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Organisation als Netz bilateraler Verträge

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Part of the Markt- und Unternehmensentwicklung book series (GEW)

Zusammenfassung

Nach Crémer gibt es zwei Möglichkeiten, ein Unternehmen als Geflecht von Verträgen zu beschreiben: Entweder werden Unternehmen so modelliert, als ob jeder Mitarbeiter direkt mit den Eigentümern, zum Beispiel den Aktionären einer AG, einen Vertrag abgeschlossen hätte und mit den anderen Mitarbeitern zur Koalitionsbildung sogenannte Nebenverträge. Oder das Unternehmen wird so modelliert, als ob jeder mit jedem, mit dem er in einer Austauschbeziehung steht, eine — explizite oder implizite — Vertragsbeziehung hätte1. In beiden Fällen beschreibt das Vertragsgeflecht die Verfassung des Unternehmens. Die vielen bilateralen Verträge sind jedoch nicht unabhängig voneinander. Welche der beiden Sichtweisen auch gewählt wird, es sind die Einfluß- und Interdependenzbeziehungen der Einzelverträge zu untersuchen. Gefragt wird in beiden Fällen nach der Existenz eines Gleichgewichts des Vertragssystems und dessen Eigenschaften.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. Crémer (1990), S. 53.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Crémer (1990), S. 53 f.Google Scholar
  3. 3.
    Crémer (1990), S. 54.Google Scholar
  4. 4.
    Für einen solchen Modellierungsansatz vgl. Crémer/Riordan (1987).Google Scholar
  5. 5.
    Dies ist Anliegen von Crémer (1990).Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. z. B. Milgrom/Roberts (1992), S. 127.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. Klein (1985).Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. Al-Najjar (1995), S. 432.Google Scholar
  9. 9.
    Zum Begriff des spot market contract, vgl. z. B. Milgrom/Roberts (1992), S. 131.Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. Williamson (1979) und (1990a), S. 34 ff.Google Scholar
  11. 12.
    Vgl. Macauly (1963, 1985) und Macneil (1974), S. 763 ff.Google Scholar
  12. 13.
    Zur Unterscheidung von literarischer und ökonomischer Unvollständigkeit von Verträgen vgl. z. B. Hermalin/Katz (1993) und die dort angegebene Literatur.Google Scholar
  13. 14.
    Vgl. z. B. Furubotn/Richter (1991), S. 18 f., und 3.1.1 dieser Arbeit.Google Scholar
  14. 15.
    Vgl. Milgrom/Roberts (1992), S. 133.Google Scholar
  15. 16.
    Vgl. z. B. Hart/Holmström (1987), 135 ff., und Heubel (1994), S. 86 ff. und 99 ff.Google Scholar
  16. 17.
    Vgl. z. B. Joskow (1991), S. 120 ff.Google Scholar
  17. 18.
    Vgl. Klein/Crawford/Alchian (1978) und Wiggins (1991), S. 604.Google Scholar
  18. 19.
    Für einen Überblick über die Quellen dieses Ansatzes vgl. Eisenhardt (1989).Google Scholar
  19. 20.
    Vgl. Cheung (1969), S. 23.Google Scholar
  20. 22.
    So auch diejenigen, die Ogger (1992) so anschaulich in seinem populärwissenschaftlichen Werk Nieten in Nadelstreifen beschreibt.Google Scholar
  21. 24.
    Vgl. z. B. Rasmusen (1989), S. 133 ff.Google Scholar
  22. 25.
    Vgl. Rasmusen (1989), S. 134. Der Begriff Naturzustand ist das spieltheoretische Äquivalent zu der Bezeichnung Umweltzustand.Google Scholar
  23. 26.
    Ein anderes, sehr häufig angeführte Beispiel ist das Verhalten von Versicherungsnehmern nach Vertragsabschluß. Für einen empirischen Beleg zum Moral Hazard-Verhalten von Versicherungsnehmern vgl. Köhler (1994).Google Scholar
  24. 28.
    Vgl. Arrow (1985), S. 39.Google Scholar
  25. 29.
    Vgl. Milgrom/Roberts (1990) und (1992), S. 271 ff. Vgl. z. B. Kreps (1990b) und Gibbons (1992).Google Scholar
  26. 30.
    Quelle: Rasmusen (1989), S. 135.Google Scholar
  27. 31.
    Vgl. z. B. Lazear (1987).Google Scholar
  28. 32.
