Advertisement

Topologie: Die Struktur des Imaginären

Chapter
  • 88 Downloads
Part of the Literaturwissenschaft book series (Liwi)

Zusammenfassung

Das Individuum ist per se empirisch identifizierbar als „ein Seiendes in Raum und Zeit“1. Es ist als transzendentales Subjekt der Erfahrungen von anderen Subjekten mittels der Distinktheit unterschiedlicher Raum-Zeit-Koordinaten abzugrenzen, denn alle Identifikation setzt ein Raum-Zeit-Gefüge voraus.2 „Das Raum-Zeit-Kontinuum umschreibt ein einheitliches System der Kenntnis von Einzeldingen, von denen wir, durch Identifikation, eines herausgreifen und als dieses von allen anderen unterscheiden.“3 Dasselbe Prinzip ist auch auf die Subjekte übertragbar, insofern sie „Personen sind“4, da das Subjekt als empirische raum-zeitliche Entität erfaßbar ist.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Frank, Manfred: Die Unhintergehbarkeit von Individualität, a.a.O., S. 68.Google Scholar
  2. 2.
    vgl. ibid., S. 68 fGoogle Scholar
  3. 3.
    ibid., S. 68.Google Scholar
  4. 4.
  5. 5.
    Lukäcs, Georg: Die Theorie des Romans, a.a.O., S. 68.Google Scholar
  6. 6.
    vgl. z.B. die allgemeine topologische Analyse von Reso Karalaschwili Haus und Garten. Zur Typologie des Raumes, in: dens.: Hermann Hesse. Charakter und Weltbild, a.a.O., S. 189220.Google Scholar
  7. 7.
    ibid., S. 189, vgl. ff.Google Scholar
  8. 8.
    Zum Thema “Matrizierbarkeit” s. Link, Jürgen: Zur Theorie der Matrizierbarkeit dramatischer Konfigurationen, in: Kesteren, A. v./Schmid, H. (Hg.): Moderne Dramentheorie, Kronberg 1975, S. 193 ff.; vgl. die Beispiele in ders.: Elementare Literatur, a.a.O., S. 57 ff., 98, 100 f.Google Scholar
  9. 9.
    R. Karalaschwili unterscheidet in seinem Artikel Haus und Garten. Zur Typologie des Raumes, a.a.O., auch zwischen “geordnetem Innen” und “ungeordnetem Außen”. Er verwendet metaphorisch das Haus-Garten-Modell, das er jedoch nur auf die äußere Realität anwendet.Google Scholar
  10. 10.
    Sorbas, S. 128 f. Oft wird die Gebäude- (die menschliche Brust wird z.B. als Festung angesprochen) oder die Schiff-Symbolik (Freiheit oder Tod, rekurrierend auf S. 386 ff.) verwendet.Google Scholar
  11. 11.
    n Freiheit oder Tod, S. 426.Google Scholar
  12. 12.
    Sorbas, S. 128 f. “Megalokastro mit seinen Mauern, Häusern und Menschen als seinem eigenen Körper, und wo eine Tür eingeschlagen wurde, wo eine Frau sich an die Brust schlug, zuckte und schmerzte sein Herz.”13Google Scholar
  13. 13.
    Freiheit oder Tod, S. 262.Google Scholar
  14. 14.
    so in: Benning, W./Petropoulou, E., a.a.O., S. 536 f. (zum Thema “Subjekt und Raum”)Google Scholar
  15. 15.
    Demian, S. 48.Google Scholar
  16. 16.
    Demian, S. 54.Google Scholar
  17. 17.
  18. 18.
    Demian, S. 55.Google Scholar
  19. 19.
    R. Karalaschwili: Haus und Garten, a.a.O., S. 194.Google Scholar
  20. 20.
    G. Großklaus in: Neue Medienrealität - jenseits der alten Dichotomie von ‘fremd“ und ”eigen“?, in: Begegnung mit dem ”Fremden“, Grenzen-Traditionen-Vergleiche, Akten des VIII. Internationalen Germanisten-Kongresses, Tokyo 1990, hrsg. von Eijiro Iwasaki, Bd. 2. Sektion 1: Theorie der Alterität, hrsg. von Yoshinori Shichiji, Iudicium Verlag, München 1991, S. 29–37; s. v.a. S. 29–33.Google Scholar
  21. 21.
    ibid. das Grundmotiv ist eine Paraphrasierung eines Ausdrucks von G. Großkklaus. Das Verlassen des Innenraumes ist, wie im folgenden zu sehen ist, hauptsächlich bei Hesse anzuwenden.Google Scholar
