mehreren Unterbrechungen wissenschaftlicher Mitarbeiter bzw. Forschungsgruppenleiter (seit 1980) bei der HSFK. Er ist zur Zeit außerdem geschäftsführendes Vorstandsmitglied.Google Scholar
  2. 2.
    Zeitweise waren nur drei bzw. vier der Forschungsgruppenleiterstellen besetzt. Außer dem Verfasser sind Lothar Brock, Ernst-Otto Czempiel, Egbert Jahn und Hans Nicklas Forschungsgruppenleiter am Institut. Frühere Forschungsgruppenleiter waren Klaus Jürgen Gantzel (bis 1975) und Dieter Senghaas (bis Anfang 1978 ).Google Scholar
  3. 3.
    Der Mietzuschuß der Stadt Frankfurt für die HSFK hat sich im gleichen Zeitraum ebenfalls fast verdoppelt, von DM 75000 auf DM 130000 im Jahre 1987. Die Erhöhung geht allein auf entsprechende Steigerungen bei den Kosten für Raummiete und Heizung zurück.Google Scholar
  4. 4.
    Verfassung der HSFK, Artikel III.Google Scholar
  5. 5.
    Mitteilungen der HSFK 2/1971, S. 1.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. Kenneth Boulding, Möglichkeiten und Grenzen interdisziplinärer Friedensforschung, in: DGFK-Informationen 1/78, S. 1–8, dort S. 1; Ernst-Otto Czempiel, Die Lehre von den internationalen Beziehungen: Entstehung und Aufbau, Politische Vierteljahresschrift VI, 3 ( September 1965 ), S. 270–290.Google Scholar
  7. 7.
    Egbert Jahn, Das Theorem der „Strukturellen Gewalt“ als eine angebliche geistige Ursache des Terrorismus, in: DGFK Informationen 1/79, S. 23–29, dort S. 24–25.Google Scholar
  8. 8.
    Ute Volmerg, Sag mir wo die Frauen sind: Friedensforschung — eine männliche Wissenschaft?, in: Gruppendynamik 3/1987, S. 205–215.Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. zu diesem Thema die Beiträge in: antimilitarismus information XVII, 8 (August 1987) unter dem Sammeltitel „Frauen haben kein Vaterland…“.Google Scholar
  10. 10.
    Gert Krell/Bernd W. Kubbig/Harald Müller/Thomas Risse-Kappen/Hans Joachim Spanger/Jürgen Wilzewski, Von der Rüstungskontrolle zur Abrüstung? Zum Stand der Genfer Verhandlungen nach Reykjavik, HSFK-Report 1/1987.Google Scholar
  11. 11.
    Gert Krell/Egon Bahr/Klaus von Schubert (Hrsg.), Friedensgutachten 1987, Frankfurt 1987. Inzwischen ist 1988 das zweite Friedensgutachten erschienen.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. folgende Beispiele für Grenzüberschreitungen von der Politikwissenschaft zur Psychologie, Ökonomie, Soziologie, Theologie und Literaturwissenschaft: Ute Volmerg, Jugendoffiziere im Konflikt mit der Friedensbewegung, HSFK-Report 1987; Christian Büttner, Alternativen zur Tradition: Fortbildungsseminare zur Integrationsfähigkeit gesellschaftlicher Institutionen, MS., Frankfurt 1987; Reinhard Rode/Hanns-D. JacobsenGoogle Scholar
  13. Hrsg.), Wirtschaftskrieg oder Entspannung: Eine politische Bilanz der Ost-West-Wirtschaftsbeziehungen, Bonn 1984; Gert Krell, Capitalism and Armaments: Business-Cycles and Defense Spending in the United States 1945–1979, in: Journal of Peace Research 3/ 1981, S. 221–240; Mathias Jopp, Militär und Gesellschaft in der Bundesrepublik: Das Beispiel der Bildungsreform in der Bundeswehr, Frankfurt 1983; Thomas Risse-Kappen, Das Doppelgesicht der Abschreckung: Politikwissenschaftliche Anmerkungen zu den kirchlichen Kontroversen um nukleare Abschreckung und Kriegführung, und ders. (mit H.-J. Schmidt und G. Krell), Die Herausforderung der Nuklearrüstung: Gutachten zum Pastoralbrief der US-Bischofskonferenz zu Krieg und Frieden, beides in: Franz Böckle/Gert Krell (Hrsg.), Politik und Ethik der Abschreckung: Theologische und sozialwissenschaftliche Beiträge zur Herausforderung der Nuklearwaffen, Mainz und München 1984; Reiner Steinweg (Hrsg. mit W. Heidefuß und P. Petsch), Weil wir ohne Waffen sind: Ein theaterpädagogisches Forschungsprojekt zur politischen Bildung, Frankfurt 1986.Google Scholar
  14. 13.
