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Der Einmarsch deutscher Truppen in die entmilitarisierte Zone am Rhein im März 1936

Ein Beitrag zur Vorgeschichte des zweiten Weltkrieges
  • Max Braubach
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Part of the Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen book series (AFLNW, volume 54)

Zusammenfassung

Am 7. März 1936 rückten deutsche Truppenabteilungen in die rheinischen Gebiete im Westen des deutschen Reiches ein, die gemäß den Bestimmungen des Friedens von Versailles und auch gemäß den von Deutschland mit den Westmächten im Locarnovertrag von 1925 getroffenen Vereinbarungen entmilitarisiert sein sollten. Da weder sofort eine Gegenaktion erfolgte noch die in London zusammentretenden Delegierten der Signatarmächte von Locarno und des Völkerbundrates über papierne Proteste und unerfüllt bleibende Forderungen hinausgelangten, war das in Deutschland fast allenthalben lebhaft begrüßte, aber auch in weiten Kreisen des Auslandes als unabwendbar hingenommene oder sogar gebilligte Ergebnis die tatsächliche Herstellung der vollen Souveränität des Reiches über sein gesamtes Territorium bis unmittelbar an die Grenzen Frankreichs, Luxemburgs, Belgiens und Hollands. Die Aufmerksamkeit der Welt wurde bald durch andere Ereignisse, durch die Auseinandersetzungen um Abessinien und um Spanien gefesselt, und was dann vollends seit Beginn des Jahres 1938 durch das Ausgreifen Hitlers gegen Osten geschah, mochte bei vielen Zeitgenossen jene Frühjahrsüberraschung von 1936 in Vergessenheit geraten lassen: war sie nicht ein belangloses Ereignis im Vergleich mit dem Anschluß Osterreichs an das Reich, mit der Sudetenkrise und ihrer überraschenden Lösung in München, weiter dann mit der Zertrümmerung der Resttschechei und endlich der die Kriegskatastrophe auslösenden dramatischen Entwicklung des deutsch-polnischen Gegensatzes! Und doch haben kluge Beobachter schon damals und erst recht später gerade in jenen Vorgängen des März 1936 den entscheidenden Einschnitt für die verhängnisvolle Richtung erkennen wollen, die Europas Weg nahm.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. L. B. Namier, Europe in Decay, A Study in Disintegration 1936–1940, 1950, S. 10.Google Scholar
  2. 2.
    L. Noël, Une Ambassade â Varsovie 1935–1939, L’Agression Allemande contre la Pologne, 1946, S. 135.Google Scholar
  3. 3.
    H. L. Roberts in G. A. Craig and F. Gilbert, The Diplomats 1919–1939, 1953, S. 596.Google Scholar
  4. 4.
    W. S. Churchill, Der zweite Weltkrieg, I, Der Sturm zieht auf, 1949, S. 242. Nach W. Frhr. v. Rheinbaben, Viermal Deutschland, Aus dem Erleben eines Seemanns, Diplomaten, Politikers 1895–1954, 1954, S. 346, „bedeutete das schwächliche Verhalten Frankreichs und Englands bei der unzweifelhaften Vertragsverletzung durch Hitlers Einmarsch ins Rheinland die entscheidende Ermutigung zum Kriege“. Siehe auch das Urteil des Schweizer Historikers L. v. Murait, Bismarcks Verantwortlichkeit, 1955, S. 123/24: „Als 1936 Hitler die Rheinlande besetzte und damit die Locarno-Verträge flagrant verletzte, durften sich die westlichen Großmächte eigentlich so etwas nicht gefallen lassen. Indem sie es zuließen, erfüilten sie die verantwortliche Pflicht nicht, die sie im Gesamtbereich des Zusammenlebens der Mächte hätten erfüllen sollen. Ein rascher Gegenangriff hätte vielleicht eine größere Katastrophe verhindert.”Google Scholar
  5. 5.
    O. Meissner, Staatssekretär unter Ebert—Hindenburg—Hitler, Der Schicksalsweg des deutschen Volkes von 1918–1945, wie ich ihn erlebte, 1950, S. 413; O. Dietrich, Zwölf Jahre mit Hitler, 1955, S. 44.Google Scholar
  6. 6.
    Neben den Memoiren von Flandin, Paul-Boncour, François-Poncet, Noël, Gamelin sind vor allem Bericht und Protokolle des Untersuchungsausschusses der französischen Nationalversammlung heranzuziehen: Assemblée Nationale, Session de 1947, Rapport fait au Nom de la Commission chargée d’enquêter sur les événements survenues en France de 1933 à 1945, I u. II (i. f. zitiert unter Rapport). Siehe dazu P. Dhers, Du 7 mars 1936 à l’Ile d’Yeu ( Notres sur quelques travaux de la Commission parlementaire d’Enquête ), Revue d’Histoire de la deuxième Guerre mondiale, II, 1952, S. 17–20.Google Scholar
  7. 7.
    In den bisher vorliegenden Darstellungen zur Vorgeschichte des zweiten Weltkrieges werden die Vorgänge des März 1936 meist nur kurz dargestellt: E. Kordt, Wahn und Wirklichkeit, Die Außenpolitik des Dritten Reiches, 1947, S. 74–79; H. Holldack, Was wirklich geschah, Die diplomatischen Hintergründe der deutschen Kriegspolitik, S. 27–30; M. Baumont, La Faillite de la Paix (1918–1939), Peuples et Civilisations, Histoire Générale, XX, 1946, S. 680–682; W. P. Potjomkin, Geschichte der Diplomatie, III, Die Diplomatie in der Periode der Vorbereitung des zweiten Weltkrieges (1919–1939), 1947, S. 638–647; G. Salvemini, Prelude to World War II, 1953, S. 432–438; A. Bullock, Hitler, Eine Studie über Tyrannei, 1953, S. 340–346. Siehe auch M. Toscano, Origini e Vicende Diplomatiche della seconda Guerra Mondiale, Comitato Internazionale di Scienze Storiche, X Congresso Internazionale di Scienze Storiche, Roma 4–11 Settembre 1955, Relazioni, Vol. V, Storia Contemporanea, S. 28.Google Scholar
  8. 8.
