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Erziehungswissenschaft

  • Franco Rest
Part of the Forschungsberichte des Landes Nordrhein-Westfalen book series (FOLANW, volume 3252)

Zusammenfassung

Die folgenden Annotationen zum Bereich “Erziehungswissenschaften” wurden vom 1.1.1993 bis 31. 12. 1994 erstellt von Dipl.theol. Jutta Breuer, unter Anleitung von Prof. Dr. Franco Rest. Dieser relativ kurze Zeitraum hat Vorläufigkeit und Unabgeschlossenheit zur Folge. Die Bibliographie und die Annotationen haben demnach einen exemplarischen Charakter und dienen dazu, weitere wissenschaftliche Arbeiten anzuregen und vorzubereiten.

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Literatur

  1. 1.
    Fulton, Robert (Ed.): Death and Identity. New York 1965, rev. Ed. 1976 Bowie, Maryland. Robert Fultons fundamentale Sammlung von Beiträgen über Tod und Verlust mit umfangreichem Herausgeberkommentar gehört auch heute noch zu den wichtigsten Grundlagen jeder künftigen Auseinandersetzung mit dem gesamten Problembereich unter besonderer Berücksichtigung soziologischer Aspekte und der psychologischen Grundlagen des Verhaltens. Eine umfangreiche Bibliographie informiert über die amerikanischen Vorarbeiten auf diesem Gebiet.Google Scholar
  2. 2.
    Koch, Gerhard: Euthanasie, Sterbehilfe. Eine dokumentierte Bibliographie. Erlangen 21990. Die Bibliographie umfaßt 2146 Literaturhinweise, die nach übergreifenden Aspekten geordnet sind: Definitionshinweise, Veröffentlichungen bis 1920, 1920–1932, 1933–1945, seit 1945, pränatale Euthanasie, Euthanasie in der Geriatrie. Vor allem werden Lexikonartikel gesichtet und großenteils auch wörtlich abgedruckt. Die Entwicklungen lassen sich leicht nachzeichnen und aus den Quellen erheben. Aspekte der Sterbebegleitung bleiben völlig unberücksichtigt. Ein Gesamtvorwort gibt überblickhaften Einblick in die Gesamtentwicklung.Google Scholar
  3. 3.
    Rest, Hans O. Franco: Praktische Orthothanasie (Sterbebeistand) im Arbeitsfeld sozialer Praxis. Teil 1. Entwicklung von Verhaltensmerkmalen für den Umgang mit Sterbenden auf der Grundlage partizipierender Feldforschung in Einrichtungen der Altenhilfe. Opladen 1977. (vgl. Pflegewissenschaft) Bei diesem Werk handelt es sich um eine der ersten wissenschaftlichen Arbeiten zur Sterbebegleitung aus dem Jahre 1977. Mit teilnehmender Beobachtung und umfangreichen Fragebögen wird das Verhalten von Pflegekräften bei Sterbenden in Altenpflegeeinrichtungen erhoben. Die Untersuchung wurde im Auftrag des Wissenschaftsministeriums in Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Sie erfaßt in zahlreichen Fallbeispielen alle wichtigen Aspekte des Umgangs mit Sterbenden: Dimensionen des Sterbens, Identitätsverluste, soziale Komponenten des Sterbens, Zusammenhänge mit der Alterslage, Einstellungen der Pflegekräfte, strukturelle Aspekte, Auswirkungen von Raum und Zeit, Sterbeprozeß, Hilfeprozeß, Persönlichkeit der Begleiter, Beziehungssystem. Die Untersuchung löste kontinuierliche Forschungen auf diesem Gebiet in der Bundesrepublik aus; die Pflegewissenschaft erhielt durch diese Untersuchung einen neuen Impuls.Google Scholar
  4. 4.
    Rest, Hans O. Franco: Praktische Orthothanasie (Sterbebeistand) im Arbeitsfeld sozialer Praxis. Teil 2. Dokumentation in- und ausländischer Literatur zur multidisziplinären Auseinandersetzung mit Tod und Sterben unter besonderer Berücksichtigung des Umgangs mit Sterbenden. Opladen 1978. Diese Bibliographie umfaßt 811 alphabetisch geordnete internationale Literaturangaben mit ausführlichen Kommentaren, sowohl Monographien als auch Zeitschriften. Eine Systematik ermöglicht den Zugriff aus dem Blickwinkel der verschiedenen Disziplinen der Thanatologie: anthropologisch, historisch, soziologisch, individual-personal, medizinisch, pflegerisch, kommunikativ, bezogen auf die einzelnen Lebensalterstufen ebenso wie auf die unterschiedlichen Gruppen der am Sterbeprozeß beteiligten Personen (Sterbender, Angehörige, Helfer). Die meisten Kommentare erfolgen aus dem Blickwinkel praktischer Sterbebegleitung und theoretischer Stützung des praktisch- pflegerischen Handelns. Die Untersuchung gilt als Grundlage aller folgenden Forschungsansätze auf dem Gebiet Sterben und Tod seit 1977/78.Google Scholar
  5. 5.
    Zentralstelle für Psychologische Information und Dokumentation, Universität Trier (Hg.): Suizid. Teil I: Risikogruppen, Ätiologie, Erklärungsansätze. Eine Spezialbibliographie deutschsprachiger psychologischer Literatur. Zsgest. von Udo Wolff. Trier: ZPID, Universität Trier, 1993. Beschreibt 476 Publikationen aus den Jahren 1977 bis 1992 in Kurzreferaten, gegliedert nach folgenden Inhaltsschwerpunkten: Generelle und einführende Darstellungen, Definitionen, Modelle und Theorien in der Suizidologie, Suizid bei bestimmten Altersgruppen, bei bestimmten sozialen Gruppen, bei bestimmten klinischen Gruppen, Persönlichkeit und soziales Umfeld, Einflüsse von Wetter und Jahreszeit, Ausführungsformen, Literatur und Massenmedien, Geographische Verteilung. — Autorenregister.Google Scholar
  6. 6.
    Zentralstelle für Psychologische Information und Dokumentation, Universität Trier (Hg.): Suizid. Teil II: Diagnostik, Prophylaxe, Therapie. Eine Spezialbibliographie deutschsprachiger psychologischer Literatur. Zsgest. von Udo Wolff. Trier: ZPID, Universität Trier, 1993. Beschreibt 373 Publikationen aus den Jahren 1977 bis 1992 in Kurzreferaten, sortiert nach folgenden inhaltlichen Schwerpunkten: Diagnose und Messung von Suizidrisiko und — persönlichkeit, Suizidprophylaxe, Krisenintervention, Behandlung im Krankenhaus, Psychotherapie, Nachsorge und Katamnese, Juristische und kriminologische Aspekte. — Autorenregister. 1. Lernen von Sterbe- und Todeskonzepten im Lebenslauf incl. Einstellungsfragen zu Sterben und Tod in den Altersstufen 1.1 Tod und LebenGoogle Scholar
  7. 7.
    Ebeling, Hans (Hg.): Der Tod in der Moderne. Königstein 1979. Die Zusammenstellung der überwiegend philosophischen Texte erfolgt unter dem Einfluß der Erkenntnis, daß der Tod nicht mehr als Problem der Unsterblichkeit der Seele angesehen wird, sondern unter dem Eindruck der möglichen Selbstvernichtung der Menschheit durch den Rüstungswettlauf abgehandelt wird. Die anhaltende Todesbedrohung schafft ein verändertes Verhältnis zu Leben und Sterben. Die Verfasser (Heidegger, Löwith, Jaspers, Sartre, Kolakowski, Bloch, Marcuse, Adorno, Fink, Fuchs, Apel u.a.) stellen einen Spiegel der geistigen Auseinandersetzung ihrer Zeit mit dem Problem des bedrohten Lebens und des gewaltsamen Todes dar.Google Scholar
  8. 8.
    Ebeling, Hans: Rüstung und Selbsterhaltung. Kriegsphilosophie. Paderborn 1980. Das Buch ist ein philosophischer Aufschrei gegen den Mißbrauch der Philosophie für eine Rüstungslehre. Das menschliche Bewußtsein wird angesichts der Anomalie des Todes umgeprägt. Gegen die Willkür des Todes begehrt das Bewußtsein auf und versucht, einen Widerstand der Vernunft zu initiieren. Denn Vernunfttätigkeit dient in allem dem Fortbestand der menschlichen Gattung, also dem Widerstand gegen den Tod, zumal wenn er, wie im “Grab Europa” , kollektiv droht.Google Scholar
  9. 9.
    Feifel, Hermann (Ed.): New Meanings of Death. New York 1977 (The Meaning of Death, New York/Toronto/London l1959). Die bekannte Aufsatzsammlung von Hermann Feifel beleuchtet den Tod aus verschiedenen Gesichtspunkten einschließlich Kunst, Musik, Literatur, Psychologie, Philosophie, Theologie und Medizin.Google Scholar
  10. 10.
    Howe, Jürgen/Ochsmann, Randolph (Hgg.): Tod — Sterben — Trauer. Bericht über die 1. Tagung zur Thanato-Psychologie vom 4.- 6.11.1982 in Vechta. Frankfurt/Main 1984. Mit dieser Veröffentlichung beginnt die Etablierung einer Thanatopsychologie in Deutschland, zumal durch den Überblicksbeitrag von Robert Kastenbaum über den Stand der Thanatopsychologie in den USA. Der Tagungsbericht erfaßt alle Beiträge aus dem Jahre 1982, die in neun Symposien gehalten wurden. Jeder Abschnitt beginnt mit einem Überblicksreferat über das jeweilige Gebiet: Thanatopsychologie (ethisch, theoretisch, methodisch), Sterbebeistand/Sterbebegleitung, Interaktion mit Sterbenden, ausgewählte Aspekte der Thanatopsychologie I/II, Suizid/Suizidprävention, Kognition über Tod und Sterben, Trauer und das sterbenskranke Kind — Angst vor Sterben und Tod. Vorgestellt werden Resultate laufender Forschungen.Google Scholar
  11. 11.
    Luyten, Norbert A. (Hg.): Tod — Ende oder Vollendung? Freiburg i.Br./München 1980. Dieser Sammelband behandelt die Deutung des Todes als Ende oder Vollendung überwiegend aus philosophisch-theologischer Sicht. Einleitend referiert Alfred Schieb über den Einfluß der Technik auf unsere Einstellung zu Leben und Tod.Google Scholar
  12. 12.
    Marx, Reiner/Stebner, Gerhard (Hgg.): Perspektiven des Todes. Interdisziplinäres Symposion I. Heidelberg 1990. Der Sammelband veröffentlicht die Beiträge des interdisziplinären Symposions “Perspektiven des Todes” vom 16.- 17. Februar 1989, das von der Philosophischen Fakultät der Universität des Saarlandes in Saarbrücken veranstaltet wurde. Er umfaßt 12 Beiträge aus den Bereichen Philosophie, Germanistik, Geschichte, Psychologie, Theologie und Medizin sowie die abschließende Podiumsdiskussion. Die für den Bereich der Erziehungswissenschaften relevanten Aufsätze sind einzeln aufgenommen.Google Scholar
  13. 13.
    Paus, Ansgar (Hg.): Grenzerfahrung Tod. Graz/Wien/Köln 1976. Dieser Band vereinigt wichtige Beiträge aus den Salzburger Hochschulwochen 1975, die in der Zeit vom 28. Juli bis 9. August unter dem Leitthema “Grenzerfahrung Tod” an der Universität Salzburg abgehalten wurden. Behandelt wird die theologische, philosophische, psychologische und marxistische Dimension des Todesproblems. Dargestellt wird die Todeserfahrung in der Antike, in der religiösen Vorstellungswelt der Zeiten und Kulturkreise und in der Dichtung des 20. Jahrhunderts.Google Scholar
  14. 14.
    Wagner, Harald (Hg.): Grenzen des Lebens. Wider die Verwilderung von Sterben, Tod und Trauer. Frankfurt/Main 1991. Der Umgang mit Sterben, Tod und Trauer erzeugt bei den meisten Menschen tiefe Rat- und Hilflosigkeit. In den Beiträgen dieses Buches, die einer Vorlesungsreihe der Philipps-Universität Marburg im Sommersemester 1990 zu den “Grenzen des Lebens” entstammen, werden historische, medizininsche, ethische, juristische und religiöse Aspekte der Probleme der Hilfe beim Sterben erörtert. Die für den Bereich der Erziehungswissenschaften relevanten Aufsätze sind einzeln aufgenommen.Google Scholar

