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Pflegewissenschaft

  • Franco Rest
Part of the Forschungsberichte des Landes Nordrhein-Westfalen book series (FOLANW, volume 3252)

Zusammenfassung

Die folgenden Annotationen zum Bereich “Pflegewissenschaft” wurden vom 1.1.1993 bis 30. 6. 1994 erstellt von Dipl.theol. Veronika Bindels, Aachen (1.1.–31.–12.1993) und Dipl.theol./Dipl.phil. Paul Timmermanns, Bonn (1.1.–30.6.1994) unter Anleitung von Prof. Dr. Franco Rest und Frau Prof. Dr. Sigrid Michel, beide Dortmund. Dieser relativ kurze Zeitraum hat Vorläufigkeit und Unabgeschlossenheit zur Folge. Die Bibliographie und die Annotationen haben demnach einen exemplarischen Charakter und dienen dazu, weitere wissenschaftliche Arbeiten anzuregen und vorzubereiten.

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Literatur

1. Pflegetheorie und Pflegeprozeß der Terminalpflege 1.1 Pflegetheorie und Pflegeausbildung

  1. 1.
    Bachmann-Mettler, Irene/Fellinger-Bachhofen, Kathrin: Krankenpflege in einem amerikanischen Krankenhaus für Krebskranke. Berichte über einen Aufenthalt am Memorial Sloan Kettering Cancer Center. In: Deutsche Krankenpflegezeitschrift 40 (1987), 316, 317. In ihrem Beitrag berichten die beiden Krankenschwestern Irene Bachmann-Mettler und Kathrin Fellinger-Bachofen über ein fünftägiges Praktikum in einem amerikanischen Privatkrankenhaus für Krebskranke, in dem sie im Anschluß an den 4. Internationalen Kongreß über onkologische Krankenpflege in New York im September 1986 Gelegenheit hatten, die praktische Umsetzung der fachlich hochstehenden Pflege und Betreuung der Patienten in Amerika zu begutachten. Das Memorial Sloan Kettering Cancer Center in Manhatten/New York erschien ihnen als Ort für klinische Krebsforschung für ihre speziellen Zwecke geeignet. Während dieser Zeit wurde ihnen die Möglichkeit geboten, Einblick in die tägliche Arbeit von verschiedenen Fachpersonen zu nehmen, mit Krankenschwestern auf Stationen, Tageskliniken und Ambulantorien bis hin zur hochspezialisierten Forschungsschwester alltägliche Probleme zu diskutieren und ihre Arbeit zu verfolgen. Besonders beeindruckend erschien ihnen in diesem Zusammenhang die gut ausgebaute Aus-, Fort- und Weiterbildung ihrer amerikanischen Kolleginnen, deren Arbeit durch ein gut strukturiertes interdisziplinäres Team ergänzt wird. Gerade angesichts eines so hoch spezialisierten Fachgebietes wie dem der Onkologie können sich amerikanische Krankenschwestern so ganz auf ihre pflegerischen Aufgaben konzentrieren und werden daher als Spezialistinnen in ihrem Fachgebiet anerkannt.Google Scholar
  2. 2.
    Hoffmann, Inge/Ennulath, Annette: Krankenpflege auf der gynäkologischen Station. In: Deutsche Krankenpflegezeitschrift 40 (1987), 489–491. Es ist allgemein bekannt, daß die Krankenpflege ein anspruchsvoller und belastender Beruf ist. Dennoch stellt die Arbeit in der gynäkologischen Station insofern ein besonderes Problem speziell für die Krankenschwestern dar, als sie hier durch den Umgang mit den Schwerkranken mit ihren kranken und verstümmelten Ebenbildern konfrontiert werden. Dadurch ist ihre Betroffenheit unmittelbarer als auf anderen Stationen, weil hier die weibliche Identität direkt in Frage gestellt wird.Inge Hoffmann will mit diesem Artikel für diese spezifischen Belastungen auf der gynäkologischen Station sensibilisieren. Dazu gibt sie zunächst einen Überblick über die hier möglichen Eingriffe, bevor sie einige psychologische und psychosomatische Aspekte der Pflege auf dieser Station thematisiert. Der Umgang mit den Patientinnen wird dabei immer durch das eigene Gefühl als Frau, durch die Identifikation mit der Patientin, aber auch durch eigene Tabuthemen und Vorurteile sowie durch eigene Abwehrmechanismen beeinflußt. Diese Faktoren gilt es der Krankenschwester bewußt zu machen, ihre Bewältigung wird erleichtert durch ein gewisses Maß an Lebenserfahrung, aber bedarf darüber auch neben einer gezielten psychologischen Aus- und Weiterbildung der Supervision in Balintgruppen oder in regelmäßig stattfindenden Gruppenbesprechungen auf der Station.Google Scholar
  3. 3.
    Koch, Uwe/Schmeling, Christoph: Betreuung von Schwer- und Todkranken. Ausbildungskurs für Ärzte und Krankenpflegepersonal. München/Wien/Baltimore 1982. Das Ausbildungskonzept wurde seit 1976 durchgeführt und wissenschaftlich begleitet. Anlaß war die Feststellung der Widersprüche zwischen dem kurativen Ansatz des Krankenhauses und den tatsächlichen Bedürfnissen der Sterbenden. Die Betroffenheit des Krankenhauspersonals aus dieser Tatsache soll durch eine gezielte und längerfristige Ausbildung korrigiert werden, damit die Sterbebegleitung auch als Krankenhausaufgabe realisiert wird. Denn die Kommunikationsintensität zwischen Patient und Personal nimmt mit zunehmender Terminalität sprunghaft ab. Deshalb sollen die gesellschaftliche, institutionelle und persönliche Ebene der Auseinandersetzung beschritten werden. Damit wird erreicht, daß sich die Kommunikation wieder intensiviert und zugleich auch sensibilisiert. Das Konzept arbeitet vorwiegend auf der kognitiven Ebene, wobei die Kognitionen durch Gesprächseinheiten sichtbar gemacht werden. Es wird an 5 Tagen mit 28 Übungsteilen gearbeitet. Die Hindernisse für eine angemessene Sterbebegleitung z.B. durch den Zeitrahmen im Krankenhaus kann selbstverständlich auch ein solches Konzept nicht beseitigen.Google Scholar
  4. 4.
    Quint-Benoliel, Jeanne C., The Nurse and the Dying Patient. New York 1967. Dieser “Klassiker der Pflegewissenschaft” für das Problem der Sterbebegleitung wurde leider bislang nicht übersetzt und müßte wohl auch an einigen Stellen überarbeitet werden. Trotzdem ist der umfassende Zugang zu allen pflegerischen Fragestellungen incl. der Forschung vorbildlich. Bedeutsam ist auch die Beeinflussung der Aus- und Weiterbildung der Pflegekräfte durch dieses Werk.Google Scholar
  5. 5.
    Reichert Kremar, Carol: Psycho-soziale Aspekte in der Pflege zytostatisch behandelter Patienten. In: Deutsche Krankenpflegezeitschrift 44 (1991), 36–40. Für viele Patienten, die mit Krebs leben, ist diese Diagnose keine finale Aussage, sondern eine Aufforderung zur Anpassung an die Krankheit. Dies gilt insbesondere für Patienten, die mit Zytostatika behandelt werden. Chemotherapiepatienten können in monatlichen Abständen stationär behandelt werden oder ihre Behandlung ambulant erfahren. In beiden Fällen sind sie meistens in der Lage, die Aktivitäten des täglichen Lebens auszuführen, mit Ausnahme der Zeiten, in denen die Nebenwirkungen der Zytostatika dies verhindern. In diesem Aufsatz analysiert Carol Reichert Kremar das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum, den Verlust und die Compliance als der theoretischen Basis, um danach die Probleme zu erläutern, denen sich Patienten in ihrem Anpassungsprozeß an den Krebs als einer chronischen Krankheit gegenüber sehen. Abschließend fordert Carol Reichert Kremar, Patienten nicht nur als Objekt der Pflege zu betrachten, sondern sie als aktive Partner ernstzunehmen und sie in bezug auf ihre aktive Teilnahme an Pflege und Genesung zu unterstützen. Problemanalysen und die Ausarbeitung individueller Pflegepläne werden dabei ermöglicht durch ein verbessertes Verständnis der Problemursachen und der Problemformen, denen sich Krebspatienten gegenübersehen. Damit könne das Pflegepersonal nicht nur die technische Seite der Pflege bewältigen sondern auch die psycho-soziale Dimension der Pflegequalität weiter verbessern.Google Scholar
  6. 6.
    Ulcar, Ingrid: Menschlich sterben in unmenschlicher Zeit — Möglichkeiten und Grenzen der Sterbebegleitung. In: Pflege 4 (1991), 31–44. Dieser Artikel ist Teil der Arbeit “Menschlich sterben in unmenschlicher Zeit — Möglichkeiten und Grenzen der Sterbebegleitung” , die der Autorin zur Erreichung des akademischen Grades eines Magisters der Philosophie an der Karl-Franzens-Universität in Graz diente.Im hier veröffentlichten Ausschnitt werden die Begriffe “Sterben” und “Tod” aus verschiedenen Betrachtungsweisen (biologisch-medizinisch, soziologisch, christlich und esoterisch) erläutert, die Konstrukte “menschlich” und “unmenschlich” beschrieben sowie die psychische Situation des Krankenpflegepersonals im Umgang mit Schwerkranken und Sterbenden dargestellt. Der Ausschnitt schließt mit 8 Vorschlägen zur Verbesserung der Aus- bzw. Fort- und Weiterbildung des Pflegepersonals hinsichtlich der Auseinandersetzung mit Sterben, Tod und Sterbebegleitung.Google Scholar

1. Pflegetheorie und Pflegeprozeß der Terminalpflege 1.2 Funktionspflege

  1. 7.
    Reichert, Nicole: Funktionspflege versus patientenorientierte Pflege. In: Die Schwester/Der Pfleger 32 (1993), 129–136. Mit ihrer Gegenüberstellung von Funktionspflege und patientenorientierter/ganzheitlicher Pflege will Nicole Reichert eindringlich für eine Verbesserung der derzeitigen Krankenpflegeausbildung plädieren. Zu diesem Zweck stellt sie die beiden Pflegekonzepte gegenüber und wägt ihre jeweiligen Vor- und Nachteile ab, auch in Übertragung auf die derzeitige Situation des Pflegenotstandes. Sodann schildert sie die derzeitige Situa-tion der Krankenpflegeausbildung und überprüft, inwiefern die Übertragung der jeweiligen Pflegekonzepte geeignet erscheinen, die offensichtlichen Mängel der Krankenpflegeausbildung zu beheben. Deutlich wird in ihrer engagierten, aber dennoch kenntnisreichen Darstellung, daß das Konzept der patientenorientierten/ganzheitlichen Pflege geeignet wäre, eine bessere Ausbildung zu gewährleisten und eine größere Berufszufriedenheit gerade auch unter den Berufsanfängern zu fördern. Eine Verbesserung der derzeitigen Pflegesituation aber sei nicht zuletzt auch ein gesellschaftspolitisches Erfordernis.Google Scholar

1. Pflegetheorie und Pflegeprozeß der Terminalpflege 1.3 Ganzheitliche Pflege und “Seelsorge”

  1. 8.
    Becker, Paul/Eid, Volker (Hg.): Begleitung von Schwerkranken und Sterbenden. Praktische Erfahrungen und wissenschaftliche Reflexion. Mainz 21988. Der Sammelband beginnt mit Erfahrungsberichten des Arztes, der Krankenschwester, bei Kindern und der Seelsorge; diese Erfahrungsberichte sind immer mit ausführlichem Hintergrundmaterial versehen. Besonders der Bericht zum Umgang mit sterbenden Kindern nimmt auch praktische Anregungen auf (Träume, Zeichnen, Modellieren u.a.). Im 2. Teil werden Aspekte für die Reflexion der Erfahrungen gegeben: zur Wahrheit am Sterbebett (F. Rest), zur verbalen und nonverbalen Kommunikation (U.V. Wisiak), zum Umgang mit Familie und Freunden (R. Schmitz-Scherzer) . Der 3. Teil nimmt philosophische, sozialwissenschaftliche (F:Menne), psychologische, theologische (V. Eid) und juristische (A. Eser) Aspekte auf.Google Scholar
  2. 9.
    Gasser, Ruth: Terminalphase: zu Hause oder im Spital? Umfrage unter Betroffenen. In: Krankenpflege 77 (1984), 15–19. Ruth Gasser, Krankenschwester im Spital Bethanien in Zürich, ging in ihrer Abschlußarbeit für den Weiterbildungslehrgang “Pflege von Tumorkranken” der Frage nach, weshalb es nur in wenigen Fällen gelingt, Krebskranke in der Termiaalphase zu Hause zu betreuuen, obwohl dies der Wunsch vieler Patienten wäre. Umfragen in verschiedenen Personenkreisen führten sie dabei zu der Überzeugung, daß Sterben zu Hause nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen sinnvoll ist. Befragt wurden je 50 gesunde und 50 kranke Personen, wobei sich rund die Hälfte der Befragten zum Zeitpunkt der Befragung in Remission befanden und nicht im Spital waren. Ergänzend wurden 20 Angehörige von Tumorpatienten, 7 in Zürich frei praktizierende Onkologen sowie in der häuslichen Tumorpflege tätige Gemeinde- und Onkologieschwestern zu ihrer Meinung bezüglich der Vor- und Nachteile der Pflege von Tumorpatienten zu Hause befragt. Ergebnis ihrer Untersuchung ist, daß es nur dann sinnvoll ist, die Terminalphase zu Hause zu verbringen, wenn sich der Patient daheim geborgener fühlt als im Spital, wenn die Angehörigen bereit sind, die Pflege voll zu übernehmen, und wenn die Angehörigen ferner auf die notwendige Unterstützung der Gemeinde- und Onkologieschwester sowie auf die Hausbesuche des Onkologen oder Hausarztes rechnen können. In allen anderen Fällen sei es dagegen notwendig, nach Möglichkeit im Spital ein “zu Hause” zu errichten.Google Scholar
  3. 10.
    Meier, Martha: Die Bedeutung des Begriffes Ganzheitlichkeit der Pflege bei verschiedenen Autoren. In: Pflege 2 (1989), 27–35. Ganzheitliche Pflege ist zum Schlagwort geworden. Es ist ein oft gebrauchter und mißverstandener Ausdruck, wobei meist stillschweigend vorausgesetzt wird, daß jedermann dasselbe darunter versteht wie der jeweilige Autor. Dabei gehen die Wertvorstellungen und Auffassungen darüber, was ganzheitlich in der Pflege sein soll und was die Voraussetzungen dafür oder die Auswirkungen davon sind, weit auseinander. Dieser Beitrag hat zum Ziel, die Bedeutung des Begriffes Ganzheitlichkeit bei verschiedenen Autoren aus der Krankenpflegeliteratur zu analysieren und zu kommentieren. Es wird auch versucht zu erklären, warum es in der Krankenpflege schwierig ist, neue Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen.Google Scholar
  4. 11.
    Schibilsky, Michael: Trauerwege. Beratung für helfende Berufe. Düsseldorf 31992. Wichtige Bestandteile gesunder Trauer ist der Ansatz bei der Biographie (Lebensbilanz), das grundsätzliche Zulassen, der fließende Übergang von vorauseilendem Trauern über die Begleitung zur Nachbereitung, die besondere Besinnung aufgrund des Glaubens bzw. der christlichen Wahrnehmung des Verlaufs. Basis der Darstellung ist die evangelisch-theologische Bilanzarbeit anhand von biblischen Geschichten (Lazarus, Gethsemane und Enmaus) und anderen literarischen Quellen. Die “Trauerwege” sind insofern bereits irgendwo aufgeschribene Pfade, die abgeschritten werden sollen. Besonders der zweite Teil des Buches versucht praktische Hinweise für die Hand der Trauerbegleiter, insbesondere für Seelsorger. Dabei wird dann stärker strukturiert und in Modellen gearbeitet, die zur “Anwendbarkeit” neigen.Google Scholar
  5. 12.
    Schneider, Birgitta: Sterbebegleitung. In: Die Schwester/Der Pfleger 32 (1993), 550–553. Die Gemeindereferentin Birgitta Schneider berichtet in diesem Artikel von ihrer Tätigkeit als Seelsorgerin in den Bonner Universitätskliniken, wo sie in den letzten sechs Jahren schwerpunktmäßig in der Sterbebegleitung gearbeitet hat. Ausgehend von der seelischen Dynamik des Sterbeprozesses wirbt sie um Verständnis für die besondere Situation Sterbender und fordert den Begleiter dazu auf, eine besondere Sensibilität für die Hintergründe dieser Situation zu entwickeln. Mit ihren Erfahrungen will sie zum Nachdenken anregen, vollziehen sich doch im Sterben alle Lebensprozesse. Sterben ist immer intensives Leben.Google Scholar
  6. 13.
    Stock, Klaus: Die seelsorgliche Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen. In: Die Schwester/Der Pfleger 32 (1993), 156–159. Die Begleitung Schwerstkranker und Sterbender ist für Pflegende immer wieder eine Herausforderung, die oft bis an die Wurzeln der eigenen Substanz geht. In diesem Beitrag versucht Klaus Stock von der Seelsorge für Beratungsdienste und Pflegeberufe in der Diözese Regensburg Wege der Hilfe aufzuzeigen, und zwar sowohl für Pflegende als auch für Patienten. Im Vergleich von früher und heute kennzeichnet er an drei Stichworten den Wandel, den die seelsorgliche Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen erfahren hat: vom priesterlichen Einzeldienst zum therapeutischen Team, von der Ausrichtung auf das Jenseits zum Ernstnehmen des ganzen Lebens und vom kirchlichen Ritual zur menschlichen Gebärde und zu mehr seelsorglichem Gespräch. Stock schließt mit praktischen Hinweisen, die ärztliche wie pastorale Zuwendung in gleicher Weise kennzeichnen sollten, damit das Reich Gottes seine befreiende Wirkmacht auch im Sterben entfalten kann.Google Scholar