    Art. 42–44 des Versailler Vertrags, Artikel 2 des Vertrags von Locarno.Google Scholar
  9. 9.
    Zur deutschen Aufrüstung siehe G. Castellan, Le Réarmement clandestin du Reich 1930–1935, vu par le 2e Bureau de l’Etat-Major Français, 1954; B. Mueller-Hillebrand, Das Heer 1933–1945, Entwicklung des organisatorischen Aufbaues, I, Das Heer bis zum Kriegsbeginn, 1954.Google Scholar
  10. 10.
    Zu Stresa siehe P.-E. Flandin, Politique Française 1919–1940, 1947, S. 171–176; H. Lagardelle, Mission a Rome, Mussolini, 1955, S. 122–127.Google Scholar
  11. 11.
    Rede Hitlers vom 21. Mai 1935. Vgl. A. J. Toynbee, Survey of International Affairs 1935, I, 1936, S. 169–174.Google Scholar
  12. 12.
    Siehe die Darstellung und Rechtfertigung des deutsch-englischen Flottenpakts bei S. Hoare (Viscount Templewood), Neun bewegte Jahre, Englands Weg nach München, 1955, S. 124–135. Auf England mag übrigens die Besorgnis eingewirkt haben, daß sich aus der zu Beginn des Jahres erfolgten Annäherung zwischen Frankreich und Italien und dem inzwischen erfolgten Abschluß des französisch-russischen Paktes eine für Englands Einfluß nachteilige Entwicklung auf dem Kontinent ergeben könnte. Vgl. U. Eicbstädt, Von Dollfuß zu Hitler, Geschichte des Anschlusses CSsterreichs 1933–1938, 1955, S. 85. Siehe auch unten Anm. 79.Google Scholar
  13. 13.
    Hoare S.136–160; Lagardelle S. 135–171; A. Mallet, Pierre Laval, I, Des Années obscures â la Disgrâce du 13 Décembre 1940, S. 96–112.Google Scholar
  14. 14.
    Vgl. P. Reynaud, Au Coeur de la Mêlée 1930–1945, 1951, S. 71–81; Mallet I, S. 82–89.Google Scholar
  15. 15.
    Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof Nürnberg 14. November 1945 bis 1. Oktober 1946, 1947/49 (i. F. abgek. IMT), II, S. 261, 379–383, V, S. 38, IX, S. 113, 560–562, XXXVI, S. 410–437.Google Scholar
  16. 16.
    Rapport II, S. 469–481.Google Scholar
  17. 17.
    Aussagen Görings, Neuraths, Paul Schmidts und Jodls in Nürnberg: IMT IX, S. 321/22, 560, X, S. 247, XV, S. 386, XVI, S. 684. Siehe auch J. v. Ribbentrop, Zwischen London und Moskau, Erinnerungen und letzte Aufzeichnungen, 1953, S. 78; Dietrich S. 44.Google Scholar
  18. 18.
    Note der Reichsregierung an die Signatarmächte des Locarnovertrags vom 25. Mai 1935. Weltgeschichte der Gegenwart in Dokumenten, III, 1935/36, hrsg. v. W. Frauendienst, 31944, S. 296–299.Google Scholar
  19. 19.
    Was F. Hesse, Das Spiel um Deutschland, 1953, S. 52–57, über die Motive und Ziele von Hitlers Entschluß berichtet, ist unwahrscheinlich. Auf der einen Seite behauptet er, daß Hitler über die Aktion seit einem Jahre unaufhörlich mit seinen außenpolitischen Beratern diskutiert habe, wofür uns sonst kein Beleg vorliegt. Dann aber soll ihn der Glaube, daß wegen Abessiniens ein großer Konflikt zwischen den Westmächten bevorstehe, bewogen haben, „Sicherungsmaßnahmen zur Verteidigung des Reiches“ zu ergreifen. Wenn die Rede davon ist, daß ein Brief Mussolinis ihn dazu ermuntert habe, so wird weiter als letzter Anstoß für sein Vorgehen der ihm durch die „Schwatzhaftigkeit” der Italiener bekanntwerdende Inhalt von Verhandlungen zwischen den Westmächten in Genf und London im Januar und Februar 1936 bezeichnet, wonach England gegen Zugeständnisse in der Sanktionsfrage sich bereitgezeigt habe, ein Abkommen gegen eine etwaige Besetzung des Rheinlandes durch Hitler zu treffen; er habe darauf geglaubt, schleunigst handeln zu müssen, ehe diese Abmachung perfekt würde. S.ehe zur Unzuverlässigkeit der Erzählungen von Hesse H. Krausnick, Legenden um Hitlers Außenpolitik, Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, II, 1954, S. 217–239. M. Braubach, Neue Veröffentlichungen zur Zeitgeschichte, Historisches Jahrbuch 75, 1956, S. 233–236.Google Scholar
  20. 20.
    F. Hoßbach, Zwischen Wehrmacht und Hitler 1924–1938, 1949, S. 97. — Zur Winterolympiade vgl. G. Rühle, Das Dritte Reich, Dokumentarische Darstellung des Aufbaues der Nation, Das vierte Jahr 1936, 1937, S. 181; Schulthess’ Europäischer Geschichtskalender 77, NF. 52, 1937, S. 22 /23, 577.Google Scholar
  21. 21.
    v. Ribbentrop S. 80.Google Scholar
  22. 22.
