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Die Thematisierung der Erziehung von Unternehmernachkommen in der Literatur zu Familienunternehmen

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Zusammenfassung

Gegenstand dieses Kapitels ist eine detaillierte Betrachtung von (schriftlich dargelegten) ‘praxisorientierten’ Hinweisen, Empfehlungen und Ratschlägen zur Frage, was Unternehmereltern tun können, um die Nachfolgebereitschaft ihrer Nachkommen zu hervorzurufen, zu erhöhen oder sicherzustellen. Die Funktion einer solchen Literaturbetrachtung unterscheidet sich hier von der, die sie in der Regel im Rahmen hypothesenprüfender Forschung hat. Dort wird üblicherweise die Spannbreite eines Themas auf eine oder einige wenige, die Art der Datenerhebung inhaltlich bestimmende Hypothesen reduziert. Die Datengewinnung konzentriert sich dann nur auf diese Aspekte; dieses eng umgrenzte Interesse bestimmt die inhaltliche Ausgestaltung der Erhebungsphase. Demgegenüber hat die Literaturanalyse hier nicht die Aufgabe der ‘thematischen Vorstrukturierung der Erziehungswirklichkeit in Unternehmerfamilien’. Sie hat vielmehr die Funktion einer Sensibilisierung für das hier interessierende Themengebiet. Gerade die bewußte Wahrnehmung der Vielschichtigkeit eines Themas trägt zu einer zunehmenden Offenheit bei, was die Datengewinnung in der Erhebungsphase betrifft. Sie erlaubt es, „kontrolliert und distanziert mit unseren Annahmen und Vorurteilen umzugehen“ (Oswald 1997, 85). Hieraus entsteht die Möglichkeit für den Interviewer, sich vom Befragten durch die von diesem aufgebrachten Erzählinhalte thematisch leiten zu lassen. Er erhält somit Daten, die zu einer unmittelbar in der Wirklichkeit der Befragten (und nicht in den Vermutungen des Forschers) verankerten Theoriebildung — wie z.B. der Entwicklung eines Modells — genutzt werden können.

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Referenzen

  1. 4.
    Dabei ist zu berücksichtigen, daß zahlreiche Beiträge der sechziger Jahre als Vorträge im Rahmen der ‘Nachfolgetagungen’ der Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer (ASU) gehalten wurden und ihr Abdruck in der Hauszeitschrift des Verbandes, ‘Die Aussprache’ erfolgte. Diese ging 1971 in der Zeitschrift ‘Junge Wirtschaft’ auf. Auch wenn in der vorliegenden Arbeit zahlreiche dieser Beiträge berücksichtigt werden, wird hier nicht der Versuch unternommen, die Geschichte der erwähnten Nachfolgetagungen nachzuzeichnen und Veränderungen in den Argumentationsgängen o.ä. aufzuzeigen.Google Scholar
  2. 5.
    Das hier entworfene Bild hat offenbar nicht nur mit dem beginnenden Wohlstand der Nachkriegsjahre zu tun. Daß es bereits in der Zeit des Nationalsozialismus’ ein Thema im Zusammenhang mit Nachfolge war, macht eine Äußerung von Paulsen (1941, 275) deutlich: „Es sind zunächst die Gefahren aller derer, die im Reichtum aufwachsen, denen die Härte des Lebenskampfes von Jugend auf erspart bleibt...“. Er verbindet dies, den ideologischen Anforderungen der Zeit gemäß, mit Hinweisen zur Vermeidung dieser Gefahr und verweist diesbezüglich auf den „Wert der nationalsozialistischen Jugenderziehung über Hitler-Jugend, Arbeitsdienst und Wehrpflicht ohne Einjährigenprivileg. Den vor aller Berührung mit der Rauheit des Lebens behüteten Zärtling soll es nicht mehr geben“ — Paulsen 1941, 275).Google Scholar
  3. 6.
    Jeder dieser Begriffe ist in seiner Zeit ein Synonym für unangepaßtes, außerhalb konventioneller Bahnen und Erwartungen geführtes Leben mit jeweils für die Epoche typischen äußeren Erscheinungsmerkmalen wie Kleidung, Frisur, Sprachgewohnheiten und einem bestimmten, auf Abgrenzung von ‘den anderen’ bedachten Lebensstil.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1999

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