1. Pflegetheorie und Pflegeprozeß der Terminalpflege 1.4 Palliativpflege

  1. 14.
    Bachmann-Mettler, Irene: Die Akzeptanz implantierbarer, venöser Dauerkatheter durch Krebspatienten. In: Die Schwester/Der Pfleger 26 (1987), 1012–1014. Für viele Tumorpatienten und für viele Krankenschwestern kann im Laufe der Tumorbehandlung eine Blutentnahme, eine zytostatische Therapie oder das Einlegen eines peripheren intravenösen Katheters zum Alptraum werden. Die Patienten leiden besonders unter dieser für sie extrem schmerzhaften und belastenden Situation. Seit einigen Jahren nun wird ein vollständig implantierbares venöses Kathetersystem als Unterstützungsmaßnahme bei der Behandlung maligner Tumoren und verschiedener Leukämieformen angewandt. In diesem Beitrag, der die schriftliche Fassung eines Referates darstellt, das anläßlich des Symposions “Unterstützende Pflege bei Krebspatienten” des Kantonsspitals in St. Gallen im Jahre 1987 gehalten wurde, stellt Irene Bachmann-Mettler die Ergebnisse einer Patientenumfrage bezüglich der Akzeptanz dieses Kathetersystems vor. Befragt wurden 22 Patienten im Alter von 19–62 Jahren, die Fragebögen wurden zum Teil durch ein persönliches Gespräch über die Vor- und Nachteile des Systems ergänzt. Bei dieser Umfrage hat es sich gezeigt, daß sich trotz durchaus bestehender Nachteile alle Patienten im Rückblick wieder für diese Behandlungsform entscheiden würden. Als Ergebnis ihrer Umfrage hält Irene Bachman-Mettler fest, daß die Lebensqualität der Patienten durch ein venöses Kathetersystem verbessert werden, so daß diese Möglichkeit einer Umgehung repetierter Venenfunktion frühzeitig mit dem Arzt diskutiert werden sollte.Google Scholar
  2. 15.
    Kern, Maria: Onkologischer Schmerz — aus der Sicht der Pflege. In: Die Schwester/Der Pfleger 30 (1991), 792–794. Der Beitrag geht aus von der Erfahrung, daß Tumorschmerzen nicht nur organbedingt sind, sondern immer auch im Zusammenhang mit der Krankheitsbewältigung und dem psychosozialen Umfeld des Patienten stehen. Schon in der Antike wurde dabei für die Tumorschmerzen das Sinnbild des Krebses gewählt, der mit seinen nagenden Scheren, die den Körper zerstören, die Schmerzhaftigkeit und die damit verbundene Angst vor der Krankheit darstellt. Diese Angst sei es nach Maria Kern vor allem, die die Schmerzen verstärke oder sie sogar hervorrufen könne. Aufgrund der Komplexität und Vielschichtigkeit der Bedeutung und der Ursachen des Tumors, der die ganze Körper-Seele-Geist-Einheit erfasse, stellt sie den onkologischen Schmerz in einen größeren Zusammenhang. So skizziert sie zunächst die Entwicklung des Schmerzverständnisses von der Antike bis heute, bevor sie das heutige psycho-physiologische Verständnis des Schmerzes erläutert (Spezifitätstheorie, Patterntheorie, Notizeption, Gate-Control-Theorie, körpereigenes Schmerzabwehrsystem) . Sie schließt ihren Beitrag mit einer Schmerzdefinition des Komitees für Taxonomie der Internationalen Association for the Study of Pain (IASP) und der Unterscheidung zwischen akutem und chronischem Schmerz.Google Scholar
  3. 16.
    Niederschlag, Heribert: Christlicher Glaube in der Krankenpflege. In: Die Schwester/Der Pfleger 32 (1993), 357–361. In diesem Vortrag, der am 29. Oktober 1992 anläßlich des 65jährigen Bestehens der Krankenpflegeschule St. Vincenz-Krankenhaus in Limburg/Lahn gehalten wurde, erinnert Heribert Niederschlag an die christlichen Wurzeln der Krankenpflege und fragt nach der Tragkraft des Glaubens für heutige Menschen, für Ärzte, Schwestern und Pfleger ebenso wie für Patienten. Dazu schildert er zunächst den Lebenslauf zweier Pioniere der Krankenpflege: Johannes von Gott (1495–1550) und Friedrich von Bodelschwingh (1831–1910) . Diese Lebensbeschreibungen konfrontiert er sodann mit dem lähmenden Grundgefühl der Gegenwart, in der häufig das Leben als unabwendbarer Lauf in den Tod empfunden wird. Angesichts dieser Resignation wirbt er für eine neue “ars moriendi” , eine Kunst, die beizeiten eingeübt werden will. Bezogen auf den Kranken beinhaltet diese Kunst des Sterbens eine Zuwendung zum Kranken, die ihn selbst im Blick behält und so den Mut zur Wahrheit findet. Der Glaube aber birgt in sich die Hoffnung, daß Gott auch “auf krummen Zeilen gerade zu schreiben versteht”, so daß sogar Schuld sich schließlich noch in Segen verwandeln kann. Eine Hoffnung, aus der sich leben und sterben läßt.Google Scholar
  4. 17.
    Pampus, M.: Die Begleitung Sterbender. In: Caritasschwester 1 (1986), 5,6. In diesem ersten Teil des zweiteilig angelegten Aufsatzes über die Begleitung Sterbender berichtet Martina Pampus über den pflegerischen und psychischen Sterbebeistand. Einleitend weist sie darauf hin, daß wie bei der Geburt auch beim Sterben der betreffende Mensch auf die Mithilfe seiner Mitmenschen angewiesen ist. Das Ziel des Sterbebeistandes bestehe darin, dem Sterbenden zu einem eigenen Sterben und Tod und wenn möglich auch zu einer Sinnerkenntnis dieses letzten Lebensabschnittes zu verhelfen. Das Tabu des Todes in der heutigen Zeit sowie die Einstellung des Helfenden zum Sterben und zum Tod können sich jedoch nach Pampus auf einen gelingenden Sterbebeistand erschwerend auswirken. Im Bereich des pflegerischen Sterbebeistandes werden Körperpflege und Schmerzbekämpfung näher ausgeführt, in den Bereich des psychischen Sterbebeistandes fallen die personale und emotionale Hilfe sowie die Frage der Wahrheitsvermittlung.Google Scholar
  5. 18.
    Stützer, Karin: Probleme des pflegerischen Umgangs mit Brustkrebspatientinnen. In: Deutsche Krankenpflegezeitschrift 40 (1987), 482–488. Der hier veröffentlichte Auszug aus einer sehr viel umfangreicheren Zulassungsarbeit thematisiert die besondere Problematik des pflegerischen Umganges mit Brustkrebspatientinnen und zeigt, daß tiefgreifende Ängste bei Patientinnen wie Pflegepersonal identisch sind und das Verhältnis belasten, wenn sie nicht offen aufgearbeitet werden. Das zugrundeliegende Informationsmaterial entstammt einer Befragung betroffener Frauen in verschiedenen Selbsthilfegruppen im süddeutschen Raum, ergänzt durch eine Befragung von Krankenschwestern einer Frauenklinik. Die Konfrontation mit der Lebenskrise Krebs betrifft brustkrebskranke Frauen in einer doppelten Weise. Zusätzlich zur ständigen Lebensbedrohung müssen sie durch die Amputation der Brust einen tiefgreifenden Identitätsverlust als Frau bewältigen. In dieser Situation fühlen sie sich oftmals von Ärzten wie Pflegepersonal ungenügend aufgeklärt und verstanden, so daß sie sich immer mehr in sich selber zurückziehen. Obwohl nun der Kontakt zu den betroffenen Frauen als gestört beschrieben wird, zeigt die Befragung des Pflegepersonals ein hohes Maß an empathischem Problembewußtsein. Daß die gewünschte Kommunikation dennoch häufig mißlingt, liegt an den massiven unbewußten Ängsten, die gerade die Brustkrebserkrankung auch im Pflegepersonal auslöst. Zu ihrer Überwindung müßten nach Karin Stützer mehr als bisher Balintgruppen in die Kliniken eingeführt werden. Nötig sei auch eine stärkere Rezeption der psychoonkologischen Seite der Krebsentstehung und -bewältigung, um die schwierige psychische Lage brustkrebskranker Frauen zu verstehen und angemessen damit umgehen zu können.Google Scholar
  6. 19.
    Tausch, Reinhard: Seelisch heilsame Bedingungen für Krebspatienten. In: Krankenpflege 40 (1986), 81–83. Gestützt auf seine eigene Erfahrung durch die Krebserkrankung seiner Frau sowie auf psychologische Untersuchungen stellt Reinhard Tausch in diesem Aufsatz die Bedeutung seelisch heilsamer Bedingungen für den an Krebs Erkrankten dar. Die Krebserkrankung sei ein enormer plötzlicher Einschnitt in sein seelisches Leben: neben der Auseinandersetzung mit dem möglichen nahen Ende werde der Patient durch die Trennung von der häuslichen Umwelt, den oft bedrückenden Therapiemethoden sowie durch einen reduzierten Körper deutlichen seelischen Belastungen ausgesetzt. Vor diesem Hintergrund erweisen sich nach Tausch seelisch heilsame Bedingungen als unerläßlich, um trotz der Krankheit seelisch heil zu bleiben und intensiv und bewußt zu leben. Als seelisch heilsam nennt Tausch die Erfahrung des Patienten, in seiner seelischen Innenwelt von anderen gehört und verstanden zu werden, mit seiner Persönlichkeit und seiner seelischen Innenwelt repektiert und umsorgt zu werden sowie die Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit auf seiten des Helfers. Schließlich übertragen sich auch seelische Stützung aus dem Team und aus der eigenen persönlichen Entwicklung des Helfers positiv auf den Patienten.Google Scholar
  7. 20.
    Zieger, Gabriele: Der Krebspatient — ein chronisch Kranker? Die Begleitung Schwerkranker aus der Sicht der Krankenpflege. In: Deutsche Krankenpflegezeitschrift 44 (1991), 29–33. In engagierter Weise bringt Gabriele Zieger in diesem Artikel die Bedeutung des Pflegepersonals für die Begleitung Sterbender zum Ausdruck. Ihre Hauptaufgabe als Krankenschwester sieht sie dabei nicht im reibungslosen Abwickeln von Routinearbeiten, die den täglichen Stationsablauf bestimmen, sondern im direkten Kontakt zu Patienten, ihrer pflegerischen und insbesondere psychischen Betreuung. Die Verwirklichung dieser Sicht von Krankenpflege gestaltet sich aber in einer auf Heilung ausgerichteten Welt äußerst schwierig. Am Beispiel der täglichen Visiten verdeutlicht die Autorin die üblichen Defizite des menschlichen Umgangs im Krankenhaus. Doch wächst auch unter den Ärzten die Erkenntnis, daß der Sterbende in besonderem Maße ihrer Betreuung bedarf, einer ganzheitlichen Betreuung, die sowohl seine körperliche und psychische Verfassung als auch sein soziales Umfeld und seine Angehörigen umfaßt. Diese Betreuung ist aber nicht ohne die Pflegenden zu leisten. Als Chance erweist sich hier gerade der zunächst unverbindliche Kontakt über die tägliche Pflege, der bei aufmerksamer Beobachtung zahlreiche Ansatzpunkte für eine vertiefte Betreuung bietet. Nötig sei hier nur das Bemühen um Verständnis sowie das Bestreben, sich ganz auf den Patienten und seine Nöte einzulassen. Doch auch Pflegende fühlen sich oft hilflos angesichts der ausweglosen Situation und der massiven Ängste der Patienten. Wichtig erscheint Gabriele Zieger hier allein die Bereitschaft zum ersten Schritt. Denn wenn ein Patient spürt, daß er sterben muß, dann braucht er keine Heldentaten und keine Wunderheilung. Dann braucht er Menschen, die für ihn da sind und ihn auf diesem Weg begleiten.Google Scholar

1. Pflegetheorie und Pflegeprozeß der Terminalpflege 1.5 Terminalpflege 1.5.1 Krebs-Patienten

  1. 21.
    Delbrück, Hermann, Krebsschmerz. Rat und Hilfe für Betroffene und Angehörige. Stuttgart 1993. Mit diesem Buch liegt ein allgemeinverständlicher Ratgeber für die Hand des Nicht-Mediziners vor, der auf bestem Wissensstand die Schmerztherapie und ihre Verfahren vorstellt. Es werden die Ursachen erklärt, die ursächliche, apparative und operative, die medikamentöse Schmerzbehandlung vorgestellt und zu den “alternativen” Behandlungsmöglichkeiten (physikalische, psychotherapeutische, “sanfte”) abgegrenzt. Das Buch berücksichtigt auch die diätetischen Möglichkeiten und versucht den Patienten selbst zu aktivieren, sich nicht nur behandeln zu lassen, sondern Selbstheilung und Selbsthilfe einzusetzen. Da die Krebserkrankung auch unmittelbare soziale Folgen haben kann, werden diese dargestellt und soziale und häusliche Rehabilitation benannt. Das Buch schließt mit einem Glossar und einer Adressenliste.Google Scholar
  2. 22.
    Kleist von, Sabine: Möglichkeiten und Grenzen der Krebsprävention. In: Krankenpflege 43 (1989), 321–324. Zwei Hauptwege können zur Bekämpfung der Krebserkrankung beschritten werden. Der erste ist, den Krebs durch eine intensive Behandlung zu heilen. Die hier erzielten Erfolge sind zwar sehr hoch, liegen jedoch in erster Linie bei den selteneren Krebsarten. Dagegen hat die Therapie der häufigen Karzinome, wie die der Lunge, der Brust und des Magen-DarmTraktes, insbesondere wenn sie bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht haben, seit Jahren keine Steigerung der Heilungsrate mehr erbracht, und demzufolge sind die Mortalitätsraten dieser Tumoren unverändert hoch. Deshalb fordert die Immunbiologin Sabine von Kleist, die therapeutischen Bemühungen in verstärktem Maße dem zweiten Wege zuzuwenden, d.h. nicht nur der Verbesserung der Früherkennung, sondern vor allem auch der Krebsprävention. Deren Bedeutung erhellt nicht zuletzt aus der Tatsache, daß nach neuesten Schätzungen nur ca. 2 Prozent aller Krebserkrankungen auf rein genetische bzw. kongenitale Faktoren, dagegen 90 Prozent des malignen Wachstums auf äußere Faktoren zurückzuführen sind. Am Beispiel der Ernährung, des Rauchens sowie der UV-Strahlung verdeutlicht Sabine von Kleist den komplexen Zusammenhang tumorfördernder und inhibierender Komponenten. Das Rauchen jedoch macht besonders deutlich, daß die meisten Menschen erst dann bereit sind, ihren Lebensstil zu ändern, wenn sie von einer Krankheit unmittelbar betroffen bzw. bedroht sind. Da sich aber einige Krebserkrankungen der Früherkennung überhaupt entziehen, muß hier eine Änderung in der Einstellung gegenüber der Krankheit Krebs erzielt werden.Google Scholar
  3. 23.
    Schröck, Rudolf: Gynäkologische Krebserkrankungen. Strategien der Therapie und Pflege. In: Deutsche Krankenpflegezeitschrift 40 (1987), 506–511. Die Vorsorge, Diagnostik, Behandlung und Betreuung (Nachsorge) bei Krebserkrankungen ist eine zentrale Aufgabe der Frauenheilkunde. Moderne, differenzierte Behandlungsstrategien bei gynäkologischen Malignomen wie Ovarial-, Endometrium- und Cervixkarzinom sowie das schwierige Problem des Mammakarzinoms erfordern eine hohe Fachkunde sowie ein außerordentliches Engagement aller in den Heilberufen Tätigen. Es ist daher die Pflicht aller im Krankenhauswesen Tätigen, sich mit den speziellen Problemen onkologischer Patienten eingehend zu beschäftigen und die “modernen” Konzepte sog. multimodaler Therapie, d.m. die Kombination vieler verschiedener Therapiearten, in ihrer wesentlichen Zielsetzung zu kennen. Als Gegengewicht zum häufig negativen Einfluß aus nicht-medizinischen Presseorganen zielt daher der Gynäkologe Rudolf Schröck mit diesem Beitrag auf eine bessere Transparenz derzeitiger Therapiekonzepte in der Tumortherapie und den damit verbundenen pflegerischen Problemen. Als Leitparameter des ärztlichen Bemühens muß dabei nach Schröck immer die Verhältnismäßigkeit des Einflusses der Tumorkrankheit zum Einfluß der therapeutischen Maßnahmen auf die Lebensqualität betrachtet werden, soll doch die Patientin nicht nur “am”, sondern auch “im Leben” bleiben.Google Scholar
  4. 24.
    Wadler, Joyce: Einschnitt. Mein Leben mit Brustkrebs. München 1994. In diesem Buch berichtet die amerikanische Journalistin Joyce Wadler über die Erfahrungen, die sie mit der Diagnose, der Operation und der Nachsorge ihrer eigenen Brustkrebserkrankung gemacht hat. Neben einer guten Beobachtung der medizinischen Aspekte sind diesem persönlichen Lebenszeugnis vor allem die psychischen und psycho-sozialen Schwierigkeiten wichtig, in die die Brustkrebserkrankung das partnerschaftlichrelationale Umfeld des Patienten bringen kann.Google Scholar