    E. Kordt, Nicht aus den Aktenchrw(133), Die Wilhelmstraße in Frieden und Krieg, Erlebnisse, Begegnungen und Eindrücke 1928–1945, 1950, S. 129.Google Scholar
  23. 23.
    Hoßbach a. a. O. — A. J. Toynbee, Survey of International Affairs 1936, 1937, S. 259, 577, berichtet von mehreren Reisen Hassells zwischen Deutschland und Italien im Laufe des Februar, in denen er ein deutliches Zeichen der Annäherung der beiden Länder sieht. Nach seinen Angaben ist Hassell nach einer Unterredung mit Mussolini am 18. von Rom wieder nach Berlin gefahren, um nach seiner Rückkehr am 24. wieder von Mussolini empfangen zu werden. Nach Lagardelle, S. 229, wäre Mussolini jedoch von der Absicht des deutschen Einmarsches in die Rheinlande nicht unterrichtet worden.Google Scholar
  24. 23a.
    Freundliche Mitteilung von Gesandten a. D. Dr. Dirk Forster, Deisenhofen bei München. Danach empfing Hitler ihn mit den Worten, daß es ihm den Kopf kosten würde, wenn er nicht unbedingtes Stillschweigen bewahre, und stellte dann viele in Einzelheiten gehende Fragen nach den politischen Verhältnissen in Frankreich. Forster hat die Frage, ob er angesichts der von ihm geschilderten Schwäche der nur als Notlösung bis zu den Neuwahlen im Frühjahr geltenden Regierung Sarraut einen Erfolg des geplanten Unternehmens garantieren könne, entschieden verneint, da für die französische öffentliche Meinung die Entmilitarisierungsbestimmungen das Kernstück des Verhältnisses zu Deutschland seien, worauf Hitler immer gereizter und sarkastischer wurde. — Forster war seit dem Tode des Botschafters Köster Ende 1935 Geschäftsträger in Paris und blieb es bis zum Dienstantritt des neuen Botschafters Grafen Welczek im Mai 1936.Google Scholar
  25. 24.
    Vgl. die Bemerkung bei Toynbee, Survey 1936, S. 258: “The project was said to have been supported by General Göring and Dr. Goebbels and to have been strongly opposed on economic and political grounds by Dr. Schacht and by Herr von Neurath, and on military grounds by General von Blomberg.” Hinsichtlich Neuraths traf dieses Gerücht kaum zu.Google Scholar
  26. 25.
    v. Ribbentrop S. 78.Google Scholar
  27. 26.
    L. Graf Schwerin v. Krosigk, Es geschah in Deutschland, Menschenbilder unseres Jahrhunderts, 1951, S. 310.Google Scholar
  28. 27.
    Siehe die Aussagen Neuraths in Nürnberg, IMT XVI, S. 684/85; ebenda die Außerungen Schmidts und Diedchoffs: X, S. 247/48, XVII, S. 50/51, 140.Google Scholar
  29. 28.
    Hoßbach S. 97. Siehe auch die Aussage Mansteins in Nürnberg, IMT XX, S. 657: „Ich weiß, daß sich damals der Reichskriegsminister und der Generaloberst von Fritsch dieser Frage gewarnt haben“. Vgl. ferner die Tagebucheintragung des amerikanischen Journalisten Shirer unter dem 8. März: ”Apparently Fritsch (commander-in-chief of the Reichswehr) and most of the generals opposed the move, but Blomberg, who has a blind faith in the Führer and his judgment, talked them into it. It may be that Fritsch, who loves neither Hitler nor the Nazi regime, consented to go along on the theory that if the coup failed, that would be the end of Hitler; is it succeeded, then one of his main military problems was solved“; W. L. Shirer, Berlin Diary, The Journal of a Foreign Correspondent 1934–1941, 1943, S. 45.Google Scholar
  30. 29.
    Vgl. Shirer S. 42, 44.Google Scholar
  31. 30.
    IMT XV, S. 386.Google Scholar
  32. 31.
    IMT XX, S. 657.Google Scholar
  33. 32.
    Frhr. Geyr von Schweppenburg, Erinnerungen eines Militärattachés, London 1933–1937, 1949, S. 80.a Während, wie wir sahen, der deutsche Geschäftsträger in Paris unterrichtet war, scheint der Botschafter in London v. Hoesch nicht eingeweiht worden zu sein. Vgl. Geyr v. Schweppenburg ebendaGoogle Scholar
  34. 33.
    Shirer S. 44: “Saturday is Hitler’s day all right: the blood purge, conscription, today — all Saturday affairs”. Siehe auch A. François-Poncet, Souvenirs d’une Ambassade â Berlin Septembre 1931 —Octobre 1938, 1946, S. 251: «De nouveau, Hitler a pris sa décision en mars, et un samedi; le samedi est un jour avantageux, parce que, le dimanche, qui le suit, étant jour de congé, les mouvements de l’adversaire en sont gênés. »Google Scholar
  35. 34.
    Vgl. Weltgeschichte in Dokumenten, III, S. 320–322; IMT XL, S. 506–509; Toynbee, Survey, S. 257. Ober die näheren Umstände des Interviews und die Gründe der Verzögerung seiner Veröffentlichung siehe Reynaud S. 85/86; O. Abetz, Das offene Problem, Ein Rückblick auf zwei Jahrzehnte deutscher Frankreichpolitik, 1951, S. 78.Google Scholar
  36. 35.
    IMT XVI, S. 684.Google Scholar
  37. 36.
