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Visualisierung von Fernsehnachrichten

Text-Bild-Beziehungen und ihre Bedeutung für die Informationsleistung
  • Hans-Bernd Brosius
Chapter

Zusammenfassung

Es sind die bewegten Bilder, die die besondere Bedeutung von Fernsehnachrichten ausmachen. Zuschauer werden durch Bild und Ton angesprochen, allerdings auf unterschiedliche Weise. Der Ton, also der Nachrichtentext, vermittelt die eigentlichen Informationen. Die Bilder verleihen den Nachrichten Authentizität, Bilder scheinen die Realität ungefiltert im Sinne einer Eins-zu-Eins-Beziehung wiederzugeben. Bei einem Nachrichtentext weiß man, daß Journalisten Realität beschreiben, d. h. sie konstruieren aufgrund ihrer eigenen Wahrnehmungen, Einstellungen und Meinungen eine subjektive Realität. Bei Nachrichtenbildern scheint dies nicht der Fall zu sein. Das Bild bzw. die Kameraführung erzeugen die Illusion, etwas selbst gesehen zu haben (vgl. Mattenklott/Donsbach/Brosius 1995).1

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Literatur

  1. 1.
    Dies bedingt unter anderem die hohe Glaubwürdigkeit des Fernsehens im Vergleich zu anderen Medien; vgl. Noelle-Neumann 1989; Berg/ Kiefer 1996.Google Scholar
  2. 2.
    In dieses Konzept paßt auch die an Bedeutung gewinnende Rolle des „Anchorman“ in den Nachrichten. Dieser steht fir eine lebendige, persönliche und rezipientennahe Präsentation der Nachrichten.Google Scholar
  3. 3.
    Visualisierung betrifft auch andere Medien. Die Tageszeitung wurde in den letzten Jahren bunter, sie enthält mehr Bilder und Illustrationen. Der Computer hat sich vom Textmedium zum Multimedia-PC entwickelt.Google Scholar
  4. 4.
    In der folgenden Analyse geht es nur um den Vergleich laufender Bilder mit dem Nachrichtentext. Die Einblendung von unterstützender Zusatzinformation in Form von Graphiken, Tabellen etc. (vgl. Findahl 1981) hat sich als förderlich für das Behalten erwiesen. Die Korrespondenz von Bild und Text bezieht sich stärker auf den gesamten Verlauf einer Meldung bzw. einer Sendung.Google Scholar
  5. 5.
    Berry (1988) spricht in diesem Zusammenhang von der Notwendigkeit, Nachrichtensendungen so zu gestalten, daß sich Text und Bild in Form eines „pas de deux“ ergänzen.Google Scholar
  6. 6.
    Mit Formulierungen wie „Forgetting the news“ (Gunter 1983) oder „Was gibt es Neues, Herr Köpcke“ (Winterhoff-Spurk, 1983: 727) wird diese Funktion der Nachrichten beschrieben und dabei die generelle Frage gestellt, ob Nachrichten behalten werden sollen oder nicht vielmehr für das Vergessen gemacht sind.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1998

Authors and Affiliations

  • Hans-Bernd Brosius

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