1. Pflegetheorie und Pflegeprozeß der Terminalpflege 1.5 Terminalpflege 1.5.2 AIDS-Patienten

  1. 25.
    Bieberstein, Reinhard: Begegnung mit sterbenden AIDS-Patienten. Möglichkeiten psychosozialer Betreuung Schwerstkranker und Sterbender mit AIDS. In: Deutsche Krankenpflegezeitschrift 41 (1988), 29–33. Reinhard Bieberstein, evangelischer Seelsorger an einer der beiden Universitätskliniken in Berlin, berichtet in diesem Beitrag über seine Begegnungen mit schwerstkranken und sterbenden Menschen mit AIDS. Immer noch stellt diese Krankheit eine Ausnahmesituation dar, die auf der Seite der Betroffenen, ihrer Angehörigen, aber auch auf seiten des Pflegepersonals von besonderen Stigmatisierungen gekennzeichnet ist. Bieberstein will mit seinen Erfahrungen Pflegenden, Betreuenden und Angehörigen von Patienten mit “erworbenem Immundefekt” Mut machen, sich angstfrei auf diese Todkranken einzulassen. Dargestellt wird die Situation der AIDS-Kranken im Krankenhaus. Eingewiesen in die Isolierstation sehen sie sich aufgrund der Stigmatisierungen ihrer Krankheit auch einer sozialen Isolierung ausgesetzt. Der Kontakt zu den Angehörigen bleibt oft bis zum Tode schwierig. Doch auch für die Pflegkräfte bringt die Betreuung von AIDS-Kranken enorme Belastungen mit sich. Fast alle AIDSKranke sterben im Krankenhaus, obwohl auch sie den Wunsch haben, zu Hause sterben zu dürfen. Wichtig erscheint in diesem Zusammenhang, daß die notwendige Begleitung der Sterbenden nicht an professionelle Helfer gebunden bleibt. Was zählt, ist allein das Verständnis, das dem Sterbenden (oder auch dem Angehörigen, dem Pflegenden) für seine Lage entgegengebracht wird. Neben entlastenden Gesprächsgruppen für alle Betroffenen bleiben aber auch in Zukunft Information und Aufklärung über diese Krankheit unerläßlich, um noch bestehende Ängste so weit wie möglich abzubauen.Google Scholar
  2. 26.
    Bönsch, Hedwig: Ich pflegte einen AIDS-Kranken. In: Krankendienst 60 (1987), 181–188. Hedwig Bönsch berichtet in diesem Beitrag in engagierter Weise von ihrer neunmonatigen häuslichen Betreuung eines Aids-Kranken in Berlin. Die gelernte Krankenschwester will mit ihren Erfahrungen zur Auseinandersetzung mit dieser immer noch tabuisierten Krankheit anregen, um so bestehende Ängste beim Umgang mit AIDS-Patienten abzubauen. An acht Punkten versucht sie zu diesem Zweck die Besonderheiten von AIDS im Unterschied zu einer “normalen” Krankheit hervorzuheben. Ein wesentlicher Unterschied besteht nun ihrer Meinung nach darin, daß durch die AIDS-Erkrankung gleich zwei Tabuthemen betroffen werden: der Tod und die Sexualität. Da AIDS immer noch unheilbar sei, werde ihre Betreuung unausweichlich zu einer Sterbebegleitung. Andererseits konfrontiere diese Krankheit zugleich mit Homosexualität und anderen Randphänomenen der Gesellschaft wie Prostitution und Drogenabhängigkeit, denen gegenüber Vorbehalte gehegt werden. Neben bestehender Angst vor Ansteckung seien es hauptsächlich diese Schwierigkeiten, die den unbefangenen Umgang mit AIDS-Patienten erschwerten, so daß diese von weitgehender Isolation betroffen seien. Zusätzlich würden sie meistens von großen Schuldgefühlen gequält. Schließlich aber müsse die Betreuung der AIDS-Patienten auch ihre Angehörigen und Freunde umfassen, da auch sie von der Isolation der AIDS-Erkrankten betroffen seien. Bei aller Schwere dieser Aufgabe hebt Hedwig Bönsch aber abschließend hervor, daß ihre Betreuung letztendlich für sie eine große Bereicherung war.Google Scholar
  3. 27.
    Borchers, Andreas/Melchinger, Heiner: Aids-Pflege zu Hause. Zur Versorgungssituation am Beispiel Berlin. Auswertung eines Bonner Modellprogramms. In: Forum Sozialstation 56 (1991), 32–37. AIDS ist einerseits längst aus den Schlagzeilen, andererseits haben sich inzwischen in vielen Bereichen Erfahrungen im Umgang mit Krankheit und den von ihr betroffenen Menschen etablieren können. Das gilt auch für die ambulante Pflege. Welche Versorgungsangebote es mittlerweile gibt, warum Fortbildung und Supervision so wichtig sind und was ambulante Dienste zur häuslichen Intensivpflege brauchen, schildert dieser Beitrag. Die Autoren, Andreas Borchers und Dr. Heiner Melchinger vom Institut für Entwicklungsforschung und Strukturforschung GmbH an der Universität Hannover, haben darin die Ergebnisse ihrer Studie zusammengefaßt.Google Scholar
  4. 28.
    Brömmelhaus, Helga: Symptomatische Pflege und funktionsspezifische Massnahmen bei HIV-Infizierten und Aids-Kranken. In: Die Schwester/ Der Pfleger 29 (1990), 806–808. Die Pflege eines AIDS-Kranken erfordert vom Pflegepersonal mehr noch als die Betreuung anderer Kranker einen sehr hohen Einsatz und einen pflegerischen Aufwand, der häufig über das Normalmaß hinausgeht. Die pflegerischen Maßnahmen bei AIDS-Patienten müssen dabei besonders die Symptome des Krankheitsbildes lindern. Neben der Grund- und Behandlungspflege nimmt die psychische Betreuung einen breiten Raum in der Pflege der Patienten ein. Zum Schutz des Patienten vor weiteren Infektionen sowie zum eigenen Schutz vor einer Übertragung der Krankheit müssen ferner die pflegerischen und hygienischen Abläufe der Grundpflege mit größter Sorgfalt ausgeübt werden. In thematischer Gliederung skizziert Helga Brömmelhaus in diesem Artikel notwendige Verhaltensweisen zum Schutz vor eigener und fremder Infektion im Umgang mit HIV-Infizierten und an AIDS erkrankten Patienten. Im einzelnen geht sie dabei auf die Pflege bei der Erkrankung der Haut (Durchführung sowie Wundversorgung bei entzündlichen Prozessen der Haut), die Pflege bei Erkrankung des Intestinaltraktes, bei der Erkrankung der Lunge sowie bei Erkrankungen des Zentralnervensystems ein. Schließlich nennt sie die notwendigen Hygienemaßnahmen auf der Intensivstation, bei OP-spezifiischen Maßnahmen sowie die zu ergreifenden Maßnahmen bei Verletzungen des Personals. In einem Schaubild werden Schutzmaßnahmen im Umgang mit HIV-Infizierten und an AIDS erkrankten Patienten zusammengestellt.Google Scholar
  5. 29.
    Bürgel, Sr. Norberta: Eine Heimat am Ende des Lebens. “Maria Frieden”, Hospiz für AIDS-Kranke in Oberharmersbach. In: Caritas Gemeinschaft. Für Pflege- und Sozialberufe e.V. 45 (1993), 73,74. Vorliegender Artikel beschreibt das Hospiz und die Tagungsstätte “Maria Frieden” in Oberharmersbach, etwa 50 Kilometer von Offenburg entfernt, in dem seit 1990 jeweils 10 an der Immunschwäche AIDS erkrankte Menschen ihre letzte Herberge finden können. Träger dieser Einrichtung ist die Kongregation der Franziskanerinnen vom Göttlichen Herzen Jesu in Gengenbach, im Hospiz arbeitet jedoch ein interdisziplinäres Team von 18 Mitarbeitern aus den unterschiedlichsten Berufen (Sozialpädagoge, Arzt, Krankenschwester/Pfleger, Altenpflegerin, Seelsorger, Koch, Kaufmann, Erzieherin, Putzfrau) . Das Haus “Maria Frieden” stellt eine Verbindung aus Hospiz- und Begegnungshaus dar, um einer Ghettoisolierung bewußt entgegenzuwirken. Die Arbeit in diesem Hospiz ist getragen von dem Grundgedanken und den Zielen der Hospizbewegung. Die Pflege umfaßt somit den ganzen Menschen und schließt seine individuelle Betreuung wie psychosoziale Begleitung, ebenso wie die seiner Angehörigen und die “Betreuung” der Mitarbeiter mit ein. Detaillierte Erläuterungen erfolgen im Text.Google Scholar
  6. 30.
    Domek, Oskar: Aids — Krankheit und Herausforderung. In: Krankenpflege 41 (1987), 226–233. Der Artikel gibt eine Definition von AIDS, geht auf die psychische Situation der AIDS-Patienten ein und macht deutlich, wie wichtig es für die Patienten ist akzeptiert zu werden. Beim näheren Betrachten der psychischen Betreuung wird festgestellt, daß diese viel Zeit in Anspruch nimmt und der Grundpflege wieder besondere Bedeutung zukommt. Die Pflege der HIV-Patienten wird angesprochen und AIDS-typische Begleiterkrankungen angeführt. Im letzten Abschnitt stehen die hygienischen Maßnahmen im Mittelpunkt, immer vor dem Hintergrund, daß es nicht nur darum geht, das Personal vor einer möglichen Infektion zu schützen, sondern auch darum, Patienten vor weiteren opportunistischen Infektionen zu bewahren.Google Scholar
  7. 31.
    Fröschl, M./Braun-Falco, O.: Erscheinungsprofil der HIV-Infektionen (AIDS) und praktische Schutzmaßnahmen. In: Krankendienst 60 (1987), 189–196. Der Artikel umfaßt einen ausführlichen Überblick über das Erscheinungsprofiil, Symptomatik und Möglichkeiten zur Diagnostik der HIV-Infektion (AIDS). Desweiteren thematisieren die Autoren die notwendigen Schutzmaßnahmen im Umgang mit HIV-infizierten Patienten, den Schutz vor HN-Infektionen in der ärztlichen Praxis und grenzen schließlich Situationen ohne Infektion ab.Google Scholar

1. Pflegetheorie und Pflegeprozeß der Terminalpflege 1.5 Terminalpflege 1.5.3 Alte/verwirrte Patienten

  1. 32.
    Altschul, Annie: Der alte verwirrte Patient und seine Pflege in der Gemeinde. In: Pflege 1 (1988), 44–49. In diesem Beitrag sind zahlreiche Forschungsergebnisse kurz beschrieben. Sie betreffen Erkenntnisse, über die auch das Pflegepersonal betagter verwirrter Menschen in der Gemeinde informiert sein muß. Es werden Beobachtungen einer Gruppe von Schülerinnen geschildert, die in verschiedenen psychiatrischen Stationen gelernt haben, welche Faktoren zu Verwirrungszuständen beitragen. Als Beispiel von Innovation auf dem Gebiet der Betreuung betagter Menschen ist eine Wohngemeinschaft beschrieben, in der sehr verwirrte Menschen unabhängig und geschützt leben können. Auf Zitate und Quellenangaben wurde im Text bewußt verzichtet, da er durch die Aufführung der in großer Zahl existierenden Literatur zu schwerfällig geworden wäre. Die Bibliographie am Schluß weist den interessierten Leser jedoch auf weiterführende Literatur hin.Google Scholar
  2. 33.
    Falck, Ingeborg/Der Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, Referat Öffentlichkeitsarbeit (Hg.): Analyse der rehabilitationfördernden und — hindernden Faktoren in der Geriatrie. Bonn 1985. Eine für eine historische Betrachtung der Entwicklung von Sterbebegleitung in der Bundesrepublik interessante Arbeit, da sie auf der grundsätzlichen Ablehnung der Spezialeinrichtungen (1979) wie der Hospize aufbaut. Lediglich der Beitrag von F. REST unterscheidet sich von dieser Grundeinstellung; sein Beitrag ist einer der ersten, die solche Einrichtungen in Deutschland wissenschaftlich absichern. Erst 1985 kam es zu entsprechenden Gründungen. Der Ausgangspunkt für diese Entwicklung ist hier deutlich zu umreißen, zumal wissenschaftliche Begründungen z.B. für den Haupteinsatz der Seelsorger versucht werden. In der Mitte des Buches steht eine Wut-Liste, welche die festgestellten Unzulänglichkeiten erhellt. Ein Beitrag (J. Cervos-Navarro) begründet die Sinnhaftigkeit der enzephalistischen Todesdefinition, wobei er die Folgen für die Altersverwirrtheit außer Acht läßt.Google Scholar
  3. 1.
    1.5 .4 Bewußtlose PatientenGoogle Scholar
  4. 34.
    Bridges, Thomas J.: Oral Care of the Dying Patient. Neurilogical Aspects. In: Austin H. Kutscher u.a. (Hg), The Terminal Patient. Oral Care. New York/London 1973, 99–105. Die Mundpflege bei komatösen Patienten dient der Aurechterhaltung der Lebensfunktionen, Instandhaltung der Luftwege, Beseitigung von Sekretionen, Wegen der Versorgung mit flüssiger und fester Nahrung. Bei semi-komatösen Patienten kommen unter Berücksichtigung der Krebs- und neurologischer Erkrankungen Aufgaben hinzu: Bewußtseintrübungen bis zum tiefen Koma, Individualisierung und Improvisation als Zusatz zur Routine-Pflege, Anwendung von Sedativa und Tranquilizer, Beobachtung der wirklichen Grundlagen für ein bestimmtes Verhalten, Lagerungsprobleme bei Dränage-Therapie.Google Scholar
  5. 35.
    Seiler, Walter O.: Dekubitusrisiko des kachektischen Krebspatienten: Ursache und Prophylaxe. In: Die Schwester/Der Pfleger 26 (1987), 1014–1016. Für die betroffenen Patienten bedeuten Dekubitalulzera, die nicht selten zu schwerer Sepsis führen, eine schmerzhafte und schwere Belastung. In seinem Beitrag, der auf den Vortrag des Autors anläßlich des Symposions “Unterstützende Pflege bei Krebspatienten” des Kantonsspitals St. Gallen im Jahre 1987 zurückgeht, analysiert Walter O. Seiler die Ursachen der Dekubituspathogenese und nennt Möglichkeiten zu ihrer wirksamen Prophylaxe. Wie aus den Ausführungen Seilers klar hervorgeht, ist die wichtigste Ursache der Dekubitusentstehung eine anhaltende Druckeinwirkung auf die Haut an gleicher Stelle und in genügender Größe beim immobilen Patienten. Gefährdet sind demnach neben geriatrischen auch komatöse oder gelähmte Patienten jeden Alters. Die Druckwirkung wird durch die harte Unterlage einer normalen Matratze erzeugt. Eine wirksame Dekubitusprophylaxe muß daher darauf zielen, die Druckeinwirkung von der harten Unterlage auf gefährdete Hautbezirke total oder auf ein Minimum zu reduzieren. Seiler empfiehlt hierzu die Lagerung auf superweicher Unterlage und ein zusätzliches (zweistündliches) Umlagern in 30-Grad-Schräglage sowie Mobilisieren nach Möglichkeit. Alle anderen, immer noch gebräuchlichen Maßnahmen, die nicht die Ursache der Dekubituspathogenese berücksichtigen, seien daher notwendig ineffizient.Google Scholar

1. Pflegetheorie und Pflegeprozeß der Terminalpflege 1.5 Terminalpflege 1.5.5 Kinder

  1. 36.
    Kaufmann, Ursula: Psychosoziale Aspekte in der pädiatrischen Onkologie. In: Deutsche Krankenpflegezeitschrift 42 (1989), 620–624. Mit den heute gegebenen Heilungschancen krebskranker Kinder haben sich auch die Schwerpunkte der psychosozialen Probleme verschoben. Die Familien müssen mit der Dauerbelastung einer chronischen, eventuell tödlich verlaufenden Krankheit über lange Zeit leben und dabei doch ihre Kinder zukunftsgerichtet versorgen. In dieser Situation sind sie auf eine verständnisvolle psychosoziale Begleitung angewiesen, die eine früh einsetzende Rehabilitation und Reintegration der Patienten in ihr früheres Umfeld, in Schule und Beruf, zum Ziel hat. Gleichzeitig sind die Betroffenen auf dem Weg durch die verschiedenen Krankheitsphasen situationsund altersangepaßt zu begleiten. Zur Unterstützung der Familien ist in der Regel eine verständnisvolle psychosoziale Begleitung ausreichend, die wiederum durch die Begleitung von seiten des Klinikpersonals ergänzt wird. In Einzelfällen kann jedoch auch eine spezielle psychotherapeutische Betreuung der Patienten und ihrer Familien erforderlich werden. Ebenso bedarf auch das Klinikpersonal der eigenen Entlastung in Teambesprechungen und balintgruppenähnlichen Sitzungen. Die Anforderungen an eine umfassende psychosoziale Betreuung krebskranker Kinder und ihrer Familien sind somit vielfältig. Sie ist eine notwendige Hilfe zur Selbsthilfe, wie in dem kenntnisreichen Beitrag der Ärztin Ursula Kaufmann deutlich wird.Google Scholar

