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Zusammenfassung

Ob der Leser, der dieses Buch bis hierher gelesen hat, wohl ein mehr oder weniger einheitliches Bild gewonnen hat, in dem er die Natur — vom Stein bis zum Menschen — und die Geschehnisse in ihr sehen und einordnen kann? Nun, es war nicht die Absicht, eine systematische Naturphilosophie, oder gar eine „Weltanschauung“ (wer könnte sich anmaßen, eine solche aufzustellen und zu vertreten?) vorzulegen. Aus vielen Gründen nicht. Weltanschauungen haben meistens die Eigenschaft, als Ganzes von kurzer Lebensdauer zu sein. Es gibt große Gedanken, die über Jahrtausende hinweg wahr geblieben sind und vielleicht sogar über lange Zeiträume gewirkt haben. Vielleicht ist es uns sogar gelungen, den einen oder andern solcher tiefer alter, und immer wieder neuer, Gedanken zu nennen, in einem heute gültigen Sinn. Aber die Welt ändert sich und der Mensch mit seiner Fähigkeit zu sehen und zu erkennen auch. Was er vor 2500 Jahren erkennen konnte, ist nicht dasselbe, wie das, was ihm heute zugänglich ist. Auch ist es keineswegs ein eindeutiges Mehr an Einsicht und Erkennen, das unserer Zeit zugesprochen werden könnte. Und damit muß jede Philosophie und jede Weltsicht beweglich und lebendig bleiben. Sie muß den Menschen frei machen, mit eigenen Augen zu sehen und zu denken und ihn nicht in ein „System“ zwängen. Philosophische Systeme werden allzuoft zum Ausbeutungsobjekt für Dogmatiker und Fanatiker, die sie sogar manchmal in erstaunlich kurzer Zeit in das Gegenteil von dem verwandeln können, was ihr Schöpfer meinte, und die es fertigbringen, die Menschen für lange Zeit in ihre Orthodoxie zu zwingen.

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Copyright information

© Friedr. Vieweg + Sohn GmbH, Verlag, Braunschweig 1970

Authors and Affiliations

  • Walter Heitler
    • 1
  1. 1.ZürichSchweiz

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