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Vorsichtsprinzip und Gläubigerschutzgedanke im Rahmen der Marktbewertung

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Zusammenfassung

In Deutschland besteht im Rahmen der Bankbilanzierung eine traditionelle Präferenz für den „Gläubigerschutz als oberstes Prinzip“1042. Dieses Leitbild beeinflußt die formelle und materielle Gestaltung des Jahresabschlusses in der Weise, daß vorrangig die Sicherung von Gläubigerinteressen zu beachten ist. Deswegen ist der ausschüttbare Gewinn vorsichtig zu ermitteln; Informationsansprüche von anderer Seite1043 treten zurück1044. Zur Operationalisierung des Gläubigerschutzes wird gewöhnlich das Vorsichtsprinzip herangezogen. Nur eine vorsichtige Bilanzierung gewährleiste - so wird behauptet - den Schutz der Einleger und anderer Fremdkapitalgeber1045. Das Wesen des Vorsichtsprinzips läßt sich dabei schwer konkretisieren, da es gewöhnlich in einem ethisch-moralischen Sinne verstanden wird1046. Durch das Vorsichtsprinzip soll verhindert werden, daß etwas, was der Bank noch nicht „zusteht“ - etwas, was sie noch nicht „verdient“ hat und sich daher möglicherweise wieder verflüchtigen kann - nicht gewinnerhöhend im Jahresabschluß berücksichtigt wird1047. Grund dieser Besorgnis, daß die Bank sich nicht zu reich rechnen dürfe, ist vor allem die Furcht vor einer unberechtigten Schmälerung der Haftungsbasis für die Gläubiger. Das Vorsichtsprinzip stellt damit eine im Rahmen der Rechnungslegung anzuwendende Entscheidungsregel für die Nutzung von Ermessenspielräumen zugunsten der Fremdkapitalgeber dar1048.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1997

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