1. Pflegetheorie und Pflegeprozeß der Terminalpflege 1.6 Belastung des Krankenpflegepersonals

  1. 37.
    Bender, Iris: Eingebettet in Liebe und Fürsorge. Betreuung sterbender Kinder zu Hause. In: Die Schwester/Der Pfleger 26 (1987), 1019–1022. In diesem Beitrag schildert die Kinderkrankenschwester Iris Bender ihre Arbeit in einem Modellprojekt der Station Peiper, einer hämatologischonkologischen Station der Gießener Universitäts-Kinderklinik. Als Ambulanzschwester erfüllt sie dabei in erster Linie eine Mittlerfunktion zwischen der Klinik und den Eltern, die ihr Kind zum Sterben mit nach Hause genommen haben. Durch ihre Arbeit soll zum einen die Verbindung zur Klinik aufrecht erhalten werden, um bei Komplikationen oder Überforderung eine Rückkehr in die Klinik zu ermöglichen, zum anderen soll den Eltern durch ihre Arbeit auch jederzeit ein bekannter Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Ihre Aufgabe besteht für sie darin, Kind und Eltern bis zum Tod zu begleiten, und zwar in psychischer wie in pflegerischer Hinsicht. Wichtigstes Ziel jeglicher Betreuung sei es ferner, Eltern, Kind und Geschwister in die Lage zu versetzen, sich offen über Krankheit und Tod zu unterhalten. Dabei sei es aber umstritten, daß diese Art von Begleitung für die Angehörigen eine immense Belastung darstelle, über die sich beide Elternteile vorher im klaren sein sollten. Auch der Pflegende werde bei der häuslichen Betreuung stärker als in der Klinik persönlich gefordert. Doch trotz der Schwere dieser Aufgabe waren im nachhinein alle Eltern glücklich, ihrem Kind diesen letzten Dienst erwiesen zu haben. Dieser Dienst sollte durch angemessene Unterstützung und gezielte Schulung von Ärzten und Schwestern mehr Eltern ermöglicht werden.Google Scholar
  2. 38.
    Döring, Monika u.a.: Die Pflege Sterbender. In: Deutsche Krankenpflegezeitschrift 41 (1988), 17–20. 1982 formulierte der Deutsche Berufsverband für Krankenpflege (DBfK) als Aufgabe der Krankenpflege: “Menschen aller Altersstufen in Problemen des Lebensendes beizustehen und dem einzelnen ein würdiges Sterben zu ermöglichen. “ Inzwischen akzeptiert das Pflegepersonal zunehmend die Sterbebegleitung als eigene Aufgabe. Die Hilfe für den Sterbenden besteht in Behandlung, Begleitung und Pflege. Diese allgemeine Definition füllen die Autoren dieses Beitrages mit konkreten praktischen Vorschlägen zur Ausgestaltung der Pflege Sterbender. Neben der Klärung des Begriffes des Sterbens umfaßt die pflegerische Komponente der Sterbebegleitung dabei sowohl den äußeren Rahmen der Unterbringung des Sterbenden als auch die Beachtung bestimmter inhaltlicher Rücksichtnahmen in bezug auf die körperliche Pflege. Die psychische Begleitung Sterbender muß unterscheiden zwischen solchen Faktoren, auf die das Pflegepersonal direkten Einfluß hat und solchen Bedürfnissen des Patienten, bei deren Erfüllung dem Pflegepersonal lediglich eine Mittlerfunktion zukommt. In beiden Fällen geht es darum, die Situation und den Prozeß des Sterbens so erträglich wie möglich zu gestalten. Die Erfüllung dieser Aufgaben kann jedoch nur gelingen, wenn die Angehörigen bewußt in die Verarbeitung des Sterbeprozesses miteinbezogen werden. Schließlich muß die Sterbebegleitung mehr noch als andere Bereiche der Krankenpflege auf eine ausreichende Psychohygiene des Pflegepersonals achten.Google Scholar
  3. 39.
    Hannich, Hans-Joachim: Umgang und Grenzen der Intensivbehandlung aus psychologischer Sicht. In: Die Schwester/Der Pfleger 29 (1990), 838–841. Hans-Joachim Hannich beschreibt in seinem Artikel die besondere psychosoziale Problematik von Ärzten und Pflegepersonal auf der Intensivstation. Angesichts der Frage nach der Grenzziehung zwischen Leben und Tod stelle sich hier das Dilemma: “erst behandeln, dann entscheiden” , was er durch Fallbeispiele veranschaulicht. Weitere Konfliktpunkte sind die Kollision von ärztlicher und pflegerischer Sicht sowie die Verleugnung der Vergänglichkeit des Menschen. Hannich schließt seinen Beitrag mit einem Appell an alle Betroffenen, daß Therapie niemals Selbstzweck werden dürfe. Es gehe dabei nicht um Machbarkeit, sondern um sinnvolles Handeln zur Wahrung der Würde des Menschen.Google Scholar
  4. 40.
    Hartung, Sibylle: Sterben im Bereich der Dialyse. In: Die Schwester/Der Pfleger 29 (1990), 841–842. Sibylle Hartung beschreibt in diesem Beitrag aufgrund ihrer 23jährigen Erfahrung als Krankenschwester, davon 11 Jahre in der chronischen Dialyse, die Situation des Sterbens auf dieser Station. Die besondere Abhängigkeit der Dialysepatienten von der Maschine bedingt ihrer Meinung nach auch eine besondere Problematik im persönlichen Umgang mit diesen Patienten. Die zum Teil langjährige Pflege im Bereich der Dialyse konfrontiere mit einem oft schnellen körperlichen und psychischen Verschleiß des Patienten. Das Pflegepersonal vermeide dagegen eine tiefere Beziehung zu den Patienten, da es sich der daraus entstehenden psychischen Belastung nicht gewachsen fühle. Tod und Sterben sei daher in dieser Station ein Tabuthema. Nach ihren Erfahrungen ist der “Ist-Zu-stand” des Dialyse-Alltags eine permanente Überforderung des Pflegepersonals. Trotzdem würden in keinem Dialysezentrum psychologische Hilfen angeboten. Bisherige Versuche scheiterten, weil sie außerhalb der Arbeitszeit und zu Kosten des Pflegepersonals angeboten worden seien, sie scheiterten ferner an bestehendem Mißtrauen innerhalb des Personals. Größere Offenheit untereinander sowie psychologische Hilfen aber seien angesichts der offenkundigen Überforderung eine dringende Notwendigkeit.Google Scholar
  5. 41.
    Heine, Rolf: Elemente anthroposophisch erweiterter Krankenpflege. In: Deutsche Krankenpflegezeitschrift 45 (1992), 76–78. Im Mittelpunkt der modernen Krankenpflege steht der Patient mit seiner individuellen biographischen Situation, seinen Leiden, Bedürfnissen und Behinderungen. Für den Krankenpfleger Rolf Heine bietet die anthroposophisch erweiterte Krankenpflege für diese in der Praxis schier nicht zu bewältigende Aufgabe wirklichkeitsbezogene Lösungsansätze. Leitend ist dabei das durch die Anthroposophie gegebene Menschenbild, aus dem heraus die traditionellen Pflegemethoden neu begründet und erweitert werden. Nicht zuletzt die Frage nach der Spiritualität der Pflege öffnet hierbei nach Heine neue Horizonte für die tägliche Arbeit. Anthroposophische Krankenpflege sei dabei nicht gebunden an ein anthroposophisch geführtes Krankenhaus. Sie werde vielmehr in dem Maße möglich, in dem einzelne Pflegende sich um Gesichtspunkte bemühen, die tägliche Arbeit mit Hilfe der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners zu durchdringen. Ziel der Darstellung Heines ist es, einige Aspekte zur Erweiterung der Pflegekunst beizutragen. Sie orientiert sich dabei, ausgehend vom Leitbild der Pflege, an der Pflegepraxis der Filderklinik bei Stuttgart. Unter den Stichworten Hilfeleistung und Anregung der Lebensprozesse, Gestaltung der Atmossphäre, Bezugspflege, Schicksalsgemeinschaft und Sterbebegleitung versucht Heine sodann das Besondere der anthroposophischen Krankenpflege deutlich zu machen. Diese Art der Pflege ist jedoch nur als Gemeinschaftsaufgabe zu leisten und bedarf der besonderen Zusammenarbeit zwischen Pflegenden und Ärzten.Google Scholar
  6. 42.
    Lutz, Rose-Marie: Die Rolle der Kinderkrankenschwester auf einer onkologischen Station. In: Deutsche Krankenpflegezeitschrift 42 (1989), 619–627. Die Behandlung von Krebs im Kindesalter hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Die Auswirkungen dieses Erfolges und der damit verbundenen Therapie in bezug auf die Anforderungen an die Betreuenden wie Pflegepersonen und Ärzte wurden jedoch lange Zeit nicht thematisiert. In der Ausbildung wird die veränderte Rolle der Kinderkrankenschwester in der Pflege des lebensbedrohlich erkrankten Kindes und seiner Familie immer noch nicht genügend berücksichtigt. Dabei entspricht der Arbeitsbereich einer Kinderkrankenschwester auf einer solchen Station heute eher dem einer “Familienschwester” . Gleichzeitig bringen Eltern sehr unterschiedliche Voraussetzungen und Probleme mit und entsprechen nicht immer den Erwartungen des Pflegepersonals. Eine Zusammenarbeit auf der Station ist jedoch nur mit einer vernünftigen Verteilung der Aufgaben und Rollen möglich, wenn Eltern, Kinderkrankenschwester und Arzt lernen, sich als Partner zu verstehen. Die genaue Kenntnis der spezifischen Belastung von Eltern und Patienten während der einzelnen Phasen der Behandlung (Aufnahme, Diagnostik und nachfolgender Stationsaufenthalt, Entlassung), auf die die Kinderkrankenschwester Rose-Marie Lutz mit ihrem Beitrag aufmerksam machen will, ist dabei eine wesentliche Voraussetzung für eine gelingende Zusammenarbeit. Ebenso unerläßlich ist jedoch auch die Psychohygiene des Pflegepersonals durch Teamgespräche, Balintgruppen, Fortbildungen sowie geregelte Arbeitszeiten, da die Pflegenden weder die Rolle der Eltern übernehmen können noch sollen.Google Scholar
  7. 43.
    Michler, Kristina: Anforderungen an das Pflegepersonal bei der Betreuung zytostatisch-therapierter Patienten im Krankenhaus. In: Krankenpflege 43 (1989), 279–280. Die Betreuung zytostatisch-therapierter Patienten stellt hohe Anforderungen an das Pflegepersonal. Es werden Krankenschwestern und Krankenpfleger benötigt, die gewissenhaft die fachspezifische Pflege durchführen, die die schweren psychischen Belastungen ertragen können sowie dazu ausgebildet sind, dem Krebskranken in seiner schwierigen Situation im Krankenhaus beizustehen. Im weiteren Text werden Symptome und geeignete Pflegemaßnahmen bei zytostatisch behandelten Patienten dargestellt.Google Scholar
  8. 44.
    Schmeling, Christoph: Sterben im Krankenhaus. In: Medizin, Mensch und Gesellschaft 7 (1982), 140–149. Der Anteil derjenigen, die im Krankenhaus sterben, steigt stetig. In der Bundesrepublik betreut die Institution knap 2/3 der Menschen im letzten Abschnitt ihres Lebens. In diesem Beitrag wird zunächst auf die psychischen Belastungen auf seiten der Ärzte und Schwestern eingegangen, die Todkranke zu betreuen haben, ohne auf diese Aufgabe vorbereitet worden zu sein. Dann wird die Aufmerksamkeit der Situation des Sterbenden zugewandt, die — über die für alle Krankenhauspatienten bestehenden Einschränkungen hinaus — insbesondere durch die mangelnden Kommunikationsmöglichkeiten mit der Umwelt bis hin zur Isolation gekennzeichnet ist. Die intrapsychische Verarbeitung der Todkrankensituation wird ausführlich beschrieben. Aufgezeigt werden Ansätze zur Verbesserung der psychosozialen Versorgung Sterbender, wobei neben einer Verbesserung der Personalschlüssel für Krankenhäuser und Altenheime die Ausbildung von Ärzten und Schwestern für die Betreuung Schwer- und Todkranker vorrangig scheint. Abschließend werden einige Verbesserungsvorschläge für die tägliche Arbeit auf der Station vorgebracht.Google Scholar
  9. 45.
    Schmucker, Hildegard: Das prä- und postoperative Aufklärungsgespräch aus pflegerischer Sicht. In: Die Schwester/Der Pfleger 26 (1987), 1010–1012. Immer noch ist die Krankheit Krebs eine stärkere Herausforderung als alle vergleichbaren Erkrankungen, da sie im allgemeinen Bewußtsein mit Unheilbarkeit und frühem Tod gleichgesetzt wird. Von dieser Belastung ist auch das prä- und postoperative Aufklärungsgespräch geprägt, wie Hildegard Schmucker in dieser Niederschrift eines anläßlich des Symposions “Unterstützende Pflege bei Krebspatienten” des Kantonsspitals in St. Gallen im Jahre 1987 gehaltenen Referates deutlich macht. Unabhängig vom jeweiligen Kenntnisstand der Patienten ist die Zeit der Diagnostik für diese eine Zeit hoher Belastung. Doch ist die präoperative Phase dabei zumeist noch von einer weitgehenden Verdrängung gekennzeichnet, an die trotz der zum Teil radikalen Operationen noch starke Hoffnungen auf eine mögliche Heilung geknüpft werden. Dennoch muß die Krankheitsbewältigung bereits hier beginnen. Für die Pflegenden bedeutet das intensive Zuwendung und Begleitung sowie die Bereitschaft zu sich ständig wiederholenden Gesprächen. Die Krise der postoperativen Phase kann dagegen von einer schlechten Aufklärung seitens des Arztes noch verschärft werden. Zu beachten ist hierbei die Prozeßhaftigkeit der Wahrheit, die nicht nur von der gegebenen Information, sondern auch von der Aufnahmekapazität und der Sprachbeherrschung des Patienten sowie von der Eindeutigkeit der ärztlichen Aussagen bestimmt wird. Hilfreich wäre hierbei das Hinzuziehen einer Pflegeperson zum ärztlichen Aufklärungsgespräch, da so spätere Nachfragen des Patienten ermöglicht würden.Google Scholar
  10. 46.
    Schnaper, Nathan u.a., Management of the Dying Patient and His Family. A Volume in MSS’ Series on Attitudes Toward Death. New York 1974. Es geht um die emotionalen Reaktionen und Ängste sterbender Menschen und ihrer Familien, emotionale Faktoren des beruflichen Reagierens, um die Isolation der Sterbenden, die moralischen Faktoren der Helfer, die Stützungsfunktion der Pflege und die Rolle des Psychiaters innerhalb dieses Prozesses.Google Scholar
  11. 47.
    Seeger, Ursula: Grenzen der Behandlung in der Intensivmedizin aus pflegerischer Sicht. In: Die Schwester/Der Pfleger 29 (1990), 837–838. Viele früher totgeweihten Patienten können heute dank des Fortschritts in der Intensivmedizin über- und weiterleben. Leider können durch den medizinisch-technischen Fortschritt auch viele Patienten am Sterben gehindert werden. Bedingt durch die pflegerischen Aufgaben und die ständige Präsenz am Patientenbett, erlebt das Pflegepersonal häufig, daß diese angebliche Lebensverlängerung zu einer Tortur der Sterbensverlängerung wird. Ursula Seeger geht in ihrem Bericht des Weiteren auf die Belastungen des Pflegepersonals und die Verantwortlichkeit der Pflegenden ein. Abschließend appelliert sie an die Ärzte und leitenden Krankenpflegekräfte, mehr Transparenz, Information und Diskussion der Therapie zu ermöglichen, die Krankenpflegekräfte in die Gespräche mit Angehörigen einzubeziehen, innerhalb der Dienstzeit regelmäßige Teamgespräche einzurichten sowie die Teilnahme an einer Balintgruppe zu ermöglichen.Google Scholar
  12. 48.
    Stolp, Susanne: Die Betreuung onkologischer Patienten. In: Deutsche Kran-kenpflegezeitschrift 44 (1991), 33–46. In ihrem Beitrag berichtet Susanne Stolp von einer seit zwei Jahren bestehenden hämatologischen Intensivstation. Auf der Station werden überwiegend Patienten mit Leukämie, Lymphonen und Sarkomen betreut. Neben den vielen pflegerisch-technischen Aufgaben spielt auf der Station, wie auf jeder anderen onkologischen Station, die psychische Betreuung eine zentrale Rolle; diese soll Gegenstand der Ausführungen sein. Einleitend werden die Voraussetzungen für eine gute psychische Betreuung kurz aufgezeigt und anschließend folgende wichtigen Aufgabenbereiche des Pflegepersonals erörtert: Unterstützung des Patienten durch Information und Instruktion, Vermittlung, Begleitung des Patienten und seiner Angehörigen, Sterbebegleitung. Zu den Voraussetzungen für eine gute psychische Betreuung gehört, daß eine Atmossphäre geschaffen wird, in der es dem Patienten überhaupt möglich ist, Gespräche über seine Ängste und Sorgen zu führen. Dazu gehören Wahrhaftigkeit jeder einzelnen Pflegeperson, das Offensein für ein Gespräch sowie die Fähigkeit zum Zuhören. Die Krankenschwester ist dabei nicht eine sterile Person sondern ein Mensch, der einen anderen Menschen durch eine schwierige Zeit ein Stück auf seinem Weg begleitet. Abschließend weist Susanne Stolp darauf hin, daß Sterbebegleitung mehr als bisher in den Lehrplan eingegliedert werden müßte.Google Scholar
  13. 49.
    Thimme, Walter: Grenzen der Therapie in der Intensivmedizin. In: Die Schwester/Der Pfleger 29 (1990), 835–836. Die Grenzen der Therapie auf der Intensivstation sind die Grenzen zwischen schwerkrank und sterbend. Mit den Problemen dieser Grenzziehung hat der Arzt genauso zu tun wie die Krankenschwester und der Krankenpfleger. Es ist eine Grenzziehung, die nicht an bestimmte Fachgebiete gebunden ist. Sie wird beeinflußt durch eine bestimmte Symptomatik des Todes sowie durch den Einfluß außermedizinischer Bereiche. Wichtiger als die wissenschaftlich fundierte Grenzziehung der Intensivmedizin erscheint Walter Thimme dabei, sich die fluktuierende Struktur dieses Grenzgebietes klar zu machen, die in Gesprächen zwischen allen Beteiligten eingebettet sei. Prognostik, Diagnostik und Therapie ändern sich dabei täglich, ebenso wie die Einstellung des Patienten und die Möglichkeit, das, was man plant, in die Tat umzusetzen. So erscheint die Grenzziehung eine uralte und dennoch täglich neue Herausforderung zur bestmöglichen Hilfe.Google Scholar
  14. 50.
    Zieger, Gabriele: Sterben und Tod im Krankenhaus — Belastung, Trauma der Pflegenden?. In: Die Schwester/Der Pfleger 32 (1993), 842–849. In diesem Artikel thematisiert Gabriele Zieger auf der Grundlage ihrer zehnjährigen Tätigkeit in einer onkologischen Klinik die psychischen Belastungen des Pflegepersonals bei der Pflege Schwerkranker und Sterbender. Die ständige Konfrontation mit dem Tod, die Hilflosigkeit angesichts der Trauer der Angehörigen und nicht zuletzt das Schuldgefühl, daß der Patient trotz intensivster Therapie und bester Pflege dennoch gestorben ist, wirken dabei ungeheuer belastend auf die Pflegenden. Einige entziehen sich dieser ständigen Belastung durch erfolgreiche Verdrängungsmechanismen, andere jedoch fühlen sich durch diese Belastung überfordert. In der Auseinandersetzung mit möglichen Bewältigungsstrategien für den Umgang mit Schwerkranken und Sterbenden steht für Gabriele Zieger dabei nicht der Patient, sondern der Pflegende selbst im Mittelpunkt, der durch die ständige Konfrontation mit dem Tod zur Auseinandersetzung mit seiner eigenen Sterblichkeit herausgefordert wird. Im weiteren Verlauf ihres Artikels analysiert sie die Belastungsfaktoren Angst, Unsicherheit und Schuldgefühle genauer, da diese der eigenen Person entspringen und sich so am ehesten beeinflussen lassen. Daneben scheint aber auch ein Umdenken der Pflegenden selbst erforderlich: Ziel ihrer Bemühungen sollte es nicht mehr sein, den Tod zu überwinden, sondern dem Patienten die unter den gegebenen Umständen bestmögliche Hilfe zukommen zu lassen.Google Scholar

2. Pflegequalität 2.1 Qualitätskontrolle

  1. 51.
    Bachmann-Mettler, Irene: Tumorpatienten beurteilen die Pflegequalität und formulieren Erwartungen an das Krankenpflegepersonal. In: Die Schwester/Der Pfleger 28 (1989), 751–753. In der Pflege von Tumorpatienten sind in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt worden. Diese Fortschritte verdanken wir weitgehend den Onkologieschwestern, die sich intensiv mit pflegerischen Unterstützungsmaßnahmen von Krebskranken auseinandersetzen und sich den spezifischen Problemen wie Schmerzen, Ernährung, psychische Verarbeitung der Krankheit usw. angenommen haben. Wenn man die entsprechende Fachliteratur durchsieht, findet man wissenschaftlich fundierte Forschungsarbeiten, welche heute die Basis pflegerischen Wissens und Handelns bilden. Bei der Arbeit von Irene Bachmann-Mettler handelt es sich daher nicht um eine Untersuchung über die Art oder Anwendungsweise von spezifischen pflegerischen Maßnahmen, vielmehr geht es darum, zu erfahren, wie der Patient mit den erhaltenen Unterstützungsmaßnahmen zufrieden ist und ob er diese Unterstützung, vor allem im psychologischen Bereich, vom Krankenpflegepersonal überhaupt erwartet. Die Patientenumfrage und die Analyse der Resultate wurden im Rahmen des zweijährigen Weiterbildungslehrganges “Pflege von Tumorkranken” 1987 von den 14 Teilnehmern selbständig durchgeführt.Google Scholar

2. Pflegequalität 2.2 Qualitätssicherung

  1. 52.
    Miller, Audrey: Wird die Pflegequalität durch die Anwendung des Pflegeprozesses beeinflußt?. In: Pflege 1 (1988), 94–102. Da es in Europa nur wenige Forschungsergebnisse über die Wirksamkeit des Pflegeprozesses gibt, hat die Autorin eine vergleichende Studie über verschiedene Methoden der Vorgehen in der Pflege auf geriatrischen Stationen durchgeführt und die Auswirkungen dieser Pflege auf den Zustand der Patienten im Verlauf von zwei Jahren überprüft. Die Kriterien waren Abhängigkeitsgrad, Kontinenz, Mobilität, Dekubitus, Zufriedenheit und Wohlbefinden der Patienten, Entlassungs- und Sterbequoten, soziale Kontakte, Beschäftigung. Die Resultate zeigen, daß Langzeitpatienten auf Abteilungen, die mit dem Pflegeprozeß arbeiten, zufriedener, weniger inkontinent, weniger stark abhängig, aktiver in der Selbstpflege sind, und daß ihre Zufriedenheit und Lebensqualität eindeutig höher ist als bei Langzeitpatienten auf funktionsbezogenen Abteilungen.Google Scholar

