Advertisement

Hauptteil

Die deutsche Tafelglasindustrie
  • Hans Riepen
Chapter
  • 12 Downloads

Zusammenfassung

Das ökonomische Prinzip, das die Wirtschaft in weitestgehendem Maße beherrschen soll, verlangt die Anlage des industriellen Standortes in der Weise, daß diejenigen Kostenelemente, die auf den Standort reagieren, ein Minimum erreichen. Das Zusammentreffen aller günstigen Faktoren an einem Punkte wird wohl nie oder nur in seltensten Ausnahmefällen zur Tatsache werden. Für die Industrie handelt es sich also darum, die für sie jeweils günstigsten Plätze als Standort zu wählen. Der Standort tendiert demnach auf den Kostenminimalpunkt. Für die Wahl des industriellen Standortes ergeben sich hauptsächlich zwei Möglichkeiten. Entweder wird man den industriellen Produktionsprozeß an den Konsumort verlegen, oder aber das Material- bzw. Kraftstofflager als Standort wählen. Entscheidend für die Wahl sind die Transportkosten der zu bewegenden Gütermengen. Werden Ubiquitäten, d. h. praktisch überall vorhandene Materialien allein verwandt, so wird der Produktionsplatz am Konsumorte fixiert, da die Materialien dort gewonnen und verarbeitet werden können, ohne daß Transportkosten entstehen 1). Nach Weber 2) läßt sich allgemein theoretisch sagen, daß der Kampf des Konsumortes mit den Materiallagern um die Nähelage des Standortes entschieden wird durch das Verhältnis der in die Produktion eingehenden Ubiquitäten zu den bei ihr erfolgenden Gewichtsverlusten. Unter Gewichtsverlustmaterialien versteht Weber im Gegensatz zu den Reinmaterialien, die mit ihrem ganzen Gewichtsumfange in das Produkt eingehen, solche Stoffe, die bei der Produktion mehr oder weniger große Verluste erleiden; den extremsten Fall bilden die Kraftstoffe, die nur mit ihrem Umformungseffekt im Produkt auftreten, jedoch gewichtsmäßig nicht nachweisbar sind.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Notes