1.1.1 Der Mensch im Angesicht des Todes

  1. 15.
    Aries, Philippe: Studien zur Geschichte des Todes im Abendland. dtv-Wissenschaft. München 21982. (Essai sur l’histoire de la mort en Occident du moyen-âge à nos jours. Éditions du Seuil. Paris 1975). Die Studien zur Geschichte des Todes im Abendland umfassen in einigen kürzeren Beiträgen wesentliche Grundgedanken der “Geschichte des Todes”, die drei Jahre später zusammenhängend erschienen ist. Dargestellt wird die Todeseinstellung der Menschen in Geschichte und Gegenwart sowie die Geschichte der Friedhöfe, Gräber, Testamente, Verbote und Vorschriften, die den abendländischen Umgang mit Sterben und Tod geprägt haben.Google Scholar
  2. 16.
    Bloching, Karl-Heinz: Tod. Mit einem Beitrag von Dr. Hans Müller-Fahlbusch. Mainz 1973. Ziel dieses Projektes zur theologischen Erwachsenenbildung ist es, das Phänomen des Todes in seiner ganzen Komplexität und Differenziertheit jenseits aller emotionalen und ideologischen Vorbehalte glaubwürdig zu erfassen und verständlich zu machen. Die Deutungsmuster der Medizin, Psychologie, Soziologie, Medienkritik, Literatur, Philosophie, Religion, Theologie und der Todeserfahrung des Menschen sollen den Teilnehmern der Erwachsenenbildung dazu verhelfen, zu einer eigenen, persönlich lebbaren Deutung des Todes zu finden. Im einzelnen werden die Bereiche Verhaltensweisen gegenüber dem Tod, Todesdarstellung und -deutungen (I.), Sterben und Tod aus ärztlicher Sicht (II .), philosophische Deutung des Todes (III.), Einstellungen zum Todeserlebnis und zum Sterben im Spiegel neuerer Literatur (IV.) und christliche Deutung des Todes (V.) thematisiert. Eine klare Strukturierung in Vorüberlegungen (didaktische Analyse, Ziele, methodische Hinweise), thematische Darstellung und Arbeitsmaterialien (Gesprächsanregungen, Medien, Literatur) lassen das Werkbuch von 1973 auch für eine heutige pädagogische Aufbereitung des Todes für die Erwachsenenbildung noch anregend erscheinen. In einem dritten Teil ist, nach den einzelnen Arbeitseinheiten geordnet, Material für die Hand der Teilnehmer zusammengestellt.Google Scholar
  3. 17.
    Condrau, Gion: Der Mensch und sein Tod. Certa moriendi condicio. 2., überarb. Aufl . , Zürich 1991 (1984). Certa moriendi condicio, das Los des Sterbens ist jedem Menschen gewiß, dennoch erfährt jeder Mensch die Tatsache seiner Endlichkeit auf seine ganz persönliche Art und Weise, die bestimmt wird durch seine individuelle Lebensgeschichte, durch Religion und Gesellschaft. Andererseits haben Todes- und Jenseitsvorstellungen seit jeher die kulturelle Entwicklung der Völker entscheidend mitbestimmt. Ziel dieses kenntnisreichen und reich bebilderten Buches ist es, diese beiden Aspekte der Frage nach dem Verhältnis des Menschen zu Sterben und Tod zu hinterfragen, um das “Sein zum Tode” bewußt gestalten zu können. Im einzelnen wird der Bogen vom naturwissenschaftlich geprägten Seinsverständnis unserer Zeit über die religiösen, philosophischen und psychologischen Aspekte des Todes und seine Darstellung in Literatur und Kunst bis hin zu den aktuellen Kontroversen um das “Recht auf den eigenen Tod” gespannt. Trotz der Fülle an Informationen und Anregungen zum weiteren Nachdenken bleibt die Frage nach dem Sterblichsein und dem Tod weiterhin offen. Doch ist dies nicht das Entscheidende: “Der Mensch besinnt sich auf seine ‘Endlichkeit’ , nicht um diese tatenlos und gleichgültig zu akzeptieren, sondern um aus solcher Erkenntnis Motivation für sein Leben zu schöpfen. Sich mit der Endlichkeit des Daseins auseinanderzusetzen bedeutet, das Leben zu bedenken. Ein Buch über den Tod ist ein Buch über das Leben.” (10)Google Scholar
  4. 18.
    Condrau, Gion: Todesfurcht und Todessehnsucht. In: Paus, Ansgar (Hg.): Grenzerfahrung Tod. Graz/Wien/Köln 1976, 201–240. Ausgehend von seinen Erfahrungen als Psychiater und Psychotherapeut sowie aufgrund seiner Auseinandersetzung mit dem Tod als menschlicher Grundbefindlichkeit unterscheidet Gion Condrau in diesem Artikel Todesangst und Todessehnsucht, wobei er auf die Unterscheidung zwischen Angst und Furcht, wie sie bei Freud, Kierkegaard und Heidegger vorgezeichnet ist, Bezug nimmt. Seiner Ansicht nach liegt die Todesangst in der Schuldangst und Entborgenheit des modernen Menschen begründet, und entstehe somit bei Menschen, die ihre Selbstverwirklichung entweder verfehlt oder noch nicht erreicht haben und bei Menschen, die in Ungeborgenheit und Lieblosigkeit leben. Im zweiten Teil seiner Überlegungen betrachtet er die Todessehnsucht als individuelles und kollektives Phänomen unserer, eventuell aber auch jeder Zeit. In den psychotischen Prozessen stellt sich ein Zusammenfallen von Todesangst und Todessehnsucht heraus, weil beide das “Verfallen” gemeinsam haben. Weil es sich bei beiden um Motive der Absage an das Leben handelt, stellen sie eine Herausforderung nicht nur an unsere Zeit allgemein, sondern besonders an die Helfer (Arzt, Psychotherapeut u.a.) dar.Google Scholar
  5. 19.
    Leuenberger, Robert: Der Tod. Schicksal und Aufgabe. Zürich 1971. Robert Leuenberger hat in diesem Werk eine intensive, theologisch fundierte Arbeit über die menschliche Seite des Todes und die Aspekte des Glaubens vorgelegt, die in Gedanken zum Beistandsverhalten münden. Dieser Beistand muß seiner Meinung nach vom Aspekt der Brüderlichkeit gekennzeichnet sein.Google Scholar
  6. 20.
    Levine, Stephen: Wer stirbt? Wege durch den Tod. Üerarb. Aufl., Bielefeld 21993 (l1991). Das Buch ist pädagogisch außerordentlich interessant, weil es von zahlreichen (belegten oder gut erfundenen) Beispielen ausgehend schildert, wie die Projektion eines sanften, schönen Sterbens, eines “Eingehens in den Ozean des Seins” , bei jenen Menschen herzustellen ist, die sich mit dem Sterben befassen. Nicht immer wird dabei die Instrumentalisierung des Sterbenden zur Erreichung von Erfahrungen, die der Begleiter mit ihm machen möchte, vermieden. Ebenso sind esoterische Anwandlungen außerordentlich beherrschend, womit der Sterbende als Individuum entmachtet, aber als Ausfluß von Energien aufrecht erhalten werden soll. Die Sprache ist dabei außerordentlich suggestiv, wodurch viele Menschen dann angeregt werden, wenn sie sich von den überlieferten Antworten nicht mehr angesprochen fühlen. Tod wird hier verbunden mit Expansion, Hinausfließen, Hineinschmelzen usw. Die Tragik des Todes wird so jedoch letztlich geleugnet, bzw. als etwas Ordinäres deklariert, das mit dem Schmelz pansophischer Einheit aufgelöst werden soll (und kann) . Insofern ist die hier vermittelte Pädagogik “gefährlich” , weil sie antirational und suggestiv arbeitet.Google Scholar
  7. 21.
    Lifton, Robert Jay: Der Verlust des Todes. Uber die Sterblichkeit des Menschen und die Fortdauer des Lebens. München/Wien 1986 (The Broken Connection. On Death and the Continuity of Life. New York: Simon and Schuster, 1979). Ziel dieses Buches ist es, den Ort des Todes in der menschlichen Vorstellungswelt zu erkunden und den Bezug zu unserem Empfinden von Endlichkeiten, Veränderungen und Anfängen zu erforschen. Nach Robert Jay Lifton ist die moderne Gedankenwelt von einem weitgehenden “Verlust des Todes” geprägt. In diesem Werk sucht er nach Grundsätzen, die generell mit den Vorstellungen und Bildern von Tod und dem Streben nach Fortdauer befaßt sind. Diese Grundsätze werden dann zur Erforschung des individuellen Lebenszyklus, der verschiedenen psychischen Störungen und auf Aspekte des historischen Prozesses angewandt. Danach beschreibt Lifton einige mögliche Konsequenzen unserer Bilder von Auslöschung oder dem, was er “nukleare Bilder” nennt. Inhaltlich gliedert sich sein Buch in drei Abschnitte. Im ersten Teil “Tod und Unsterblichkeit” diskutiert er das Wissen des Menschen um seine Sterblichkeit als seine Fähigkeit zur Symbolisierung und als sein Schaffen von Kultur. Der zweite Teil “Tod und Emotion — Grenzen der Psychiatrie” verwendet dieses offene System auf Konzepte fundamentaler Gefühle (wie Zuneigung und Liebe, Angst und Spannung, Bewußtsein und Schuld, Wut und Gewalttätigkeit) bis hin zu den klassischen Neurosen, der Schizophrenie und dem Phänomen des Selbstmords. Der dritte Teil “Tod und Geschichte — die nukleare Vorstellung” untersucht breitgefächerte historische Phänomene des Themas Tod und Lebensfortdauer wie den kollektiven “Verlust des Todes” und dem Verlust der Empfindung von Fortdauer bzw. Unsterblichkeit.Google Scholar
  8. 22.
    Winau, Rolf: Der eigene und der fremde Tod. Wandlungen der Einstellung zu Tod und Sterben in der europäischen Geschichte. In: Wagner, Harald (Hg.): Wider die Verwilderung von Sterben, Tod und Trauer. Frankfurt/Main 1991, 14–42. Rolf Winau erinnert in diesem Beitrag an den langsamen Wandel der Einstellung zu Sterben und Tod im Laufe der europäischen Geschichte, den er in groben Zügen nachzeichnet. War die Antike noch von einer strikten Trennung zwischen Lebenden und Toten gekennzeichnet, so war der Tod dem mittelalterlichen Menschen als natürlicher Teil des Daseins vertraut. An der Wende zur Neuzeit wurde aus einem kollektiven Verhalten der eigene Tod. Im Barock tritt hierzu die Verbindung von Eros und Thanatos, während in der Romantik in erster Linie der fremde Tod und das eigene Verlassenwerden betrauert wird. Doch vollzog sich die dramatischste Veränderung der Einstellung zu Tod und Sterben in seiner Tabuisierung in den letzten 40 Jahren. Mit dem Wandel der Einstellung zu Tod und Sterben änderte sich zugleich auch die Einstellung zur Verfügbarkeit des Todes. Doch erst am Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Verfügbarkeit des menschlichen Sterbens unter dem Einfluß darwinistischer Ideen in aller Offenheit diskutiert. Die weitere Entwicklung hat dabei gezeigt, daß die Freigabe der Tötung auf Verlangen durch den Kranken selbst schnell zur Entscheidung über den Wert anderen menschlichen Lebens führt, was im Dritten Reich zu einer grausamen Realität geworden ist. Für die derzeitige Diskussion um die Sterbehilfe bedeutet das, daß Entscheidungen hier nie normativ, sondern nur im Rahmen einer Verantwortungsethik von Arzt und Patient gemeinsam gefälltwerden können.Google Scholar