  22. 22.
    vgl. die Einteilung von Götz Großklaus und seine Ausführungen zum Thema “Topografie”, die mir die Richtlinien für meine Topologie gaben. s. Neue Medienrealität - jenseits der alten Dichotomie von fremd“ und ”eigen“?, s. hauptsächlich S. 29–33.Google Scholar
  23. 23.
  24. 24.
    s. ibid. Speziell über das Thema des marginalisierten Verrückten (=Wahnsinnigen)Google Scholar
  25. 25.
    vgl. Foucault, Michel: Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses, übers. von Walter Seitter, 11. Auflage, Frankfurt a. M., 1995, s. das Kap. VI, Das Gefdngnis, S. 295 ff. (stw 27 Demian, S. 9.Google Scholar
  26. 27.
    Orig. Surveiller et punir. La naissance de la prison, Editions Gallimard, Paris 1975. 28 vgl. Demian, S. 10.Google Scholar
  27. 28.
    Der Steppenwolf, S. 252. 29 ibid.Google Scholar
  28. 29.
    Demian, S. 49.Google Scholar
  29. 30.
    vgl. Siddhartha, S. 411 ff.Google Scholar
  30. 31.
    Der Steppenwolf. S. 252.Google Scholar
  31. 32.
    Der Steppenwolf, S. 252.Google Scholar
  32. 33.
    Der Steppenwolf, S. 269.Google Scholar
  33. 34.
    vgl. Benning, W./Petropoulou, E.: a.a.O., S. 509 f.Google Scholar
  34. 35.
    s. ibid.: Eine leichte Modifikation erfährt die automatisierte Topologie in “Demian” dadurch, daß die Kategorien von Innen und Außen primär nicht als begrenztes Zentrum und unbegrenzte, chaotische Peripherie imaginiert werden, sondem als benachbarte, diffus begrenzte Räume: “Und das Seltsamste war, wie die beiden Welten aneinander grenzten, wie nah sie beisammen waren!” (Demian, S. 10) Das ist in Siddhartha und im Steppenwolf aber auch in der Entwicklung der Narration in Demian nicht mehr der Fall.Google Scholar
  35. 37.
    Der Steppenwolf, S. 196; s. auch S. 207 f.Google Scholar
  36. 38.
    vgl. den Essay Ein Stückchen Theologie (1932), S. 74–88, v.a. S. 74.Google Scholar
  37. 39.
    Demian, S. 36.Google Scholar
  38. 40.
    Der Steppenwolf S. 197 fGoogle Scholar
  39. 41.
    vgl. Demian, S. 11.Google Scholar
  40. 42.
    vgl. der Steppenwolf, S. 209. Der -symbolische- Ort der Hölle soll im Gegensatz zum Paradies unten sein. der u.a. der Kain-Bund, Max Demian, Vasudeva, die Unsterblichen43 gehören. Eindeutig wird es in Der Steppenwolf, in dem Haller apagogisch die vorangehende Behauptung sowie die These bezüglich des Ortes des Subjekts verifiziert.Google Scholar
  41. 43.
    Zu diesen Charakteren zählen u.a. der Musikmeister vom “Glasperlenspiel”, Narziß von “Narziß und Goldmund”, Leo aus der “Morgenlandfahrt”.Google Scholar
  42. 44.
    vgl. der Steppenwolf, S. 251. (Hervorhebungen von der Autorin)Google Scholar
  43. 45.
    Demian, S. 33 f.Google Scholar
  44. 47.
    vgl. z.B. Der Steppenwolf, S. 240: “So ist denn auch, um es kurz zu sagen, der ”Steppenwolf’ eine Fiktion. Wenn Harry sich selbst als Wolfsmenschen empfindet […], so ist das lediglich eine vereinfachende Mythologie.“Google Scholar
  45. 48.
    vgl. Benning/Petropoulou, a.a.O., S. 513 f.Google Scholar
  46. 49.
    Demian, S. 33.Google Scholar
  47. 50.
    )er Steppenwolf; S. 233; vgl. auch den Absatz im Traktat S. 223 f, in dem ausdrücklich gesagt wird, daß der Steppenwolf “Haß und Todfeindschaft gegen alle Menschen und ihre verlogenen und entarteten Manieren und Sitten fühlte”.Google Scholar
  48. 51.
