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„Spiele haben Regeln“

  • Peter Walgenbach

Zusammenfassung

„Organisationstheorien sind Sprachspiele!“ Diese Aussage kann Irritationen hervorrufen. Gelegentlich wurde auch Kritik laut, wenn die Metapher des Spiels so interpretiert wurde, dass Organisationstheorien nichts Ernsthaftes seien, dass ihnen etwas Verspieltes anhafte. Wer die Arbeiten von Alfred Kieser kennt, weiß, dass bei ihm diese Interpretation ausgeschlossen ist. Was sich in dieser Aussage spiegelt, ist vielmehr zweierlei: zum einen die von Alfred Kieser betonte Komplexität des Phänomens Organisation, der eine jeweils nur auf Teilaspekte begrenzte Erklärung durch einzelne Organisationstheorien gegenübersteht; deshalb haben wir es notwendigerweise mit vielen Organisationstheorien, also nicht mit einem, sondern mit vielen Sprachspielen zu tun. Zum anderen verkennt die obige Interpretation das Wesen von Spielen. Spiele basieren auf Regeln, die ernsthaft befolgt werden müssen. Schach lässt sich nur spielen, wenn man die Regeln dieses Spiels einhält, sonst spielt man kein Schach. Ebenso wie Schach oder Skat geben Organisationstheorien klare Regeln vor, wie das jeweilige ‚Spiel zu spielen‘ ist, d.h. wie Organisationsforschung im Rahmen einer bestimmten Theorie zu betreiben ist. Durch diese beiden Aspekte eröffnet sich mit dem Konzept der Sprachspiele ein neuer Blick auf Organisationstheorien. Diesen möchte ich im Folgenden anhand der Arbeiten von Alfred Kieser verdeutlichen.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2001

Authors and Affiliations

  • Peter Walgenbach

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