1.1.2 Psychologie des Todes

  1. 23.
    Kastenbaum, Robert/Aisenberg, Ruth: The Psychology of Death. New York 1972. Soweit dies übersehen werden kann, handelt es sich bei dieser Darstellung mit einem sozialwissenschaftlichen Standpunkt um das erste Buch zum Thema Psychologie des Todes, womit ein bedeutendes Defizit der damaligen Psychologie aufgearbeitet wurde. Im einzelnen werden Todeskonzepte und Verhaltensweisen einander gegenübergestellt und kulturelle, halbwissenschaftliche und wissenschaftliche Todesbilder aufgezeigt. Alle Kapitel sind so aufbereitet, daß ein verständlicher und gegliederter Überblick schnell möglich wird.Google Scholar
  2. 24.
    Meyer, Joachim Ernst: Tod und Neurose. Göttingen 1973. In diesem Buch untersucht Joachim Ernst Meyer das Verhältnis von Todesangst und der Entstehung von Neurosen, wobei ein Verursachungszusammenhang angenommen wird. Todeserfahrungen sind oft auslösend für Neurosen. Einzelne Neurosen zeigen zum Zeitpunkt ihrer Manifestation massive Todesangst. Der Schweregrand der Neurose beeinflußt auch die Verarbeitung der Sterblichkeit.Google Scholar
  3. 25.
    Wittkowski, Joachim: Psychologie des Todes. Darmstadt 1990. In den achtziger Jahren hat sich der Erkenntnisstand der Psychologie zum Erleben und Verhalten des Menschen gegenüber Sterben und Tod erheblich ausgeweitet und verbessert. Unter Berücksichtigung dieses Forschungsstandes führt Joachim Wittkowski in diesem Buch in allgemeinverständlicher Form in alle wichtigen Problemkreise der Psychologie des Todes ein, wobei er eine integrative Zusammenschau der inzwischen sehr verstreuten Einzelpublikationen zu dieser Thematik leistet. Im einzelnen behandelt er die inhaltlichen Schwerpunkte Theoriebildung sowie methodologische und ethische Fragen in der Thanatopsychologie, Entwicklung des Todeskonzeptes beim gesunden Kind, Angst vor Tod und Sterben, Abwehrstrategien bei der Begegnung mit oder dem Gedanken an Tod und Sterben, Akzeptieren von Tod und Sterben, psychische Verfassung unheilbar Kranker und Sterbender mit besonderer Berücksichtigung sterbenskranker Kinder, psychische Situation des Pflegepersonals bei der Betreuung Sterbender sowie Fragen der psycho-sozialen Betreuung unheilbar Kranker und Sterbender. Hier werden nach einer allgemeinen Kennzeichnung von psychologischer Sterbehilfe beispielhaft Inhalte von Unterrichtsveranstaltungen für den Umgang mit Sterbenden vorgestellt, und es wird die Effizienz derartiger Veranstaltungen untersucht. Interessant und hilfreich ist dieses Buch nicht nur für Psychologen, sondern für alle, die im medizinischen, pflegerischen, theologischen, therapeutischen und pädagogischen Bereich mit Sterben und Tod konfrontiert sind.Google Scholar
  4. 26.
    Wittkowski, Joachim: Tod und Sterben. Ergebnisse der Thanatopsychologie. Heidelberg 1978. In diesem Buch hat Joachim Wittkowski eine umfassende Darstellung der psychologischen Forschungsergebnisse zu Sterben und Tod vorgelegt, wobei er besonders die psychischen Veränderungen, die Dimensionen der Angst, die Mechanismen der Abwehr und des Akzeptierens näher ausführt. Der neueste Stand der Thanatopsychologie liegt in seiner “Psychologie des Todes” aus dem Jahre 1990 vor. (s.o.)Google Scholar

1.1.3 Todesbewußtsein und Todeswahrnehmung

  1. 27.
    Berndt-Jeschke, Michaela: Erfahrungen von Angehörigen im Umgang mit Sterbenden. Eine empirische Untersuchung. Diplomarbeit. Universität Hamburg, Fachbereich Psychologie, 1984; undGoogle Scholar
  2. 28.
    Rau, Angelika: Hilfreiches und belastendes Erleben beim Tod von Angehörigen. Eine empirische Untersuchung. Diplomarbeit. Universität Hamburg, Fachbereich Psychologie, 1984; undGoogle Scholar
  3. 29.
    Skibowski, Regina: Berufliche Helfer im Umgang mit sterbenden Patienten. Eine empirische Untersuchung. Diplomarbeit, Fachbereich Psychologie, 1984; undGoogle Scholar
  4. 30.
    Walther, Wendula: Erfahrungen medizinischer Helfer mit sterbenden Patienten. Eine empirische Untersuchung. Diplomarbeit. Universität Hamburg, Fachbereich Psychologie, 1984. Ausgangspunkt dieser vier psychologischen Diplomarbeiten ar jeweils die persönliche Betroffenheit durch den Tod von Angehörigen oder von Patienten bei einer früheren Arbeit im Krankenhaus. Ziel der Untersuchungen war die Frage, welche Erfahrungen Menschen bei der Begleitung Sterbender machten und welche Bedeutung diese Erfahrung für ihr Leben gehabt hatte. Befragt wurden fast 200 Angehörige und medizinische Helfer. 94 Personen im Alter von 17 bis 69 Jahren berichteten über den Tod eines Angehörigen, der wenige Wochen bis zweieinhalb Jahre zurücklag. Ferner teilten 83 medizinische Helfer im Alter von 18 bis 34 Jahren ihre Erfahrungen mit, davon waren 72 Prozent Krankenschwestern und Pfleger, 13 Prozent Ärzte und 15 Prozent Medizinstudenten. Angestrebt wurde dabei keine repräsentative Erhebung über das allgemeine Erleben von Sterben und Tod anderer bei Angehörigen und Helfern, sondern die Ermittlung dessen, was von Begleitenden und Sterbenden als besonders hilfreich bzw. besonders beeinträchtigend erlebt wurde. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind im zweiten Teil des Buches “Sanftes Sterben” (Anne-Marie und Reinhard Tausch: Sanftes Sterben. Was der Tod für das Leben bedeutet. Reinbek bei Hamburg 1985) veröffentlicht.Google Scholar
  5. 31.
    Landsberg, Paul Ludwig: Die Erfahrung des Todes. Frankfurt/M. in 1973 (Luzern 1937) . Im Mittelpunkt dieses Werkes stehen vier Annahmen: 1. Die Geschichte ist durch zunehmende Individualisierung der Menschen gekennzeichnet, die eine Zunahme der Rätselhaftigkeit des Todes bewirkt. 2. Die Angst vor dem Tod ist nicht gleichzeitig eine Angst vor dem Sterben, d.h. eine Angst vor den Schmerzen, sondern eine Angst vor dem “Sein zum Tode” . 3. Indem die auf Plato zurückgehende Philosophie “den körperlichen Tod tief unter sich, niedrig und ohnmächtig” sieht, indem sie den Unterschied zwischen Ich und Du aufhebt, erlangt der Philosoph “schon in diesem Leben beginnend geistige Unsterblichkeit” . 4. Der Tod ist nur schrecklich als Tod des Anderen, da hier Liebe zerstört wird. Die so von einem Nächsten Getrennten ertragen den Tod am leichtesten durch Mitleiden. So ist auch der Ausspruch eines Lazarettarztes, daß der Tod eine Erfindung der Zivilisation ist, verständlich.Google Scholar
  6. 32.
    Meyer, Joachim E.: Todesangst und Todesbewußtsein in der Gegenwart. Berlin/Heidelberg/New York 21982. Das medizinische Interesse hat sich zunehmend auf die psychosomatischen bzw. psychologischen Probleme bei unheilbarer Krankheit konzentriert. Zusätzlich hat sich die Frage nach der Wahrheit neu gestellt. Meyer konstatiert aber auch eine Fokussierung auf das Sterben und ein Aus-dem-Blick-Geraten des Todes bei den wissenschaftlichen Untersuchungen. Deshalb untersucht er vor allem die Zusammenhänge der thanatophoben Neurosen in kulturphilosophischen und anthropologischen Zusammenhängen, wobei ihm die Erfahrungen der AIDS-Erkrankung noch fehlen. Dabei stellt er fest, daß die Tatsache der Sterblichkeit als Kulturtatsache zu gelten hat, die heute anders gedeutet wird als früher: Tod als endgültiges Ende statt Sterben als schreckliche Durchgangsphase. Die Verbindung von Psychiatrie, Psychoanalyse, Philosophie und reflektierter ärztlicher Praxis machen das Buch zu einer Einführungsschrifthrungsschrift in die Psychodynamik von Sterben und Tod.Google Scholar
  7. 33.
    Schultze-Rhonhof, Friedrich-Carl/Sprinz, Reinhold (Hgg.): Der Tod in unserem täglichen Leben. Dokumententation der VHS Münster zur Seminarreihe “Tod und Sterben in unserem täglichen Leben” 1986–1989. Münster 1990. Diese Dokumentation umfaßt alle einführenden Beiträge zu den Gesprächen der Seminarreihe “Tod und Sterben in unserem täglichen Leben”, die die VHS Münster von 1986–1989 veranstaltet hat. Im einzelnen werden die Bereiche Sterbebegleitung (Einsamkeit des Sterbens (K.-D. Marxmeier), Gemeindeseelsorge angesichts des Todes (E. Spieker), Im Kindergarten über das Sterben und den Tod sprechen (R. Oestreich), Zur Begleitung sterbender Kinder und ihrer Eltern durch den Seelsorger (G. Faselt), Begleitung des Sterbenden am Krankenbett aus der Sicht der Krankenschwester (I. Sicking)); Deutungen des Todes in Philosophie und Theologie (Deutungen des Todes bei Epikur, Platon, Kant und Sartre (R. Sprinz), Alttestamentliche Auffassungen vom Tode (M. Plieth), Theologie des Todes (E. Alt), Jenseitsvorstellungen in der neueren Theologie (H. Vorgrimler)); Sterben und Tod in fremden Religionen und Kulturen (Islam (L. Hagemann), Buddhismus (E. Meier), Hinduismus (S. Kuthukallunkal) und afrikanische Kulturen (5. Steinbrich)) sowie Fragen medizinischer Ethik im Umgang mit Sterben und Tod (Ethische Konsequenzen der wissenschaftliche Erkenntnisse über den Beginn und das Ende des menschlichen Lebens (U. Wiesing), Verantwortung im Umgang mit den Grenzen des Lebens (W.H. Pleger)) thematisiert. Ziel dieser Dokumentation ist es, durch ihr vielseitiges Deutungsangebot zu einem neuen ganzheitlichen Verständnis von Leben und Tod beizutragen und die Bereitschaft zu einer neuen “Mitmenschlichkeit” zwischen Sterbenden und ihren Begleitern zu wecken.Google Scholar
  8. 34.
    Schuster, Eva (Hg.): Das Bild vom Tod. Graphiksammlung der HeinrichHeine-Universität Düsseldorf. Recklinghausen 1992. Unter dem Titel “Das Bild vom Tod” gewährt der Katalog zur Sonderausstellung der Graphiksammlung der Heinrich-Heine- Universität in Düsseldorf vom 22.9.1992 anhand einer Auswahl von 160, größtenteils schwarz-weißen Abbildungen einen faszinierenden Einblick in die abendländischen Todesvorstellungen von 1415 bis 1991. Die tiefgründige Symbolik der Todesdarstellungen wird erläutert durch Beiträge zum Tod als Thema der bildenden Kunst (Eva Schuster), zum tanzenden Tod (Gert Kaiser), zum Tod zur rechten Zeit (Arthur E. Imhof), zum Totentanz in der modernen Kunst (Hans Helmut Jansen und Rosemarie Jansen), zum Zusammenhang von Fortschritt und Tod (Johannes Weiß) sowie zwischen Totentanz und Heilberufen (Hans Schadewaldt). Aufgrund der guten Bildqualität der Abbildungen eignet sich der Katalog auch zur pädagogischen Aufbereitung der gewandelten Einstellungen zu Sterben und Tod im Laufe der Geschichte.Google Scholar
  9. 35.
    Wiesenhütter, Eckart: Blick nach drüben. Selbsterfahrung im Sterben. Hamburg 1974. Der Psychotherapeut Eckart Wiesenhütter berichtet über die Erlebnisse jener Menschen, die, aus tiefer Bewußtlosigkeit zurückgeholt, berichteten, der Tod habe bei großer Nähe zu ihm an Angst und Schrecken derart verloren, daß eine gewisse Sehnsucht nach der Schönheit dieses Augenblicks ihr ganzes künftige Leben begleitete. Der Umschlag des Erlebens von Schmerz und Angst zu Erlösung, Glückseligkeit und Friede erfolgte oftmals recht plötzlich. Das Zurückholen ins Leben wurde als schmerzlich und nur widerstrebend miterlebt. Der “Sog von Drüben” war dann ebenso stark wie der Drang, hier wegzukommen. Solche Erlebnisse scheinen nicht die Ausnahme, sondern typisch zu sein. Sehr behutsam verucht Eckart Wiesenhütter sodann, diese Beobachtungen zu deuten. Vorbereitung auf den Tod kann seiner Meinung nach nicht Konditionierungstraining in Sterbevorbereitung von Kindesbeinen an bedeuten, vielmehr sei das ganze Leben eine Vorbereitung auf den Tod, ohne hiermit den fundamentalen Unterschied zwischen dem lebenslangen Sterben einerseits und dem Augenblick des Todes andererseits verwischen zu wollen. Für ihn ist Hilfe für Sterbende weniger das, was ich ihm sage, als das, was ich dem Sterbenden bin: keine Leichenmiene und keine gespielte Heiterkeit.Google Scholar

