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Schlußbetrachtungen

  • Klaus Melsheimer
Part of the Staat und Politik book series (STOPP, volume 11)

Zusammenfassung

Die Bestrebungen um eine Ersetzung der Sicherungsübereignung durch ein Registerpfandrecht sind vor dem Ersten Weltkrieg gekennzeichnet durch die grundsätzlich stärkere Stellung des Geldkreditgebers, d. h. daÜ allgemein nur Geldkredite gesichert vergeben wurden. Hierbei muÜ berücksichtigt werden, daÜ sich die Lieferanten bei Verkäufen gegen Zahlungsziel — sofern man von gewissen Industriezweigen wie dem Maschinenbau absieht — noch nicht das Eigentum an den Waren vorzubehalten pflegten, jedoch durch die Kundenwechsel im Regelfall gleichsam eine Sicherung ihrer Kaufpreisforderung in den Händen hatten. Kollisionen in gröÜerem Umfange traten daher nur beim Ansteigen von Insolvenzfällen im Verlaufe von Krisen auf, wie es die Depression von 1908–1910 gezeigt hatte. Darüber hinaus waren Schwierigkeiten im Einzelfalle durch die noch nicht genügend differenzierte Ausbildung der Sicherungsübereignung bedingt. Hier schaffte die Rechtsprechung in den nächsten Jahrzehnten Abhilfe. Die eigentliche Problematik der Sicherungsübereignung lag auf dem Gebiet der Kreditsicherung des Kleingewerbes und der sonstigen Bevölkerungsklassen. Sie war hier ein Ausdruck der groÜen Strukturkrise, in die der Mittelstand durch die erste und die beginnende zweite industrielle Revolution geraten war. GroÜe Teile des Handwerks und der sonstigen Kleingewerbetreibenden waren gezwungen, bei dem Übergang der deutschen Volkswirtschaft zu einer Industriegesellschaft rationellere Produktions-und Distributionsformen zu übernehmen. Für den Schritt von vorindustriellen Produktionsweisen und Betriebsformen fehlte diesen Gewerbekreisen aber gröÜtenteils das Kapital, das zu sparen sie allein auch nicht in der Lage waren. Sie beschafften sich daher oft gegen erhebliche Zinskosten die benötigten Kapitalien auf Kredit, ohne jedoch den Erfordernissen der modernen Wirtschaft an rationeller Organisation und Kalkulation sowie neuzeitlicher Produktionsweise zu entsprechen. Die Anpassungsschwierigkeiten führten daher groÜe Teile dieser mittelständischen Schichten in eine ökonomisch verzweifelte Lage.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1967

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  • Klaus Melsheimer

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