    Ambassador Dodd’s Diary 1933–1938, ed. b. W. E. Dodd, Jr., and M. Dodd, 1941, S. 321/22, 329/30. Dodd war empört, daß Neurath in einer späteren Unterredung am 18. März sich an seine früheren Eröffnungen nicht mehr zu erinnern schien: “He was suave and smiling as if everything he had discussed with me February 29 had worked out according to his advice. He even denied what he told me on the former occasion, namely, that he was urging a diplomatic solution of the Rhine demilitarization matter. I suppose it is impossible to trust even the more conservative members of the government”.Google Scholar
  38. 37.
    François-Poncet S. 250. Siehe auch Meissner S. 409, der in den Äußerungen Hitlers ein Abrücken von den Jouvenel gegebenen versöhnlichen Erklärungen sieht.Google Scholar
  39. 38.
    IMT XX, S. 657 — Toynbee, Survey, S. 260, führt übrigens in Berlin nach der Aktion kursierende Mitteilungen an, daß ursprünglich der 13. März für die Versammlung des Reichstages und den Einmarsch bestimmt gewesen sei, man dann aber auf Grund von Nachrichten aus Paris und Genf im letzten Augenblick den Termin vorverlegt habe. Siehe auch Dodd S. 323; Shirer S. 39.Google Scholar
  40. 39.
    IMT XXXIV, S. 645–647. Siehe auch Holldack S. 282./83.Google Scholar
  41. 40.
    Es handelt sich um die Generalkommandos in Münster, Kassel und Stuttgart. Siehe Mueller-Hillebrand S. 131; Benoist-Méchin, Histoire de l’Armée Allemande, II, De la Reichswehr l’Armée Nationale (1919–1938), 1938, S. 605.Google Scholar
  42. 41.
    IMT XXXI V, S. 780–782.Google Scholar
  43. 42.
    Die Zahl von 19 Bataillonen und 13 Artillerieabteilungen mit insgesamt 30 000 Mann findet sich übereinstimmend bei Benoist-Me’chin S. 644 und Meissner S. 410. Toynbee, Survey, S. 262, nennt die gleiche Anzahl von Bataillonen und Abteilungen, die er aber auf ungefähr 35 000 Mann schätzt. Nach der Aussage Jodls in Nürnberg, IMT XV, S. 387, wurde das Rheinland im ganzen mit rund einer Division besetzt, von der je ein Bataillon nach Aachen, Trier und Saarbrücken vorgeschoben wurde. Von der Transportbewegung von etwa 90 Zügen spricht Ho fibach S. 97. Zur Beteiligung der Landespolizei siehe Castellan S. 377.Google Scholar
  44. 43.
    Vgl. B. v. Lossberg, Im Wehrmachtsführungsstab, Bericht eines Generalstabsoffiziers, 1949, S. 11.Google Scholar
  45. 44.
    Dodd S. 320, 323; Shirer S. 39/40.Google Scholar
  46. 45.
    François-Poncet S. 250: « Il a le teint plus animé, les yeux plus brillants que d’habitude; il est nerveux, agité, troublé; il a l’air fort impatient et fort mécontent ».Google Scholar
  47. 46.
    Nach Toynbee, Survey, S. 258, hat am 6. März eine Beratung Hitlers mit führenden Regierungsmitgliedern und Spitzen der Wehrmacht stattgefunden.Google Scholar
  48. 47.
    Weltgeschichte in Dokumenten III, S. 332–336; Rühle S. 123–127.Google Scholar
  49. 48.
    Weltgeschichte in Dokumenten III, S. 337–358; Rühle S. 101–123.Google Scholar
  50. 49.
    Rapport II, S. 481/82, 488–491. Shirer S. 44: “Our Cologne correspondent phoned several times to give a description of the occupation. According to him, the German troops have given delirious receptions everywhere, the women strewing their line of march with flowers”. Dagegen berichtet Dobler, daß die Bevölkerung außerordentlich beunruhigt gewesen sei und auch die Truppen keinen Enthusiasmus gezeigt hätten. Vgl. über den Einmarsch auch Benoist-Méchin II, S. 643–645.Google Scholar
  51. 50.
    Rede Blombergs Rühle S. 127–133. Vgl. Shirer S. 45: “Hitler has got away with it! France is not marching. Instead it is appealing to the League! No wonder the faces of Hitler and Göring and Blomberg and Fritsch were all smiles this noon as they sat in the royal box at the State Opera and for the second time in two years celebrated in a most military fashion Heroes Memorial Day.” Ebenda S. 46/47 zu Blombergs Rede, die er als “a curious mixture of bluff, defiance, and glorification of militarism” bezeichnete. Zu der Behauptung, daß man keinen Defensivkrieg fürchte, bemerkt Shirer, daß man das am vorhergehenden Tage entschieden getan habe; “Blomberg”, so fährt er fort, “obviously on Hitler’s orders, went out of his way in a most unsoldierly way to silence rumours that the Reichswehr generals opposed the Rhineland occupation and have little sympathy for Nazism. I could almost see Fritsch wince when his chief denounced the ‘whispers in the outside world about relations between the Nazi Party and the army’.” Siehe auch die Mitteilungen von Philippe Barrès, der dem Staatsakt in der Oper beiwohnte, bei J. Paul-Boncour, Entre deux Guerres, Souvenirs sur la IIIe République, III, Sur les Chemins de la défaite 1935–1940, 1946, S. 28/29.Google Scholar
  52. 51.
    H. B. Gisevius, Bis zum bitteren Ende, I, 1947, S. 302.Google Scholar
  53. 52.
    Vgl. Kordt, Nicht aus,den Akten, S. 134; Geyr v. Schweppenburg, S. 88. Den bei Hesse S. 64 wiedergegebenen angeblichen Bericht des jungen Haushofer: „Ich habe nie eine derartige hysterische Angst und derartige Szenen für möglich gehalten, wie ich sie erlebt habe. Wenn nicht Neurath Hitler immer wieder beruhigt hätte, Hitler wäre längst aus dem Rheinland wieder heraus und hätte Rheinland Rheinland sein lassen“, wird man bei der Unzuverlässigkeit Hesses nicht ohne weiteres als glaubwürdig bezeichnen können.Google Scholar
  54. 53.