1.2 Sterbe- und Todeskonzepte im Lebenslauf 1.2.1 Todesbilder und Todesvorstellungen

  1. 36.
    Fuchs, Werner: Todesbilder in der modernen Gesellschaft. Frankfurt/Main 21979 (1969). Werner Fuchs geht es in dieser soziologischen Studie um den Nachweis der Korrelation des Todesbewußtseins mit dem Todeskontakt. Je weiter der Mensch vom konkreten Erleben von Sterben und Tod entfernt sei, desto weniger setze er sich mit seinem eigenen Todesschicksal auseinander. Werner Fuchs erhebt seine Feststellungen aus den tradierten und heutigen Todesbildern (Anzeigen, Riten etc.). Sodann legt er den Herrschaftscharakter der These von der Todesfurcht offen. Seine Verdrängungsthese ist inhaltlich pauschal gehalten und von ideologischen Momenten durchsetzt.Google Scholar
  2. 37.
    Hampe, Johann Christoph: Sterben ist doch ganz anders. Erfahrungen mit dem eigenen Tod. Stuttgart/Berlin 1975. In diesem Buch werden reanimierte Patienten, die die moderne Medizin aus dem Koma zurückgeholt hat, zu ihren Todeserfahrungen befragt. Aufgrund ihrer Berichte entwickelt Johann Christoph Hampe die These, daß unsere bisherige Vorstellung vom Sterben zugunsten einer schöneren und klareren Vorstellung revidiert werden müsse. Zwar sterbe jeder Mensch seinen eigenen Tod, dennoch aber stimmten die Zeugnisse dieser Menschen, die er durch eigenes Erleben bestätigt, in erstaunlicher Weise darin überein, daß den Sterbenden nicht Enge und Angst, sondern Befreiung, Erfüllung und Individualität erwarte. Der Tod sei somit keine Trennung, sondern Wandlung und Befreiung zur eigenen Individualität, wovor man keine Angst mehr zu haben brauche. Diese gewandelte Vorstellung vom Sterben muß sich nach Hampe auch auf den Umgang mit Sterbenden auswirken.Google Scholar
  3. 38.
    Wiplinger, Fridolin: Der personal verstandene Tod. Todeserfahrung als Selbsterfahrung. Freiburg i.Br./München 1970. Fridolin Wiplinger geht in seinem Buch der Frage nach, wie der Mensch, da er doch lebt, den Tod selbst erfahren kann. Dieses kann seiner Meinung nach nur in der personalen Liebe, die nach Unbedingtheit und Endgültigkeit verlangt, geschehen. Todeserfahrung ist somit zugleich Selbsterfahrung; denn nur wer liebt, wird er selbst und nur wer liebt “erfährt” den Tod. Das ist der tiefere Grund, warum jedes außerpersonale, soziologische, psychologische Reden vom Tod leer bleiben muß. Aber Liebe fordert auch Einheit und Dauer. Sie widersetzt sich der Trennung vom Geliebten und somit ihrem eigenen Verlangen nach “Endgültigkeit” . Der Verfasser besteht auf der Leibhaftigkeit (nicht Leiblichkeit) des Menschseins, des personalen Miteinanderseins.Google Scholar

1.2.2 Kindes- und Jugendalter

  1. 39.
    Anthony, Sylvia: The Child’s Discovery of Death. London 1940.Sylvia Anthony untersucht in diesem Werk die Entwicklung des kindlichen Todesbewußtseins im bewußten Denken, in der Phantasie und in Ausdrucksformen, in denen bewußte und unbewußte Elemente verwoben sind. Dabei behandelt sie den Tod als eine isolierte äußere Wirklichkeit, deren Erkenntnis vom Kind wie ein intellektueller Fortschritt erworben werden muß . Todesbilder finden sich bereits recht früh in kindlichen Phantasievorstellungen. Im Verlauf seines Glaubens an magische Kräfte mag das Kind nicht länger an der Unabänderlichkeit des Todes festhalten und möchte folglich auch die Last der Verantwortung hinsichtlich des Todes eines anderen von sich weisen. Die Untersuchung erfaßt auch die bildhafte Sprache der Kinder vom Tod. Weiter stellt die Autorin fest, daß sich die Entdeckung des Todes zwischen dem Alter von 4 bis 8 Jahren mit unbewußten Ängsten und aggressiven Antrieben verbindet. Dem Trauma des Objektverlustes, welches erstmals in den frühen Monaten des Lebens erfahren wird und welches sich dann häufig wiederholt, mißt Sylvia Anthony jedoch vergleichsweise wenig Bedeutung zu; der Verlust einer geliebten Person durch Tod ist aber auch zumeist ein später anzusetzendes Beispiel.Google Scholar
  2. 40.
    Fischer, Erika: Todesvorstellungen von Jugendlichen: eine empirische Untersuchung zu kognitiven Todesvorstellungen und emotionalem Todeserleben jugendlicher Hauptschüler. Regensburg 21990. Mit ihrer psychologischen Untersuchung will Erika Fischer Kindern und Jugendlichen einen Zugang zum Themenbereich Sterben und Tod ermöglichen, damit sie den Tod als Teil des Lebens gedanklich und kommunikativ in ihr Leben einbeziehen können. Inhaltlich gliedert sich ihre Untersuchung in vier Abschnitte. Im ersten, historischen Teil werden die veränderten Einstellungen zum Tod im Laufe der Geschichte dargestellt, um heutige Sichtweisen und Vorstellungen verständlich zu machen. Der zweite Teil zu Tod und Sterben im Kindes- und Jugendalter und der dritte Teil zur Entwicklung des Todeskonzeptes bei Kindern und Jugendlichen legen die theoretischen Grundlagen zur empirischen Untersuchung im vierten Teil, der die Todesvorstellungen und das Todeserleben Jugendlicher zu erfassen sucht. Wichtigstes Resultat der empirischen Untersuchung ist der Nachweis der Komplexität und inhaltlichen Vielschichtigkeit der subjektiven Erscheinungsformen der Todesvorstellung Jugendlicher. Pädagogisch bedeutsam erscheint vor allem die Offenheit, mit der sich die Jugendlichen der Auseinandersetzung mit dieser Thematik stellen, so daß gerade im Jugendalter die Problematisierung von Tod und Sterben im Unterricht geeignet erscheint. Hierdurch sollen Jugendliche lernen, den Tod als Teil des Lebens zu verstehen, um ihre Lebenszeit bewußter zu gestalten, zugleich aber sollen sie hierdurch ein Bewußtsein dafürr entwikkeln, daß Sterbende bis zum Tod ein integraler Bestandteil der sozialen Gemeinschaft bleiben.Google Scholar