Literatur

  1. 1).
    Weber, Industrielle Standortslehre, im Grundriß der Sozialökonomik, VI. Abt., 2. Aufl., S. 64. Tübingen 1923.Google Scholar
  2. 1).
    E. v. Vopelius, Entwicklungsgeschichte der Glasindustrie Bayerns bis 1806, S. 2 u. 3. Stuttgart 1895.Google Scholar
  3. 3).
    Benrath, Die Glasfabrikation, S. 366. Braunschweig 1875.Google Scholar
  4. 1).
    Gothein, Wirtschaftsgeschichte des Schwarzwaldes und der angrenzenden Landschaften, S. 808 u. 809. Straßburg 1892.Google Scholar
  5. 2).
    Soníbart, Der moderne Kapitalismus, 6. Aufl., I. Bd., 2. Halbbd., S. 862. München und Leipzig 1924.Google Scholar
  6. 3).
    Klein, Die jüngste Entwicklung der mechanischen Tafelglasbläserei nach dem Sievert-Verfahren, S. 46. Dresden 1917.Google Scholar
  7. 4).
    Lauer, Die Glasindustrie im Saartal, S. 71. Braunschweig 1922.Google Scholar
  8. 1).
    Horn, Geschichte der Glasindustrie und ihrer Arbeiter, S. 29. Stuttgart 1903.Google Scholar
  9. 2).
    Grossmann, Die technische Entwicklung der Glasindustrie in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung, S. 10. Leipzig 1908.Google Scholar
  10. 2).
    Häfele, Die Off enburger Glasindustrie, Diss. Heidelberg, 1924, S.12 u. 13.Google Scholar
  11. 4).
    Lieberg, Die deutsche Glasindustrie im 20. Jahrhundert, Diss. Göttingen, 1923, S. 24.Google Scholar
  12. 1).
    Thünen-Archiv, Organ für exakte Wirtschaftsforschung, herausgegeben von Prof. Dr. R. Ehrenberg, II. Bd., 2. Heft: Regenerativofen und Arbeiterbewegung in der deutschen und englischen Grünglas-Industrie, S. 18.Google Scholar
  13. 2).
    Glasindustrie-Kalender 1912, herausgegeben von Dr. E. Tscheuschner, Leipzig, S. 71.Google Scholar
  14. 1).
    Glasindustrie-Kalender 1912, herausgegeben von Dr. E. Ts ehe u s e h n e r, Leipzig, S. 73.Google Scholar
  15. 1).
    Näheres siehe Eugen Klein, Die jüngste Entwicklung der mechanischen Tafelglasbläserei nach dem Sievertverfahren. Dresden 1917.Google Scholar
  16. 1).
    Eberhard Gothein, Wirtschaftsgeschichte des Schwarzwaldes und der angrenzenden Landschaften, Bd. I, 5. 807. Straßburg 1892.Google Scholar
  17. 1).
    Belgiens Volkswirtschaft, herausgegeben von Hans Gehrig und Heinrich Waentig, S.167. Leipzig und Berlin 1918.Google Scholar
  18. 2).
    M. v. Vopelius, a. a. O. S.36; Otto Flory, Die Geschichte der Glasindustrie in Lothringen, Jahrb. der Gesellsch. für lothring. Geschichte und Altertumskunde, 23. Jahrg., 1911, S. 244; Lauer, a. a. O. S. 128.Google Scholar
  19. 1).
    Denkschrift des Fachverbandes der Tafelglasindustrie zur Zollvorlage, vom 9. Januar 1925.Google Scholar
  20. 1).
    Grundfragen der neuen deutschen Handelspolitik, S.49. München und Leipzig 1925.Google Scholar
  21. 2).
    Harms auf der Stuttgarter Tagung 1924; siehe Grundfragen der neuen deutschen Handelspolitik, a. a. O. S. 73.Google Scholar
  22. 2).
    Näheres über den Inhalt des Vertrages siehe W. Siebel, Die Syndikatsbewegung in der deutschen Tafelglasindustrie unter besonderer Berücksichtigung der westdeutschen Hütten, Diss. Köln, 1922, S. 29.Google Scholar
  23. 1).
    Annener Glasfabrik Utermann & Co., Historisch-biographische Blätter „Die Provinz Westfalen“, S. 3. Ecksteins biographischer Verlag, Berlin.Google Scholar
  24. 2).
    Festschrift zur 25 jährigen Jubelfeier der Rheinisch -Westfälischen Glashütten m. b. H., 1886–1911, S. 5.Google Scholar
  25. 3).
    Näheres, über die Verfassung siehe W. Siebei, a. a. O. S. 42 ff.Google Scholar
  26. 1).
    Festschrift zur 25jährigen Jubelfeier der Rheinisch -Westfälischen Glashütten m. b. IL, 1886–1911, S. B.Google Scholar
  27. 1).
    Vgl. Werner Sombart, Der moderne Kapitalismus, 6. Aufl., S. 823. München und Leipzig 1924.Google Scholar
  28. 2).
    Den Ausführungen ist der Rahmentarif vom 27. April 1926 zugrunde gelegt.Google Scholar
  29. 1).
    Schreiben des Fachverbandes an das Reichsarbeitsministerium vom 16. Mai 1927.Google Scholar
  30. 1).
    G. K. Anton, Die Fabrikgesetzgebung. In Schmollers Forschungen, Bd. XI, S. 16. Leipzig 1891.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1929

Authors and Affiliations

  • Hans Riepen
    • 1
  1. 1.Seminar für HandelsbetriebslehreUniversität KölnDeutschland

Personalised recommendations