    Geyr v. Schweppenburg S. 88.Google Scholar
  55. 54.
    P. Schmidt, Statist auf diplomatischer Bühne 1923–45, Erlebnisse des Chefdolmetschers im Auswärtigen Amt mit den Staatsmännern Europas, 1949, S. 320. Vgl. auch Lossberg S. 11; Dietrich S. 45.Google Scholar
  56. 55.
    Hoflbach S. 97/98.Google Scholar
  57. 56.
    Vgl. u. a. W. Hofer, Die Entfesselung des zweiten Weltkrieges, Eine Studie über die internationalen Beziehungen im Sommer 1939, 1954, S. 91–104.Google Scholar
  58. 57.
    Vgl. die Aussage Jodls in Nürnberg IMT XV, S. 387: „Es kamen damals sehr ernste Meldungen von unseren Militär-Attachés aus London und Paris, deren Eindruck ich mich auch nicht entziehen konnte, und wir schlugen damals dem Feldmarschall Blomberg vor, doch vielleicht zu erörtern, diese drei Bataillone westrheinisch zurückzuziehen, wenn dafür die Franzosen etwa das Vier-und Fünffache von ihrer Grenze zurückziehen würden... Der Vorschlag ist dem Führer gemacht worden. Der Führer hat ihn aber abgelehnt. Er hat aber ganz schroff den Vorschlag des Generals Beck abgelehnt, zu erklären, daß wir das westrheinische Gebiet nicht befestigen würden.“ — Das Bestehen von Geheimbefehlen zum Rückzug bei französischer Gegenaktion behaupten Meissner S. 411 und Lossberg S. 11.Google Scholar
  59. 58.
    Ober das Telegramm vgl. Geyr v. Schweppenburg S. 86–88; S.-S. Fitz Randolph, Der Frühstücks-Attaché aus London, 1954, S. 31–35; Hofibach S. 98. Das genaue Datum, an dem dies Telegramm abgesandt wurde, läßt sich vorerst nicht feststellen. Nach Geyr wäre es nach einer dramatischen Parlamentsdebatte, die seines Erinnerns an einem Freitag stattfand, mit Wissen der Botschaft zustandegekommen. Ob damit die Unterhaussitzung von Montag, dem 9. März, in der Eden seine erste Erklärung zu dem Einmarsch abgab, gemeint ist oder ob es sich tatsächlich um einen viel späteren Termin handelt? Eine Sitzung mit Reden von Austen Chamberlain, Lloyd George und Churchill, wie sie Geyr schildert, hat nach den Angaben bei Toynbee, Survey, S. 315–318, erst am 26. März stattgefunden.Google Scholar
  60. 59.
    Geyr v. Schweppenburg und Hoßbach a. a. O.Google Scholar
  61. 60.
    Shirer S. 45.Google Scholar
  62. 61.
    Berichte Doblers an den Außenminister vom 30. Mai 1935 und 24. Januar 1936, an den Minister Mandel aus Brüssel vom 23. Februar 1936 in Rapport II, S. 474–481.Google Scholar
  63. 62.
    Noël S. 125/26. Über die Unterredung Becks mit Hitler am 3. Juli 1935 vgl. Comte J. Szembek, Journal 1933–1939, 1952, S. 104–106. Daß man in Frankreich selbst schon im Frühjahr 1935 mit entsprechenden Absichten Hitlers rechnete, zeigt auch die Absprache Flandins mit Mussolini in Stresa, wonach Frankreich bei Gefahr eines Anschlusses Osterreichs an Deutschland Italien 1 bis 2 Divisionen zur Verfügung stellen, dagegen Italien für den Fall eines deutschen Einmarschs in die Rheinlande sofort mehrere Luftgeschwader an die französische Ostgrenze schicken sollte. Vgl. Flandin S. 172; Lagardelle S. 118.Google Scholar
  64. 63.
    François-Poncet S. 248/49. Siehe auch Général Gamelin, Servir, II, Le Prologue du Drame (1930 — Août 1939), 1946, S. 176/77.Google Scholar
  65. 64.
    Toynbee, Survey, S. 254/55; Flandin S. 194/95.Google Scholar
  66. 65.
    Ebenda, S. 195–197; Rapport I, S. 136–146, III. S. 573/74; J. Beck, Dernier Rapport, Politique Polonaise 1926–1939, 1951, S. 112; Noël S. 126–129.Google Scholar
  67. 66.
    Grundlage für die Vorgänge in Paris bilden die Aussagen Flandins, Sarrauts, PaulBoncours und Maurins vor dem Untersuchungsausschuß der Nationalversammlung, Rapport I, S. 148–158, II, S. 388–390, III, S. 573–624, 643–655, 798–801, IV, S. 906–910, V, S. 1262–1268; dazu die betreffenden Abschnitte in den Veröffentlichungen von Flandin, Paul-Boncour, Reynaud, Gamelin. Siehe auch Toynbee, Survey, S. 266–271.Google Scholar
  68. 67.
    Flandins Haltung ist umstritten. Namier, der an seinen Memoiren scharfe Kritik übt (S. 9–33), zweifelt an seiner angeblichen Entschlossenheit zum Handeln: “his subsequent objurgations and imprecations seem to have been better calculated to establish his alibi for the future than to produce effective action” (S. 23). Siehe auch den Beitrag von E. R. Cameron über den Generalsekretär am Quai d’Orsay Alexis Saint-Léger Léger in Craig—Gilbert, The Diplomats, S. 388–390: “Léger believes that Flandin followed the ‘politique de complaisance’ from the start”.Google Scholar
  69. 68.