1.2.3 Leben nach dem Tod

  1. 41.
    Kübler-Ross, Elisabeth: Über den Tod und das Leben danach. Hrsg. und aus dem Engl. übers. von Tom Hockemeyer. Neuwied 81987. Dieses Buch umfaßt drei Vorträge der Schweizer Ärztin Elisabeth KüblerRoss zum Thema “Leben nach dem Tod” . Es handelt sich dabei um einen im Dezember 1982 in der Schweiz gehaltenen Vortrag mit dem Titel “Leben und Sterben”, der in Auszügen wiedergegeben wird sowie um den 1977 in San Diego/Kalifornien gehaltenen Vortrag “There is no death” (“Es gibt keinen Tod”) und die Übersetzung einer 1980 besprochenen Lehrkassette “Life, death and life after death” (“Leben, Tod und Leben nach dem Tod”) . Im Laufe ihrer Arbeit mit Sterbenden fiel Elisabeth Kübler-Ross eine erstaunliche Übereinstimmung im Erleben von Sterbenden und von wieder zurückgekehrten Klinisch-tot-Gewesenen auf. Übereinstimmend sprachen sie davon, Abgeschiedene zu sehen, welche schon darauf warteten, sie abzuholen. Auch blind Geborene berichteten von einem Zustand körperlicher Ganzheit und Unversehrtheit. Darüber hinaus bestätigten ihr persönliche Erlebnisse die Richtigkeit ihrer Forschungen, so daß sie von der wissenschaftlichen Bestätigung eines Lebens nach dem Tode überzeugt ist und leidenschaftlich die These vertritt, daß keiner mehr vor dem Tod Angst zu haben brauche. Allerdings erscheint es problematisch, auf der Grundlage dieser Untersuchungen ein Leben nach dem Tod zu postulieren, da Sterbende immer noch Lebende sind und auch bei klinisch Toten der endgültige Tod noch nicht eingetreten ist. Der wissenschaftliche Beweis eines Lebens nach dem Tode steht somit immer noch aus und bleibt weiter eine Sache des Glaubens.Google Scholar
  2. 42.
    Moody, Raymond A.: Das Licht von drüben. Neue Fragen und Antworten. Reinbek bei Hamburg 1989 (The Light Beyond. New York: Bantam, 1988) . Angeregt durch George Ritchies Erzählung von seiner Christus-Begegnung berichtete Raymond A. Moody in seinem Werk “Leben nach dem Tode” erstmals von Erfahrungen ehemals “klinisch Toter”, deren positiver Grundton zu einer grundlegenden Änderung der allgemeinen Auffassung von Leben, Sterben und Tod führen kann. Recht häufig gleichen sich die Erlebnisse (Gang durch tunnelähnliche Räume, Loslösung des Ich vom Leib, Licht-Umgebung), so daß er hierin einen empirischen Beweis für das Leben nach dem Tod vermutet. Allerdings erscheint es hier ebenso wie bei den Erfahrungen von Elisabeth Kübler-Ross problematisch, auf der Grundlage dieser Untersuchungen ein Leben nach dem Tod zu postulieren, da Sterbende immer noch Lebende sind und auch bei klinisch Toten der endgültige Tod noch nicht eingetreten ist. Der wissenschaftliche Beweis eines Lebens nach dem Tode steht somit immer noch aus und bleibt weiter eine Sache des Glaubens.Google Scholar
  3. 43.
    Rest, Franco: Damaskus oder der Versuch einer Annäherung an das Jenseits. In: Wege zum Menschen 6 (1989), 344–355. Dem Verfasser geht es um die Erfahrungen des Jenseits als eines Anders-Seins, das den einzelnen Menschen betrifft, zeitlich, räumlich, sozial. Das fremde, erlebte oder eigene Sterben gilt hier als ein möglicher Wendepunkt im Leben. Damit wird dem Tod ein Merkmal der Verwandlung zugesagt, der in literarischen Quellen und in Biographien nachgespürt wird. Der Ansatz ist religionspsychologisch und existenzphilosophisch, wobei die Deutungen einer praktischen Umsetzung in Erziehung und Seelsorge offen sind. Das Jenseits wird dabei nicht mystifiziert, sondern im Lebenskonzept verschiedener Menschen aufgefunden. Eine Hinwendung zum Jenseitigen im Sinne einer “Bekehrung” wird als möglich, aber unspektakulär bezeichnet. Die theologischen Belege dienen nur der Unterstreichung der psychologischen Tatsachen.Google Scholar
  4. 44.
    Roszell, Calvert: Erlebnisse an der Todesschwelle. Stuttgart 1991. (The Near-Death Experience of George G. Ritchie. Anthroposophic Press. Hudson/New York 1991.) 1965 berichtete George Ritchie Raymond Moody von seinen Erfahrungen während der neun Minuten seines klinischen Todes bis zu seiner Wiederbelebung und löste damit eine breite Welle der Beschäftigung mit den Erlebnissen vom Tode Zurückgekehrter aus. Namhafte Mediziner aus den USA und aus Kanada haben sich seitdem mit den sog. “Near-DeathExperiences” beschäftigt, wobei die ausgewerteten Erfahrungen in erstaunlicher Weise übereinstimmen. Calvert Roszell zeichnet den bisherigen Stand der medizinischen Forschung in diesem Bereich nach, geht aber in seinen Analysen noch darüber hinaus. Nicht alle Phänomene der Todeserfahrung lassen sich nämlich auf physiologische Ursachen zurückführen, so daß für Roszell die Vermutung naheliegt, es handle sich hierbei um geistige Erfahrungen in leibfreiem Zustand, wie sie auch von dem Grün der der Anthroposophie, Rudolf Steiner, beschrieben worden sind. In einem zweiten Teil analysiert Roszell die Schilderungen George Ritchies von seinem Erlebnis jenseits der Todesschwelle, wobei Ritchies Erfahrungen wiederum die Erkenntnisse Steiners zu bestätigen scheinen. So bezeugen beide die lebendige Gegenwart eines Lichtwesens, das sie als den Christus identifizieren, sowie die Existenz von geistigen Wesen und Tatsachen, die die natürliche Welt übersteigen. Kriterium jeder echten Todeserfahrung aber ist nach Roszell die bleibende Veränderung des Lebens, unter der Maßgabe einer unbedingten Liebe und Hingabe. Diese Veränderung scheint aber weder notwendig an die Anthroposophie Steiners noch an Todeserfahrungen gebunden zu sein.Google Scholar

1.3 Existentielle Dimensionen von Sterben und Tod 1.3.1 Angst und Bedrohung

  1. 45.
    Birkholz, Ulrich Paul Robert: Angst vor dem Tod in Abhängigkeit von religiösen Einstellungen und Fortlebenserwartungen. Eine psychologische Untersuchung. Köln 1992. Ausgangspunkt der Dissertation von Ulrich Paul Robert Birkholz ist die Frage, ob bzw. wie der christliche Glaube einen Einfluß auf die Angst vor dem eigenen Tod ausübt, was in der bisherigen empirischen Forschung zum Teil widersprüchlich beantwortet wurde. In einer Befragen von 40 Christen (20 Frauen und 20 Männer) mittels eines qualitativen, halbstandardisierten Interviews konnte mit Hilfe des Konzeptes “Echtheit” von Lersch sinnvoll zwischen einem “echten” (Nachfolge Christi) und einem “unechten” Glauben (Nachahmung Christi) unterschieden werden. Als Ergebnis dieser Unterscheidung zeigte es sich, daß Menschen mit einem “echten” Glauben zu einer geringeren Angst vor dem eigenen Tod tendieren. Darüber hinaus zeigte sich in einer qualitativen Untersuchung der individuellen Todesvorstellungen nach ihrer positiven bzw. negativen Tönung, daß eine positiv getönte Todesvorstellung, die eine Beziehung zur “Echtheit” des Glaubens aufweist, eine eher geringere Angst vor dem eigenen Tod erwarten läßt. Der Erwartung eines Jüngsten Gerichtes kam nicht grundsätzlich eine angstinduzierende Funktion zu, wohingegen der Frage der Rechtfertigung im Jüngsten Gericht keine differenzierende Bedeutung zukam, da hier fast durchgängig an die Werkgerechtigkeit geglaubt wurde. Als Ergebnis seiner Untersuchung zeigte es sich, daß bei einem “echten” Glauben, der mit einem endothym getragenen und umfassenden Gottvertrauen korreliert, die Grenze des Lebens offensichtlich von innen transzendiert wird.Google Scholar
  2. 46.
    Tausch, Anne-Marie: Gespräche gegen die Angst. Krankheit — ein Weg zum Leben. Reinbek bei Hamburg 1992. Die Erfahrungen schwer erkrankter Menschen und ihrer Helfer in Familie, Krankenhaus und Arztpraxis werden in Gesprächen aufgearbeitet und damit Wege zu einem angstfreien Umgang mit Krankheit und Tod aufgezeigt.Google Scholar

1.3.2 Trauer und Verlust

  1. 47.
    Bowlby, John: Pathological Mourning and Childhood Mourning. In: Journal of the American Psychoanalytic Association 11 (1963), 500–541. Bei diesem Aufsatz handelt es sich um den fünften Beitrag in einer Serie von theoretischen Forschungsberichten über das Verhalten kleiner Kinder, die von ihrer Mutterfigur getrennt wurden. Der Artikel verfolgt zwei Thesen: 1. Gram und Trauer sind als Ergebnisse der Trennungsangst zu betrachten; 2. Fortschreitende Trauer in frühen Jahren disponiert häufig für spätere psychiatrische Erkrankung.Google Scholar
  2. 48.
    Bowlby, John: Process of Mourning. In: International Journal of Psychoanalysis 42 (1961), 317–340. Als Grundlage für den psychologischen Prozeß der Trauer sind die drei Phasen des Dranges nach Wiedergewinnung des verlorenen Objektes, der Disorganisation und der Reorganisation zu betrachten. Gram und Trennungsangst sind eng miteinander verbunden. Ähnlichkeiten im Trauerverhalten bei Tieren lassen darauf schließen, daß primitive biologische Vorgänge auch im menschlichen Verhalten eine Rolle spielen. Andere Merkmale sind dagegen spezifisch menschlich. Pathologische Trauer trägt als Hauptmerkmal das persistente Streben nach Wiedervereinigung mit dem für immer verlorenen Objekt. Kinder, die ihre Mutter verloren haben, zeigen typische Symptome der pathologischen Trauer. Deshalb sind sie besonders geeignet, Persönlichkeitsstörungen zu entwickeln.Google Scholar
  3. 49.
    Brantschen, Johannes B./Schipperges, Heinrich/Ringel, Erwin/Zenger, Erich: Leiden. In: Christlicher Glaube in moderner Gesellschaft. Bd. 10. Freiburg i.Br. 1980, 5–50. Vor dem Hintergrund einer terminologischen Unterscheidung zwischen Leid und Bösem und geschichtlichen Perspektiven der Deutung menschlicher Leiderfahrung versuchen die Autoren dieses Beitrages, sich dem Phänomen des Leides auf psychoanalytischer, biblischer und theologischer Ebene zu nähern und mögliche Sinnbezüge aufzuzeigen, ohne darüber jedoch das Skandalon jedes Leidens zu verleugnen.Google Scholar
  4. 50.
    Deutsch, Helene: Absence of Grief. In: Psychoanalytic Quarterly 6 (1937), 12–22. Helene Deutsch trägt hier Beobachtungen aus Fällen vor, in denen die Reaktion auf den Verlust eines geliebten Menschen völlig frei von Trauermanifestationen war. Die Autorin geht davon aus, daß im Normalfall der Verlust einer geliebten Person den reaktiven Ausdruck von Gefühlen erzeugen müßte; bleibt eine derartige Reaktion aus, so müßte man bedenken, daß es sowohl viele Variationen vom Normalen, als auch einen Überschuß an Zeit und Intensität gibt, und daß sich der nicht manifest gewordene Kummer im Ganzen in sehr unterschiedlichen Formen Ausdruck verschaffen kann.Google Scholar
  5. 51.
    Gorer, Geoffrey: Death, Grief and Mourning. New York 1965. Sowohl die Unvermeidlichkeit des Todes als auch die dadurch hervorgerufenen Reaktionen — Kummer und Trauer — werden in diesem Buch der vollkommenen Unzulänglichkeit der verfügbaren Beratungsmöglichkeiten gegenübergestellt, die derartigen Krisen begegnen könnten.Google Scholar
  6. 52.
    Meerwein, Fritz/Leuenberger, Robert: Trauer und Trost. In: Christlicher Glaube in moderner Gesellschaft. Bd. 10. Freiburg i.Br. 1980, 117–139. Im ersten Teil dieses Beitrages erläutert Fritz Meerwein die Verwendung der Begriffe Trauer und Trost in der Psychoanalyse. Im einzelnen nimmt er dabei zur Dialektik von Trauer und Trost, zur Unterscheidung von Trauer und Depression und zur Vermittlung von Trauer und Trost in der Psychoanalyse Stellung. Im zweiten Teil erläutert Robert Leuenberger sodann das Trostverständnis des christlichen Glaubens, wobei er ausgehend von Überlegungen zum deutschen Sprachgebrauch des Begriffes “Trost” die Themen Trostverheißung der Bibel, prophetischer Trost als politische Predigt, Trost als Funktion der Gemeinde und Trost im Angesicht des Todes erörtert.Google Scholar
  7. 53.
    Parkes, Colin Murray: Vereinsamung. Die Lebenskrise bei Partnerverlust. Psychologisch-soziologische Untersuchung des Trauerverhaltens. Reinbek bei Hamburg 1974. Colin Murray Parkes beschreibt in diesem Werk den seelischen Streß, den ein Mensch durch den Verlust seines Lebenspartners oder eines Kindes, eines Körperteils durch Amputation oder durch den Verlust einer Wohnung erlebt, als bedeutende Gefahrenquelle für die seelische Gesundheit. Gram ist die Folge eines psychologischen Traumas, die Reaktion auf einen Verlust, der durch den Aufbau einer neuen Identität verarbeitet werden muß.Google Scholar