    Vgl. dazu Gert Krell, Ostpolitik Dimensions of West German Security Policy, in: Helga Haftendorn/Samuel Wells (eds.), West German Ostpolitik and the Atlantic Alliance (i.D.). Bruno Schoch bearbeitet z.Zt. für die Forschungsgruppe sozialistische Länder ein Projekt über die nationale Frage in der DDR.Google Scholar
  15. a Vgl. aber z.B. demnächst die Beiträge von Brock, Krell, Müller und Rode über den Nord-Süd Konflikt, über Kriege in der Dritten Welt, über die internationale Energie-und Umweltproblematik sowie über Strukturen und Tendenzen des Weltwirtschaftssystems, in: Manfred Knapp/Gert Krell (Hrsg.), Internationale Politik: Eine Einführung, München und Wien 1989 (i.V.).Google Scholar
  16. 14.
    Zuletzt Mathias Jopp/Peter Schiotter/Hans-Joachim Schmidt (mit Arbeitsgruppe Sicherheitspolitik), Gleichgewicht-Rüstungskontrolle-Abrüstung, hrsg. vom Hessischen Institut für Bildungsplanung und Schulentwicklung, Wiesbaden 1984.Google Scholar
  17. 15.
    Harald Müller/Hans-Joachim Schmidt, Startbahn für die Militärs? Zur sicherheitspolitischen Bedeutung des Frankfurter Flughafens, HSFK-Report 1982; Egbert Jahn, Zum Startbahn-Konflikt: Ursachen der Gewalttätigkeiten, Chancen für den regionalen Frieden und Lehren für zukünftige Konflikte, HSFK-Report 1984; Hans-Joachim Schmidt, Militärische Belastungen in Hessen, HSFK-Report 1988 (i.V.).Google Scholar
  18. Diese HSFK-Veröffentlichungen sind nur ein kleiner Ausschnitt aus den gesamten Publikationen der Mitarbeiter, vgl. dazu HSFK (Hrsg.), Publikationen 1971–1986: Gesamtverzeichnis, Frankfurt o. J. (1987). Dieses Verzeichnis kann auf Anforderung kostenlos zugestellt werden.Google Scholar
  19. 17.
    Die Friedensanalysen werden zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft für Friedens-und Konfliktforschung (AFK) herausgegeben. Einige der älteren Taschenbuchnummern haben inzwischen die zweite oder sogar die dritte Auflage erreicht. Das liegt zum einen daran, daß dieser Typ einer wissenschaftlichen Zeitschrift von Anfang an nicht den üblichen organisatorischen Pfaden gefolgt ist, zum anderen dürfte es der unendlichen Sorgfalt ihres Herausgebers Reiner Steinweg zu verdanken sein. Vgl. zuletzt Reiner Steinweg (Red.), Kriegsursachen, Friedensanalysen 21, Frankfurt 1987.Google Scholar
  20. 18.
    Eine Variante der Reports sind die Forschungsberichte der HSFK, die sich am wissenschaftlichen Fachpublikum orientieren und Zwischenergebnisse aus den Forschungsprojekten darstellen.Google Scholar
  21. 19.
