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Möglichkeiten der Klassifizierung von Schülerfehlern

  • Hendrik Radatz

Zusammenfassung

Die Klassifizierung oder Gruppierung von Schülerfehlern kann auf sehr unterschiedliche Interessen und somit Strukturierungsrahmen bezogen werden. Bei allen Ansätzen muß man sich einer Reihe von Punkten bewußt sein, die eine Eindeutigkeit der Ursachenzuweisung relativieren:
  • Wenn die Deutung von Fehlleistungen aus internen Fehlerquellen der Schüler bezogen werden, so liegen der Ebene der Schülerfehler sehr oft Fehlerursachen der anderen am Unterrichtsprozeß beteiligten Variablen zugrunde, des Lehrers, des spezifischen Curriculums, des schulischen Umfeldes und der möglichen Interaktionen zwischen diesen Variablen.

  • Fehlleistungen im Mathematikunterricht bedeuten nicht allein das Fehlen einer richtigen Antwort, sie sind vielmehr das Ergebnis eines sehr komplexen Prozesses. Es ist überaus schwierig, den Prozeßcharakter des Lösungsvorgangs beim Schüler zu erfassen. Das Produkt allein (z. B. die Fehlantwort in einem Leistungstest) liefert nicht immer ausreichende Informationen für eine Analyse der Ursachen. So können identische Fehlerergebnisse aus sehr divergenten Lösungsprozessen resultieren. Fehlerhaftes Verhalten verschiedener Individuen kann weder in den Ursachen noch in den Erscheinungsformen einheitlich sein (vgl. Jahnke et al. 1974, 34).

  • Außerdem zeigt sich bei bisher allen Bemühungen der Ursachenbeschreibung, daß die möglichen Ursachenfelder bzw. Kategorien im Einzelfall oft schwer voneinander zu trennen sind; sie stehen vielmehr in einer engen Wechselbeziehung zueinander.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1980

Authors and Affiliations

  • Hendrik Radatz

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