1.3.3 Krankheit und Schmerz

  1. 54.
    Fischer, Ellen: Warum ist das gerade mir passiert? Wie wir Krankheit deuten und bewältigen. Freiburg i.Br. 1993. Die hier gegebenen Beispiele aus der praktischen Erfahrung einer Ärztin wollen die Möglichkeit eines produktiven Umgangs mit Krankheit aufzeigen.Google Scholar
  2. 55.
    Freud, Sigmund: Trauer und Melancholie. In: Psychologie des Unbewußten. Studienausgabe Bd. III. Conditio Humana. Frankfurt/Main 1975. Nach Freud ist Trauer die Reaktion auf den Verlust einer geliebten Person oder einer Abstraktion, die den Platz einer derartigen Person eingenommen hatte. Als Auswirkung derselben Einflüsse könne sich Melancholie anstelle von Trauer entwickeln. Im Gegensatz zur Trauer wird Melancholie jedoch als pathologischer Zustand betrachtet, der durch extrem geminderte Selbsteinschätzung gekennzeichnet ist. Freud behauptet weiter, daß Selbstvorwürfe zugleich Vorwürfe gegen einen geliebten Menschen enthalten, der dem Ich des Patienten nicht mehr gefällt. Melancholie habe dagegen teilweise dieselben Kennzeichen wie die Trauer; andere Merkmale entstammten dem Prozeß der Regression von der narzißtischen ObjektWahl zum Narzißmus. Die analytische Auslegung der Melancholie erstreckt sich bei Freud ebenso auf manisches Verhalten.Google Scholar
  3. 56.
    Schipperges, Heinrich: Gesundheit — Krankheit — Heilung. In: Christlicher Glaube in moderner Gesellschaft. Bd. 10. Freiburg i.Br. 1980, 51–84. Anhand der drei zentralen Begriffe der klassischen Medizin, Physiologie, Pathologie und Therapeutik beschreibt Heinrich Schipperges in diesem Beitrag die Begriffe Gesundheit, Krankheit und Heilung in einer historischen, medizinischen und anthropologischen Sichtweise. Dabei gelangt er zu der Erkenntnis, daß diese Begriffe nur im solidarischen Umgang miteinander und mit der umgebenden Welt und Natur erfahren werden. Vor diesem Hintergrund erweist sich eine Ordnung der Lebensweise als Zustimmung zur Welt im Ganzen als eine wesentliche Voraussetzung menschlicher Gesundheit.Google Scholar

1.3.4 Suizid und Suizidversuch

  1. 57.
    Heilborn-Maurer, Ursula/Maurer, Georg: Nach einem Suizid. Gespräche mit Zurückbleibenden. Frankfurt/Main 1990. Die Autoren, Dozenten für Soziologie und Medizinsoziologie, befragen 7 Menschen über ihre Gedanken und Gefühle nach dem Freitod eines ihnen nahestehenden Menschen.Google Scholar
  2. 58.
    Löwith, Karl: Die Freiheit zum Tod, in: Was ist der Tod? Sendereihe des Süddeutschen Rundfunks. München 1969, 165–178. Nur der Mensch hat eine spezifische Möglichkeit, seinen Tod zu gestalten; dazu gehört auch der Selbstmord. Er ist eine unvermeidliche Notwendigkeit für jenen, der den Glauben an die Unsterblichkeit verloren hat. Karl Löwith sucht das Phänomen des Selbstmordes in diesem Beitrag durch eine Auseinandersetzung mit Heidegger und Hume philosophisch zu umreißen. Er stellt dem Selbstmord die freie und philosophische Gelassenheit zum Tode gegenüber.Google Scholar
  3. 59.
    Ringel, Erwin: Suizid und Euthanasie. In: Paus, Ansgar (Hg.): Grenzerfahrung Tod. Graz/Wien/Köln 1976, 241–282. Erwin Ringel entwickelt in diesem Aufsatz die These, daß man selbstmordgefährdeten Menschen bei aufmerksamer Beachtung diesbezüglicher Hinweise, die er ausführlich analysiert, immer helfen kann. In Bezug auf den Einfluß der Religion auf diese Hilfe hebt er zwar die Notwendigkeit eines Priesters im Behandlungsteam hervor, zugleich jedoch die Unbrauchbarkeit einer rein “religiösen Therapie” . Bezüglich der Euthanasie lehnt er jede ärztliche Aktivität, die in irgendeiner Form die Tötung des Patienten bedeutet, ab, fordert aber zugleich die sorgfältige Prüfung aller Möglichkeiten, das Sterben der Menschen zu erleichtern und einen eigenen Tod “in Würde” zu ermöglichen.Google Scholar
  4. 60.
    Roman, Jo: Freiwillig aus dem Leben. Ein Dokument. Aus dem Amerikan. von Ute Seesslen. München 1993 (1981) (Exit House. Choosing Suicide as an Alternative. New York 1980) . Jo Roman, die sich am 10. Juni 1979 selbst das Leben nahm, entwickelt in diesem Buch ein leidenschaftliches Plädoyer für einen “überlegten Freitod” (9), den sie von einem pathologischen Suizid deutlich unterschieden wissen will. Neben ihrem Abschiedsbrief umfaßt ihr Buch ihre ausführliche Lebensgeschichte sowie praktische Überlegungen und Tips zur technischen Durchführung eines geplanten Selbstmordes. Ihr Buch endet mit dem Entwurf eines zukünftigen, gesellschaftlich geförderten “Exit Houses”, in dem alle selbstmordwilligen Menschen unter speziell dafür ausgebildeter Begleitung den Zeitpunkt ihres Todes selbst bestimmen könnten. Hintergrund ihrer Überlegungen ist das absolut gesetzte Ideal eines selbstbestimmten Lebens, das der Horrorvision einer langsamen, qualvollen und fremdbestimmten Agonie in Heim, Krankenhaus oder auch zu Hause in sehr emotionaler, appellativ gehaltener Sprache gegenübergestellt wird. Allerdings bergen die Forderungen Jo Romans einige Gefahren. So kann die von ihr geforderte Möglichkeit zum Freitod leicht zum sozialen Zwang ausarten, um Angehörigen und der Gesellschaft nicht zur Last zu fallen. Die ethische Tragweite ihrer Forderungen verdeutlicht sie selbst, wenn sie behindertes Leben für lebensunwert, da nicht selbstbestimmt erklärt und für diese Menschen die Euthanasie fordert (vgl. 174) . Zudem hat die Erfahrung der Hospizarbeit gezeigt, daß der Selbstmordwunsch terminaler Patienten häufig auf die Angst vor unerträglichen Schmerzen zurückzuführen ist und durch eine angemessene Palliativtherapie behoben werden kann. Nicht “Hilfe zum Sterben” , sondern “Hilfe im und beim Sterben” ist somit gefordert.Google Scholar

1.4. Einstellung und Verhalten zu Sterben und Tod 1.4.1 Einstellung und Verhalten im Überblick

  1. 61.
    Hahn, Alois: Einstellungen zum Tod und ihre soziale Bedingtheit. Eine soziologische Untersuchung. Stuttgart 1968. Gegenstand der Untersuchung ist das Verhalten der Menschen zum Tod, das die These vom Instinktverhalten zum Tod widerlegen soll. Verhalten wird hier definiert als nicht nur empirisch feststellbar, sondern auch als analytisch verstehbar. Absicht der Untersuchung war es, die Wirkung kultureller Regelungen auf das individuelle Sterben zu analysieren. Die Hauptthese des Buches lautet: Je weiter der Mensch vom konkreten Erleben von Tod und Sterben entfernt ist, desto weniger setzt er sich mit seinem Todesschicksal auseinander.Google Scholar
  2. 62.
    Okoro, John: Über die Einstellung zum Tod. Bern/Frankfurt/Main/Las Vegas 1981. Ziel dieser Untersuchung ist es, die Einstellung zum Tod zwischen Erwachsenen (Eltern) und Jugendlichen (Studenten bzw. Kindern) zu erfassen und zu vergleichen. Zu diesem Zweck werden in einem ersten Schritt die Begriffe Einstellung und Persönlichkeitsstruktur bzw. einige der bedingenden Variablen bei der Einstellung zum Tod definiert. Mit Hilfe der postalischen Befragungsmethode wurden die Einstellung zum eigenen und zum fremden Tod sowie die Faktoren, die diese Einstellung zum Tod prägen können, untersucht. Bei allen feststellbaren Unterschieden zwischen der Einstellung zum Tod von Erwachsenen und Jugendlichen zeigte es sich dabei, daß der Tod das menschliche Dasein, ob bewußt oder unbewußt, eingestanden oder verdrängt, beherrscht. Zugleich erschien die Einstellung zum Tod abhängig von der Persönlichkeitsstruktur und der Lebensweise der jeweiligen Menschen. Haben Jugendliche Angst vor dem Tod, haben Erwachsene eher Angst vor dem Sterben. Da Erwachsene aufgrund ihres Lebensalters häufiger über eigene Todeserfahrung verfügen, war diesen der Tod vertrauter als den Jugendlichen, was auch in einer Tendenz zur größeren Annahme des Todes sichtbar wurde. Allerdings können die Ergebnisse dieser Studie aufgrund der gewählten Methodik der postalischen Befragung nicht als absolut bezeichnet werden, auch wenn die Stichprobe als repräsentativ gelten kann.Google Scholar
  3. 63.
    Witzel, Lothar: Das Verhalten Sterbender. In: Bitter, Wilhelm (Hg.): Alter und Tod — annehmen oder verdrängen? Stuttgart 1974, 81–96. Dieser Aufsatz ist eine Auseinandersetzung mit dem Problem der Euthanasie und der Sterbenshilfe, wobei die Bitte des Patienten um Euthanasie nach Meinung von Lothar Witzel als Appell an den Arzt zu verstehen ist, ob alles Nötige getan worden ist. Sterbenshilfe besteht nach Witzel im Gespräch mit dem Patienten über seine Krankheit und seine Gefühle, sowie in der Herstellung einer gesprächsbereiten Atmosphäre. In seinen Entscheidungen bezüglich spezialisierter Sterbenshelfer oder Sterbeklinik legt sich der Verfasser nicht fest, da er jede Alternative befürwortet und liefert insofern ein Beispiel für die tiefgreifende Diskussion um die Errichtung von Sterbekliniken in den 70er Jahren.Google Scholar

1.4.2 Kindes- und Jugendalter

  1. 64.
    Raimbault, Ginette: Kinder sprechen vom Tod. Klinische Probleme er Trauer (L’enfant et la mort. Des enfants malades parlent de la mort: Problèmes de la clinique du deuil). Frankfurt/Main 1980. Das Buch enthält die Aufzeichnungen einer Psychoanalytikerin über Gespräche und Darstellung der Todeserfahrung in einer Pariser Kinderklinik.Google Scholar

1.4.3 Erwachsenenalter und fortgeschrittenes Alter

  1. 65.
    Lehr, Ursula: Psychologie des Alterns. Heidelberg 1972. In diesem Standardwerk zur Psychologie des Alterns geht Ursula Lehr an verschiedenen Stellen auch dem Problem der Auseinandersetzung mit der Endlichkeit nach. Unter Heranziehung verschiedener Arbeiten über Einstellungen zum Tod betont sie die biographischen Hintergründe dieser Einstellungen. Sie vertritt jedoch die Auffassung, “methodisch abgesicherte Untersuchungen von Menschen in ihrer allerletzten Phase” seien mit verantwortungsbewußtem Forschen unvereinbar.Google Scholar
  2. 66.
    Kastenbaum, Robert: On the Meaning of Time in Later Life. In: Journal of Genetic Psychology 109 (1966), 9–25. Robert Kastenbaum stellt in diesem Beitrag die amerikanische Forschungsliteratur über die Zeitperspektive im Überblick dar, daran anschließend geht er u.a. besonders auf die Bedeutungen des Zukünftigen, des Lebens in der Vergangenheit und der Bedeutung von Zeit und Tod im späteren Leben ein.Google Scholar

1.4.4 helfende Professionen

  1. 67.
    Fulton, R.L.: The Clergyman and the Funeral Director: An Study in Role Conflict. In: Social Focus 39 (1961), Nr. 4, 317–323. Dieser Bericht über eine Umfrage unter Geistlichen über ihre Einstellungen zur Beerdigung stellt bei protestantischen Geistlichen in den USA eine kritischere Einstellung zur Beerdigung und zur Rolle des Leichenbestatters als bei katholischen Geistlichen fest.Google Scholar
  2. 68.
    Schmidbauer, Wolfgang: Hilflose Helfer. Über die seelische Problematik der helfenden Berufe. Überarb. und erw. Neuausg. Reinbek bei Hamburg 1992 (11977) . Altruistisches Verhalten kann schon im privaten Bereich zu exzessiven Ausprägungen führen. Im Bereich der helfenden Berufe (Arzt, Krankenschwester, Sozialarbeiter u.a.) ist die seelische Gesundheit besonders beim prestigeträchtigen Arztberuf gefährdet, dem die anderen Berufe nachstreben. Psychische Störungen werden aber gerade bei diesen Berufen verharmlost und verdrängt. Das “Helfer-Syndrom” drückt sich besonders darin aus, daß Schwäche und Hilflosigkeit bei anderen akzeptiert und als behandlungswürdig erkannt werden, während das eigene berufliche Selbstbild von derartigen “Flecken” freigehalten werden muß .Wolfgang Schmidbauer geht es in seinem Buch darum, diese Erfahrung in der Aus-, Fort- und Weiterbildung der helfenden Berufe zu verankern.Google Scholar

1.5 Die Lebensalter und der Tod 1.5.1 Kindes- und Jugendalter

  1. 69.
    Weber-Kellermann, Ingeborg: Die helle und die dunkle Schwelle. Wie Kinder Geburt und Tod erleben. München 1994. Anhand eines reichen Quellenmaterials aus Briefen und Tagebüchern, autobiographischen Aufzeichnungen und literarischen Texten stellt Ingeborg Weber-Kellermann in diesem Buch dar, wie Kinder Geburt und Tod in ihrer nächsten Umgebung erleben und bewältigen, wobei ein besond rpunkt auf der Kindheit im 20. Jahrhundert liegt.Google Scholar

1.5.2 Erwachsenenalter und fortgeschrittenes Alter

  1. 70.
    Munnichs, J.M.A. : Old Age and Finitude . A Contribution to Psychogerontology. Basel/New York 1966. Die hier veröffentlichten Untersuchungen zur Einstellung gegenüber der Endgültigkeit des eigenen Geschicks und der Endlichkeit des Daseins bei älteren Personen, die bis heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren haben, zeigen, daß diese Thematik häufig verdrängt und durch eine Realitätsflucht ersetzt wird.Google Scholar
  2. 71.
    Nies, Henk/Munnichs, Joep (unter Mitarbeit von Nan Stevens und Huub Buijssen): Sinngebung und Altern. Berlin 1986. In der Gerontologie und praktischen Altenarbeit wirft die Sinngebung angesichts veränderter Lebenssituationen wie Ruhestand, Partnerverlust, Umzug in ein Heim, lebensbedrohlicher Erkrankung und bevorstehendem Tod oft massive Probleme auf. Sinngebung, in der der einzelne seinem Leben Wert und Bedeutung zuerkennt, muß dabei immer wieder neu definiert werden und ist stets auf Zukunft ausgerichtet, wodurch dieser Bereich im höheren Lebensalter eine besondere Zuspitzung erfährt. Die Studie von Henk Nies und Joep Munnichs zum Zusammenhang von Sinngebung und Altern ist psychologisch und soziologisch orientiert. Ein besonderer Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf dem Beitrag der kognitiven psychologischen Theorien und des symbolischen Interaktionismus für die Sinngebungsforschung. Die Aufarbeitung der Literatur und erklärender Theorien dient der Entwicklung weiterführender Forschungsansätze, um möglichst schnell eine gezieltere und bessere Hilfeleistung für ältere Menschen zu ermöglichen. Darüber hinaus will sie Betreuer und Helfer zu einer veränderten Bewertung von Sinngebungskrisen führen, damit die positiven Chancen, die durch die Verarbeitung von Sinngebungskrisen entstehen, besser genutzt werden können.Google Scholar

2. Death Education -Lernen der Sterblichkeit Entwürfe zum außer-/schulischen Lernen der Sterblichkeit 2.1 Pädagogik des Todes — Hilfe zum Leben 2.1.1 Geschichtlicher Überblick

  1. 72.
    Rest, Franco: Erziehung in der Sterblichkeit. Einige Gedanken im Anschluß an Janusz Korczak. In: Straek, B. (Hg.): Gib uns Augen, daß wir staunend seh’ n. Hannover/Rissen 1992, 242–259. Janusz Korczak, Kinderarzt, Pädagoge, Leiter des jüdischen Waisenhauses in Warschau, 1942 mit den Kindern in Treblinka ermordet, verfaßte 1918 sein Hauptwerk “Wie man ein Kind lieben soll” . Darin benannte er die drei Grundrechte des Kindes: Recht auf Tod, Recht auf den heutigen Tag und Recht auf Achtung der unverwechselbaren Person. Die Auseinandersetzung um das Todesrecht einschließlich der Geschichten für Kinder um “König Hänschen” zieht sich durch seine ganzen Schriften und durch die pädagogische Reflexion seit Beginn der Hospizbewegung. Korczak beschäftigte sich auch mit Fragen der Euthanasie und der Selbsttötung.Google Scholar
  2. 73.
    Rest, Franco: Pädagogik des Todes — Hilfe zum Sterben. Ein Versuch über Orthothanasie im Arbeitsfeld der sozialen und pflegerischen Praxis. In: Theorie und Praxis der sozialen Arbeit 25 (1974), Heft 11, 422–432. Die Geschichte der Pädagogik weist einige interessante Ansätze zur Reflexion über eine Sterbeerziehung auf: Lucius Seneca, J.A. Comenius, von Schwarzenberg u. a. Pädagogik betrifft in diesem Zusammenhang nicht nur das Sterben von Kindern oder deren Auseinandersetzung mit fremdem Tod und mit Trauer, sondern ist eingebettet in ein “lebenslanges Lernen” bis hin zu einer Thanatagogik der helfenden Berufe.Google Scholar

2.1.2 Todeserziehung in der Familie

  1. 74.
    Brocher, Tobias: Wenn Kinder trauern. Wie Eltern helfen können. Reinbek bei Hamburg 1993 (Zürich 71980). Im Alter von etwa sechs Jahren beginnen Kinder, sich mit dem Tod zu beschäftigen. Spätestens der Tod eines Familienmitgliedes, eines Freundes oder eines Haustieres aber konfrontiert die Kinder mit einer endgültigen Tatsache, die sich nur schwer begreifen läßt. In dieser Situation fühlen sich viele Eltern überfordert. Mit diesem Buch will Tobias Brocher Verständnis für die besondere Problematik betroffener Kinder und Jugendlicher wecken und Eltern konkrete Hilfen für das notwendige Gespräch bieten. Ausgehend von Kinderbildern und Aufsätzen von Jugendlichen, die Christine Schwickardi im Religionsunterricht gesammelt hat, analysiert Brocher dabei zunächst die Entstehung von Todeskonzepten und Todesvorstellungen im Kindes- und Jugendalter. Vor dem Hintergrund dieser Darstellung erörtert Brocher sodann wesentliche Grundfragen eines Gespräches über Sterben und Tod sowie besondere Probleme, vor die der Tod Kinder und Jugendliche stellen kann (u. a. Tod der Eltern, Tod der Mutter/des Vaters, Tod eines Geschwisters, Todkrankes Kind, Unfall und Selbstmord) . Trotz der Kürze ist den Autoren eine differenzierte und anschauliche Darstellung des kindlichen Erlebens von Sterben und Tod gelungen. Deutlich wird auch die Notwendigkeit, die Trauer ganz zu durchleben, um zu einem gereifteren Verständnis des Lebens kommen zu können, das den Tod als zum Leben gehörig begreift. Die Frage nach dem Tod erweist sich so letztlich als die Frage nach dem Sinn des Lebens.Google Scholar
  2. 75.
    Grollmann, Earl. A.: Mit Kindern über den Tod sprechen. Ein Ratgeber für Eltern. Konstanzer TB 107. (Talking About Death. A Dialogue Between Parent and Child. Boston 1970). Diese Handreichung für das Gespräch zwischen Eltern und Kindern über den Tod gibt keine Patentantworten auf die drängenden Fragen, sondern möchte das Gespräch in Gang bringen. Dabei wird zunächst das Sprechen selbst eingeübt, dann anerlebte Tode (Großvater) angeschlossen. Jede Gesprächseinheit ist mit didaktischen Anregungen für die Eltern versehen.Google Scholar
  3. 76.
    Pincus, Lily: Death and the Family. The Importance of Mourning. New York 1974. (auch übers.) Als Therapeutin wendet sich die Verfasserin den Erfahrungen bei der Bewältigung des Lebens nach dem Tod einer geliebten Person zu. Sie arbeitet mit ausführlichen Fallberichten ihrer Patienten, Freunde und aus ihrem eigenem Leben. Die Wege des Grams müssen in Wege der Liebe gewandelt werden.Google Scholar