    Zur Begründung vgl. Mitteilungen der HSFK 2/1971, S. 4–5.Google Scholar
  22. 20.
    Entscheidende Anregungen, aber auch Herausforderungen gingen vor allem von Dieter Senghaas’ Arbeiten aus, insbesondere Abschreckung und Frieden, 3. Aufl., Frankfurt 1981 sowie Rüstung und Militarismus, Frankfurt 1972. In dem genannten Zusammenhang sind u.a. folgende Arbeiten zu nennen: Einmal die umfangreiche (9 Bände) und aufwendige, weil zum Teil quantitativ verfahrende Untersuchung über außenpolitisch relevante Feindbilder in der Bundesrepublik, insbesondere Feindbilder in Schulbüchern und Regierungserklärungen sowie Bundestagsreden; oder die vierbändige Untersuchung über dieGoogle Scholar
  23. sozialstrukturellen Grundlagen der Außenpolitik sozialistischer Länder. Besonders hervorzuheben wäre hier die Arbeit des so früh verstorbenen Stephan Tiedtke über den Warschauer Pakt, in der er sich u.a. mit der gesellschaftlichen Funktion des militärischen Überlegenheitsanspruchs und der Bedeutung und Rolle der kleineren Warschauer Pakt-Bündnispartner auseinandersetzt; eine Arbeit, die später Fortsetzungen gefunden hat in Untersuchungen über die Rahmenbedingungen der sowjetischen MBFR-Politik und die Reaktionen in der Sowjetunion auf die westliche Sicherheitsdebatte. In diesem Kontext ist auch hinzuweisen auf die Studie von Jutta Tiedtke über die innenpolitischen Probleme der Umrüstungspolitik Chruschtschows Ende der fünfziger/Anfang der sechziger Jahre. (Vgl. die Zusammenfassung von Hans Nicklas und Klaus Jürgen Gantzel, Außenpolitische Freund-Feind-Bilder in der Bundesrepublik 1949–1971, in: DGFK (Hg.), Forschung für den Frieden. Fünf Jahre DGFK. Eine Zwischenbilanz, Boppard 1975, S. 231–244; auch in: HSFK (Hrsg.), Europäische Sicherheit und der Rüstungswettlauf, Frankfurt 1979, S. 185–199; siehe auch die Beiträge von Lißmann/Nicklas/Ostermann, Becker/Gantzel und Becker/Nicklas, in: Friedensanalysen 1/1975; die Zusammenfassung von R. Arons/U. Freier/E. Jahn/U. Stehr/J. Tiedtke/St. Tiedtke, Soziopolitische Grundlagen der Außenpolitik sozialistischer Länder in Osteuropa am Beispiel der Planung der Europäischen Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in der UdSSR und in der DDR, in: HSFK, Europäische Sicherheit, S. 118–127 oder den Beitrag von Egbert Jahn und Jutta Tiedtke, Politische Strömungen in der sowjetischen Entspannungspolitik, in: Friedensanalysen 9/1979, S. 50–80. Stephan Tiedtke, Die Warschauer Vertragsorganisation: Zum Verhältnis von Militär-und Entspannungspolitik in Osteuropa, München und Wien 1978; ders., Rüstungskontrolle aus sowjetischer Sicht: Die Rahmenbedingungen der sowjetischen MBFR-Politik, Frankfurt 1980; ders., Abschreckung und ihre Alternativen: Die sowjetische Sicht einer westlichen Debatte, Heidelberg, Forschungsstätte der evangelischen Studiengemeinschaft, 1986. Jutta