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Bindungen und Selbsterprobungen — Jungen-Pubertät im Prozeß der kulturellen Modernisierung

  • Thomas Ziehe

Zusammenfassung

Jugendliche wachsen heute in einer Alltagskultur auf, die aus ihrer Sicht, seit sie überhaupt bewußt wahrnehmen und denken könnten, immer schon durchmodernisiert gewesen ist. Dies scheint ihnen so selbstverständlich, daß sie es nicht einmal sonderlich bemerkenswert finden. Dabei hat diese modernisierte Alltagskultur — ein zumeist eher lockeres Gewebe aus Bildern, Themen, Wahrnehmungsgewohnheiten, Orientierungsmustern, Moden, Gegenstandsbedeutungen etc. — selbst schon Sozialisations Wirkung; sie integriert Kinder und Jugendliche in deren Lebenswelten. Eine Jugendzeitschrift wie „Bravo“ beispielsweise vermittelt ihren Lesern ein nicht zu unterschätzendes Maß an subjektiv bedeutsamen Bewertungs- und Verhaltensstandards, oftmals gerade in den umfänglichen Leserbriefrubriken oder auch auf der sogenannten „Aufklärungsseite“. Diese Alltagskultur ist sozialisatorisch höchst wirksam, ja sie dringt, metaphorisch gesprochen, in die Poren der Lebensstile und Mentalitäten ein und läßt sich gar nicht unbedingt auf einen „Bereich“, wie etwa Freizeit, festlegen und eingrenzen. Kennzeichen dieser Alltagskultur ist weiterhin, daß sie den meisten Jugendlichen heute die Möglichkeit bereitstellt, im historischen Vergleich länger als jemals zuvor Jugendliche sein zu können, und daß sie andererseits nicht mehr Jugendlich“ im klassischen Sinne sind.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1998

Authors and Affiliations

  • Thomas Ziehe

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