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Fallbeispiel: Das Registraturwesen in öffentlichen Verwaltungen — Herzstück oder Kellerkind?

  • Wieland Jäger
  • Ulrike Scharfenberger
  • Bernhard Scharfenberger
Part of the Studien zur Sozialwissenschaft book series (SZS, volume 167)

Zusammenfassung

Daß sich der Behördenalltag in Vorgängen widerspiegelt, ist allseits bekannt. Wie geballt sich aber dieses ‘Leben’ darstellen kann, ahnt nur, wer jemals eine Registratur gesehen hat. Sie kann nämlich durchaus wie der Eintritt in eine andere Welt erlebt werden. Einzel- wie auch Kollektivschicksale sowie alle Sachverhalte, mit denen sich die Behörde beschäftigt, finden ihren Ausdruck in einzelnen oder Serien von Aktenordnern. Aber nicht nur aktuelle, lebendige Vorgänge werden von den Registratorinnen und Registratoren gepflegt, sondern auch solche, von denen angenommen wird, daß sie noch einmal aktuell werden können. Hierüber gibt es Registraturanweisungen, aus denen erkennbar ist, welche Art von Vorgängen oder Dokumenten wie lange in der Registratur zu belassen sind. Durch die wachsende Aufgabenvielfalt der öffentlichen Verwaltungen wird es deshalb auch immer schwieriger, die Papiermengen rein quantitativ zu bewältigen. Die Registraturen sind rettungslos überfüllt und lassen oftmals kaum noch menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu. Den Anforderungen, die richtigen Vorgänge zum richtigen Zeitpunkt an den zuständigen Arbeitsplatz zu bringen, können die Beschäftigten oftmals nur durch erhöhten individuellen Einsatz entsprechen, denn Papierzuwachs bedingt nicht automatisch auch Personalzuwachs.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1996

Authors and Affiliations

  • Wieland Jäger
  • Ulrike Scharfenberger
  • Bernhard Scharfenberger

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