    Weltgeschichte in Dokumenten III, S. 362.Google Scholar
  70. 69.
    Gamelin II, S. 208–211.Google Scholar
  71. 70.
    Siehe auch die bei Szembek S. 158 wiedergegebenen Eindrücke des polnischen Generals Sosnkowski über die Lage in Paris nach der Bildung der Regierung Sarraut: « Sosnkowski a eu l’impression que tout le monde en France était absorbé aujourd’hui par l’évolution de la situation intérieure. Tout est envisagé du point de vue des partis et en fonction du résultat des futures élections. » Vgl. Dhers S. 20.Google Scholar
  72. 71.
    Szembek S. 103. Siehe ebenda S. 164 Äußerungen des polnischen Botschafters in Paris Lukasiewicz über die gefährlichen Tendenzen der sowjetischen Politik, die es für Polen zur absoluten Notwendigkeit machten, die Politik der Entspannung mit Deutschland fortzusetzen. — Im Hinblick auf die mögliche Einwirkung, die der russisch-französische Pakt auf eine für Deutschland günstige Haltung sowohl Polens als auch Englands (s. u.) gehabt hat, fühle ich mich den Erwägungen sehr verpflichtet, die im Verlauf der Diskussion über den Vortrag Prof. Dr. Theodor Schieder anstellte; es hat freilich, wie Szembeks Niederschrift vom 4. Mai 1935, S. 68, zeigt, zunächst in Polen auch Stimmen gegeben, die den Pakt begrüßten, da er die beiden schlimmsten Gefahren für die polnische Politik, nämlich eine deutsch-russische und eine deutsch-französische Entente, unmöglich mache. Vgl. übrigens Castellan S. 477 /78.Google Scholar
  73. 72.
    Vgl. Noel S. 124–129; Beck S. 112–114; Szembek S. 158/159, 162/163, 165–168. Die Behauptungen Bedts, daß es ihm mit seiner Zusicherung an Noël ernst gemeint gewesen sei, sind zwar von H. L. Roberts in seinem Beitrag über die Diplomatie des Oberst Beck in Craig—Gilbert S. 596 übernommen worden, sie werden aber durch das Tagebuch Szembeks widerlegt; vgl. G. Rhode, Außenminister Josef Beck und Staatssekretär Graf Szembek, Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte II, 1954, S. 90–92. Siehe vor allem die Mitteilungen, die Beck noch am 7. März Szembek machte, wobei er zunächst berichtete, daß er Noël die Bereitschaft erklärt habe, «â engager toute conversation avec le gouvernement français au sujet de la situation créée par l’acte allemand d’aujourd’hui »: « Il considère avoir fait par cette déclaration un geste de grande portée â l’égard de la Francechrw(133) Beck a ensuite émis l’avis que la violation par l’Allemagne de la zone démilitarisée ne constituait pas, pour nous, un casus foederischrw(133) Il ne pense pas qu’on arrive â la guerre. La France, sans l’appui de l’Angleterre, ne bougera sûrement pas et la Grande-Bretagne n’est suffisamment armée pour risquer un conflit avec l’Allemagnechrw(133) Le ministre estimechrw(133) qu’on aboutira, en définitive, â jouer la partie â Genève.»Google Scholar
  74. 73.
    Ober die Haltung Mussolinis siehe Lagardelle S. 227–230.Google Scholar
  75. 74.
    Rapport III, S. 586.Google Scholar
  76. 75.
    Vgl. Fitz Randolph S. 17/18.Google Scholar
  77. 76.
    Charakteristik der englischen Stimmung bei Hoare S. 185: „,Mit welchem Recht können wir wegen einer überholten Klausel des Versailler Vertrags Europa in einen Krieg stürzen? Warum sollten die Deutschen nicht volle Souveränitätsrechte in einem der deutschesten Gebiete des Reiches haben?’ Das fragten sich von vier Leuten drei. Angesichts dieser fast allgemeinen Stimmung würde die Regierung wenig oder gar keine Unterstützung gefunden haben, wenn sie die widerstrebenden Franzosen zum Krieg gedrängt hätte.“ Vgl. auch Duff Cooper (Viscount Norwich), Das läßt sich nicht vergessen, 1954, S. 244/45.Google Scholar
  78. 77.
    Vgl. Geyr v. Schweppenburg S. 80–86. Nach Geyrs Meinung, die er auch nach Berlin weitergab, lag eine dreijährige Aufbauarbeit in Scherben.Google Scholar
  79. 78.
    Zur Haltung Chamberlains vgl. K. Feiling, The Life of Neville Chamberlain, 1947, S. 279. Für den Willen zur Erhaltung des Friedens und zur Verständigung mit Hitler in den englischen Regierungskreisen siehe auch Th. Jones, A Diary with Letters 1931–1950, 1954, S. 175–181; interessant darin die Mitteilung, daß der gerade von einer Vortragsreise in Deutschland zurückgekehrte Toynbee von der Aufrichtigkeit von Hitlers Wunsch zur Erhaltung des Friedens in Europa und zu enger Freundschaft mit England überzeugt war. — Ganz unglaubhaft ist die dramatische Erzählung von Hesse S. 58–62, wonach der deutsche Botschafter Hoesch auf die Nachricht von der unmittelbar bevorstehenden englischen Generalmobilmachung heimlich König Eduard VIII, den späteren Herzog von Windsor, aufgesucht und dieser darauf Baldwin durch Androhung seines Rücktritts zur Aufgabe aller Kriegsabsichten gebracht und davon Hoesch und den mithörenden Hesse telephonisch benachrichtigt habe. Vgl. KrausnickGoogle Scholar
  80. 79.
