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Internationales als Restgröße?

Strukturen der Auslandsberichterstattung im Fernsehen
  • Miriam Meckel
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Zusammenfassung

„Medienzar Ted Turner will UN eine Milliarde Dollar spenden“ - so lautete die internationale Topnachricht des 19. September 1997. Der US-Medienmanager Turner, Gründer des Nachrichtenkanals CNN und seit der Fusion seines Konzerns Turner Broadcasting mit der Time Warner Gruppe Vizepräsident des weltgrößten Medienkonzerns, hatte am Vorabend auf einer UN-Veranstaltung in New York für Aufruhr gesorgt. Der Ertrag von neun Monaten Arbeit (in Form von Wertsteigerungen der TimeWarner-Aktien, an denen Turner elf Prozent hält) soll in Raten von 100 Millionen Dollar jährlich friedenstiftenden Maßnahmen der Vereinten Nationen zur Verfügung stehen. Mit seinem Geld soll die UNO das ermöglichen, was in Zeiten von Globalisierung immer notwendiger, zugleich aber immer schwieriger wird: internationale Verständigung und Problemlösung. In einer Zeit, in der die gesellschaftlichen Teilsystemen Wirtschaft, Politik und Kultur durch Tendenzen der Globalisierung geprägt sind, werden Informationen immer wichtiger, ja womöglich notwendige Voraussetzung einer „Weltgesellschaft“ (vgl. Kriener/Meckel 1996: 13 ff.), die nur dann funktionieren kann, wenn ihre Mitglieder ausreichend mit Informationen über das Weltgeschehen versorgt werden. Daß gerade ein Medienunternehmer nun politisch und pekuniär in die Bresche springt, könnte man als zwangsläufige Entwicklung interpretieren, denn gerade die Medien — darunter auch CNN — müssen sich Versäumnisse in ihrer internationalen Berichterstattung vorwerfen lassen, die immerhin ein wesentlicher Faktor internationaler Verständigung und Politikvermittlung ist.

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Literatur

  1. 1.
    Selbst in den eher hintergrundorientierten Printmedien geht die Auslandsberichterstattung zurück. So haben z. B. die US-Nachrichtenmagazine Time, Newsweek und US News and World Report ihren Anteil an Auslandsberichterstattung in den vergangenen zehn Jahren von 23 auf 13 Prozent reduziert (vgl. Süddeutsche Zeitung v. 13.11.1997).Google Scholar
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    Vgl. den Beitrag von Klaus Kamps in diesem Band.Google Scholar
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    Derartige Ergebnisse lassen sich allerdings nur schwer verallgemeinern, weil auch der Wissensstand einer Nation jeweils von national-kulturellen Kontexten geprägt ist und damit z. B. im Vergleich USA/Deutschland sehr unterschiedlich sein kann. „Wissen über Weltgeschehen“ läßt sich also nicht unabhängig vom nationalen Kontext operationalisieren.Google Scholar
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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1998

Authors and Affiliations

  • Miriam Meckel

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