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Theoretische und methodische Grundlagen der Fallstudie

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Zusammenfassung

Die theoretischen und begrifflichen Anstrengungen innerhalb der sozialwissenschaftlichen Technikforschung um ein adäquates Verständnis einzelner technischer Phänomene, technischer Systeme und des technischen Wandels generell haben in den vergangenen Jahren eine entscheidende Veränderung erfahren. Das öffentliche und fachwissenschaftliche Bewußtsein über die gesellschaftliche Bedeutung der Technik wurde bis in die achtziger Jahre hinein von der Auffassung geprägt, die wissenschaftlich-technische Entwicklung unterliege einer -gegenüber gesellschaftlichen Gestaltungsansprüchen im Prinzip resistenten -technischen Eigengesetzlichkeit und Eigendynamik.1 Diese Einschätzung, wie sie z.B. von Ogburn bereits in den 20er Jahren mit normativen Geltungsanspruch formuliert worden war, interpretierte - verkürzt - den technischen Wandel als das Resultat einer eigenständigen wissenschaftlich-technischen Entwicklungsdynamik: Der technische Fortschritt generiert sich - hinter dem Rücken der beteiligten Wissenschaftler und Ingenieure - praktisch selbst, bringt Artefakte, Maschinen und technische Systeme hervor, die als exogene Variablen nach und nach in die Gesellschaft diffundieren und neue Strukturen der sozialen Organisation und die Adaption des sozialen Verhaltens an die Imperative technischer Normen und Sachgesetzlichkeiten erforderlich machen (Ogburn 1975, Ogburn/Thomas 1922). Die gesellschaftliche Modernisierung stellt sich somit als unmittelbarer Ausfluß einer von anonymen Sachgesetzlichkeiten generierten Produktivitätsentfaltung dar. Die technische Entwicklung ist dabei der Motor und zugleich das Ergebnis eines universalhistorischen Rationalisierungsprozesses.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1997

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