Advertisement

Die literarische Produktion: Nikos Kazantzakis

Chapter
  • 91 Downloads
Part of the Literaturwissenschaft book series (Liwi)

Zusammenfassung

Im Gegensatz zu Hermann Hesse gilt Nikos Kazantzakis’ Interesse einer literarischen Figur, die in ihrer Individualität unveränderbar ist und zum Grenzgeber der äußeren Handlung wird. Wenn eine innere Handlung dargestellt wird, so handelt es sich nicht um komplexe und elementare charakterkonstituierende Transformationen wie bei Hesse, sondern um die Markierung eines dauerhaften inneren Zustandes des Individuums als Ausdruck seiner Authentizität2, die sich in der Semantik hauptsächlich der Begriffe der „Seele“, des „Herzens“ und des „Blutes“ äußert.3 In Alexis Sorbas und in Kapetán Micháles (Freiheit oder Tod in der deutschen Übersetzung, die den Untertitel aufwertet) wird die Einmaligkeit der Zentralfiguren als eine Konzeption der Größe thematisiert, die sie in der Konfrontation mit wechselnden Situationen bewahren müssen.4 Diese dauerhaft präsente Größe weist alle Züge eines außerordentlichen Individuums5 auf, das zum größten Teil durch nietzscheanische Qualitäten charakterisiert wird. Es wird programmatisch in den theoretischen Prologen — die der deutsche Leser in der Übersetzung vermissen muß — dargestellt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    K. Kerenyi: Streifzüge eines Hellenisten. Von Homer zu Kazantzakis, Rhein Verlag, Zürich 1960, S. 97.Google Scholar
  2. 2.
    So heißt es in Proussis’ Artikel über die Kazantzakischen Helden, sie seien als Charaktere scharf von einander getrennt und weisen keine wahrnehmbare innere Entwicklung im Verlauf des Werkes auf. Proussis sieht die Entwicklungslosigkeit der Kazantzakischen Figuren im Zusammenhang mit der Tendenz zur Schwarz-Weiß-Malerei in der Charaktergestaltung. Kasantzakis stelle die Gegensätze pointiert heraus und ordne sie in eine a priori generalisierende, allgemeine Typologie. (s. Proussis, Kostas M. (Ilpoúcr1S, Kwaraç M.): To npó/Ay.ta “KaÇav Coilt.rlç” (Das Problem “Kazantzakis”), in: Nea Estia, Weihnachten 1977, Bd. 102, S. 78 ff.)Google Scholar
  3. 3.
    vgl. Benning/Petropoulou: a.a.O., S. 503.Google Scholar
  4. 4.
    vgl. Benning/Petropoulou: a.a.O., S. 525. Moutsopoulos vertritt die Ansicht, daß die Hauptgestalten Kazantzakis’ “menschlicheGoogle Scholar
  5. Ausnahmen“ bilden; sie seien letztlich ”existentielle Dandys“ (Moutsopoulos, E.Google Scholar
  6. Mouraóaou7,,oç, E.): Ot npostcräGelç TOI) Mlrepyxaovtapotí oro épyo roo KaCavrS’jìc .Google Scholar
  7. 7.
    vgl. Benning, W./Petropoulou, E., a.a.O., S. 529.Google Scholar
  8. 10.
    Frankfurt a. M. 1992, (im folgenden als Freiheit oder Tod zitiert) S. 276.Google Scholar
  9. 11.
    Zur Ablehnung der absoluten Herrschaft der Logik, s. Leontaritou, K.: Die neuromantischeGoogle Scholar
  10. Lebenstheorie..., a.a.O., S. 14 f. und Bien, Peter Politics of the spirit, Princeton: Princeton University Press, 1989, S. 4: “The heroes have the anti-rational virtue of spontaneity.”Google Scholar
  11. 12.
    Um seine Trauer zu stillen, muß Sorbas sich körperlich erschöpfen. Vgl auch die Äußerung seiner Trauer über den Tod seines dreijährigen Sohnes, Dimitrakis, durch den Tanz, wofür ihn alle fir verrückt gehalten haben. (Sorbas, S. 88.)Google Scholar
  12. 13.
    vgl. dazu auch die Reaktion des Chefs, als er den Tod seines Freundes Stavridakis ahnt, s. S. 334fGoogle Scholar
  13. 15.
    Über die Rolle des Symbols bei Kazantzakis vgl. Th. Grammatas: (Der kretische Blick), a.a.O., S. 91 ff.Google Scholar
  14. 18.
    Sorbas betrachtet die Welt mit den Augen eines Neugeborenen. Das Phänomen könnte in Anlehnung an Ziolkowski als “Epiphanie” charakterisiert werden. (vgl. Kap. C. Il. 2.)Google Scholar
  15. 20.
    vgl. Benning/Petropoulou: Weltverachtung, a.a.O., S. 532 f.Google Scholar
  16. 24;.
    vgl. auch S. 252 ff. So in Reinsch, D. R.: a.a.O., S. 600–616.Google Scholar
  17. 36.
    vgl. Benning, W.: Tonio Kröger, a.a.O., S. 131.Google Scholar
  18. 44.
    vgl. Benning/Petropoulou: Weltverachtung, a.a.O., S. 535.Google Scholar
  19. 47.
    vgl. Freiheit oder Tod, v.a. S. 23 ff.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1997

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations