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Zusammenfassung

  • Walther Pribilla
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Part of the Forschungsberichte des Landes Nordrhein-Westfalen book series (FOLANW, volume 1340)

Zusammenfassung

Wie die bisherigen Ausführungen und die Beispiele zeigen, ist es möglich, durch die Anwendung von radioaktivem Chrom und Eisen Hinweise auf die Destruktion und Produktion der Erythrozyten zu erhalten. Die Cr51-Methoden geben dabei den Aufschluß über den Erythrozytenabbau. Dabei werden die scheinbare halbe Erythrozytenlebensdauer unter Verwendung von markierten Erythrozyten und der Hämolyseort durch Messung der Cr51-Radioaktivität an der Körperoberfläche bestimmt. Die Fe59-Methoden geben dagegen in erster Linie Auskunft über die Erythrozytenproduktion. Bestimmt werden das Plasmaeisen-Turnover, die Eiseninkorporation in die Erythrozyten und der Ort der Erythrozytenproduktion durch Messung der Radioaktivität an der Körperoberfläche, wobei die zuletzt genannte Methode unter Umständen auch Hinweise auf den Ort der Hämolyse geben kann (insbesondere bei gesteigertem lienalem Blutabbau). Alle diese Methoden haben Fehlermöglichkeiten und Grenzen, die ihre Zuverlässigkeit und klinische Wertigkeit einschränken. Das gilt besonders für die Bestimmung der scheinbaren halben Erythrozytenlebensdauer mit Cr51-markierten Erythrozyten. Mit diesem Verfahren wird nicht die tatsächliche Erythrozytenlebensdauer gemessen, da die mit dieser Methode gemessene Zeit zwar durch die Absterbefrequenz der Erythrozyten wesentlich, aber durchaus nicht ausschließlich beeinflußt wird. Dies trifft in besonders starkem Maße für pathologische Verhältnisse zu. Es ist zu hoffen, daß zur Bestimmung der Erythrozytenlebensdauer ein zuverlässigeres Verfahren entwickelt werden kann. Der Vorteil des Chromverfahrens ist seine technisch leichte Durchführbarkeit und die Tatsache, daß das radioaktive Chrom weitgehend aus dem Körper ausgeschieden wird. Als sehr brauchbar hat sich das Verfahren auch bei der Indikationsstellung zur Splenektomie bei hämolytischen Anämien erwiesen. Eine starke Aktivitätsanreicherung über der Milz spricht für eine lienale Hämolyse und damit im allgemeinen für einen günstigen Effekt der Splenektomie; doch kommen sowohl falsche positive wie auch falsche negative Resultate vor. Von den Fe59-Methoden ist die Feststellung der Inkorporationsrate ein guter Indikator für die effektive Erythropoese, obschon die gleiche Information wohl auch durch die Bestimmung der Retikulozytenzahl gewonnen werden kann. Schwer deutbar ist u. U. der Plasmaeisen-Turnover-Wert. Unter normalen Verhältnissen wird der Eisenumsatz vorwiegend durch die Produktionsaktivität der erythropoetischen Gewebe bestimmt, unter pathologischen Bedingungen kann die Größe des Plasmaeisen-Turnovers aber durch Austausch mit dem Depoteisen oder andere Einflüsse in oft schwer übersehbarer Weise beeinflußt werden. Der Produktionsort der Erythrozyten kann dagegen durch Messung der Fe59-Radioaktivität an der Körperoberfläche meist zuverlässig bestimmt werden, was besonders bei einer extramedullären Erythropoese von Wert sein kann. Alle Methoden können nur sinnvoll angewandt werden, wenn die mit konventionellen hämatologischen Verfahren bestimmten Werte — Zahl der Erythrozyten und Retikulozyten, Serumeisen, Bilirubin des Serums, Untersuchung des Knochenmarks usw. — zur Verfügung stehen. Die mit den Isotopen festgestellten Daten haben also nur einen zusätzlichen informatorischen Wert für die hämatologische Diagnostik, der u. U. allerdings recht groß sein kann.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag, Köln und Opladen 1964

Authors and Affiliations

  • Walther Pribilla
    • 1
  1. 1.Medizinische KlinikStädtischen Krankenanstalten Köln-MerheimDeutschland

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