Tiedtke, Abrüstung in der Sowjetunion: Wirtschaftliche Bedingungen und soziale Folgen der Truppenreduzierung von 1960, Frankfurt 1985.) Ein weiterer Schwerpunkt in dieser ersten Forschungsphase waren Analysen der amerikanischen Rüstung und Außenpolitik, z.B. die Arbeit von Monika Me-dick über die amerikanische Rüstungsexportpolitik der sechziger Jahre oder die Studie des Verfassers über die politischen Auseinandersetzungen um den SALT-I-Vertrag und die Rüstungs-und Rüstungskontrollpolitik der Nixon-Ara. Noch deutlicher im Grenzbereich von Politik und Ökonomie angesiedelt war die Untersuchung von Carola Bielfeldt über Rüstungsausgaben und Staatsinterventionismus am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland, eine gerade was die Datenbasis anlangt in vieler Hinsicht grundlegende Arbeit, oder die Analyse von Peter Schlotter über die Beschaffung des Starfighters und der Phantom. (Monika Medick, Waffenexporte und Auswärtige Politik der Vereinigten Staaten: Gesellschaftliche Interessen und politische Entscheidungen, Meisenheim 1976; Gert Krell, Rüstungsdynamik und Rüstungskontrolle: Die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um SALT in den USA 1969–1975, Frankfurt 1977; Carola Bielfeldt, Rüstungsausgaben und Staatsinterventionismus: Das Beispiel der Bundesrepublik Deutschland 1950–1971, Frankfurt 1977; Peter Schlotter, Rüstungspolitik in der Bundesrepublik — Die Beispiele Starfighter und Phantom, Frankfurt 1975). Zur inhaltlichen Gesamttendenz dieses Forschungsprozesses vgl. Abschnitt 4.Google Scholar
  24. 21.
    Erhard Forndran/Gert Krell (Hrsg.), Kernwaffen im Ost-West-Vergleich: Zur Beurteilung militärischer Potentiale und Fähigkeiten, Baden-Baden 1984; Erhard Forndran/Hans-Joachim Schmidt (Hrsg.), Konventionelle Rüstung im Ost-West-Vergleich. Zur Beurteilung militärischer Potentiale und Fähigkeiten, Baden-Baden 1986.Google Scholar
  25. 22.
    Vgl. etwa Berthold Meyer, Atomwaffenfreie Zonen und Vertrauensbildung in Europa, Frankfurt 1985.Google Scholar
  26. 23.
    Vgl. etwa Hans Nicklas/Anne Ostermann, Vorurteile und Feindbilder: Materialien, Argumente und Strategien zum Verständnis von Mechanismen, die die Menschen dazu brin-Google Scholar
  27. gen, einander zu hassen, 3. Aufl., Weinheim 1984; Christian Büttner (Hrsg.), Zauber, Magie und Rituale: Pädagogische Botschaften in Märchen und Mythen, München 1985; ders./Hans Nicklas u.a., Wenn Liebe zuschlägt: Gewalt in der Familie, München 1984.Google Scholar
  28. 24.
    Vgl. etwa Ute Volmerg, Gesellschaftliche Verhältnisse und individuelles Verhalten in der Aggressionsforschung: Eine kritische Bestandsaufnahme, in: Friedensanalysen 5/1977, S. 17–84; Thomas Leithäuser/Birgit Volmerg/Ute Volmerg, Kriegsängste und Sicherheitsbedürfnis: Zur Sozialpsychologie des Ost-West-Konflikts im Alltag, Frankfurt 1983.Google Scholar
  29. 25.