    Ich denke an Demians Welt oder den Bewegungsraum Hallers, i.e. die dunklen, unterirdischen Lokale oder das Untergeschoß des Gebäudes, in dem der große Maskenball stattfindet.Google Scholar
  49. 52.
    vgl. Benning/Petropoulou: a.a.O., S. 513 f.Google Scholar
  50. 53.
    Der Steppenwolf, S. 239.Google Scholar
  51. 54.
    Der Steppenwolf, S. 239 f. (Hervorhebungen von der Autorin)Google Scholar
  52. 55.
    Parallel zu dieser bereits dargestellten Modifikation erscheinen alternative Raumvorstellungen, die die Reflexion über das Subjekt neu strukturieren, ohne daß sie sich zu den bekannten Räumen auch schon in eine topologische Beziehung setzen ließen. Zunächst ist es das Konzept der irreversiblen Bewegung, die im Bild des Weges “nach vorwärts” (s. Demian S. 50; Der Steppenwolf, S. 247.) Ausdruck findet und die Teleologie der Individuation impliziert; dann die Vorstellung von der unüberwindlichen Entfernung, die in der Pictura des Weltraums und der Gestirne (in Demian, S. 51, 149; Siddhartha, S. 409; der Steppenwolf, S. 228 f.) die Subscriptio der Einsamkeit und der Isolierung konnotiert. (vgl. Benning/Petropoulou: a.a.O., S. 514.) Auf diese Weise instituiert sich eine Relation des Abstandes zum Innen.Google Scholar
  53. 56.
    vgl. Benning/Petropoulou, S. 514.Google Scholar
  54. 57.
    Freiheit oder Tod, S. 120; vgl. auch S. 330 f. Oft werden die Menschen sehr grob in zwei Kategorien unterteilt: in Kreter und in “Baumwollsteiße”. s. S. 334.Google Scholar
  55. 58.
    Entsprechendes gestaltet Kazantzakis besonders in Freiheit oder Tod vgl. z.B. S. 65: “Das seien die Prüfungen Kretas. Und wer als Kreter geboren sei, müsse sie kennen und dürfe nicht verzweifeln.”; s. auch S. 375, 378 f. An diesem Punkt muß nochmal auf die Unzulänglichkeit der deutschen Übersetzung hingewiesen werden. Dabei gehen viele Akzente, die Kazantzakis in der Narration setzte, verloren: Die im griechischen Original auf S. 480–1 erzählte Episode von der Ermordung des Sohnes der alten Kubelina, die die ‘männliche’ Tapferkeit der Frauen des kretischen Volkes beweisen will, fehlt! Aus technischen Gründen muß ich mich oft auf das griechische Original beziehen, um meine Thesen zu unterstützen.Google Scholar
  56. 59.
    Freiheit oder Tod, S. 379.Google Scholar
  57. 60.
    Es gibt jedoch eine natürliche Affinität des Subjekts zum “Unten” der realen Topologie, die als direkte Verbindung mit der Erde zum Ausdruck gebracht wird. Sorbas arbeitet unter der Erde und wird eins mit ihr (Sorbas, S. 128 f.) Kapitän Michalis kriecht unter die Erde, ins Untergeschoß seines Hauses, um die seine Seele erleichternden Feste zu veranstalten. (Freiheit oder Tod, s. S. 40)Google Scholar
  58. 61.
    In Freiheit oder Tod gibt es einen weiteren Ort, der am nächsten zu Kapitän Michalis ist (auf der Grenze, zwischen ihm und den Kretem. Dieser Ort bildet eine weitere feine Nuancierung der Topologie.) Diesen Ort besetzen die Palikaren von Kapitän Michalis, die mit ihm sterben: Vendusos, Furogatos, Kajabis, seine Neffen, Thodoris und Kosmas. (s. Schema auf S.135)Google Scholar
  59. 62.
    Bering, W./Petropoulou, E.: a.a.O., S. 536.Google Scholar
  60. 64.
    Freiheit oder Tod, S. 9.Google Scholar
  61. 65.
    Sorbas, S. 81.Google Scholar
  62. 66.
    Der Steppenwolf, S. 234.Google Scholar
  63. 67.
    Der Steppenwolf, S. 233.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1997

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations