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Fernsehnachrichten

Entwicklungen in Forschung und Praxis
  • Miriam Meckel
  • Klaus Kamps
Chapter

Zusammenfassung

„Bedaure, daß die Technik uns kein Mittel gibt, auf das Programm zu schießen“, telegrafierte im Dezember 1952 nach Ausstrahlung der ersten Tagesschau der damalige Bundestagspräsident Ehlers an die Redaktion (zit. nach Drösser 1995: 11). Schon kurze Zeit später erwies sich diese Reaktion als voreilig. Seit Jahrzehnten gilt die Tagesschau, deren Gesicht sich inzwischen natürlich erheblich verändert hat, als Synonym für seriöse Information im Fernsehen; Fernsehnachrichten als Genre genießen den Ruf, ihr Publikum interessant, präzise, aktuell und effizient zu informieren.

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Literatur

  1. 2.
    Die ARD-Nachrichtensendungen haben gegenüber der Konkurrenz z. Zt. noch einen deutlichen Imagevorsprung. Vertrauen und Autorität — zentrale Imagefaktoren — vermitteln z. B. der Tagesschau einen quasiinstitutionellen, offiziösen Status; vgl. Darschin/Frank (1995), Darschin/Hom (1997).Google Scholar
  2. 3.
    Die Unterscheidung zwischen Funktion und Leistung macht Luhmann (1990: 355 f.) am Beispiel des Wissenschaftssystems deutlich: „Einerseits erfüllt die Wissenschaft für die Gesellschaft eine spezifische Funktion, die nur sie, nur sie als Wissenschaft, erfüllen kann. Wir haben diese Funktion als Gewinnen neuer Erkenntnisse ausgemacht. Andererseits gibt die Wissenschaft solche Erkenntnisse als Leistung an andere Funktionssysteme oder auch an das Alltagsleben ihrer gesellschaftlichen Umwelt ab.“ (Kurs. i. Org.)Google Scholar
  3. 4.
    Zur Unterscheidung: Die Nachrichtenwertforschung schließt aufgrund der Berichterstattung auf Selektionskriterien; die Gate-Keeper-Forschung orientiert sich am Verhalten der Journalisten; die News-Bias-Forschung setzt sich mit Berichterstattungsmustern als auch den Kommunikatoren auseinander.Google Scholar
  4. 5.
    Forschungssystematisch ist hier zu unterscheiden zwischen Analysen, die den Einfluß von Präsentationsmerkmalen auf das Verstehen und Behalten untersuchen, und Analysen, die aus einem Agenda-Setting-Ansatz heraus die Thematisierungsleistungen von Fernsehnachrichten erfassen; vgl. Brosius 1989.Google Scholar
  5. 6.
    Ein weiter gefaßter Begriff von Traditionalisierung meint damit auch innerhalb einer einzelnen Meldung die Bezugnahme auf das Aktuelle (was hat sich ereignet?), Historisches (gab es ähnliches bereits schon einmal oder steht das Ereignis in einem Zusammenhang zu Vergangenem?) oder Zukünftiges (welche Konsequenzen könnte das Ereignis haben?); vgl. Fürsich 1994Google Scholar
  6. 7.
    Gestaltungselemente oder -komponenten, die man eher der Unterhaltung denn der Information zuordnen kann, sind beispielsweise: Zeitlupen, Zeitraffer, Aufnahmen aus extremen Detail- oder Übersichtsperspektiven, Trickdarstellungen sowie „schöne“, erotische, gewalttätige Szenen, Szenerien vorwiegend parasozialer Interaktion, Furcht, Trauer, Angst, Ekel etc.Google Scholar
  7. 8.
    Beispielsweise gibt es Hinweise darauf, daß die Vermischung von Information und Unterhaltung nicht zwangsläufig zu geringerer Informationsvermittlung führt, ja es scheint, als würde eine gemäßigte „unterhaltende Verpackung“ Rezeptionsleistungen sogar fördern können; vgl. Brosius 1989.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1998

Authors and Affiliations

  • Miriam Meckel
  • Klaus Kamps

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