    Ernst-Otto Czempiel, Internationale Politik: Ein Konfliktmodell, Paderborn 1981; ders. (Hrsg.), Amerikanische Außenpolitik im Wandel: Von der Entspannungspolitik Nixons zur Konfrontation unter Reagan, Frankfurt 1982; ders., Friedensstrategien, Paderborn 1986. Egbert Jahn, Eine Kritik der sowjet-marxistischen Lehre vom,Gerechten Krieg’, in: Reiner Steinweg (Red.), Der gerechte Krieg: Christentum, Islam, Marxismus, Friedensanalysen 12/1980, S. 163–185; ders., Der Einfluß der Ideologie auf die sowjetische Außen-und Rüstungspolitik, Osteuropa 36, 5 bis 7 (Mai, Juni, Juli 1986), S. 356–374, 447–461, 509–521. Dieter Senghaas, Weltwirtschaftsordnung und Entwicklungspolitik. Plädoyer für Dissoziation, Frankfurt 1977 und ders. (Hrsg.), Kapitalistische Weltökonomie: Kontroversen über ihren Ursprung und ihre Entwicklungsdynamik, Frankfurt 1979. Lothar Brock, Der Nord-Süd Konflikt: Geschichte, Erscheinungsformen und weltpolitische Bedeutung der Fehlentwicklungen in der Dritten Welt, in: Knapp/Krell, Internationale Politik (Anmkg. 13a); ders., Auf dem Weg zu einer neuen Weltmilitärordnung? Zusammenhänge und Widersprüche der globalen militärischen Entwicklung, in: Friedensanalysen 22/1988 (i.D.); ders. (zusammen mit Hans-Joachim Spanger), Die beiden deutschen Staaten in der Dritten Welt, Opladen 1987. Hans Nicklas/Anne Ostermann, Zur Friedensfähigkeit erziehen: Soziales und politisches Lernen als Unterrichtsthema, München—Berlin—Wien 1976; Hans Nicklas, Friedenspädagogik und Paradigmenwechsel, in: Peter Heitkämper (Hrsg.), Neue Akzente der Friedenspädagogik, Münster 1984, S. 56–59; ders., Interkulturelles Lernen als Kommunikationsproblem, in: Deutsch-Französisches Jugendwerk (Hrsg.), Von der Versöhnung zum Alltag interkultureller Beziehungen — Deutsch-Französischer Jugendaustausch, Arbeitstexte 10/1984 (Sonderheft) u.v.a. Auch die jüngeren Mitarbeiter steuern — wie bei ihren Kollegen zunächst meist über Dissertationen — Beiträge zur theoretischen Diskussion bei, so Bernd Kubbig, Harald Müller oder Thomas Risse-Kappen zur Außenpolitik bürgerlicher Gesellschaften am Beispiel der Nonproliferations-bzw. der Energiepolitik der USA oder der sicherheitspolitischen Debatte in der Bundesrepublik oder Mathias Jopp mit einer militärsoziologischen Studie über die Bildungsreform der Bundeswehr. (Vgl. Bernd W Kubbig, Nuklearenergie und nukleare Proliferation: Die inneramerikanischen Auseinandersetzungen um die Grundsätze der US-Nonproliferationspolitik 1974–1980, Frankfurt 1981; Harald Müller, Vom Ölembargo bis zum National Energy Act: Amerikanische Energiepolitik zwischen gesellschaftlichen Interessen und Weltmachtanspruch, 1973–78, Frankfurt 1988, i.E.; Thomas Risse-Kappen, Die Krise der Sicherheitspolitik: Neuorientierungen und Entscheidungsprozesse im politischen System der Bundesrepublik Deutschland 1977–1984, Mainz und München 1988, i.D.; Jopp, Militär und Gesellschaft (Anmkg. 12 ).Google Scholar
  30. 26.
    Vgl. Helmut Rosenfeld, Forschungs-und Förderungsprobleme der Friedensforschung in der Bundesrepublik, in: AFK (Hrsg.), Jahrbuch für Friedens-und Konfliktforschung 1/1971, S. 283–299.Google Scholar
  31. 27.
    Abdruck der Rede im Wortlaut in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 2. 9. 1969, S. 3.Google Scholar
  32. 28.
    Vgl. auch Dieter Senghaas, Einige Überlegungen zur Friedens-und Konfliktforschung und einige Projektvorschläge für ein Friedensforschungsinstitut in Frankfurt am Main, MS. 1970.Google Scholar
  33. 29.
    Mitteilungen der HSFK 1/1971, S. 2.Google Scholar
  34. 30.
    Frankfurter Neue Presse vom 31. 10. 1969.Google Scholar
  35. 31.
    Die Welt vom 24. 12. 1969.Google Scholar
  36. 32.