    Vgl. Milgrom/Roberts (1992), S. 216. Für eine weitere Darstellung desselben Problems vgl. Kreps (1990a), S. 179 ff.Google Scholar
  29. 33.
    Vgl. Milgrom/Roberts (1992), S. 217 f. Zur Risikoaversion vgl. Arrow (1971), insbesondere S. 90 ff.Google Scholar
  30. 34.
    Die angegebene Risikoprämie beschreibt das durch exogene Einflüsse verursachte Gehaltsrisiko, gewichtet mit der Risikoaversion des Agenten; vgl. Milgrom/Roberts (1992), S. 210. Für eine Darstellung desselben Problems mit Hilfe von Nutzenfunktionen statt Sicherheitsäquivalenten vgl. Kreps (1990a), S. 583 ff. Für die Darstellung eines Anwendungsbeispiels vgl. Petersen (1989), Kapitel 2. Untersucht wird dort ein Anreizsystem für einen Handlungsreisenden, bei dem der Verkaufserfolg mit steigendem Arbeitseinsatz tendenziell steigt. Es zeigt sich, daß es bei Risikoneutralität des Agenten effizient ist, ihn das gesamte Erfolgsrisiko tragen zu lassen, damit ein optimaler Leistungsanreiz gegeben ist. Mit steigender Risikoaversion des Agenten und mit steigender Varianz wird jedoch der variable Erfolgsanteil des Handlungsreisenden immer kleiner. Infolgedessen realisiert er ein immer niedrigeres Aktivitätsniveau.Google Scholar
  31. 35.
    Monitoring ist jede Art von Ressourcenaufwand bzw. Aktivität, die der Feststellung dient, ob ein Vertragspartner seine vertraglichen Verpflichtungen erfüllt.Google Scholar
  32. 36.
    Außerdem wird unterstellt, daß E(e) = I und E (ri) = 0 ist, deshalb ist E(13*Z(e)) = ß * E(e+rl) _ (3 * (E(e) + Bop)=13.Google Scholar
  33. 37.
    Zur First Order Condition vgl. Rogerson (1985) und Hart/Holmström (1987), S. 83.Google Scholar
  34. 38.
    Da im Fall des Moral Hazard immer Probleme nach Vertragsabschluß untersucht werden, kann (PC) hier als erfüllt betrachtet werden. Andernfalls wäre der Vertrag gar nicht zustande gekommen.Google Scholar
  35. 39.
    Vgl. Milgrom/Roberts (1992), S. 223.Google Scholar
  36. 40.
    Milgrom/Roberts (1992), S. 221.Google Scholar
  37. 41.
    Milgrom/Roberts (1992), S. 219.Google Scholar
  38. 42.
    Vgl. Lazear/Rosen (1981) und Milgrom/Roberts (1992), S. 220 f.Google Scholar
  39. 43.
    Vgl. Sappington (1991) und die dort angegebene Literatur.Google Scholar
  40. 44.
    Milgrom/Roberts (1992), S. 226.45 Für alle grundsätzlichen Regeln gibt es Ausnahmen. Für ein Anwendungsbeispiel, in dem die Unterscheidung von Hidden Action und Hidden Information nicht sinnvoll und notwendig ist, vgl. Milgrom/Roberts (1992), S. 169.Google Scholar
  41. 46.
    Milgrom/Roberts (1992), S. 228. Sie belegen das Prinzip auch formal.Google Scholar
  42. 47.
    Hart/Holmström (1987), S. 77 ff.Google Scholar
  43. 48.
    Vgl. Hart/Holmström (1987), S. 105 f. und S. 91.Google Scholar
  44. 49.
    Die Überprüfung von 27 ökonometrischen Studien hat belegt, daß eine Gewinnbeteiligung die Produktivität in der Regel um drei bis fünf Prozent verbessert; vgl. Reich (1994), S. 24.Google Scholar
  45. 50.
    Vgl. Shapiro/Stiglitz (1984), Milgrom/Roberts (1992), S. 250 ff., und Gibbons (1992), S. 107 ff.Google Scholar
  46. 51.
    Vgl. Lazear/Rosen (1981).Google Scholar
  47. 52.
    Vgl. z. B. Milgrom/Roberts (1992), 5. 408.Google Scholar
  48. 53.
    Vgl. Milgrom/Roberts (1992), S. 413 ff.Google Scholar
  49. 54.
    Vgl. z. B. Kandel/Lazear (1991).Google Scholar
  50. 55.
    Vgl. Kapitel 4.4.1.Google Scholar
  51. 56.
