Advertisement

Konzeption der Netzwerke multinationaler Banken

  • Roland Bosch

Zusammenfassung

Im vorigen Kapitel wurde gezeigt, daß das Konzept des Netzwerkes insbesondere in der neueren Theorie der MNU und der MNB Verbreitung gefunden hat. Vielerorts wird das Netzwerkkonzept jedoch ohne eine präzise Begriffsbestimmung benutzt. Dadurch entsteht die Gefahr, daß es an Beschreibungskraft verliert, oder wie Nohria es ausdrückt: „The indiscriminate proliferation of the network concept threatens to relegate it to the status of an evocative metaphor, applied so loosely that it ceases to mean anything.“1 Dieser Gefahr soll hier dadurch begegnet werden, daß erstens der Netzwerkbegriff definiert und zweitens Grundbegriffe zur Beschreibung von Netzwerken präzisiert werden.2

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Referenzen

  1. 1.
    Nohria, 1992, S. 3.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. für die folgenden Ausführungen Böttcher, 1996, S. 94–101.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. Alba, 1982, S. 42.Google Scholar
  4. 4.
    In der angelsächsichen Literatur sind zur Bezeichnung von Netzwerkpunkten die Begriffe unit, node, point, participant oder entity gebräuchlich. Zur Bezeichnung von Verbindungen sind die Begriffe relation, link, linkage, connection, tie oder dyad üblich. Vgl. Böttcher, 1996, S. 96.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. Rogers und Agarwala-Rogers, 1976, S. 110.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. Tichy et al., 1979, S. 508; Lincoln, 1982, S. 4; Böttcher, 1996, S. 98.Google Scholar
  7. 7.
    Struktur wird etymologisch auf das lateinische Wort „structura“ zurückgeführt. „Structura“ steht für „Zusammenfügung, Ordnung; Bau“. Struktur bedeutet daher im Deutschen: „Anordnung der Teile eines Ganzen zueinander, gegliederter Aufbau, innere Gliederung“ (Wissenschaftlicher Rat und Drosdowski, 1989, S. 1488).Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. zu Verbindungsmustern in Netzwerken z.B. Leavitt, 1951.Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. Abbildung 4.4 für ein Beispiel. Aus der Definition folgt, daß es sich beim Stern um eine spezielle Baumstruktur handelt.Google Scholar
  10. 10.
    Ghoshal und Bartlett, 1990, S. 604.Google Scholar
  11. 11.
    Ghoshal und Bartlett, 1990, S. 620.Google Scholar
  12. 12.
    Böttcher, 1996, S. 126.Google Scholar
  13. 13.
    Böttcher, 1996, S. 138, S. 149–150.Google Scholar
  14. 14.
    Vgl. Mintzberg, 1979, S. 18–34.Google Scholar
  15. 15.
    Böttcher, 1996, S. 133. Im Original mit Hervorhebungen.Google Scholar
  16. 16.
    Vgl. Ghoshal und Bartlett, 1990, S. 606–607.Google Scholar
  17. 17.
    Vgl. Böttcher, 1996, S. 125.Google Scholar
  18. 18.
    Vgl. Böttcher, 1996, S. 125.Google Scholar
  19. 19.
    Tichy und Fombrun, 1979, S. 927.Google Scholar
  20. 20.
    Vgl. Walter, 1983, S. 67.Google Scholar
  21. 21.
    Zur Betrachtung emotionaler Verbindungen zwischen Auslandsstützpunkten müßten diese als Zusammenfassung der emotionalen Verbindungen zwischen den Mitarbeitern der Auslandsstützpunkte auf-gefaßt werden. Damit verbunden wären jedoch Schwierigkeiten in konzeptioneller und praktischer Hinsicht.Google Scholar
  22. 22.
    Das geschieht zunächst nur in groben Zügen und wird in den Abschnitten 4.5.1–4.5.4 detailliert.Google Scholar
  23. 23.
    Der Begriff „Kommunikation“ wird im Sinne des Austausches von Information verwendet. Vgl. für die Präzisierung des Begriffs „Information“ Abschnitt 4.5.3.Google Scholar
  24. 24.
    Vgl. Walter, 1983, S. 67.Google Scholar
  25. 25.
    Böttcher, 1996, S. 97.Google Scholar
  26. 26.
    Ein Beispiel für ein derart unterschiedenes Teilnetzwerk wäre die Menge aller Auslandsstützpunkte, die Retail-Geschäft ausführen und aller finanziellen Verbindungen die diese Auslandsstützpunkte verbinden.Google Scholar