    Unmittelbare Zeugnisse für eine Einwirkung des Mißtrauens der englischen Staatsmänner gegenüber Rußland und ihrer Unzufriedenheit mit der Verbindung Paris—Moskau auf ihre Haltung im März 1936 liegen zwar, soweit ich sehe, bisher nicht vor. Einen derartigen Zusammenhang scheint man aber nach dem Journal Szembeks S. 99, 122, 164;65, 168, in Polen angenommen zu haben, wo u. a. Potocki der französisch-russischen Annäherung schon eine Rolle bei dem Abschluß des englisch-deutschen Flottenvertrags zuwies und Beck selbst im Oktober 1935 es als unzweifelhaft bezeichnete, « que le rapprochement de la France et des Soviets aura pour résultat le renouvellement du flirt entre Londres et Berlin, si désagréable pour Paris.. — In der Diskussion über den Vortrag hat übrigens Prof. Peter Rassow noch darauf hingewiesen, daß die einem Konflikt abgeneigte Stimmung in Frankreich und England auch durch die isolationistische Haltung der Vereinigten Staaten beeinflußt worden sein dürfte.Google Scholar
  81. 80.
    Ober die englischen Schritte durch Sir George Clark in Paris und den französischen Botschafter in London Corbin am 7. März siehe die Aussagen Flandins und Sarrauts Rapport I, S. 149, III, S. 583, 587, 590. Man habe, so erklärte Sarraut, dauernd unter dem Eindruck der englischen Mahnungen gestanden: « Attention! Pas de nervosité, ne cassez pas les vitres, ne faites pas l’irréparable! »Google Scholar
  82. 81.
    Churchill I, S. 241.Google Scholar
  83. 82.
    Weltgeschichte in Dokumenten III, S. 364–367; Toynbee, Survey, S. 274–276.Google Scholar
  84. 83.
    Vgl. Flandin S. 202–204; Rapport III, S. 592; Churchill I, S. 242.Google Scholar
  85. 84.
    Siehe dazu die Mitteilungen Churchills ebenda, S. 243/44, ferner die Angaben Namiers S. 10/11 aus Boothbys Autobiographie. Zu den Verhandlungen in London vgl. Paul-Boncour III, S. 39–43.Google Scholar
  86. 85.
    Rapport I, S. 153–156.Google Scholar
  87. 86.
    Vgl. Toynbee, Survey, S. 290–294; Rapport I, S. 156/157; Paul-Boncour III, S. 44.Google Scholar
  88. 87.
    Toynbee, Survey, S. 294–302; Flandin S. 205/06.Google Scholar
  89. 88.
    Weltgeschichte in Dokumenten III, S. 371–376. Vgl. Meissner S. 414; v. Ribbentrop S. 79; Kordt, Nicht aus den Akten, S. 136/37.Google Scholar
  90. 89.
    Weltgeschichte in Dokumenten III, S. 385–396; Toynbee, Survey, S. 302–307; Meissner, S. 414; v. Ribbentrop S. 80–85; Kordt, Nicht aus den Akten, S. 141/42; Schmidt S. 321–324.Google Scholar
  91. 90.
    Weltgeschichte in Dokumenten III, S. 414–417.Google Scholar
  92. 91.
    Ebenda S. 427–437. Kordt, Nicht aus den Akten, S. 143; Schmidt S. 327.Google Scholar
  93. 92.
    x/Pltveschichte in Dokumenten III, S. 438–453; Toynbee, Survey, S.327–334.Google Scholar
  94. 93.
    Weltgeschichte in Dokumenten III, S. 452–461; Toynbee, Survey, S. 335–350; Rapport I, S. 158.Google Scholar
  95. 94.
    In der an den Vortrag anschließenden Diskussion sind Erörterungen darüber angestellt worden, ob die zunächst zur Verfügung stehende « Armée de couverture » zu offensiven Handlungen in der Lage gewesen wäre. Meines Erachtens war dies durchaus möglich, zumal bei der Schwäche des Gegners eine Entblößung der Maginot-Linie keinerlei Risiko bedeutete. Unbegreiflich bleibt es, daß der französische Generalstab offenbar bestimmte Pläne für den Fall eines deutschen Verstoßes gegen die Entmilitarisierungsbestimmungen nicht besaß.Google Scholar
  96. 95.
    Gamelin II, S. 202.Google Scholar
  97. 96.
    Namier S. 11, nach Boothby.Google Scholar
  98. 97.
    Schmidt S. 320. Auf Hitlers Absichten wie auch auf seine Besorgnisse werfen die Aufzeichnungen des Generals Liebmann über die Ansprache, die er am 3. Februar 1933 vor den hohen Offizieren hielt, Licht. Da war der Aufbau der Wehrmacht als die wichtigste Voraussetzung für die Erreichung des Ziels der Wiedererringung der politischen Macht bezeichnet: „Gefährlichste Zeit ist die des Aufbaus der Wehrmacht. Da wird sich zeigen, ob Frankreich Staatsmänner hat; wenn ja, wird es uns Zeit nicht lassen, sondern über uns herfallen (vermutlich mit Osttrabanten)“. Th. Vogelsang, Neue Dokumente zur Geschichte der Reichswehr 1930–1935. Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte II, 1954, S. 435.Google Scholar
  99. 98.
    IMT XV, S. 387. Siehe das Urteil des in der Organisationsabteilung des Generalstabs tätigen und daher besonders sachverständigen Mueller-Hillebrand, S. 126: „Derchrw(133) Entschluß, die Wehrhoheit über die Rheinlande durch ihre überraschende Besetzung 1936 wieder zu übernehmenchrw(133), trug ein erhebliches Risiko in sich, denn zu diesem Zeitpunkt war die militärische Überlegenheit Frankreichs gegenüber Deutschland noch so eindeutig, daß ein militärisches Eingreifen Frankreichs zu einem Fiasko für Deutschland hätte führen müssen.“ Zur damaligen Unterlegenheit der deutschen Luftwaffe vgl. Geyr v. Schweppenburg S. 80.Google Scholar
  100. 99.