    Vgl. z. B. Picot/Michaelis (1984), S. 260 ff.Google Scholar
  52. 57.
    Wie z. B. Ogger (1992) oder Eglau (1993a), (19936) und (1994).Google Scholar
  53. 58.
    Für eine spieltheoretische Darstellung dieser Art erfolglosen strategischen Verhaltens vgl. Milgrom/Roberts (1992), S. 140 ff.Google Scholar
  54. 59.
    Vgl. Kenney/Klein (1983) und Williamson (1993a), S. 48 ff.Google Scholar
  55. 60.
    Vgl. Milgrom/Roberts (1992), S. 142 ff. Dies entspricht dem Agreement to Agree aus Kapitel 3.3.1, wobei hier die Betonung auf den explizit festzulegenden Konventionalstrafen für den Fall der Nicht-Einigung liegt.Google Scholar
  56. 64.
    Vgl. Caillaud/Hermalin (1993).Google Scholar
  57. 65.
    Vgl. Spence (1973).Google Scholar
  58. 66.
    Vgl. Rothschild/Stiglitz (1976) und Stiglitz/Weiss (1981).Google Scholar
  59. 67.
    Vgl. Myerson (1979) und Fudenberg/Tirole (1991), S. 253 ff., und Kreps (1990a), S. 691 ff. Vgl. Gibbons (1992), S. 183 ff. und S. 190 ff.Google Scholar
  60. 68.
    Vgl. auch Gibbons (1992), S. 191. Vgl. MilgromlRoberts (1992), S. 158f.Google Scholar
  61. 69.
    Zu diesem Ergebnis kommt Lazear (1986).Google Scholar
  62. 70.
    Vgl. vgl. z. B. Sappington (1991), S. 58, und die dort angegebene Literatur.Google Scholar
  63. 71.
    Quelle: Rasmusen (1989), S. 135.Google Scholar
  64. 72.
    Milgrom/Roberts (1992), S. 155. Auf S. 155 f. findet sich auch ein mathematisches Beispiel für die Self-Selection Constraints.Google Scholar
  65. 75.
    Vgl. insbesondere Klein/Crawford/Alchian (1978), Riordan/Williamson (1985), Riordan (1990) und Rogerson (1992).Google Scholar
  66. 76.
    Vgl. Rogerson (1992).Google Scholar
  67. 77.
    Vgl. Klein/Crawford/Alchian (1978). deren Abnehmern, daß er, sobald das Werk steht, von seinem einzigen Abnehmer abhängig ist. Würde der Zulieferunternehmer dennoch seinGoogle Scholar
  68. 81.
    Dieser Tatbestand entspricht Williamsons Beschreibung der Fundamentalen Transformation, vgl. Williamson 990a), S. 70 ff.Google Scholar
  69. 82.
    Da hier keine Informationsasymmetrien vorliegen, können die Akteure definitionsgemäß nicht Prinicipal und Agent heißen, sie sind deshalb als Abnehmer A und Lieferant L bezeichnet.Google Scholar
  70. 83.
    Wegen der Ungewißheit über zukünftige Entwicklungen ist dabei sinnvoll, daß beide Partner in dasselbe Asset, z. B. die Produktionsanlage investieren, damit sich nicht ex post die Investition des einen Partners als unspezifisch erweisen kann und somit wieder eine einseitige Abhängigkeit besteht.Google Scholar
  71. 84.
    Vgl. z. B. Williamson (1990a), S. 96 ff., und Riordan (1990).Google Scholar
  72. 87.
    Nach dem Senioritätprinzip kommt ein Mitarbeiter nur durch lange Unternehmenszugehörigkeit in den Genuß bestimmter Auszahlungen. Kündigt er vorzeitig, so fängt er in der Pensions-bzw. Gehaltsskala bei anderen Unternehmen wieder unten an. Dies funktioniert jedoch nur unter der Bedingung, daß sich alle Unternehmen an dies System halten, wie es lange in Japan der Fall war. Für detaillierte Ausführungen auch zum japanischen Modell vgl. Milgrom/Roberts (1992), S. 348 ff.Google Scholar
  73. 88.
    Vgl. z. B. Milgrom/Roberts (1992), S. 289 ff.Google Scholar
  74. 89.
    Zur umfangreichen wissenschaftlichen Diskussion um die Rationalitätsannahme vgl. z. B. Cook/Levi (1990), Biervert/Held (1991), Simon et al. (1992), Gauthier/Sudgen (1993) und Ramb/Tietzel (1993).Google Scholar
  75. 90.