  27. 27.
    Ein Beispiel für ein nach der Art der Netzwerkpunkte abgegrenztes Teilnetzwerk ist das Retail-Netzwerk, definiert als Menge aller Auslandsstützpunkte, die Retail-Geschäft ausführen, und die Menge aller Verbindungen zwischen ihnen.Google Scholar
  28. 28.
    Die Betrachtung von Geschäftsvolumina und Länderabdeckung von Teilnetzwerken ist nur für die acht Teilnetzwerke sinnvoll, die nach den ausgeführten Geschäftsfeldern der Netzwerkpunkte abgegrenzt wurden. Für die drei auf Basis der Verbindungen abgegrenzten Geschäftsfelder entsprechen das Geschäftsvolumen und die Länderabdeckung eines Teilnetzwerkes per definitionem dem Geschäftsvolumen und der Länderabdeckung des Gesamtnetzwerkes.Google Scholar
  29. 29.
    Die Meßgröße „Länderabdeckung“ weist damit direkt auf die eigentliche Bedeutung des Wortes „multinational“, viele Nationen, zurück.Google Scholar
  30. 30.
    Vgl. zum Begriff der „Komplexität“ und zu bestimmenden Einflußgrößen z.B. Colberg, 1989, S. 128–129. Vgl. zur Verwendbarkeit der Länderabdeckung als Komplexitätsindikator die Ausführungen in Abschnitt 3.3.1.Google Scholar
  31. 31.
    Chandler stellt fest: „As the research progressed, I realized that the overload in decision making at the top was indeed the reason for creating the new structure. But the need did not result from the larger size of the enterprise per se. It came rather from the increasing diversity and complexity of decisions that senior managers had to make. It came when the enterprise began to operate in a number of geographic areas or in a number of related product markets“(Chandler, 1998, Neue Einleitung).Google Scholar
  32. 32.
    o.V, 1998f, S. 40.Google Scholar
  33. 33.
    o.V, 1998f, S. 40.Google Scholar
  34. 34.
    Unterstellt man, daß kein Anteilseigner die so verstandene „Globalität“ einer Bank als Selbstzweck betrachtet, dann stellt sich die Frage, wie eine hohe Länderabdeckung mit seinen „wirklichen“ Zielen verbunden ist. Dieser Frage wird in Kapitel 7 nachgegangen.Google Scholar
  35. 35.
    Vgl. Steuber, 1974.Google Scholar
  36. 36.
    Vgl. Coulbeck, 1984, S. 67.Google Scholar
  37. 37.
    Vgl. Channon, 1988, S. 11–35.Google Scholar
  38. 38.
    Vgl. Bröker, 1990, S. 39–43.Google Scholar
  39. 39.
    Vgl. Bumbacher, 1994, S. 93.Google Scholar
  40. 40.
    Vgl. Bumbacher, 1994, S. 24.Google Scholar
  41. 41.
    Vgl. z.B. Deutsche Banken im Ausland (o.V., 1982; o.V., 1983), Auslandsbanken in Lateinamerika (Warner, 1998a), Auslandsbanken in Asien (Warner, 1998b), Auslandsbanken in Westeuropa (Blanden, 1997b), Auslandsbanken in London (Blanden, 1996), Auslandsbanken in New York (o.V., 1998a). In den genannten Untersuchungen der Zeitschrift „The Banker“ werden als Auslandsbanken nur solche gezählt, die ihren Sitz in einer anderen Region haben. Somit würde eine Zusammenfassung der genannten Studien nicht die Länderabdeckung der MNB abbilden.Google Scholar
  42. 42.
    Vgl. Blanden, 1996.Google Scholar
  43. 43.
    Vgl. hierzu Kapitel 5.Google Scholar
  44. 44.
    Vgl. zu Größenvergleichen z.B. o.V., 1998d; Blanden, 1998; Dobson, 1998a; Smith und Walter, 1999.Google Scholar
  45. 45.
    Vgl. zu Anbietern von Finanzinformationen auch Cropley, 1991.Google Scholar
  46. 46.
    Das weltweite Geschäft umfaßt das gesamte Geschäft einer MNB, also sowohl das nationale als auch das internationale Geschäft.Google Scholar
  47. 47.
    Die entsprechenden Datenbanken heißen IFR Platinum, Capital DATA Bondware und Capital DATA Equity ware.Google Scholar
  48. 48.
    Diese werden von Euromoney publiziert, während IFR Securities Data Corporation-Daten nur über gebührenpflichtige Datenbankabfragen erhältlich sind.Google Scholar
  49. 49.