3. Pflege von Schwerkranken und Sterbenden 3.1 Ambulanter Pflegedienst

  1. 53.
    Aulbert, Eberhard/Niederle, Norbert (Hg.): Die Lebensqualität des chronisch Krebskranken. Stuttgart/New York 1990. Neben einer wesentlichen Anzahl von Artikeln zu Problemen und Hintergründen der zytostatischtherapeutischen so wie der palliativmedizinischen Krebsbehandlung enthält der Band n. a. interessante Beiträge zum “Prinzip ‘Hoffnung’ in der Aufklärung des chronisch Krebskranken” (E. Heidemann), zu “psychologischen Hilfen für die Betreuung Krebsbetroffener” (R. Verres), zur “seelsorglichen Stützung unheilbar Kranker” (C. Scheytt) und zu “sozialrechtlichen Möglichkeiten der Hilfe unheilbar Kranker” (H. Delbrück) . Hintergrund der Zusammenstellung der Artikel insgesamt ist der Begriff der “Lebensqualität”, wie er von Onkologen als eine Handlungleitlinie genommen wird, wenn ihre Krebsbehandlung von kurativen Maßnahmen in die Palliation übergehen muß.Google Scholar
  2. 54.
    Godzik, Peter/Muschaweck, Petra R. (Hg.): Laßt mich doch zu Hause sterben! Gütersloh 1989. Einer der wenigen Quellenbände, die sich ausschließlich mit der häuslichambulanten Arbeit befassen. Die Beiträge sind praxisorientiert und leicht erfaßbar. Sie wenden sich vor allem an pflegende Angehörige und an Alltagsberufe.Google Scholar
  3. 55.
    Häberle, Heide: Kinder- oder Familienklinik. Das krebskranke Kind und seine Familie. In: Deutsche Krankenpflegezeitschrift 42 (1989), 624–627. Die Familientherapeutin Heide Häberle untersucht in ihrem Beitrag die Bedeutung, die der Familie bei der Betreuung krebskranker Kinder zukommt. Dabei ist zum einen zu bedenken, welche Konsequenzen sich aus der Anwesenheit von Familienangehörigen für die Struktur in der Klinik ergeben, aber auch, was diese für das Selbstverständnis der in den Kliniken Tätigen bedeutet. Das Einbeziehen der Familie in die Betreuung krebskranker Kinder bedeutet aber auch, daß Kinder früher oder öfter nach Hause entlassen werden. So wird zur zentralen Frage, was dasKranksein eines Kindes für die Familie bedeutet und welche Hilfeleistun gen der Familie gegeben werden können. Die notwendige psychosoziale Betreuung der ganzen Familie muß dabei den enormen sozialen, finan ziellen und psychischen Belastungen Rechnung tragen, vor die sich die Familie durch die Erkrankung ihres Kindes gestellt sieht (u.a. monatl. Mehrausgaben von 900,- DM, Trennung der Familien, Vernachlässigung “gesunder” Familienmitglieder). Hierbei gilt es zum einen, familiäre Konflikte präventiv aufzufangen, zum anderen jedoch auch die ganze Familie in anstehenden Entscheidungen miteinzubeziehen. Auch die Pflegenden bedürfen besonderer Maßnahmen, um der bestehenden Über lastung auf dieser Station entgegenzuwirken (Fort- und Weiterbildung, psychosoziale Teambesprechungen, Abbau von Überstunden). Abschlie ßend nennt Heide Häberle praktische Hilfen für die Betroffenen, die neben die Unterstützung in der klinischen Versorgung treten müssen.Google Scholar
  4. 56.
    Jäger, Hans: Die psychosoziale Betreuung krebskranker Patienten in den USA. In: Deutsche Krankenpflegezeitschrift 37 (1984), 154–155. Der hier veröffentlichte Überblick über den Stand der psychosozialen Betreuung krebskranker Patienten in den USA basiert auf den Erfahrungen eigener klinischer Arbeit und Forschung des Autors am Krebszentrum in Rochester im Staat New York. Hans Jäger schildert in diesem Bericht einige Unterschiede zu dem in Deutschland üblichen Behandlungssystem krebskranker Patienten vor allem in psychosozialer Hinsicht. Die in den USA weitfortgeschrittene Spezialisierung und Bildung von Untergruppen in der Medizin ermöglicht auch eine intensive Patientenbetreuung, For schung und Lehre im Bereich der psychosozialen Onkologie. Die duch schnittliche Verweildauer im Krankenhaus in Amerika ist dabei auch für Krebspatienten kürzer als in Deutschland. So werden Bestrah lungsbehandlungen und Betreuung der Nebenwirkungen nach Möglichkeit ambulant durchgeführt. Alle stationär behandelten Patienten werden gleichzeitig durch die psychoonkologische Abteilung betreut. Eine wichti ge Rolle innerhalb des multidisziplinären Teams nimmt dabei die onkolo gische Fachschwester ein. In der Ambulanz ist sie zuständig für die technische Verabreichung von i.v.-Zytostatika, auf der Station bespricht sie therapiespezifische Fragen mit den Patienten. Des Weiteren ist sie für die kontinuierliche Weiterbildung der Krankenschwestern im Onkologie bereich sowie für ihre Supervision zuständig. Jäger schließt mit einem Überblick über amerikanische Forschungsvorhaben, psychodynamische Behandlungsmöglichkeiten und die Verbindung von Forschung und Lehre in Rochester.Google Scholar
  5. 57.
    Kosse-Knirim, Christa: Kontakte und Hilfen zwischen Alt und Jung. Eine Untersuchung der emotionalen Beziehungen zwischen der mittleren und älteren Generation in Stadt- und Landfamilien. Bonn 1992. Die Probleme der emotionalen Beziehungen zwischen den Menschen im ländlichen Bereich sind oftmals zu wenig untersucht worden. Andererseits stellen sie jedoch eine wesentliche Basis für ambulante und familiäre Hilfen dar. Insofern ist die Analyse des Spannungspotentials im Zusammenhang mit Hilfeleistungen außerordentlich bedeutsam. Im ländlichen Bereich ist das Gefälle zwischen den Erwartungen der älteren Generation und dem vergleichsweise sehr hohen Leistungswillen der jügeren spannungsträchtig; zudem können die Forderungen auf dem Lande mit erhöhtem Druck begleitet werden. Der Faktor “Wohnentfernung” beeinflußt die Hilfspotentiale nachdrücklich. Besonders spannungsbedroht sind einfache soziale Schicht, einfaches Bildungsniveau, niedriges Einkommen, hohes Alter und ländlicher Wohnort. Hier wird der Vorwurf der Undankbarkeit besonders laut. Das wird aber auch vor allem durch die Einstellung zur Hilfe und weniger durch den Hilfebedarf geprägt; die Hilfebereitschaft wird durch den Hilfeanspruch negativ bedrängt, da die Freiwilligkeit der Hilfe die positive emotionale Beziehung prägen würde.Google Scholar
  6. 58.
    Schmid, Monika: Pflege des Sterbenden zu Hause — aus der Sicht einer Krankenschwester. In: Die Schwester/Der Pfleger 26 (1987), 1016–1019. Monika Schmid erörtert in diesem Beitrag, der auf einen Vortrag der Autorin anläßlich des Symposions “Unterstützende Pflege bei Krebspatienten” des Kantonsspitals in St. Gallen im Jahre 1987 zurückgeht, welche Voraussetzungen für eine Pflege des Sterbenden zu Hause erfüllt sein müssen. In der Schweiz wird diese Pflege seit 1984 durch ein onkologisches Ambulatorium, seit 1979 durch einen Onkologie-Schwesterndienst zur Betreuung Tumorkranker zu Hause unterstützt. Die Arbeit des Betreuerteams, das je nach familiärer Situation aufgebaut sein sollte, beginnt dabei in aller Regel bei der Entlassung des Patienten. Dort sollte nach Möglichkeit bereits der erste Kontakt stattfinden, um eine gewisse Vertrautheit zum Patienten zu schaffen und evtl. bestehende Ängste der Angehörigen abzufangen und abzuschwächen. Ferner sollte nach Monika Schmid auch die Pflege Sterbender neue Hoffnungen (wie Schmerzlinderung, Erhalten möglichst guter Lebensqualität, friedliche Umgebung, Erledigung unerledigter Aufgaben, beschwerdefreies Sterben) schaffen. Große Bedeutung kommt dabei der Schmerzlinderung und dem beschwerdefreien Sterben zu. Dabei sollte der körperliche Schmerz unter Kontrolle gebracht werden, ohne den seelischen Schmerz (Trauerarbeit, Reifeprozeß) und sozialen Schmerz (Realitätsschmerz) als Ausdruck des inneren Reifungsprozesses des Sterbenden zu behindern. Auch die Ange hörigen müßten in die Betreuung mit einbezogen werden. Nicht zuletzt aber sei es wichtig, auch die Angst vor dem Sterben beim Patienten zuzulassen.Google Scholar
  7. 59.
    Sellschopp, Almuth: Probleme des Pflegeperonals bei der psychosozialen Betreuung von Krebspatienten. In: Deutsche Krankenpflegezeitschrift 37 (1984), 150–152. Almuth Sellschopp macht in ihrem Artikel die außerordentlichen Bela stungen der Pflege und Versorgung von Krebskranken für das Pflegeper sonal in Krankenhäusern und in der ambulanten Krankenpflege deutlich. Als wichtige Bezugsgröße muß es zum einen in der Lage sein, die unter schiedlichen Bedürfnisse der Patienten wahrnehmen zu können, zum anderen aber hat es auch eine Mittlerposition zwischen Patient, Angehöri gen und Ärzten. Zudem brauchen diese Patienten neben ihrer psychisch pflegerischen Betreuung sehr viel emotionale Zuwendung, um ihre Krank heit bewältigen zu können. Zugleich aber besteht eine enorme Diskrepanz zwischen dem notwendigen Engagement für Krebspatienten und dem geringen Erfolg der Anstrengungen. Darüber hinaus wird die pflegerische Arbeit oft durch eine mangelnde Zusammenarbeit mit den Ärzten er schwert. Die psychosoziale Betreuung von Krebspatienten könnte nach Almuth Sellschopp erleichtert werden, wenn festgefahrene hierarchische Strukturen und die einseitige Betonung einer Organmedizin zugunsten einer stärkeren Wahrnehmung und Berücksichtigung seelischer und sozialer Bedürfnisse aufgelockert würden. Durch gezielte Fortbil dungsveranstaltungen für Ärzte, Sozialarbeiter sowie Krankenschwestern und-pfleger, wie sie bereits vom psychosozialen Nachsorgezentrum und Ausbildungsseminar an der Chirurgischen Universitätsklinik in Heidelberg angeboten werden, könnte dieser Mangel behoben werden.Google Scholar

3. Pflege von Schwerkranken und Sterbenden 3.2 Betreuung der pflegenden Angehörigen

  1. 60.
    Caroff, Phyllis/Rose Dobrof: Social Work. Its Institutional Role. In: Bernard Schoenberg u.a. (Hg), Anticipatory Grief. New York/London 1974, 251–263. Die professionellen Bemühungen der Sozialarbeit auf dem Gebiet der Thanatologie werden zu einer Art Gegenkultur zur Todesverdrängung und Tabuisierung. Die neue Bajahung des Lebens als eines sterblichen macht den Tod vertrauter. Dazu muß die Sozialarbeit die Beobachtungen koordi nieren, Richtlinien bereitstellen zur Befähigung und Intervention, Fahr straßen der Sicherheit anlegen. Wichtigstes Konzept ist die Indivi dualisierung durch die Konzeption von Sterben und Tod als sozialen Vor gängen, Zusammensetzung aus sozialer Notlage und verfügbaren Fähig keiten der Individuen. Die Interventionen beziehen sich auf das Bezie hungssystem zwischen Patient und Familie, Patient und institutionellen Begleitern, Institution und Familie.Google Scholar
  2. 61.
    Müller, Elisabeth: Die Bedeutung der Angehörigen. Die Betreuung krebskranker Kinder im Kinderspital St. Gallen. In: Schweizer Spital 6 (1985), 29, 30. Elisabeth Müller beschreibt hier die Arbeit im pädiatrischen onkologischen Zentrum in St. Gallen. Das Kinderspital St. Gallen ist eines der sechs kinderonkologischen Zentren der Schweiz. Die Diagnose einer Krebserkrankung wird meist dort gestellt. Während der ersten Therapieperiode bleiben die Kinder im Spital, danach müssen sie in zwei- bis vierwöchigen Abständen kontrolliert und für gewisse Therapien erneut hospitalisiert werden. Insgesamt dauert die Therapie 2–3 Jahre, die Heilungsrate beträgt 50 Prozent. Im Kinderspital St. Gallen sind stets 50–60 Kinder in Behandlung. Die Behandlung von Krebserkrankungen im Kindesalter ist ohne intensive Zusammenarbeit mit den Eltern nicht mehr vorstellbar. Den Eltern bietet diese Mitarbeit wiederum die Möglichkeit einer aktiven Bewältigung der Erkrankung und der vielfältigen Ängste, die dadurch ausgelöst werden. Auch wenn das “Rooming-in” von Eltern nicht möglich ist, werden Eltern und Geschwister so weit wie möglich in den Spitalbetrieb und die Pflege intergriert, so daß bei Erreichen der Remission aber auch bei einem erneuten Rückfall das erkrankte Kind nach Möglichkeit zu Hause gepflegt werden kann. Die Fruchtbarkeit dieses Ansatzes zeigt sich gerade auch in der weiteren Mitarbeit von Eltern geheilter Kinder.Google Scholar
  3. 62.
    Pägel, Ute: Pflege onkologisch erkrankter Patienten in der Urologie. In: Die Schwester/Der Pfleger 28 (1989), 747–750. Eine umfassende Krankenpflege in der Urologie verlangt von jedem Mitarbeiter ein reiches Maß an Fachwissen und Erfahrung sowie eine hohe psychische und physische Einsatzbereitschaft. Besonders verantwortungsvoll und engagiert gestaltet sich die Krankenpflege bei onkologisch Erkrankten, ohne Unterschied, ob es sich dabei um Patienten mit einem Karzinom der Niere, der ableitenden Harnwege, Blase, Prostata oder des Hodens handelt. Bei diesen Patienten steht nicht nur die allgemeine präProblem und postoperative Versorgung und Pflege im Vordergrund, vielmehr müssen ganz spezielle präoperative Mannahmen und Untersuchungsmethoden beachtet werden. Darüber hinaus darf bei diesen Patienten die psychische Begleitung in keinem Fall fehlen. Denn die Belastung durch das Wissen über die Krankheit, die Folgen, die Prognose, die Nachsorge, ein evtl. Identitätsverlust (z.B. nach Ureterhautfistelungen oder Penisamputation), sind für den Patienten nicht leicht zu tragen. Hier kann und muß das Pflegepersonal versuchen, einfühlsam und engagiert durch konsequente Krankenbeobachtung und -betreuung dem Patienten, wenn nötig auch seinen Angellörigen, zu helfen. Dies aber erfordert vom Krankenpflegepersonal genaue Kenntnisse über Krankheitsbilder und -verlänfe sowie über therapeutische und krankenpflegerische Maßnahmen. Diese versucht Ute Pägel in einer Auflistung der in der Urologie möglichen Eingriffe, gegliedert nach Diagnostik, Therapie und mögliche Nebenwirkungen, zu vermitteln.Google Scholar

