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Ist ein lebender Organismus eine Maschine? — Oder eine Maschine ein denkender Organismus?

  • Walter Heitler

Zusammenfassung

Je weiter die Biologie fortschreitet, desto mehr werden die Forscher in Staunen versetzt über die hohe und höchste Ingenieurkunst, die sich in jedem Organismus findet. Der feine Bau eines menschlichen Oberschenkelknochens, dessen Streben genau nach den statischen Druckverhältnissen konstruiert sind, die Struktur eines Baumstammes, der eine schwere Krone trägt und doch elastisch dem Wind nachgibt, würden einem Brückenbauer alle Ehre machen. Die vor noch nicht langer Zeit erfundenen Regelmeachnismen, die in einer Maschine automatisch unverwünschte Schwankungen ausgleichen, finden sich im Nervensystem der Tiere wieder. Solche Mechanismen sind sicherlich auch für die Konstanthaltung des Blutzuckers, der Körpertemperatur usw. verantwortlich. Die Ähnlichkeit der modernen elektronischen Rechenautomaten mit dem Gehirn hat diesen Maschinen denn auch den Namen „Elektronengehirn“ eingetragen. Wenn wir auch noch die chemische Technologie unter die Kategorie Maschine im weiteren Sinn einreihen, dann müssen wir jedem Organismus einen hohen Grad gekonnter Ingenieurkunst zubilligen. Es ist kein Wunder, daß viele Forscher zu einer mechanistischen Auffassung des lebendigen Organismus gelangt sind, obwohl schließlich eine Chrysantheme doch anders aussieht als eine chemische Anlage.

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Copyright information

© Friedr. Vieweg + Sohn GmbH, Verlag, Braunschweig 1970

Authors and Affiliations

  • Walter Heitler
    • 1
  1. 1.ZürichSchweiz

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