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Ätherintheorie. Radikaltheorie

  • Edv Hjelt

Zusammenfassung

Das Wort Radikal ist uns oft im vorhergehenden begegnet. Darunter verstand man das Atom oder die Atomgruppe, die in den Sauerstoffverbindungen an den Sauerstoff gebunden ist, „der von Sauerstoff befreite Rest eines Körpers“. Schwefel und Phosphor waren die Radikale der Schwefelsäure und der Phosphorsäure. Schon Lavoisier hatte die organischen Verbindungen als Oxyde von Radikalen bezeichnet, die aus wenigstens zwei Elementen zusammengesetzt sind, und auch nach Berzelius schien der Hauptunterschied in der Zusammensetzung zwischen den anorganischen und organischen Verbindungen darin zu bestehen, daß jene einfache, diese zusammengesetzte Radikale enthielten. Eine weitere Konsequenz wurde aber aus dieser allgemeinen Vorstellung nicht gezogen. Eine bestimmtere und realere Form erhielt dieser Begriff durch Untersuchungen über die Cyanverbindungen, vor allem durch die von Gay-Lussac 1815 ausgeführten, aus denen hervorging, daß das aus Kohlenstoff und Wasserstoff zusammengesetzte Radikal (Cyanogen) sich ganz wie ein Element verhält und aus der einen Verbindung in die andere übergeht, ja sogar in freier Form abgeschieden werden kann. Die Cyanverbindungen hatten aber damals noch nicht ihren rechten Platz unter den organischen Verbindungen gefunden. Aus diesem Radikalbegriff ging die erste umfassende Theorie für die innere Zusammensetzung der organischen Verbindungen hervor. Dies geschah im Jahre 1832 durch Liebig und Wöhler.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1916

Authors and Affiliations

  • Edv Hjelt
    • 1
  1. 1.Universität HelsingforsHelsingforsFinland

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