4. Hospizbewegung

  1. 63.
    Bantle, Regina/Schmidt, Ursel: Die Pflege von Tumorpatienten im Finalstadium. Erfahrungsbericht nach einem dreimonatigen Praktikum im St. Joseph Hospice. In: Deutsche Krankenpflegezeitschrift 41 (1988), 33–38. Mit ihrem Erfahrungsbericht möchte Regina Bantle einen Einblick in die Pflege von sterbenden Patienten in einem Londoner Hospiz geben, wo die Autorin 1985 ein dreimonatiges Praktikum absolviert hat. Das Hospiz lernte sie dort kennen als einen Ort, wo in beispielhafter Weise auf die Bedürfnisse des sterbenden Menschen eingegangen wird und den Patienten so die Möglichkeit gegeben wird, den letzten Teil ihres Lebens bewußt zu gestalten. Zunächst beschreibt Regina Bantle, was man sich unter einem Hospiz vorzustellen hat: Nach der historischen Entwicklung von St. Jospeh skizziert sie zu diesem Zweck die Besonderheiten dieses Hauses im Unterschied zu herkömmlichen Krankenhäusern, die Aufnahmekriterien eines Hopsizes sowie die Zusammensetzung des Pflegepersonals. In der Beschreibung des Tagesablaufes wird immer wieder deutlich, daß der Patient ganz im Mittelpunkt steht. Schließlich ergibt sich bei sterbenden Patienten jedoch eine Vielzahl besonderer Pflegeprobleme. Anhand ausgewählter Probleme wie Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Darmtätigkeit, Exsikkose und Eßstörungen, Dekubitusprophylaxe umd dem Problem der Wahrheitsmitteilung macht die Autorin auch hier das Besondere der Hospizpflege deutlich. Mehr als herkömmliche, auf Diagnostik und Heilung ausgerichtete Krankenhäuser erscheinen “Spezialkrankenhäuser” wie das Hospiz geeignet, eine optimale Betreuung Sterbender zu gewährleisten. Auch hier kann aber keine wirksame Sterbebegleitung geleistet werden, ohne sich zuvor mit der eigenen Sterb-ichkeit auseinandergesetzt zu haben.Google Scholar
  2. 64.
    Becker, Paul: Raststätten auf dem Wege. Der Hospizgedanke von seinen Anfängen bis heute. In: Caritas Gemeinschaft. Für Pflege- und Sozialberufe e.V. 45 (1993), 68–70. Paul Becker erinnert in diesem Artikel an die Entwicklung des Hospizgedankens von seinen Ursprüngen bis heute. Durch den Filmbericht “...noch 16 Tage” von Iblacker und Braun über das erste Sterbehospiz der Neuzeit, St. Christopher’s Hospice in London, wurde die Arbeit Cicely Saunders in weiten Teilen Europas bekannt und machte vielen Menschen ihr Defizit im Umgang mit Sterbenden und Trauernden bewußt. Auch für Paul Becker wurde dieser Filmbericht zu einem persönlichen Schlüsselerlebnis, das seine weitere ärztliche Tätigkeit bestimmte. Seitdem hat sich auch in Deutschland eine breite Hospizbewegug gegründet. Dennoch dürfen Hospize nicht als Sterbeghetto mißverstanden werden. “Hospize sind keine verbindlichen Endstationen” , so Paul Becker, “und dürfen diese auch nie werden. Sie sind vielmehr Raststätten auf dem Wege — entweder auf einem Weg nach Hause oder auch auf einem Weg aus dieser Welt hinaus . “ (70) Im Hopsiz werden dem Patienten in einem zeitlich begrenzten Aufenthalt durch eine sorgfältige Symptomkontrolle die Einübung und Übernahme der Pflege durch die Angehörigen, die Begleitung der Begleiter (etwa durch Supervision), Schmerzfreiheit und die Ermittlung und Sicherstellung palliativer (lindernder) Bedürfnisse vermittelt. Auf Dauer könnte sich so vielleicht sogar die Sterbebegleitung zu Hause, in den Kliniken und Altenheimen wieder einbürgern. Voraussetzung für die Übernahme der Sterbebegleitung durch die Angehörigen ist jedoch die unverzichtbare Arbeit der Sozialstationen und die Entlastung der Angehörigen durch die Arbeit der Hausbetreuungsdienste. Um dieses Ziel zu erreichen, muß die Existenz ambulanter wie stationärer Hospizarbeit auf Dauer gesichert werden.Google Scholar
  3. 65.
    Buckingham, Robert W.: Mit Liebe begleiten. Die Pflege sterbender Kinder. München 1987. Das Buch ist erstmalig 1983 erschienen und steht im Einflußfeld von E. Kübler-Ross. Der Verfasser ist einer der Mitbegründer wegung in den USA. Gerade an den Kindern wird jedoch deutlich, wie wenig Hospice-Care stationäl- gesehen werden darf. Das Buch ist mit wissenschaftlicher Quellenarbeit versehen, die allerdings nahezu auschließlich amerikanische Literatur verwertet. Der Anhang bietet einige noch aktuelle Adressen. Die gesamte Darstellung geht von einem „Harmoniemodell“ aus, in dem z.B. Aggressivität als Bewältigungsstrategie nicht vorkommen darf. Pflegewissenschaftliche Ansätze begleiten die praktischen Hinweise, bei denen das Hauptaugenmerk auf dem häuslichen Bereich und auf dem Familiensatem liegt.Google Scholar
  4. 66.
    Fackler, Sr. Anna Lioba: Wo Leben und Sterben zusammengehören. Das “Hospiz Louise” in Heidelberg. In: Caritas Gemeinschaft. Für Pflege- und Sozialberufe e.V. 45 (1993), 71–72. Das “Hospiz Louise”, benannt von Louise von Marillac (1591–1660), eingerichtet und getragen vom Orden der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul, Freiburg, liegt in Heidelbergs Weststadt auf dem Areal des St. Josefkrankenhauses. Es ist ein ehemaliges Zwei-Familienhaus. Die Aufnahmekapazität beschränkt sich daher auf 5 unheilbar kranke und sterbende Menschen. Zwei Grundsätze bestimmen die praktische Arbeit: Der erste Grundsatz lautet: “Der Gast ist König.” Das bedeutet, daß nicht die Pflegenden sondern die Gäste den Arbeitsablauf bestimmen. Der zweite Grundsatz ist eine ganzheitliche Pflege, die die individuellen Bedürfnisse der Patienten aufmerksam erfassen und nach Möglichkeit auch zu erfüllen sucht. Das Team setzt sich aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern zusammen.Google Scholar
  5. 67.
    Homann, Norbert: Grundgedanken über die Gründung und die Praxis eines Hospizes. Recklinghausen 1990. Es handelt sich um einen ausführlicheren Rechenschafts- und Sachstandsbericht über die Gründung und spätere Arbeit des ersten “echten” Hospizes in der Bundesrepublik aus dem Jahre 1986. Da das Hospiz aus einer Initiative des nahen Krankenhauses hervorging, wird das Wechselverhältnis Hospiz-Krankenhaus reflektiert; dabei werden auch die finanziellen Aufwendungen dargelegt.Google Scholar
  6. 68.
    Muschawek, Petra-R.: Sterbende begleiten — eine Chance für unser Leben. In: Deutsche Krankenpflegezeitschrift 41 (1988), 41–43. Petra-R. Muschawek ist niedergelassene Ärztin. Sie hat die Gründung der Vereinigung “OMEGA — mit dem Sterben leben” mitinitiiert. In diesem Beitrag schildert sie ihre persönliche Motivation, sich intensiv mit Tod und Sterben zu beschäftigen, die Gründe, die zur Entstehung von “OMEGA” geführthrt haben sowie die Zielsetzung dieser Vereinigung.Google Scholar
  7. 69.
    Schneider, Susanne: Sterben in Würde. Aus einer Studienarbeit zur Hospiz-Philosophie. In: Altenpflege 6 (1989), 360–364. Die Studienarbeit von Susanne Schneider ist entstanden aus einem Gefühl der Verzweiflung angesichts des oft unbefriedigenden Umgangs mit dem Tod in Krankenhäusern und Heimen. In der Hospizbewegung entdeckte die ehemalige Krankenschwester einen neuen Weg im Umgang mit Sterbenden, der das Sterben wieder als Teil des Lebens erscheinen läßt und letztlich dazu beiträgt, das Leben wieder menschlicher zu gestalten. Susanne Schneider beschreibt die Entstehung der Hospizbewegung in Großbritannien, ihre inhaltliche Ausgestaltung auf der Basis der essentiellen Grundwerte von Respekt, Wahrheit und Würde, die Aufnahmekriterien eines Hospizes sowie die Charakteristika der hospizspezifischen Betreuung in Schmerzkontrolle und Kommunikation. Darüber hinaus weist sie auf die Notwendigkeit von Fortbildung und Teamarbeit hin, die den sterbenden Menschen samt seinem ganzen persönlichen Umfeld in die Sterbebegleitung mit einbezieht. Sie schließt mit der Frage der Fian-zierung und einem Ausblick auf die damalige Lage in Deutschland. Ohne das Hospiz gegen das Hospital ausspielen zu wollen, hofft sie dennoch, daß von der Hospizbewegung auch die Pflege von alten Menschen und von chronisch Kranken revolutioniert werden wird.Google Scholar
  8. 70.
    Student, Johann-Christoph (Hg.): Das Hospiz-Buch. 2., akt. und erg. Aufl.,Freiburg i.Br. 1991 (l 1989). Johann-Christoph Student berichtet in diesem Buch von der Übertragung der Hospizidee auf deutsche Verhältnisse, wobei er jedoch nicht auf die bereits bestehenden vielfältigen Organisationsformen und unterschiedlichen Hospizinitiativen eingeht. Dargestellt wird vielmehr das Besondere der Sterbebegleitung im Hospiz, an der immer mehrer Bezugspersonen beteiligt sind. Ein Arzt, eine Krankenschwester, eine Sozialarbeiterin, ein Seelsorger und freiwillige Helfer und Helferinnen berichten daher über ihre jeweilige Rolle in der Sterbebegleitung. Auch die Problematik der Angehörigen und mögliche Hilfen für die Helfer werden erörtert. Die praktischen Hinweise nennen Bedingungen für die Rückkehr nach Hause, Ratschläge für den Hausarzt zur lindernden Therapie und Vorschläge zur Umsetzung der Hospizarbeit vor Ort. Im Anhang werden Anschriften bereits bestehender Hospize, allerdings auf dem Stand von 1990, Adressen bundesweit arbeitender Hospiz-Organisationen und der internationalen Hospizbewegung sowie Weiterbildungsmöglichkeiten für Hospiz-Mitarbeiter genannt.Google Scholar
  9. 71.
    Student, Johann-Christoph: Bedingungen für menschenwürdiges Sterben. Die zehn Grundprinzipien der Hospizbewegung. In: Medizin-MenschGesellschaft 12 (1987), 232–240. Menschenwürdiges Sterben bedeutet vor allem so zu sterben, wie es dem Betreffenden selbst gemäß ist. Hierzu ist es erforderlich, einem Menschen auch in der letzten Phase seines Lebens hinreichende Gestaltungsmöglichkeiten einzuräumen. Während in der Bundesrepublik die weitaus meisten Menschen in der Anonymität von Kliniken sterben, hat sich in England und den USA eine Gegenbewegung formiert, die insbesondere für mehr Menschen die Möglichkeit schafft, zu Hause zu sterben. Gemeint sind die Hospizprogramme. Ihre grundlegenden zehn Handlungsprinzipien bringt Johann-Christoph Student zur Darstellung.Google Scholar
  10. 72.
    Student, Johann-Christoph: Das Sterben nicht verschlafen. Die Schmerztherapie mit Morphin in der Hauskrankenpflege. In: Forum Sozialstation 45 (1988), 14–16. Seit nahezu 15 Jahren gibt es eine neue Anwendungsform mit Morphin. Sie macht es möglich, schwerstkranken Menschen die unerträglichen Schmerzen im Finalstadium ihrer todbringenden Krankheit ohne Betäubung des Bewußtseins zu nehmen. Immer noch kann sich diese Schmerztherapie jedoch nur langsam und gegen große Vorbehalte durchsetzen. Christoph Student, Arzt und Leiter der Arbeitsgruppe “Zu Hause sterben” an der Evangelischen Fachhochschule Hannover, erläutert in diesem Artikel diese besondere Therapieform und ihre positiven Aspekte für die Hauskrankenpflege. Ihr wesentlicher Erfolg beruht dabei auf einer Wechselwirkung zwischen Schmerztherapie und guter Pflege: Eine gute Schmerztherapie setzt beim sterbenden Menschen Kräfte frei, die seine Möglichkeiten verbessern, noch letzte Dinge zum Abschluß zu bringen. Umgekehrt aber ermöglicht ein fürsorglicher, liebevoller und freier Umgang mit dem sterbenden Menschen den richtigen Einsatz schmerzstillender Mittel und verstärkt zugleich deren Wirkung.Google Scholar
  11. 73.
    Stoddard, Sandol: Die Hospiz-Bewegung. Ein anderer Umgang mit Sterbenden. Freiburg i.Br. 2., verb. Aufl. 1988 (11987) (The Hospice Movement — A Better Way of Caring for the Dying, London 1979). In diesem Standardwerk zur Einführung in die Hospizbewegung berichtet Sandol Stoddard ausführlich über die Ursprünge der Hospizidee von der Arbeit der Johanniter auf Rhodos bis hin zur heutigen Verwirklichung der Hospizidee im englischen und amerikanischen Raum, wo erhebliche Vorarbeiten in der Pflege Sterbender geleistet wurden. Am Beispiel von St. Christopher’s in London und einem Hospiz in New Haven/Connecticut veranschaulicht sie sodann konkret, was Arbeit und Pflege der Hospize heute ausmacht, ohne daß sich diese jedoch in konkrete Formen pressen ließen. Sie schließt mit einer Darstellung der Sterberituale in den verschiedenen Kulturkreisen. Im Anhang hat die Übersetzerin Elisabeth Albrecht aus eigener Erfahrung schwerpunktmäßig zusammengetragen, was ein Hospiz an Pflegeleistung und individuell abgestimmter Medikation leisten kann und soil.Google Scholar
  12. 74.
    Wiedemann, Renate: Das Tabu des Sterbens durchbrechen. Wie die Hospiz-Bewegung Lebensbeistand statt Sterbehilfe leistet. In: Forum Sozialstation 45 (1988), 9–13. Entstanden sind sie in England, inzwischen gibt es sie weltweit: Hospize, in denen Schwerkranke und Sterbende auf ihrem letzten Lebensabschnitt zu Gast sind. Sie erhalten dort eine optimale Schmerztherapie und erfahren zusammen mit Angehörigen und Freunden Anteilnahme und Zuwendung. Die Journalistin Renate Wiedemann beschreibt in diesem Artikel den Weg der deutschen Hospizbewegung mit dem Ziel, eine sinnvolle und lebenswerte Alternative zur aktiven Sterbehilfe aufzuzeigen. Zugleich will sie die Erkenntnis vermitteln, wieviel intensives Leben durch guten menschlichen und ärztlichen Beistand oft bis in die letzten Stunden hinein möglich ist, um so bestehende Ängste abzubauen.Google Scholar
  13. 75.
    Zech, Detlev/Grond, Stefan: Palliativmedizin, Entwicklung in Deutschland.In: Die Schwester/Der Pfleger 32 (1993), 827–835. Der vorliegende Artikel ist aus einem Symposion “Palliativmedizin heute” hervorgegangen, zu dem das Malteser-Krankenhaus in Bonn, die deutsche Krebshilfe sowie ALPHA-Rheinland (Ansprechstelle im Land NRW zur Pflege Sterbender, Hospizarbeit und Angehörigenbegleitung) namhafte Experten nach Bonn eingeladen hatten. Detlev Zech und Stefan Grond ziehen hier die Bilanz von zehn Jahren Palliativmedizin in Deutschland, zeigen den gegenwärtigen Stand auf und entwickeln Zukunftsperspektiven. Dazu zeichnen sie zunächst den Ursprung, die Ziele und die Entwicklung der Hospizbewegung nach, die sich nach dem Londoner Vorbild mittlerweile in über 40 Ländern verbreitet hat. Als Variante zum “klassischen Hospiz” steht des Weiteren die Palliativmedizin im Mittelpunkt ihrer Ausführungen. Neben der Palliativstation werden dabei auch ambulante Einrichtungen vorgestellt. Erst 1991 beginnt in Deutschland ein von staatlicher Seite initiiertes Palliativprojekt, das jedoch von erheblichen Schwierigkeiten begleitet wird. Die Stellung der Kirchen zur Hospizbewegung hat sich von einer eher ablehnenden Haltung 1978 bis hin zu einer breiten Würdigung im Jahre 1991 gewandelt. Abschließend werden Zukunftsperspektiven aufgezeigt, die mit steigenden Kapazitäten ein gewisses Umdenken erfordern, so etwa in der Lösung der auf Krebserkrankungen beschränkten Hospize, die langfristig eine einheitliche Finanzierung in ambulanten und stationären Diensten erfordern.Google Scholar