    Dem Verfasser wurden von Capital DATA Ltd. freundlicherweise die Kriterien über die Einbeziehung von Emissionen in die Datenbanken Capital DATA Bond- und Equityware in schriftlicher Form zur Verfügung gestellt. Das Zitat und die folgenden Ausführungen beziehen sich auf diese Unterlagen. Die Kriterien für die Einbeziehung von Emissionen in die Datenbank Capital DATA Bondware sind auch in der Zeitschrift Euroweek (Ausgabe Nr. 536) abgedruckt und finden sich — in leicht modifizierter Form -im Internet unter der Adresse http://www.capitaldata.com/leaguei.htm.Google Scholar
  50. 50.
    Die Kriterien von Capital DATA Bondware und Capital DATA Equityware sind im Detail unterschiedlich formuliert. So gelten Aktienemissionen bereits dann als international, wenn mehr als 10 % der Emission nicht für den inländischen Markt bestimmt sind, während die Grenze bei festverzinslichen Wertpapieren — wie oben beschrieben — bei 25 % liegt.Google Scholar
  51. 51.
    Als Kunden der MNB im Emissionsgeschäft im Sinne von Tabelle 2.1 sind sowohl Emittenten als auch Investoren zu zählen.Google Scholar
  52. 52.
    Vgl. z.B. Smith und Walter, 1999; Dobson, 1998a.Google Scholar
  53. 53.
    IFR Securities Data, o.J.Google Scholar
  54. 54.
    Es soll an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, daß die Zählweise in M&A Statistiken äußerst umstritten ist. Kritisiert wird, daß in den Statistiken auch Transaktionen enthalten sind, für die Banken nur eine „fairness opinion“ abgegeben haben. Ferner wird bemängelt, daß Investmentbanken auch Beratungen in eigener Sache (z.B. für Fusionen der Konzernmutter) angerechnet bekommen. Vgl. Lewis, 1999.Google Scholar
  55. 55.
    Das Ergebnis ist im sogenannten „Poll of polls“ zusammengefaßt. Vgl. Shirreff, 1999.Google Scholar
  56. 56.
    Laut telephonischer Auskunft von Rebecca Cicolecchia, Euromoney, 7.5.99. Die weiteren Ausführungen zur Methodologie der Euromoney-Umfrage beziehen sich auf diese Auskunft, wenn nichts anderes vermerkt ist.Google Scholar
  57. 57.
    Vgl. Dobson, 1998c, S. 104.Google Scholar
  58. 58.
    „The ... investors ... are ranked by assets under discretionary management. The ranking excludes assets over which investment managers do not have full discretion, such as advisory or custodial relationships“ (Sirius, 1998, S. 72).Google Scholar
  59. 59.
    Vgl. o.V., 1998g; Sirius, 1998.Google Scholar
  60. 60.
    Sirius, 1998, S. 70.Google Scholar
  61. 61.
    Vgl. Blanden, 1998; o.V., 1998d.Google Scholar
  62. 62.
    Vgl. Haiss, 1989, S. 1175–1178.Google Scholar
  63. 63.
    Vgl. Haiss, 1989, S. 1180.Google Scholar
  64. 64.
    Timewell, 1999, S. 38.Google Scholar
  65. 65.
    Vgl. zu Fragen des Haftungsverbunds zwischen Mutterbank und Auslandsstützpunkten Bester, 1986, S. 58–67.Google Scholar
  66. 66.
    Schmittmann, 1986, S. 37.Google Scholar
  67. 67.
    Die Baumstruktur wird durchbrochen, wenn mehrere Konzerngesellschaften Anteile an einer anderen Konzerngesellschaft halten. Dies ist jedoch relativ selten der Fall.Google Scholar
  68. 68.
    Dies gilt abgesehen von dem seltenen Fall, daß mehrere Konzerngesellschaften gemeinsam Anteile an einer anderen Konzerngesellschaft halten.Google Scholar
  69. 69.
    Bea und Haas, 1997, S. 234. Vgl. dort auch alternative Begriffsauffassungen: „Information ist der Gehalt einer Nachricht“, „Information ist effektives und potentielles Wissen“, „Information ist der Zuwachs an entscheidungsrelevantem Wissen“. Im Original mit Hervorhebungen.Google Scholar
  70. 70.
    Künzer, 1994, S. 105.Google Scholar
  71. 71.