    Vgl. Milgrom/Roberts (1992), S. 35 f.Google Scholar
  76. 91.
    Vgl. z. B. Fährich (1993), S. 3, und Neumärker (1995), S. 21.Google Scholar
  77. 92.
    Vgl. Schmidt-Trenz (1990), S. 167 ff. Besonders deutlich werden die betriebswirtschaftlichen Konsequenzen dieser Problematik, wenn multinationale Unternehmungen oder Organisationen an international unterschiedlichen Rechtsauffassungen kranken, wie beispielsweise auch die UNO und ihre Unterorganisationen. Vgl. hierzu O. V. (1994), S. 124 ff.Google Scholar
  78. 93.
    Vgl. Führich (1993), S. 233 ff. Bei manchen internationalen Organisationen im Ausland ist es dagegen durchaus üblich, daß hohe Side Payments für den Auftraggeber anfallen. Im westlichen Rechtsraum hieße so etwas Bestechung.Google Scholar
  79. 94.
    Vgl. O. V. (1994), S. 134 f.Google Scholar
  80. 95.
    Vgl. Führich (1993), S. 331 ff.Google Scholar
  81. 96.
    Vgl. Ellickson (1991).Google Scholar
  82. 97.
    Vgl. Cole/Shears/Tiley (1990), S. 20 ff. Vgl. Schmidt-Trenz (1990), S. 168.Google Scholar
  83. 98.
    Vgl. z. B. Van Dorp (1993), S. 80 f., und die dort angegebenen gesetzlichen und rechtswissenschaftlichen Quellen.Google Scholar
  84. 99.
    Vgl. Sappington (1991), S. 59 ff., und Milgrom/Roberts (1992), S. 232 ff.Google Scholar
  85. 100.
    Vgl. Hart/Holmström (1987), S. 97 ff., und die dort angegebene Literatur.Google Scholar
  86. 101.
    Hart/Holmström (1987), S. 97. (Übersetzung durch die Verfasserin.)Google Scholar
  87. 102.
    Vgl. z. B. Hart/Holmström (1987), S. 99 und S. 147, und Rasmusen (1989), S. 94 ff.Google Scholar
  88. 103.
    Vgl. zum Beispiel Heinen (1991).Google Scholar
  89. 104.
    Vgl. Sydow (1992a), S. 104, und (1992b), S. 248. Vgl. zu dieser Argumentation auch Wolff/Neuburger (1993).Google Scholar
  90. 105.
    Vgl. auch Albach, H. und R. (1989), S. 66 ff.Google Scholar
  91. 106.
    Vgl. z. B. Kirchner (1992) und Wolff/Neuburger (1993).Google Scholar
  92. 107.
    Vgl. z. B. Byrne/Brandt/Port (1993).Google Scholar
  93. 108.
    Darauf weisen bereits erste Veröffentlichungen hin, vgl. z. B. Spindler (1993). Auch von Juristen wird dies Problem bereits mit der Forderung nach einem neuen Recht für Unternehmensnetzwerke thematisiert, vgl. Teubner (1993), S. 386 ff.Google Scholar
  94. 109.
    Aoki/Gustafsson/Williamson (1990).Google Scholar
  95. 110.
    Vgl. z. B. Holmström (1982), Varian (1990), Kandel/Lazear (1991) und Milgrom/Roberts (1992), S. 416.Google Scholar
  96. 111.
    Vgl. Alchian/Demsetz (1972), S. 782.Google Scholar
  97. 112.
    Vgl. z. B. Roberts (1987) und Tirole (1992).Google Scholar
  98. 113.
    Vanberg (1992), S. 233 ff.Google Scholar
  99. 114.
    Dies ist beispielsweise auch das Problem bei Entwicklung und Implementierung von Standard für Electronic Data Interchange (EDI): Wie kommen die Interessenten zu einem Verfassungs-oder auch Rahmenvertrag, der die Bedingungen für die Nutzung von EDI so regelt, daß erstens alle kompatible Standards benutzen und zweitens solche Standards überhaupt entwickelt und tatsächlich genutzt werden? Die erste Teilfrage betrifft das Koordinationsproblem, die zweite das Motivationsproblem, beide simultan das Organisationsproblem. Vgl. hierzu Neuburger (1994).Google Scholar
  100. 115.
    Vgl. Gutenberg (1983), S. 239 ff.Google Scholar
  101. 116.
    So wird beispielsweise auch im Völkerrecht zwischen Austauschverträgen und sogenannten Law Making Treaties unterschieden.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1995

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