5. Pflegerische Zusatzaufgaben 5.1 Umgang mit Sterbenden (Tod)

  1. 76.
    Brandt, Siewert: Von Sterbenden das Leben lernen. Gemeindepastor Siewert Brandt über Erfahrungen mit Trauer und Tod. In: Forum Sozialstation 45 (1988), 7–9. Die Begleitung Sterbender setzt nicht nur voraus, daß der Begleiter gelernt hat, Wünsche und Gefühle eines Begleitenden ernst zu nehmen und angemessen darauf zu reagieren. Sie konfrontiert darüber hinaus mit eigenen unbetrauerten Verlusterlebnissen, die zuerst aufgearbeitet werden müssen, bevor eine wirksame Hilfe am Sterbebett geleistet werden kann. Der Weg, am Sterben eines Menschen Anteil zu nehmen, führt somit nicht über professionelle Gesprächstechniken, sondern über nachgeholte Trauerarbeit bei sich selbst, die die Vergangenheit ebenso einschließt wie die eigene begrenzte Zukunft. Erst dann wird die Hilfe möglich, die Sterbende am meisten brauchen: Jemand, der ihnen zuhören kann und ganz für sie offen ist. Auch den Begleitern selbst ermöglicht die Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Sterblichkeit ein intensiveres Leben.Google Scholar
  2. 77.
    Christian-Widmaier, Petra: Krankenhausseelsorger und todkranker Patient im Spiegel ihrer wechselseitigen Wahrnehmung. Berlin u.a. 1988. Die von Petra Christian-Widmaier vorgelegte Untersuchung entstand im Rahmen eines Forschungsprojektes zur Seelsorger-Patienten-Interaktion an der Universität Ulm in einem Sonderforschungsbereich “Psychotherapeutische Prozesse” . In Anlehnung an die klassischen amerikanischen Feldstudien zu Sterben und Tod im Krankenhaus von Glaser/Strauß und von Sudnow sowie im Blick auf die wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit Tod und Sterben von Spiegel-Rösing/Petzold und von Winau/ Rosemeier nimmt sie eine sozialwissenschaftlich-empirische Untersuchung der seelsorglichen Interaktion mit todkranken Patienten vor, an der vierzehn Klinikpfarrer katholisch- wie evangelisch-christlicher Konfession und sechs schwerkranke Patienten teilnahmen. Methodisch versucht sie hierbei dieses Interaktionsfeld in den drei unterschiedlichen Ebenen der Vorstellungen, Handlungen und Gespräche zu analysieren, wobei durch diese methodologische “Triangulation” eine besondere ganzheitliche Dimension dieser Art von Interaktion in den Blick geraten soll. Weiterhin versucht die Untersuchung sich methodisch in einem Grundsatz “symbolischen Interaktionismus’“ zu verankern, d.h. sie zielt auf bildhaft verstandene Bedeutunggebungsprozesse ab, in denen Seelsorger und Patienten in der Interaktion sich selber und wechselseitig ihr Gegenüber deuten und identifizieren. Dadurch soll die Gewinnung und Beobachtung tatsächlicher Auswirkungen von Selbst- und Fremdbildern in der KlinikseelsorgerPatienten-Interaktion auf empirischer Grundlage gelingen. Die Kontinuität der operativen Begriffsdefinition in dem bei den Analysen verwendetem psychologischen Grundbegriff des “Fremdbildes” kann u.U. in seiner Abgrenzung zur bloßen “Fremdwahrnehmung” einerseits wie zur beim Gegenüber antizipierten Wahrnehmung der eigenen Person andererseits dem Leser der Untersuchung uneindeutig scheinen. Mittels dieser inhaltlich-methodologischen Festlegung des Analysefeldes versucht die vorgelegte Untersuchung zunächst die strukturelle Erschließung der “Rollenselbstbilder” der Krankenhausseelsorger, wobei die Interpretation dieser “Rollenselbstbilder” zum einen in ihrer Einbindung in das seelsorgliche Selbstverständnis des Seelsorgers und zum anderen in dessen Konfrontation mit der Institution “Krankenhaus” gestaltfinden soll. Hierbei wird eine deutliche Dominanz des Selbstverständnisses der Seelsorger in den Interpretationsstrukturen ihrer “Selbstbilder” festgestellt. Desweiteren wird eine unsichere und ambivalente Selbstdefinition der Seelsorger im Bezugsrahmen “Krankenhaus” als auffällig konstatiert. Die “Fremdbilder”, mit denen Seelsorger sich vom todkranken und sterbenden Patienten her konfrontieren, waren konfessionell zu unterscheiden, da der evangelische Krankenhausseelsorger vordringlich in der Funktion des Krisenbegleiters, wohingegen der katholische Krankenhausseelsorger eher in einem religiös-rituellen Handlungsfeld von den Befragten gesehen wurde. Das Bild, in dem die Patienten die Krankenhausseelsorger sehen, wird in der Untersuchung vor allem hinsichtlich eines idealtypischen einerseits und realtypischen Gehalts andererseits differenziert. Konturiert wird es mittels den von Patienten gewünschten Aufgabenfeldern, notwendigen Voraussetzungen und Haupterwartungen als auch am bei Mitpatienten und Stationspersonal vermuteten Bild des Krankenhausseelsorgers. Hierbei wird die inhaltliche Auseinandersetzung mit fünf einschlägigen Studien zu dem Thema gesucht, deren Intentionen und Ergebnisse tabellarisch dargestellt werden. Abschließend werden die “seelsorglichen Selbst- und Fremdbilder” mit den Fremdbildern der Patienten vom Krankenhausseelsorger verglichen. Als zentrales Ergebnis der Untersuchung stellt die Autorin eine “durchgängige Wahrnehmungsdiskrepanz” zwischen den untersuchten Interaktionsparteien des seelsorglichen Gesprächs heraus, was sie als Folge eines “differenten Wirklichkeitsbezuges” beider Seiten deutet.Google Scholar
  3. 78.
    Glaser, Barney G.: Interaktion mit Sterbenden. Beobachtungen für Ärzte, Schwestern, Seelsorger und Angehörige. Göttingen 1974 (zuerst erschienen in Chikago 1965). Gegenstand der Untersuchung ist die Interaktion zwischen Krankenhauspersonal und Patient. Bedeutendste Variable ist die Bewußtheit. Die Erwartungshaltung der Pflegenden ändert sich entsprechend der Bewußtheit des Patienten. Das hat unmittelbar Einfluß auf die später entwickelte Hospizpflege gehabt, da hier vom Prinzip der vollen Informiertheit des Patienten ausgegangen wird. Es werden unterschieden: geschlossene Bewußtheit, Argwohn, qwechselseitige Täuschung, offene Bewußtheit. Das wechselseitige Wissen wird entscheidend für die Begleitung.Google Scholar
  4. 79.
    Herzig, Emil A. (Hg.): Beiträge zur Betreuung Sterbender im Krankenhaus. Basel 31981. Ergebnis eines Symposions von Psychologen, Sozialarbeitern, Pädagogen, Theologen und vor allem Pflegeausbildern. Themen sind: Angst vor dem eigenen Tod, die Patientenfragen, das Erfassen der Grenzen der Medizin. Die Umgebung der Sterbenden und die Ausbildung der Begleiter müssen zusammengreifen. Durch die einfachen Formulierungen und die didaktische Aufbereitung ist das Buch ein Handbuch oder Unterrichtswerk für Praxisberatung auf der Grundlage der Kenntnisse von 1975.Google Scholar
  5. 80.
    Koch, Frank: Zum Umgang mit Sterbenden. In: Krankenpflege 44 (1990), 84–86. Frank Koch beschreibt in seinem Aufsatz, wie wenig das Sterben, der Tod in unserem Leben präsent sind. Er spricht vom Sterben als einem täglichen Geschehen und geht auf die zwei physischen Kategorien , plötzlicher Tod und langsames Sterben, ein. Das Sterben muß angenommen und verarbeitet werden, vom Erkrankten und der Umwelt. Die Annahme des Todes erfolgt in Phasen, die er mit Hilfe des von Elisabeth Kübler-Ross erstellten Phasen-Planes erläutert. Koch betrachtet die Erfahrungen aus dem Umgang mit Sterbenden und beleuchtet dabei konkreter die Bedeutung von Angst und Hoffnung. Wichtig für die Sterbebegleitung ist seiner Meinung nach die Vorbereitung auf den Tod, für jeden.Google Scholar
  6. 81.
    Lau, Ephrem Else: Tod im Krankenhaus. Soziologische Aspekte des Sterbens in Institutionen. Köln 1975. Eine Untersuchung des Sozialverhaltens der Krankenhaus-Mitarbeiter in Sterbesituationen. Angewandt wird das berufliche Rollenmodell, das als von der Institution Krankenhaus mit ihren spezifischen Zielen und von gesamtgesellschaftlichen Vorstellungen geprägt verstanden wird. Beschrieben werden die Erwartungen an bestimmte Rollenträger, deren konkretes Handeln und Verhalten, sowie Abweichungen. Rollenspezifische Techniken als Bewältigungsstrategien werden dargestellt und ihre Bedeutung innerhalb der Behandlungsgruppen (Ärzte, Pflege) . Dadurch werden die sozialen Faktoren der Situation Sterbender erfaßt.Google Scholar
  7. 82.
    Ochsmann, Randolph (Hg.): Lebens-Ende. Über Tod und Sterben in Kultur und Gesellschaft. Heidelberg 1991. Eine Zusammenstellung von verschiedenen Beiträgen vorwiegend aus der Universität Osnabrück. Besonders für erziehungswissenschaftliche Aufgaben verwendbar sind die Werkbetrachtungen von Musikopera (17. Jh. bis Gegenwart) von H. C. Schmidt und zum Bewußtwerden der eigenen Sterblichkeit durch die Todesfurcht von Randolph Ochsmann. Gerade aufgrund des letzteren Literaturberichtes müßten künftige Arbeiten daran interessiert sein, die Bewußtseinsarbeit bei unmittelbar und mittelbar mit der Sterblichkeit Umgehenden zu differenzieren (z.B. Hospizhelfer versus Krankenhauspersonal). Ärgerlich in dem Zusammenhang ist die Art, wie sich W. Lenzen auf Falldiskussionen einläßt, um moralphilosophische Entscheidungen zu fimden. Als Orientierungshilfe für den Praktiker ergibt sich eher Verwirrung als Ratlosigkeit.Google Scholar
  8. 83.
    Schara, J. (Hg.): Humane Intensivtherapie. Erlangen 1982. Der Sammelband war das Resultat eines ersten Anästhesiologen-Kongresses, der sich mit den psychischen und sozialen Aufgaben der Anästhesie und Intensivmedizin im Bereich der Begleitung Schwerstkranker befaßte. In gewisser Weise kennzeichnet dieser Sammelband die Wende von der technologisch und pharmakologisch dominierten Intensivmedizin zur patientenzentrierten, die sich auch von den Sozialwissenschaften und Theologen in die Pflicht nehmen läßt. Insofern klingen auch kommunikations-psychologische, supervisorische, ethische und pflegerische Erkenntnisse an. Im Beitrag des Herausgebers zur “Pflege am Intensivkrankenbett” wird an die Erfahrungen des britischen Anästhesisten J.S. Robinson angeschlossen, mit denen er die psychologischen Auswirkungen der Intensivpflege im “intensiv care Syndrom” zusammenfaßte. Die entwikkel-ten “Regeln” lauten: Rede, Wiederhole, Hör zu, Halte, Achte!, wobei die Reihenfolge nicht von Bedeutung ist.Google Scholar
  9. 84.
    Schweidtmann, Werner: Sterbebegleitung. Menschliche Nähe am Krankenbett. Stuttgart 1991. Vor allem aus pastoralpsychologischer Sicht werden Probleme des Umgangs mit Sterbenden in den Krankenanstalten aufgewiesen ohne die Erfahrungen der Hospiz- und Selbsthilfe-Bewegung; das zeigen vor allem seine ausführliche Behandlung der sogenannten Wahrheitsfrage und die eingestreuten Beispiele. Dadurch kommt aber der Verfasser zu einer weitgehend negativen Zustandsbeschreibung, welcher mit spirituellen und psychischen Anregungen begegnet werden soll. Dem Phasenmodell nach Kübler-Ross weist er begrenzte Erklärungsmöglichkeiten und Praxis nach. Dem stellt er dann Ergebnisse der Streßforschung vor allem im Anschluß an R.S. Lazarus und eigene Untersuchungen gegenüber, wobei er von “Bewältigungsforschung” spricht. Es werden Bewältigungsformen und Faktoren ihrer Auswahl vorgestellt und mit Wahrnehmungsstrategien ergänzt. Daraus ergibt sich ein Prozeß des Coping, also ein umfangreicheres Inventar zur Ausprägung von Bewältigungsformen im Sterben und den entsprechenden möglichen Interventionen. Durch eine Befragung bei Krebspatienten werden verschiedene Ergebnisse des Theoriemodells gesichert bzw. modifiziert, was zu einer Sterbebegleitung führt, die mehr Bewußtheit der Patienten und der Begleiter voraussetzt. Die Begleitung der Begleiter wird dann durch Anleitungen zur Praxisauswertung undkontrolle vorgestellt (Balintgruppen, Seminare, Skill-Training, Supervision) und durch pastorale Ansätze ergänzt.Google Scholar
  10. 85.
    Sporken, Paul: Umgang mit Sterbenden. Medizinische, pflegerische, pastorale und ethische Aspekte der Sterbehilfe. 4. , neu bearb. und erw. Aufl . , Düsseldorf 1978 (11973). In diesem Buch äußert sich der holländische Medizinethiker und Theologe Paul Sporken zu den ethischen Fragen, die durch die heute vorhandenen medizinischen und pflegerischen Möglichkeiten, das Leben des Menschen zu erhalten bzw. zu verlängern, entstanden sind. Es ist eine Zusammenfassung der beiden Bücher “Menschlich sterben” und “Umgang mit Sterbenden” . Kapitel 1, 2 und 5 sind die entsprechenden Kapitel aus “Menschlich sterben” . Das 7. Kapitel enthält eine völlig neu geschriebene Überlegung zur Euthanasie. Darüber hinaus äußert sich Paul Sporken in diesem Buch zur Problematik von Krankheit, Sterben und Tod, zum Bereich der Sterbehilfe und des Sterbebeistandes, zu medizinischen und pflegerischen Aspekten des Sterbeprozesses, zum Erleben des Sterbeprozesses (Beginn des Sterbebeistandes, Sterbephasen, Wahrheitsmitteilung, Annahme des Todes, Beziehung zwischen Pflegepersonal und Sterbenden), zu besonderen Schwierigkeiten beim Sterbebeistand und zur Sterbepastoral.Google Scholar
  11. 86.
    Sudnow, David: Organisiertes Sterben. Eine soziologische Untersuchung. Frankfurt 1973 (zuerst erschienen New Jersey 1967) Grundlagen der Untersuchung sind eine konnotative Kategorisierung von Tod und Sterben und eine Feldforschung in Krankenhäusern unterer und gehobener Kategorie. Todesfälle waren dort verplante Alltagsangelegenheiten, ohne daß darüber gesprochen worden wäre. Den physischen Kontakt mit Toten haben nur Pflegekräfte und Helferinnen, nicht aber die Ärzte. Je höher der Standard des Krankenhauses, desto tabuisierter der Bereich. Unterschieden wird auch das hohe Ausmaß des Verschweigens bei jungen Patienten gegenüber der relativen Offenheit gegenüber älteren. Unterschieden wird zwischen klinischem, biologischem und sozialem Tod. Der soziale Tod tritt ein, wenn sozial relevante Attribute des Patienten für den Umgang mit ihm keine Rolle mehr spielen. Aber selbst im Koma dürften Patienten bruchstückhaft Gespräche wahrnehmen. Zudem neigen Ärzte zu einer relativ späten Todesprognose; und nachdem diese erfolgt ist, wird die soziale Situation des Patienten zunehmend vernachlässigt. Dem ist gerade von der pflegerischen Seite her entgegenzuwirken. Die Hierarchie des Krankenhauses erschwert die Mitteilung “schlechter Nachrichten” und die Ernstnahme der Trauer-Aufgaben.Google Scholar
  12. 87.
    Zinker, Joseph C . /Stephen L. Fink: The Possilility for Psychological Growth in a Dying Person. In: Journal of General Psychology 74, (1966), 185–199. Ausgangspunkt der Studie ist einerseits die Feststellung, daß jeder mit eigenen Erfahrungen stirbt, und andererseits die von Abraham Maslow formulierte Bedürfnistheorie in ihrer Bedeutung für die Sterbesituation. In der Anwendung der Theorie gibt es zwei Möglichkeiten: die positive Wende hin zur Größe ausgehend von der Befriedigung niederer Bedürfnisse bis zur Selbstverwirklichung; die negative Wende hin zum Verfall zur Ausschließlichen Befriedigung der körperlichen Bedürfnisse. Anhand eines Beispiels werden die Möglichkeiten des positiven Wachsens aufgezeigt.Google Scholar

5. Pflegerische Zusatzaufgaben. 5.2 Sterbebegleitung

  1. 88.
    Brauckmann, Monika: Begleitung eines Patienten im Sterbeprozess. In: Die Schwester/Der Pfleger 28 (1989), 1010–1013. Auch heute noch ist die spezielle Vorbereitung für den Umgang mit Sterbenden in der Krankenpflegeausbildung eher die Ausnahme. Wichtiger Unterrichtsinhalt im Rahmen einer patientenorientierten Krankenpflege ist daher die zielorientierte Ausbildung “Umgang mit Sterbenden” , die fest in das dreijährige Ausbildungskonzept integriert sein sollte. Denn erst die eigene Konfrontation mit Sterbenden ermöglicht es dem Unterrichtenden, die ganzheitliche Pflege eines Patienten im Sterbeprozeß zu planen, durchzuführen, zu beurteilen und dabei kognitive und emotionale Aspekte des eigenen Verhaltens im Umgang mit Sterbenden zu reflektieren. Nach Klärung der Begriffe des Begleitens und der Zielsetzung der Sterbebegleitung erläutert Monika Brauckmann an einem konkreten Beispiel, wie sich die Pflegeplanung und Reflexion eines Sterbeprozesses vollziehen kann. Neben organisatorischen Aspekten und der Information der Pflegegruppe umfaßt die Pflegeplanung dabei zunächst die sorgfältige Informationssammlung aller den Patienten betreffenden Daten (wie Personalien, Diagnose und Therapie, familiäre und soziale Situation sowie die Einschätzung verbleibender Ressourcen des Patienten). Die pflegerischen Ziele der Begleitung im Sterbeprozeß erstrecken sich auf die Unterstützung aller noch vorhandener Aktivitäten des täglichen Lebens, auf die Bewältigung physischer Beschwerden sowie auf die Verarbeitung psychischer, sozialer und geistiger Probleme im Sterbeprozeß. Wesentliches Element der Sterbebegleitung sind schließlich auch die Pflegegespräche in Pflegesituationen, die Aufschluß über das persönliche Empfinden und die Wünsche des Patienten geben. Das geschilderte Beispiel macht deutlich, daß das Erleben von Krankheit, Sterben und Tod entscheidend von der eigenen Einstellung zu Leben und Sterben sowie vom Grad der Annahme der eigenen Sterblichkeit geprägt ist.Google Scholar
  2. 89.
    Christophorus-Hospiz-Verein (Hg.): Pflegen bis zuletzt. München o.J. (1989). Ein nicht im Buchhandel erhältliches und deshalb oftmals übersehenes Buch zu nahezu allen Aspekten angemessener Sterbebegleitung; zugleich ein Programm für künftige Arbeiten. Einige Beiträge sind methodisch begrenzt, wie z.B. durch den Einfluß psychoanalytischer Erklärungen oder stark religiös geprägter Beiträge. Das Buch hat meditativen Charakter durch zahlreiche Bilder und besinnliche Texte zwischen den Fachaufsätzen.Google Scholar
  3. 90.
    Goddenthow von, Diether W. (Hg.): Mit dem Tod leben. Sterbebegleitung und praktischer Rat. Freiburg 1989. Das Sammelwerk besteht aus mehreren Teilen: 1. Mit dem Tod leben, eine essayistische Auseinandersetzung mit den Todesbildern der Gegenwartsgesellschaft; 2. Menschenwürdig sterben, drei Beiträge zur Physiologie, Schmerzkontrolle besonders in der Hospizbewegung, psychische Aspekte der Sterbebegleitung; 3. Trauerarbeit, zur neuen Kultur der Trauerhilfen und zu den Selbsthilfegruppen; 4. Bilder des Todes, eine geschichtliche Betrachtung der Darstellung des Todes in Literatur und Kunst (leider ohne Abbildungen); 5. Praktischer Rat, vom Nachlaß und Testament über Steuerprobleme bis zur Bestattungssorge. Der Anhang erfaßt einige wichtige Adressen.Google Scholar
  4. 91.
    Lamerton, Richard: Sterbenden Freund sein. Helfen in der letzten Lebensphase. Mit einer Einl. hrsg. von Paul Türks. Aus dem Engl. von Ursula Schottelius und Markus von Lutterotti. Leicht gekürzte Ausg. Freiburg i.Br. 1991 (11973). Lamerton war Arzt am Hospiz in Huckney bei London. Für ihn können die Patienten am besten lehren, wie man mit Sterbenden umzugehen hat. Den Punkt, von dem an “man nichts mehr für den Patienten tun kann”, gibt es nicht. Aber durch die Dominanz der Genesenden haben Krankenhäuser ein gebrochenes Verhältnis zur Begleitung Sterbender. Im Hospiz spielt der Arzt nicht mehr die erste Rolle, sondern das Team, dessen Vorsitzender der Betroffene ist. Zentrale Aufgaben sind das viel Zeit erfordernde Gespräch, die Schmerbehandlung, die wahrgenommenen psychischen und spirituellen Schmerzen. Dazu ist der Abbau jeder Hierarchie von Nöten und die Ernstnahme vorauseilender und nachgehender Trauer. Er verdeutlicht letzteres am Sterben der Kinder, die mehr Angst vor der Trennung von den Eltern als vor Sterben und Tod haben. In seinen Ausführungen zur Euthanasie betont er den Zeitpunkt, von dem an es vielleicht das Gesündeste ist, zu sterben. Dieser Zeitpunkt kann nur von allen Beteiligten gemeinsam wahrgenommen werden. Freiwillige Euthanasie ist immer ein Signal für Mängel in der psychischen und sozialen Begleitung bzw. für pflegerische Mängel.Google Scholar
  5. 92.
    Pisarski, Waldemar: Begleiter für die Kranken — Umgang mit der Wahrheit. In: Krankenpflege 40 (1986), 77–80. Ausgehend vom Postulat der Wahrheit am Krankenbett stellt Waldemar Pisarski in seinem Aufsatz dar, wie wichtig das Angebot der Weggemeinschaft für Patienten ist. Weggefährte, Begleiter ist man dann, wenn man an der Seite der Patienten bleibt, neben ihnen, bei ihnen, ihre Schritte teilt, ihren Rhythmus ernst nimmt, ihre Bewegung aufnimmt. Wichtig ist ihm hierbei, daß die Weggemeinschaft immer ein Angebot für den Patien-ten bleibt, und daß ihm das Privileg zusteht, darauf einzugehen oder nicht. In der Unterscheidung einzelner Typen des Begleitens veranschaulicht Pisarski, wie ein solcher Begleiter sein sollte. Wesentliche Hilfen zum konkreten Umgang mit Patienten aufgrund eines tieferen Verständnisses seiner Situation bieten dabei die Ergebnisse der Thanatologie, hierbei besonders die “Interviews mit Sterbenden” von Elisabeth Kübler-Ross. Die andere wesentliche Komponente einer guten Sterbebegleitung ist die Ernstnahme der eigenen Person. Wegbegleitung ist dabei keine Frage der zeitlichen Dauer, sondern eines anderen Umganges mit der zur Verfügung stehenden Zeit. Der Weggefährte wird dabei feststellen, daß er nicht immer souverän und kontrolliert sein kann, daß auch er an seine eigenen Grenzen stoßen wird. Er gewinnt dafürr aber eine tiefe Authentizität, die eine echte Begegnung erst ermöglicht. Pisarski schließt mit einem Appell an alle Helfer, über ihrer wichtigen Aufgabe sich nicht selbst zu vergessen und sich ihre Lebendigkeit zu bewahren.Google Scholar
  6. 93.
    Rest, Franco: Vom sozialen Ort des Sterbens. Ein Vertrag zwischen einem Schwerkranken und seinem “Freund” . In: Deutsche Krankenpflegezeitschrift 41 (1988), 38–41. Dieser Freundschaftsvertrag zwischen einem Schwerkranken und seinem Helfer versucht die Beziehung zwischen einem schwerkranken (meist mit ihm bekannter infauster Diagnose) und der wichtigsten sozialen, kommunikativen und emotionalen Person neu zu regeln, d.h. so zu regeln, daß diese Beziehung auch in den schwersten Stunden bzw. Augenblicken Bestand haben kann. Zu oft wird diese Beziehung derart großen Belastungen ausgesetzt, daß sie gegenüber Bedrohlichkeiten von außen oder im Augenblick des totalen Zusammenbruchs nicht standhält. Besonders das Sterben von gesellschaftlich geächteten Personen (Drogen, AIDS, gesteigerte Verwirrtheit u.a.) sowie sozial zerbrochenen oder an sozialer Rückmeldung gehinderten Menschen (Querschnittslähmung, Aphasien, Gerontopsychiatrie u.a.) fördert einerseits Vereinsamungen der Betroffenen und andererseits den Rückzug des behandelnden Personals. Entstanden ist dieser “Freundschaftsvertrag” 1985 im Zusammenhang mit der Konstituierung der Vereinigung “OMEGA — mit dem Sterben leben” , als ein Versuch, den Sterbebeistand nunmehr von der Patientenseite aus neu zu regeln und dem “Freundschaftsnehmer” gewisse Verbindlichkeiten zuzusichern. Dabei zeigen erste Erfahrungen, daß in vielen Fällen die Diskussion dieses Vertrages einer vertraglosen Freundschaft geradezu den Weg bereitete, indem er beiden Partnern die Möglichkeit gibt, Probleme des Kranken wie des Helfers offen zu durchdenken und so zu einer bewußteren Beziehung zu gelangen.Google Scholar
  7. 94.
    Rest, Hans O. Franco: Sterbebeistand, Sterbebegleitung, Sterbegeleit. Studienbuch für Krankenpflege, Altenpflege und andere. Stuttgart/Berlin/ Köln 31994. Die neueste Auflage dieses Standardwerkes der Sterbebegleitung in der Pflegewissenschaft berücksichtigt nun auch die Hospizbewegung und die neue Euthanasie-Diskussion im Anschluß an die Niederländischen Regelungen und an die Entwicklung der Bioethik. Das Buch legt nach einer umfangreichen Vorbemerkung mit den notwendigen Definitionen und der Eröffnung eines persönlichen Zugangs in vier Teilen die Grundlagen jeglichen pflegerischen, somatischen, sozialen, psychischen und spirituellen Verhaltens: in den “Quellen des Handelns” geht es um die Wahrheitsfrage am Krankenbett, die weiteren ethischen Maßstäbe, eine Institutionenkunde und die rechtlichen Abgrenzungen. Im zweiten Teil geht es um die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit, wobei auch auf sektiererische Tendenzen verwiesen, die biographische Pflege verfolgt, die Philosophie und Theologie des Helfens und des Todes ausgebreitet und politisch-ethische Bezüge hergestellt werden. Der dritte Teil sucht nach einem Verständnis des sterbenden Menschen aufgrund des sozialen Ortes der Sterbebegleitung, der Psychologie und einer Bedürfnislehre des Sterbenden, der beiden Altersgruppen (Kinder und Senioren), einer ausgereiften Bewußtseinslehre auch des Bewußtlosen und Komatösen und der Betrachtungen des Sterbeprozesses. Im letzten methodischen Teil werden die verbale und nonverbale Kommunikation mit Sterbenden, die Pflege, die Raum- und Zeitgestaltung, die Sorge um einige besondere Patientengruppen (Suizid, AIDS, Intensiv) und die Formen der Trauer behandelt. Im Anhang werden aktuelle Materialien verfügbar gemacht.Google Scholar
  8. 95.
    Schlaudraff, Udo: Sterbehilfe und würdiger Tod. Gedanken zur Sterbebegleitung aus der Sicht der Klinikseelsorge. In: Deutsche Krankenpflegezeitschrift 41 (1988), 25–28. Der Beitrag Udo Schlaudraffs zur Sterbehilfe aus der Sicht der Klinikseelsorge basiert auf einem Vortrag des Autors anläßlich einer Tagung in der Evangelischen Akademie in Hofgeismar im Jahre 1986. Auf dieser Tagung wurde ein Entwurf zur Ergänzung des Strafgesetzbuches diskutiert, der eine gesetzliche Regelung für die Grenzen der Strafbarkeit bei passiver und indirekter Sterbehilfe sowie bei der Nichtverhinderung von Suiziden zu finden versuchte. Vor diesem Hintergrund nimmt Udo Schlaudraff zur Frage nach dem Recht auf einen würdigen Tod auf der Grundlage seiner praktischen Erfahrung Stellung. Zu diesem Zweck macht er zunächst auf die besondere Sprache Sterbender aufmerksam, deren Sprachwerte und Symbolwerte auch heute noch oft nicht verstanden werden, sondern statt dessen häufig einem Verwirrtheitszustand zugeschrieben werden. Aus diesen Erfahrungen zieht Schlaudraff den Schluß, daß die Würde des sterbenden und kranken Menschen nicht allein vom Selbstbestimmungsrecht des einzelnen her definiert werden könne. Ärztliches Handeln in der Nähe des Todes dürfe daher nicht den Tod an sich, sondern nur den vorzeitigen Tod bekämpfen. Auch die Indikation zur Reanimation erfolge häufig noch zu unkritisch, und könne zuweilen einem gelingenden Sterben entgegenwirken. Schließlich aber sei die Frage nach einem würdigen Tod nicht ohne die Frage nach der Würde der Toten zu beantworten, ein Problem, das auch heute noch nicht zufriedenstellend gelöst ist.Google Scholar
  9. 96.
    Spiegel-Rösing, Ina/Petzold, Hilarion (Hg.): Die Begleitung Sterbender. Theorie und Praxis der Thanatotherapie. Ein Handbuch. Paderborn 1984. Das Buch diente der Begründung einer sogenannten Thanatotherapie auf der Grundlage gestalttherapeutischer Arbeit, die sich jedoch wohl mit der Zeit als eine Sackgasse herausstellte. Trotzdem ist das Buch außerordentlich aspektereich geschrieben und holt sehr weit aus: von einer Wissenschaftstheorie der Thanatologie bis zu Praxisberichten aus der Tumortherapie, der Intensivstation, dem Altenheim und der Seelsorge-Begleitung. Die psychotherapeutischen Ansätze werden ebenso ausführlich dargestellt wie der ethische Kontext. Der wissenschaftliche Apparat der Beiträge ist ungewöhnlich umfangreich und erfaßt vor allem die englischsprachige Literatur. Es wird versucht, einen vollständigen Überblick der Konzepte, Methoden, Modelle, wissenschaftlichen Systeme und Hypothesen zu geben, die bis zum Beginn der 80-er Jahre vorlagen. Es wird sichtbar, wie weit das wissenschaftliche Feld vorbereitet war, als die Hospizbewegung sich etablierte. Das wird in einem Beitrag (Petra Christian-Widmaier) besonders deutlich, in dem die verschiedenen beginnenden Alternativbewegungen im Kontext der traditionellen Versorgung (Krankenhaus, Altenheim) gesehen werden. Nur in einigen Beiträgen wird thematisiert, daß eigentlich kein therapeutisches Ziel definiert werden kann und darf, also auch nicht das friedvolle (“peaceful”) Sterben, dem jedoch viele Verfasser anhängen (z.B. S. Grof u.a.). Großen Widerhall in der Literatur haben die Beiträge zur Begleitung sterbender Kinder (D. Bürgin) und zur Seelsorge (C. Scheytt) gefunden. Grundlagen der Sterbeerziehung in didaktisch-methodischer Hinsicht bietet der Beitrag von K. Huck und H. Petzold, wobei es schwerpunktmäßig um die Fortund Weiterbildung von Fachkräften geht.Google Scholar