    Walter unterscheidet Kommunikation in der MNB für bankmarktleistungsorientierte und Führungszwecke. Vgl. Walter, 1983, S. 66. Ebenso unterscheidet Künzer nach der Art der vom Informationssystem unterstützten Aufgabe zwischen entscheidungsorientierten und sachbearbeitungsorientierten Informationssystemen. Kuenzer unterscheidet darüberhinaus nach den vom Informationssystem abgedeckten Sachgebieten in Kundeninformationssysteme, betriebliche Informationssysteme, Marketing-Informationssysteme, Informationssysteme für das Risiko-Management und Personalinformationssysteme (Künzer, 1994, S. 105). Eine solch detaillierte Unterscheidung erweist sich für die folgenden Diskussionen allerdings als unnötig.Google Scholar
  72. 72.
    Vgl. z.B. Köllhofer und Sprißler, 1993, S. 795. Köllhofer und Sprißler verwenden den Begriff „Geschäftssparte“ statt des hier verwandten Begriffs der „Produktgruppe“, ebenso wird von „Geschäftsstellen“ statt wie hier von „Bankstützpunkten“ gesprochen.Google Scholar
  73. 73.
    Vgl. Hartmann-Wendeis et al., 1998, S. 533 für eine Übersicht über Risikoarten im Bankgeschäft. Vgl. Fürer, 1990 für eine vertiefte Diskussion der Risiken im internationalen Bankgeschäft.Google Scholar
  74. 74.
    Beispielhaft sind hier die umfassenden Meldeverpflichtungen der deutschen Kreditinstitute im Rahmen der allgemeinen Bankenstatistik, der Meldungen über den Außenwirtschaftsverkehr und der speziellen Aufsichtsbestimmungen des Kreditwesengesetzes zu nennen. Vgl. Köllhofer und Sprißler, 1993, S. 812–847.Google Scholar
  75. 75.
    Dies gilt nicht für jene Auslandsstützpunkte, die nur „rechtliche Hüllen“ darstellen.Google Scholar
  76. 76.
    Für die Übertragung von Sprach- und Dateninformationen wurden ursprünglich verschiedene Leitungen benutzt, weil erstere analog und letztere digital übertragen wurden. Diese Trennung war in einigen Ländern regulatorisch festgeschrieben.Vgl. Wieland, 1995, S. 97.Google Scholar
  77. 77.
    Beispielsweise verwendet die Commerzbank für die Kommunikation zwischen Frankfurt und New York eine Leitung, auf der sowohl Sprache als auch Daten übertragen werden (Pfeiffer und Wieland, 1990, S. 104).Google Scholar
  78. 78.
    Einen Beleg für die hohe Bedeutung elektronischer Kommunikaton im MNW liefert folgende Zahl: Ende der 90er Jahre wurden bei der Commerzbank täglich 140.000 elektronische Memos ausgetauscht (Pfeiffer und Wieland, 1990, S. 108).Google Scholar
  79. 79.
    Da Repräsentanzen über keine Aktiva und Passiva verfügen, bleiben sie für die folgenden Betrachtungen weitgehend außer Betracht.Google Scholar
  80. 80.
    Vgl. Abschnitt 2.3.3.Google Scholar
  81. 81.
    Vgl. Walter, 1983, S. 69. Bei Repräsentanzen könnte man von einem negativen Gewinntransfer sprechen. Repräsentanzen sind „Cost-center“, insofern fließen hier Mittel von der Muttergesellschaft zur Repräsentanz.Google Scholar
  82. 82.
    Vgl. für das folgende Bank für internationalen Zahlungsausgleich, 1983, S. 15–17.Google Scholar
  83. 83.
    Bank für internationalen Zahlungsausgleich, 1983, S. 15.Google Scholar
  84. 84.
    Für eine Beschreibung existierender Organisationsformen vgl. Bank für internationalen Zahlungsausgleich, 1983, S. 15–17.Google Scholar
  85. 85.
    Die Berücksichtigung von nur einer Observablen greift zu kurz. Würde man nur Bestände messen, so blieben Handelstransaktionen, die durch Hin- und Rückflüsse verschiedener Währungen charakterisiert sind, unberücksichtigt. Demgegenüber würden Beteiligungen oder bestehende Kreditbeziehungen nicht berücksichtigt werden, wenn nur Flüsse abgebildet würden.Google Scholar
  86. 86.
    Vgl. Fennema, 1982.Google Scholar
  87. 87.
    Fassbender und Leichtfuss, 1990, S. 250.Google Scholar
  88. 88.
    Vgl. Graham und Barber, 1999.Google Scholar
  89. 89.
    Vgl. Plender, 1998.Google Scholar
  90. 90.
    Vgl. Schubert, 1995.Google Scholar
  91. 91.
    Schubert, 1995, S. 179.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2000

Authors and Affiliations

  • Roland Bosch

There are no affiliations available

Personalised recommendations