    Mitglieder der Kommission waren: Wolfgang Abendroth, Gerhard Brandt, Ernst-Otto Czempiel, Iring Fetscher, Klaus Jürgen Gantzel, Jürgen Habermas, Theo Herrmann, Claus Koch, Eugen Kogon, Hans Nicklas und Dieter Senghaas.Google Scholar
  37. 33.
    Mitteilungen der HSFK 1/1971, S. 12.Google Scholar
  38. 34.
    Frankfurter Rundschau vom 3. B. 1970.Google Scholar
  39. 35.
    Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 26. 9. 1975 und Hessische Allgemeine vom B. 11. 1976; Bergen-Enkheimer Zeitung vom 17. 3. 1977. Nebenbei: Sichere Staatsstellen haben nur die nebenamtlichen Forschungsgruppenleiter, also über das Institut niemand.Google Scholar
  40. 36.
    Bayernkurier vom 1. 12. 1973.Google Scholar
  41. 37.
    Vgl. den Bericht von Christian Potyka in der Süddeutschen Zeitung vom 17. 10. 1974.Google Scholar
  42. 38.
    In der Kritik an der Friedensforschung wird nicht bei allen Autoren ausdrücklich auf die HSFK Bezug genommen. Meistens werden aber auch Mitglieder der HSFK als Autoren angesprochen. Ich habe mich im folgenden auf die Aspekte der Debatte konzentriert, die durch Beiträge von Mitarbeitern der HSFK mit geprägt worden sind.Google Scholar
  43. 39.
    Jürgen Reusch, Friedensforschung in der Bundesrepublik, Entwicklung, Positionen, Perspektiven, Frankfurt 1986, S. 211.Google Scholar
  44. 40.
    Ebda., S. 43, 81, 82 (Zitat) und 172 (Zitat). Der DDR-Autor Fritz Welsch schreibt, Egbert Jahn „orakele“ über den militärisch-industriellen Komplex in sozialistischen Ländern, vgl. sein Buch Friedenssehnsucht und Friedenskampf: Zur Auseinandersetzung mit der bürgerlichen Friedensforschung, Berlin 1980, S. 66.Google Scholar
  45. 41.
    Reusch, Friedensforschung, S. 34–44, 82f., 277, 324.Google Scholar
  46. 42.
    Friedrich Tenbruck, Friede durch Friedensforschung? Ein Heilsglaube unserer Zeit, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22. 12. 1973. Tenbrucks Beitrag war eine der wortgewalttätigsten Attacken auf die Friedensforschung.Google Scholar
  47. 43.
    Hans-Joachim Arndt, Die staatlich geförderte Friedens-und Konfliktforschung in der Bundesrepublik Deutschland von 1970 bis 1979, München o.J. (1981), S. 64. Es ist interessant, daß sich Arndt bei seiner Kritik häufig auf die Studie von Gertrud Kühnlein stützt, die von einer marxistischen, aber nicht pro-sowjetischen Position aus die kritische Friedensforschung beurteilt, vgl. dies., Die Entwicklung der kritischen Friedensforschung in der Bundesrepublik Deutschland: Untersuchung und Kritik einer neuen Wissenschaft, Frankfurt 1978.Google Scholar
  48. 44.
    Klaus Hornung, Frieden in Freiheit staat Frieden der Unterwerfung, in: ders. (Hrsg.), Frieden ohne Utopie, Krefeld 1983, S. 11–32, das Zitat S. 14.Google Scholar
  49. 45.
    Vgl. die Kritik von Hubert Feger und Dieter Senghaas, in: DGFK (Hrsg.), Stellungnahmen zu dem von der Bayerischen Staatsregierung in Auftrag gegebenen Gutachten über die Förderungstätigkeit der HSFK, Bonn 1981. Die Kritik von Senghaas ist auch erschienen unter dem Titel „Neue Kampagne gegen Friedensforschung“, Leviathan Bd. 9 (1981), Heft 3/4, S. 611–620.Google Scholar
  50. 46.
    Hans-Joachim Arndt, Betrachtungen zu Geschichte, Wesen und Kritik der Friedensforschung, in: Hornung, Frieden (Anmkg. 44), S. 52–90, S. 73, 83, 86.Google Scholar
  51. 47.