5. Pflegerische Zusatzaufgaben. 5.3 Zur Ethik der medizinischen Pflege

  1. 97.
    Eissler, Kurt R.: Der sterbende Patient. Zur Psychologie des Todes. Stuttgart 1978. Der Autor ist Psychoanalytiker. Im ersten Teil behandelt er Gedanken zum Tode. Teil zwei behandelt drei ausgewählte Fallgeschichten, anhand derer die Anforderungen an eine psychotherapeutische Behandlung des Sterbenden dargelegt werden. Im letzten Teil setzt sich der Autor u.a. mit dem Spannungsfeld psychischer und biologischer Aspekte des Todes auseinander. Er stellt dem Konzept der Euthanasie jenes der Orthothanasie entgegen, d.h. des Sterbens in einer der Realität des Todes angemessenen Weise.Google Scholar
  2. 98.
    Genwein Curt M./Paul Sporken, Menschlich pflegen. Grundzüge einer Berufsethik für Pflegeberufe. Düsseldorf 1975 (21976). Beide Verfasser sind Theologen allerdings mit großer seelsorgerischer Praxis in Krankenhäusern. Eine Stellungnahme zur Thematik aus der unmittelbaren Sicht von Pflegekräften fehlt demnach. Trotzdem haben die Ausführungen einen sehr weitgehenden praktischen Ansatz, der vor allem einer reichhaltrigen Praxisreflexion deutlich wird. Die Darstellung beginnt mit einer umfassenden Definition, wobei auf die normativen Ansätze besonders eingegangen wird. Zwei folgende Kapitel machen deutlich, daß beide Verfasser tief in der katholischen Tradition wurzeln. Die Kapitel 4–7 nehmen die unmittelbaren pflegerischen Aufgaben zum Anlaß, wobei sie großen Wert auf Lebensgestaltung und Lebensführung der Pflegenden legen, was wir heute vielleicht mit Psychohygiene oder mit “Pflege der Pflegenden” bezeichnen würden. Die Dimension der Verantwortung wird aus dem Beziehungsgefüge hergeleitet, so daß die Wechselseitigkeit und also eine “Beziehungspflege” als Ziel erkennbar werden. Im abschließenden, umfgangreichsten Kapitel gehen die Verfasser auf praktische Einzelfragen ein: Geburtenregelung, Sterilisation, Genetik, Abortus, künstliche Befruchtung, Transplantation, Suizid, Euthanasie, Sterbehilfe u.a. Die Darstellung ist für die 70-er Jahre als überaus kenntnisreich zu bezeichnen, ist aber für die Gegenwart teilweise überholt.Google Scholar
  3. 99.
    Helber, Albert: Beim Sterben helfen — Hilfe zum Sterben, wo ist die Grenze? In: Deutsche Krankenpflegezeitschrift 41 (1988), 20–24. Albert Helber thematisiert in seinem Aufsatz die Frage nach der Sterbehilfe aus ärztlicher Sicht. Seiner Einschätzung nach ist die derzeitige Sterbediskussion dabei nicht mehr von der Frage nach dem Tod oder dem Sterben an sich , sondern vielmehr von der Angst vor einem langsamen und qualvollen Siechtum zum Tode hin geprägt. Diese Entwicklung führt er auf die drastischen Veränderungen zurück, die das Lebensende fast aller Menschen in den letzten Jahrzehnten erfahren habe. Als Beispiel für diese Veränderungen nennt er die zunehmende Privatisierung des Sterbens in Krankenhaus oder Altenheim, die allgegenwärtige Veröffentlichung des Sterbens in den Massenmedien sowie die Sterbeverlängerung durch die Möglichkeiten der modernen Medizin. Auch wenn die aktive Sterbehilfe als indiskutabel erscheint, so stellt sich seiner Meinung nach am Lebensende doch die Frage nach den Grenzen des ärztlichen Heilauftrages. Helber schlägt in diesem Zusammenhang vor, den Kranken als entscheidende Instanz wahrzunehmen und zu respektieren. Gleichwohl weist er darauf hin, daß manche Patienten mit dieser Entscheidung über ihr Leben überfordert seien. In bezug auf die Hilfe im Sterben nennt Helber anschließend drei Besonderheiten des Umgangs mit Sterbenden: den Umgang mit der Wahrheit, mit dem Schmerz und nicht zuletzt mit der Angst. Diese bleibe in den meisten Fällen bis zum Ende das alles beherrschende Grundproblem, zumal nur die wenigsten Patienten ihr Sterben wirklich annehmen könnten.Google Scholar
  4. 100.
    Koch, Gerhard: Euthanasie, Sterbehilfe. Eine dokumentierte Bibliographie. Erlangen 21990. Die Bibliographie umfaßt 2146 Literaturhinweise nach übergreifenden Aspekten geordnet: Definitionshinweise, Veröffentlichungen bis 1920, 1920–1932, 1933–1945, Seit 1945, pränatale Euthanasie, Euthanasie in der Geriatrie. Vor allem werden Lexikonartikel gesichtet und großenteils auch wörtlich abgedruckt. Die Entwicklungen lassen sich leicht nachzeichnen und aus den Quellen erheben. Aspekte der Sterbebegleitung bleiben völlig unberücksichtigt. Ein Gesamtvorwort gibt einen überblickhaften Einblick in die Gesamtentwicklung.Google Scholar
  5. 101.
    Kramer, Hans (Hg), Krankendienst der Zukunft. Job oder menschlicher Einsatz? Düsseldorf 1974. Im Mittelpunkt der verschiedenen Studien steht die Berufsethik und die entsprechende Ausbilcung für die Pflegeberufe. Besondere Schwierigkeiten scheint der Trend zu einer “offenen Moral” zu machen. Die Untersuchung ist stark von einer religiösen Ethik geprägt.Google Scholar
  6. 102.
    Linke, Detlef B.: In Würde altern und sterben. Zur Ethik der Medizin. Gütersloh 1991. Kenntnisreich und engagiert schreibt der Bonner Neurochirurg über das Altern und den Persönlichkeitsverlust. Seine Sichtweise ist die eines beobachtenden Wissenschaftlers und die eines dezidierten Christen. Diese Mischung verschafft den gesicherten Daten jeweils eine fordernde Dimension. Besonders wichtig scheint für Pflegekräfte und Mediziner die Deutung der Gehirnlichkeit des Menschen als Personalitäts-Definition oder als Teilaspekt einer Personalitäts-Analyse. Sterbehilfe wird entlarvt als Lebenshilfe für jene, die mit der Realität des Sterbens nicht zurechtkommen; sie darf also keine praktische Behandlungsstrategie für den Umgang mit jeweils anderen Menschen werden. Angesichts der Zunahme von altersverwirrten Menschen ist die philosophisch gedeutete und empirisch gesicherte Hirnfunktion selbst bei Komatösen von außerordentlicher Tragweite für künftige Diskussionen. Gerontopsychiatrie und Neurochirurgie/Neurophysiologie werden miteinander reden müssen, damit sie nicht wissenschaftlich aneinander vorbei arbeiten.Google Scholar
  7. 103.
    Rest, Franco: Die Wahrheit am Krankenbett. In: Die Schwester/Der Pfleger 20 (1981), 794–797.Google Scholar
  8. 104.
    Rest, Franco: Von der “Richtigkeit der Diagnose” zur “Wahrheit am Krankenbett. In: Fortschritte der Medizin. Prima folia. 101, (1983), 297–298. 320. Durch die Einführung der Unterscheidung zwischen Wahrheit als einer persönlichen Kategorie, die nie im Griff eines Therapeuten oder Arztes wäre, und der Wirklichkeit, Diagnose, Realität, die niemals “Wahrheit” wären, weil sie abhängig sind vom erkennenden Subjekt, den diagnostischen Methoden und der Vorläufigkeit einer Realität, gelingt eine Klärung des schwierigen Problems der richtigen Information, zur richtigen Zeit, auf angemessene Weise. Die intrapersonale Wahrheit muß auf andere Weise in der Begleitung erreicht werden als durch die Erfüllung einer Mitteilungspflicht durch den Arzt.Google Scholar
  9. 105.
    Rest, Franco: Pflegerisch-kommunikative Ethik unter besonderer Berücksichtigung der Kranken- und Sozialpflege. In: Deutsche Krankenpflegezeitschrift 31 (1978), 382–386. Auf der Grundlage einer Identitäts- und einer Bedürfnislehre werden ethische Grundsätze erarbeitet, für die in der Praxis sich die freie Wahl einschränkt. Grundlage ist die operationale Ethik nach Rappoport, die beispielhaft auf krankenpflegerische Prinzipien angewendet wird.Google Scholar
  10. 106.
    Thunberg, Ursula, Death and the Dying Adult. In: Richard C. Simons/Herbert Pardes (Hg), Understanding Human Behavior in Health and Illness. Baltimore 1977, 387–394. Es geht um die Universalität des Todes und die Frage, ob die Diagnose mitgeteilt werden kann oder muß. Dazu dienen einige Fallberichte. Betont wird die grundsätzliche Möglichkeit einer akzeptierenden Haltung gegenüber dem Tod, als auch die Notwenigkeit der Erkenntnis des Todes als integrierten Bestandteil des Lebens.Google Scholar

6. Sonstige

  1. 107.
    Jerneizig, Ralf/Langenmayr, Arnold/Schubert, Ulrich: Leitfaden zur Trauertherapie und Trauerberatung. Göttingen 21994 (11991). Alle in therapeutischen oder sozialen Berufen Tätige werden immer häufiger mit problematischen Trauerverläufen konfrontiert, ohne auf die besondere emotionale Situation Trauernder genügend vorbereitet zu sein. Mit diesem Leitfaden, der aus der praktischen Arbeit der Trauerberatungsstelle Essen entstanden ist, wollen die Autoren dieses Defizit aufarbeiten und gezielte Informationen über den therapeutischen und beratenden Umgang mit Trauernden vermitteln. Dazu werden zunächst die “Grundlagen der Therapie und Beratung Trauernder” aufgezeigt. Neben einem kurzen Überblick über die Psychologie der Trauer, ihre Symptomatik und inneren Mechanismen umfaßt dieser erste Teil auch die Darstellung bereits bestehender Interventionsformen und Beratungsansätze. Im Anschluß daran wird der aus der Arbeit der Trauerberatungsstelle Essen entwickelte Ansatz der klientenzentrierten Trauertherapie vorgestellt. Der zweite Teil zur “Praxis der Trauertherapie und Trauerberatung” behandelt typische Problemfelder Trauernder und Möglichkeiten ihrer therapeutischen Bearbeitung. Durch die Analyse von Auszügen aus Gesprächsprotokollen gewinnt die Darstellung an Praxisnähe und Anschaulichkeit.Google Scholar
  2. 108.
    Juchli, Liane: Wohin mit meinem Schmerz? Hilfe und Selbsthilfe bei seelischem und körperlichem Leiden. Freiburg i.Br. 1993. Die bekannte Pflegewissenschaftlerin äußert sich hier zur Frage nach dem Einsatz von Medikamenten, Psychotherapien und Naturheilmitteln bei der Schmerztherapie.Google Scholar
  3. 109.
    Lindemann, Erich: Symptomatology and Management of Acute Grief. In: American Journal of Psychiatry 101 (1944), 141–148. Ausgehend von Beobachtungen an 101 Personen, die kürzlich einen Menschen durch Trauerfall verloren hatten, verfolgt Erich Lindemann die Hypothese, daß akuter Kummer ein definiertes Syndrom mit psychischen und somatischen Symptomen ist, wobei ermehrere Fälle unter diesem Aspekt unterscheidet. Die realistische Annahme einer neuen Rolle, die Überwindung von Schuldgefühlen und die Akzeptation des Trauerprozesses sind wichtige Aspekte bei der Bewältigung des Kummers.Google Scholar
  4. 110.
    Schmied, Gerhard: Sterben und Trauern in der modernen Gesellschaft. München/Zürich 1988 (′1985). Bei diesem Buch handelt es sich um einen Leitfaden für Lehre und Praxis in Medizin, Krankenpflege, Sozialarbeit und Seelsorge. Als Soziologe registriert Schmied den derzeitigen Zustand gesellschaftlicher Diskussion zu Sterben, Tod und Trauer, wobei er in verständlicher Sprache große Teile der verfügbaren Literatur sichtet. Dabei geht es ihm um den Standort des Sterbens in der Gesellschaft (langes, seltenes Sterben), eine soziale Diagnose (tabuisiert, verdrängt, privatisiert) und um den institutionellen Rahmen. Einige Desiderate der Forschung werden jedoch nicht erfüllt: llt: der Kriegstod, die Todesstrafe, die Frühgeburten, Formen des BekenntnisTodes und altersspezifische Untersuchungen sind unzureichend vertreten.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1996

Authors and Affiliations

  • Franco Rest

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