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Problemstellung

  • Jürgen Schmitt
Chapter
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Part of the Stadtforschung aktuell book series (STADT, volume 98)

Zusammenfassung

Die BürgerInnen beteiligen! Am Gemeinwesen arbeiten! Die Selbsthilfe stärken! Und neuerdings auch: Das Quartier managen! All jenen, die in den letzten Jahren mit Stadterneuerung in sogenannten ‚be nachteiligten‘ Gebieten zu tun hatten — sei es aus professioneller Perspektive oder aus eigener Betroffenheit —, werden diese Schlagworte bekannt vorkommen. Und zwar unabhängig davon, ob es sich um Akteure aus München oder Rostock handelt, aus Leipzig oder aus Kiel. Entsprechende Formulierungen gehören nämlich mittlerweile nicht nur zum Standardvokabular der westdeutschen Planung, sondern sie fmden sich auch in ostdeutschen Stadterneuerungskonzepten für entsprechende Stadtteile — zwar noch nicht immer, aber immer öfter.

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Literatur

  1. 1.
    Ich habe mich hier für den Begriff ‚ Stadtteilarbeit‘ entschieden, weil er als eine Art Oberbegriff verschiedene Ansätze und Wurzeln dieser Vor-Ort-Arbeit vom sozialarbeiterischen Ansatz der Gemeinwesenarbeit (GWA) über den stadtplanerischen Ansatz ‚lokaler Partnerschaften ‘ bis hin zum neuen Ansatz des Quartiersmanagements umfasst. Die Breite dieser Ansätze wird z.B. in der Internetseite mit dem Titel ‚Stadtteilarbeit‘ deutlich (http://www.stadtteilarbeit.de).
  2. 2.
    Zum Beispiel unter dem Stichwort ‚Lokale Partnerschaften‘ von der Arbeitsgruppe Bestandsverbesserung (AGB) (vgl. Froessler u.a., 1996).Google Scholar
  3. 3.
    Nur ein frühes Beispiel von unzähligen: Schon 1971 stellen C. Wolfgang Müller und Peter Nimmermann in ihrer Textsammlung „Stadtplanung und Gemeinwesenarbeit„ ein Kapitel II mit dem Titel „Reformen von oben„ einem Kapitel III mit dem Titel „Widerstand von unten„ gegenüber. So recht schlüssig wird die Aufteilung aber nicht: So finden sich Beiträge zur Sozialplanung und zur Anwaltsplanung in Kapitel II, also bei den „Reformen von oben„, Beiträge zur Gemeinwesenarbeit hingegen im Kapitel III, also beim „Widerstand von unten„ (vgl. Müller/Nimmermann, 1971).Google Scholar
  4. 4.
    Die Formulierung, direkt damit in Zusammenhang stehend, bezieht sich darauf, dass irgendwelche Gestaltungsprozesse immer vorangegangen sind, es sei denn, die Aneignungsprozesse vollziehen sich in einem sowohl baulich als auch sozial völlig jungfräulichen Urwald.Google Scholar
  5. 5.
    Die Karriere des Begriffs der ‚Betroffenheit‘ in der Stadterneuerung geht freilich bereits selbst einher mit diesen historischen Entwicklungen (vgl. Rammstedt, 452f.) und ist zudem alles andere als klar definiert. Rammstedt schlägt vor, ‚Betroffenheit‘ als eine Infragestellung der sozialen Identität zu begreifen, die dem Einzelnen bewusst wird als „überraschende Veränderung in seinem sozialen Umfeld, auf die er nicht routinisiert problemlösend zu reagieren vermag„ und die daher dieses Umfeld gefährden (Rammstedt, 1981, S. 458).Google Scholar
  6. 6.
    „Quartiermanagement als Chance. Leben im Stadtteil aktivieren„ (in: mitarbeiten, 2/2000, S.2). Neu scheint allerdings in jedem Falle zu seine, dass sich im Begriff des Quartiersmanagements eine Annäherung zwischen den planerischen und den sozialarbeiterischen Ansätzen der Stadtteilarbeit vollzieht: War das Verhältnis zwischen der Gemeinwesenarbeit and der Stadtentwicklungsplanung lange Zeit von Ignoranz geprägt (vgl. Oelschlägel, 1998, S.15f.), so wird im Quartiermanagement versucht, die planerische und sozialarbeiterische Aufgaben und Kompetenzen der Stadtteilarbeit zusammenzubringen.Google Scholar
  7. 7.
    So befanden sich von den zwölf deutschen Gebieten, die in den 90er Jahren über die EU-Gemeinschaftsinitiative URBAN gefördert wurden, lediglich vier in Westdeutschland, acht hingegen in Ostdeutschland (vgl. URBAN-Netzwerk Deutschland, o.J.).Google Scholar
  8. 8.
    Diesen Begriff habe ich aus dem Einfüührungsbeitrag von Christine Weiske zur Tagung ‚Neue Länder — neue Sitten? Überlagerungen von Transformation und Globalisierung in ostdeutschen Städten‘ im Februar 2001 in Chemnitz (vgl. hierzu den Tagungsband von Hannemann u.a., 2002) übernommen. Darin bezeichnete sie die Handlungen und Strukturen, die in Ostdeutschland Städte und Regionen verändern, als ‚terra incognita‘ und erläuterte die banale Frage „Was ist eigentlich los?„ stelle sich in Bezug auf die ostdeutsche Stadtentwicklung wieder einmal penetrant. Dies gilt meines Erachtens auch und erst recht für den Bereich der Stadterneuerung und Stadtteilarbeit.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2004

Authors and Affiliations

  • Jürgen Schmitt

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