    Hornung (Anmkg. 44), S. 12 bis 14 und S. 20.Google Scholar
  52. 48.
    Ebda., S. 11 und 30; Hans-Peter Schwarz, Die gezähmten Deutschen: Von der Machtbesessenheit zur Machtvergessenheit, Stuttgart 1985, S. 134.Google Scholar
  53. 49.
    Jeffrey Herf, War, Peace and the Intellectuals: The West German Peace Movement, in: International Security 10, 4 (Spring 1986), S. 172–200, S. 193.Google Scholar
  54. 50.
    Vgl. im übrigen meine Kritik im einzelnen in: International Security 11, 2 (Fall 1986), S. 193–198.Google Scholar
  55. 51.
    Johan Galtung, Gewalt, Frieden und Friedensforschung, in: Dieter Senghaas (Hrsg.), Kritische Friedensforschung, Frankfurt 1971, S. 55–104.Google Scholar
  56. 52.
    Welsch (Anmkg. 40), S. 47.Google Scholar
  57. 53.
    DGFK Informationen 1/79, S. 21.Google Scholar
  58. 54.
    Ebda., S. 23–29.Google Scholar
  59. 55.
    DGFK-Informationen 1/80, S. 23–25.Google Scholar
  60. 56.
    Vgl. Anmkg. 20.Google Scholar
  61. 57.
    Vgl. z.B. Paul A. Baran/Paul M. Sweezy, Monopolkapital, Frankfurt 1967; Michael Kidron, Rüstung und wirtschaftliches Wachstum: Ein Essay über den westlichen Kapitalismus nach 1945, Frankfurt 1971; Ernest Mandel, Der Spätkapitalismus: Versuch einer marxistischen Erklärung, Frankfurt 1972.Google Scholar
  62. 58.
    Vgl. insbesondere Erhard Forndran, Abrüstung und Friedensforschung: Kritik an E. Krippendorff, D. Senghaas und Th. Ebert, Düsseldorf 1971; Horst-Dieter Rönsch, Zur Friedensforschung, in: Politische Vierteljahresschrift XIII, 2 (Oktober 1972), S. 244–253; Josef Joffe, Abschreckung und Abschreckungspolitik, in: AFK Jahrbuch 1/1971 (Anmkg. 26), S. 133–157; K.-Peter Stratmann, Vom Autismus kritischer Friedensforschung: Zur Kritik der Kritik, in: Manfred Funke (Hrsg.), Friedensforschung: Entscheidungshilfe gegen Gewalt, Bonn (Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung) 1975, S. 397–423; ders., Diskussionsbeitrag zum Referat von Dieter Senghaas, in: AFK-Jahrbuch 1/1971, S. 201–204.Google Scholar
  63. 59.
    Stratmann, Diskussionsbeitrag (Anmkg. 58).Google Scholar
  64. 60.
    Gert Krell/Hans-Joachim Schmidt, Der Rüstungswettlauf in Europa: Mittelstreckensysteme, konventionelle Waffen, Rüstungskontrolle, Frankfurt 1982. Vgl. auch Thomas Risse-Kappen, Applying Arms Race Theory to NATO’s Nuclear Weapons Deployments, in: Bulletin of Peace Proposals 17, 2 (1986), S. 207–212.Google Scholar
  65. 61.
    Auf welche Vorbehalte auch bei nicht marxistisch orientierten Kollegen diese Korrekturen stießen, zeigt die Sammelbesprechung von Hans-Günter Brauch, Entwicklungen und Ergebnisse der Friedensforschung (II), in: Neue Politische Literatur XXII, 3 (1977), S. 385–412, insbesondere S. 394–410.Google Scholar
  66. 62.
    Vgl. die schon in Anm. 20 genannten Arbeiten; außerdem Krell, Business Cycles and Defense Spending (Anmkg. 12).Google Scholar
  67. 63.