    Siehe oben Anm. 1–4. Vgl. auch Hoare S. 185: „Heutechrw(133) bin ich überzeugt, daß wir mit einer Intervention Hitler zurückgewiesen und seinem wachsenden Ansehen einen vernichtenden Schlag zugefügt hätten. Damals vergewisserte er sich, daß der Weg für ihn frei war und die Alliierten seinen Vormarsch nicht aufhalten würden. Danach gab es dann nur noch eine Reihe von Nachhutgefechten, bis ein die Welt verheerender Krieg ihm Einhalt gebieten mußte.“Google Scholar
  101. 100.
    Shirer S. 45; François-Poncet S. 256. Siehe auch A. François-Poncet, De Versailles â Potsdam, 1948, S.229; ferner Duff Cooper S. 244: „Hitler hätte kapitulieren müssen, und der Grundstein für das große Prestige, das er bei seinen Landsleuten genoß, wäre nicht gelegt worden.“Google Scholar
  102. 101.
    Vgl. Lagardelle S. 229/30.Google Scholar
  103. 102.
    Eichstädt S. 101/02, 464.Google Scholar
  104. 103.
    Narnier, S.11. Siehe das Urteil von Bullock S.345: „Hitler ungestraft handeln zu lassen, war gleichbedeutend mit dem Eingeständnis, daß Frankreich nicht mehr in der Lage war, sein seit 1918 nach und nach sorgfältig aufgebautes Sicherungssystem zu verteidigen. Dies stellte eine politische Tatsache dar, die hauptsächlich in Mittel-und Osteuropa Folgen nach sich ziehen mußte.“Google Scholar
  105. 104.
    Szembek S. 168, 172/73; Noël S. 133–135. Vgl. Roberts in Craig—Gilbert S. 596/97.Google Scholar
  106. 105.
    Daß jedoch tieferblickende Beobachter die Gefahren der hier angewandten Methoden erkannten, zeigt eine Äußerung des Botschafters in London, Hoesch, zu einem seiner Attachés: „Wie die Sache auch ausgeht, es ist dies der erste Schritt zum zweiten Weltkrieg. Das Rheinland? Natürlich sollte es deutsch sein, was denn sonst? Nur sind diese ewigen Wochenendkrisen und die dabei angewendeten Methoden mehr als eine theoretische Gefahr.“ Fitz Randolph S. 22. Vgl. auch das bei Kordt, Nicht aus den Akten, S. 132, wiedergegebene Gespräch mit Canaris.Google Scholar
  107. 106.
    Dodd S. 327 über eine Unterhaltung mit dem früheren deutschen Diplomaten Dufour-Feronce: “He revealed the enthusiasm almost of a Nazi Party chief, though he is supposed to be in opposition to the Hitler regime. He was enthusiastic about what he calls German honour and the right to violate a treaty in order to militarize the area demilitarized in 1919. He represents, as I believe, 90 per cent of Germany although it isGoogle Scholar
  108. 107.
    Cameron in Craig—Gilbert S. 390. Siehe auch Beck S. 115: « Je suis convaincu que l’impunité de cette action conduisit Hitler sur la voie qui devait être fatale à l’ordre européen et aboutir aux événements de 1939. »Google Scholar
  109. 108.
    Dodd S. 327.Google Scholar
  110. 109.
    IMT XV, S. 387. Daß Hitler doch von Anfang an die Expansion nach Osten beabsichtigte, zeigt der uns durch die Aufzeichnung des Generals Liebmann überlieferte Inhalt seiner Ansprache an die Befehlshaber des Heeres und der Marine vom 3. Februar 1933, also unmittelbar nach der Machtergreifung, in der zwar zunächst als Programm nach außen Kampf gegen Versailles und Gleichberechtigung in Genf verkündet, dann aber gesagt wurde: „Wie soll politische Macht, wenn sie gewonnen ist, gebraucht werden? Jetzt noch nicht zu sagen. Vielleicht Erkämpfung neuer Exportmöglichkeiten, vielleicht — und wohl besser — Eroberung neuen Lebensraumes im Osten und dessen rücksichtslose Germanisierung“. Vogelsang S. 435. Auf den Willen zur „Erweiterung des Lebensraums” weist vor dem Hoßbach-Dokument auch die im August 1936 von Hitler verfaßte Denkschrift zum Vierjahresplan, die W. Treue in den Vierteljahrsheften für Zeitgeschichte III, 1955, S. 184 bis 210 veröffentlicht und kommentiert hat. Vgl. auch ebenda S. 240–275 P. Kluke, Nationalsozialistische Europaideologie.Google Scholar
  111. Siehe die Aussage Mansteins IMT XX, S. 657. Vgl. J. W. Wheeler-Bennett, Die Nemesis der Macht, Die deutsche Armee in der Politik 1918–1945, 1954, S. 376; H. Kraus-nick, Vorgeschichte und Beginn des militärischen Widerstandes gegen Hitler, Aus Politik und Zeitgeschichte, Beilage zu „Das Parlament“, 1955, XXXXV, S. 671.Google Scholar
  112. 111.
    Meißner S. 412. Schon in der Unterredung mit dem Geschäftsträger in Paris Forster im Februar spottete er auf dessen Einwände über die Diplomaten, die nur glücklich seien, wenn sie verhandeln könnten.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1956

Authors and Affiliations

  • Max Braubach
    • 1
  1. 1.BonnDeutschland

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