    Erwin Müller, Rüstungspolitik und Rüstungsdynamik: Fall USA. Zur Analyse der Rüstungsmotive einer Weltmacht und zur Theorie moderner Rüstungsdynamik, Baden-Baden 1985. Eine Zwischenbilanz war Gert Krell (Hrsg.), Die Rüstung der USA. Gesellschaftliche Interessen und politische Entscheidungen, Baden-Baden 1981.Google Scholar
  68. 64.
    Vgl. dazu jetzt Dieter Senghaas selbst, Die Zukunft Europas: Probleme der Friedensgestaltung, Frankfurt 1986.Google Scholar
  69. 65.
    Stratmann, Diskussionsbeitrag (Anmkg. 58), S. 204.Google Scholar
  70. 66.
    Vgl. Harro Honolka, Reputation, Desintegration, theoretische Umorientierungen: Zu einigen empirisch vernachlässigten Aspekten der Lage der Politikwissenschaft in der Bundesrepublik Deutschland, in: Klaus von Beyme (Hrsg.), Politikwissenschaft in der BRD: Entwicklungsprobleme einer Disziplin, PVS-Sonderheft 17/1986, S. 41–61, 53: „Die Umorientierungsphase von 1975 bis 1980 ist durch die starke Abwendung von der Kritischen Theorie wie auch von marxistischen Ansätzen charakterisiert.“Google Scholar
  71. 67.
    Boulding (Anmkg. 6), S. 4.Google Scholar
  72. 68.
    Vgl. die Beiträge von Ursula Schmiederer und Wolf-Dieter Narr in: antimilitarismusinformation XVII, 4 (April 1987) unter dem Sammeltitel: Friedensforschung braucht Bewegung.Google Scholar
  73. 69.
    Zum Dialog mit der Friedensbewegung vgl. die Beiträge von HSFK-Mitarbeitern in: Reiner Steinweg (Red.), Die neue Friedensbewegung: Analysen aus der Friedensforschung, Friedensanalysen 16, Frankfurt 1982.Google Scholar
  74. 70.
    Süddeutsche Zeitung vom 31. 5. 1976.Google Scholar
  75. 71.
    Süddeutsche Zeitung vom 10. B. 1978.Google Scholar
  76. 72.
    CDU-Fraktion bekräftigt ihre Kritik an der Arbeit der HSFK“, Veröffentlichung der Pressestelle der CDU im Wiesbadener Landtag vom 7. 4. 1977.Google Scholar
  77. 73.
    Wolf-Dieter Narr, Friedensforschung, Herrschaft und (Positiver) Friede: Zu Überlebenschancen und Verlegenheiten der Friedensforschung, in: ami (Anmkg. 68), S. III-38 bis III-45, hier S. III-39.Google Scholar
  78. 74.
    Egbert Jahn, Friedensforschung und Politik im gesellschaftlichen Spannungsfeld, in: Beiträge zur Konfliktforschung 3/1981, S. 97–111, hier S. 107.Google Scholar
  79. 75.
    Vgl. auch Senghaas, Einige Überlegungen (Anmkg. 28), S. 11:,,… eine Friedensforschung kann ohne theoretisch fundierte, methodisch überzeugende und empirisch arbeitende Forschung weder eine gegebenenfalls ihren Ergebnissen zuwider handelnde Politik überzeugend kritisieren noch einer aufgeschlossenen Politik neue realisierbare Wege weisen noch ihrem pädagogischen Auftrag gerecht werden.“Google Scholar
  80. 76.
    Christian Büttner/Ute Volmerg, Apocalypso now? Friedenspolitische Argumente in der Bewährungsprobe: Eine sozialpsychologische Analyse, in: Steinweg, Friedensbewegung (Anmkg. 69), S. 418–440, das Zitat S. 439; vgl. zu dieser Thematik auch Thea Bauriedl, Die Wiederkehr des Verdrängten: Psychoanalyse, Politik und der Einzelne, München und Zürich 1986.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1989

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  • Gert Krell

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