2.1.3 Todeserziehung in der Schule

  1. 77.
    Daum, Egbert/Johannsen, Friedrich: Leben — Sterben — Tod. Göttingen 1993 (=Werte und Normen. Ethik/Religion. Entwürfe, Konzepte, Modelle für den Unterricht in der Sekundarstufe I und II, Bd. 6). Abschied, Trauer und Tod sind nicht das Ende, sondern Teil des ganzen Lebens und somit ein wichtiges Feld lebenslangen Lernens. Anhand von sechs häufig diskutierten Themenschwerpunkten sind in diesem Buch Materialien zur schulischen Auseinandersetzung mit der Begrenztheit und Vergänglichkeit allen Lebens zusammengestellt. Alle Themenschwerpunkte sind dabei in gleicher Weise strukturiert. Nach einer Einführung in die Problematik werden Hilfen zur Orientierung und Anstöße zur weiteren Auseinandersetzung mit der Thematik gegeben. Im einzelnen werden die Themenkomplexe Trennung und Trauer, Tod und Beerdigung, Selbsttötung, Humanes Sterben — ethische Probleme, Altern und sozialer Tod sowie Deutungen von Leben und Tod behandelt. Auch wenn nicht alle Fragen im Zusammenhang mit Sterben und Tod behandelt werden (so wurde z.B. der Bereich der Sterbebegleitung vollkommen ausgeklammert), bieten die zusammengestellten Texte und Bilder dennoch einen facettenreichen Einblick in die jeweiligen Gebiete und regen zu weiterem Nachdenken an. Aufgrund der inhaltlichen Auswahl und der Kürze der einzelnen Beiträge eignet sich diese Materialsammlung sowohl für die schulische, als auch für die außerschulische padägogische Aufbereitung der je individuell zu leistenden Bewältigung von Sterben und Tod.Google Scholar
  2. 78.
    Dorn, Klaus/Wagner, Harald: Eschatologie, Tod, Gericht, Vollendung. Handreichung für Erwachsenenbildung, Religionsunterricht und Seelsorge. Paderborn 1992. Die Darlegung besteht aus drei Teilen: biblische Grundlagen der alt- und neutestamentlichen Eschatologie (Klaus Dorn), theologische Grundlagen (Harald Wagner) und Anregungen zur religionspädagogischen Praxis. Die Erwägungen zur Theologie des Todes münden ein in eine “ars moriendi” und Sterbebegleitung. Bei den Erwägungen für den Religionsunterricht wird zwischen Sek. I und Sek. II unterschieden. Für die Sek. II wird ein Unterrichtsprojekt vorgestellt, das die Sterbebegleitung einbezieht. Die Darlegungen sind von der katholischen Theologie und von einem Wissensansatz her geprägt, so daß praktische Bezüge zur Sterbebegleitung und alltäglichen Sterbekultur weitgehend fehlen.Google Scholar
  3. 79.
    Kunz, Christoph: Fertig ausgearbeitete Unterrichtsbausteine für das Fach Ethik/Werte und Normen. Eine Ideenbörse für alle Pflicht- und Wahlthemen in der Schule. — Loseblatt-Sammlung — Bd. 2, Kap. 6/7.1–7.14: Alter-Sterben-Tod Das Unterrichtswerk als Loseblattsammlung ist gedacht für den EthikUnterricht der gehobenen Klassen. Innerhalb des Bausteins “Das Ich und seine Erfahrungen” werden folgende Themen didaktisch aufbereitet und mit Unterrichtsmaterial versehen: Der Krieg der Generationen, Einführung in die utilitaristische Utopie, Auseinandersetzung mit einigen Thesen Peter Singers und der Bioethik, Begegnungen mit der Todes-Frage, Bildmeditationen mit Käthe Kollwitz u.a., Literaturanregungen mit didaktischer Aufbereitung, weitere Medien, “Was ist nach dem Tod”, Auseinandersetzungen mit Alter und Tod anhand von ausgewählten Texten. Es fehlt das medizinische Grundwissen, damit medizinethische Fragen angesprochen werden könnten. Die Unterrichtsentwürfe beziehen keine Position.Google Scholar
  4. 80.
    Neulinger, Klaus-Ulrich: Schweigt die Schule den Tod tot? Untersuchungen — Fragestellungen — Analysen. München 1975. In den siebziger Jahren legte Klaus-Ulrich Neulinger mitdiesem Buch erstmalig eine Untersuchung über die Behandlung bzw. Nichtbehandlung des Phänomens des Todes an den Grundschulen vor. Befragt wurden 370 Grundschulklassen in Nord- und Südwürttemberg im Zeitraum von Mai bis Juli 1973. Als analytisches Hintergrundmaterial werden dabei in einem ersten Teil Einstellungen zum Tode, entwicklungspsychologische Voraussetzungen des Todesbewußtseins und der Todesangst und die Behandlung des Todes in der Kinder- und Vorleseliteratur sowie in Elternratgebern ermittelt. Aufgrund fehlender oder einseitiger Bearbeitung stellt Neulinger hier einen erheblichen Nachholbedarf fest. Ein zweiter Teil stellt die Ergebnisse seiner Umfrage dar. Auch wenn bei den Grundschullehrern keine einheitliche Ablehnung der Behandlung des Todes im Unterricht festgestellt werden konnte, so ergab sich doch eine gewisse Unsicherheit im Umgang mit dieser Thematik. Zudem konnte eine Diskrepanz zwischen Einsicht und Handlungsweise der Lehrpersonen festgestellt werden, so daß der Tod an der Grundschule zwar nicht tabuisiert wurde, jedoch auch nicht zum festen Bestandteil des pädagogischen Programms gehörte. Der Vergleich von Kinderbildern von Grundschülern der 4. Klasse mit denen etwa gleichaltriger lernbehinderter Sonderschüler ergab keine wesentlichen Unterschiede in bezug auf die kindlichen Vorstellungen des Todes. Ebensowenig ergaben sich Unterschiede je nach vorheriger Behandlung des Todes im Unterricht. Der dritte Teil des Buches veröffentlicht exemplarische Kinderbilder des Todes, die einen, wenn auch einseitigen und ausschnitthaften Einblick in die kindliche Vorstellungswelt vermitteln. Entstanden ist mit diesem Buch eine repräsentative Darstellung der Todesvorstellungen von Grundschulkindern der siebziger Jahre.Google Scholar

2.1.4 Todeserziehung in den Glaubensgemeinschaften

  1. 81.
    Hennecke, Elisabeth: Ein Kind lernt mit dem Tod zu leben. Religionspädagogische Überlegungen zum Elternverlust. Essen 1987. Der Tod von Vater oder Mutter während der Grundschulzeit stürzt das betroffene Kind in eine tiefe Verlassenheit und Verzweiflung. In ihrer religionspädagogischen Untersuchung versucht Elisabeth Hennecke die Grenzen und Möglichkeiten der Bewältigung dieser massiven Verlusterfahrung im schulischen Religionsunterricht aufzuzeigen. Inhaltlich ist ihre Arbeit in drei Teile gegliedert. In einem ersten Schritt wird zunächst die psychologische Situation des verwaisten Kindes im Grundschulalter dargelegt, wobei der Schwerpunkt auf der Situation des Kindes nach dem Tod, also auf seiner Todesbewältigung und Trauerverarbeitung liegt. Sodann wird dieser anthropologischen Situation eine Theologie des Todes, in ihrer Bedeutung innerhalb des Lebens, im Tod selber und für die Vorstellung eines Lebens über den Tod hinaus gegenübergestellt. In einem dritten Teil schließlich werden die theologischen Aussagen auf die konkrete Situation des Kindes übertragen und religionspädagogische Möglichkeiten und Grenzen der Bearbeitung der Verwaisung im Religionsunterricht aufgezeigt. Wenn auch für die konkrete Situation in der Grundschule erarbeitet, so lassen sich die hier erreichten Ergebnisse dennoch auf andere Altersstufen und Felder der Trauerverarbeitung übertragen. Im Anhang werden benutzte Materialien zur Bearbeitung dieser Thematik im Religionsunterricht auszugsweise veröffentlicht.Google Scholar
  2. 82.
    Mullin, Glenn H.: Die Schwelle zum Tod. Sterben, Tod und Leben nach tibetischem Glauben. Geleitwort von Elisabeth Kübler-Ross. Köln 1987. Entsprechend einem großen Trend der fremdreligiösen und esoterischen Literatur werden Sterben und Tod hier als Möglichkeiten der Selbstvervollkommnung dargestellt, ohne dabei Anleihen bei christlichem, jüdischem oder säkularwissenschaftlichem Material machen zu müssen. Das Buch von Mullin setzt die Lektüre des tibetischen Totenbuches voraus. Es macht teilweise erstmalig ergänzende tibetisch-lamaistische Texte zugänglich. Die Spannbreite behandelter Themen reicht dabei von Meditationsübungen, Berichten vom Tod großer Meister, über okkulte Erfahrungen zum Erkennen des vorzeitigen Todes bis hin zu Yoga-Techniken zur Abwendung des verfrühten Todes und rituellen Führungen Verstorbener. Die Texte werden jeweils eingeführt, oftmals mit missionarischem Pathos. Ferner werden die Zusammenhänge zwischen Karma, Bardo und Reinkarnation angesprochen und einer Selbsterlösungslehre zugeführt.Google Scholar
  3. 83.
    Zulehner, Paul M. : Pastoraltheologie. Bd. 3. Übergänge: Pastoral zu den Lebenswenden. Unter Mitarb. von Andreas Heller. Düsseldorf 1990. Auch dieser dritte Band seiner vierbändigen Pastoraltheologie ist den Lebensübergängen gewidmet, um die herum eine verantwortliche Kirchenpraxis skizziert wird. Im Vergleich zu seinem Buch “Heirat-Geburt-Tod” kommt die abschiedliche Dimension menschlichen Daseins in diesem Buch jedoch weitaus mehr in den Blick. So sind neben dem Auf- und Abbau Meiner Lebenswelten und der Geburt Sterben und Tod, Kranksein, Altwerden und der Lebensmitte jeweils größere Abschnitte gewidmet. Darüber hinaus werden auch die Anregungen aus der Hospizbewegung aufgegriffen und Möglichkeiten der Sterbebegleitung diskutiert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Wandel und der heutigen Gestaltung der Krankenseelsorge. Auch die mögliche Unterstützung der von jedem Menschen im Laufe seines Lebens mühsam zu leistenden Bewältigung seiner Endlichkeit, ebenso wie die krisenhaften Lebensveränderungen in der Lebensmitte und durch den Prozeß des Alterns werden ausführlich erörtert.Google Scholar

2.2 Trauer und Verlust. 2.2.1 Konzepte der Trauerarbeit

  1. 84.
    Canacakis, Jorgos: Ich sehe deine Tränen. Trauern, klagen, leben können. Mit einem Vorw. von Kristine Schneider. Stuttgart 31992 (11987). In diesem Buch stellt Jorgos Canacakis den in unserer Kultur üblichen Verdrängungsmechanismen der Trauer die heilende Wirkung antiker, in einigen ländlichen Gegenden Griechenlands noch heute praktizierter Totenklage gegenüber.Google Scholar
  2. 85.
    Jerneizig, Ralf/Schubert, Ulrich: Der letzte Abschied. Ratgeber für Trauernde. Essen 1991. Der Trauerratgeber ist in zwei Teilen verfaßt: für Trauernde und für die Umgebung. Anlaß ist ein bereits eingetretener Verlust (also nicht die vorauseilende oder begleitende Trauer). Die “Normalität” des Trauerns steht im Mittelpunkt, wobei keine billige Phasenlehre verfolgt wird. Fallbeispiele erörtern den konkreten Verlauf. Für die Umgebung des Trauernden stehen die Risiken im Mittelpunkt, denen vorgebeugt werden soll.Google Scholar
  3. 86.
    Pincus, Lily: Bis daß der Tod euch scheidet. Zur Psychologie des Trauerns (Death in the family). Stuttgart 1977. Lily Pincus stellt in diesem Buch Trauerreaktionen aus der Sicht der Sozialarbeit und Psychotherapie dar, wobei ihre Darstellung vor allem von persönlichen Erfahrungen, weniger von eigener Forschungsarbeit geleitet ist.Google Scholar
  4. 87.
    Pisarski, Waldemar: Anders trauern — anders leben. Gütersloh 21993 (11982). Der evangelische Pfarrer Waldemar Pisarski schildert den Prozeß des Trauerns, seine Etappen, Stationen und Umwege sowie Hilfen zu seiner Bewältigung.Google Scholar
  5. 88.
    Quinett, Paul G.: Warum mit dem Leben Schluß machen? Rat und Hilfe für Gefährdete und für die, die sie verstehen und lieben. Nachwort von Michael Heinrich. Freiburg i.Br. 1990. Das Buch wendet sich behutsam unmittelbar an Suizid-Gefährdete, im Wissen darum, daß es das letzte gewesen sein könnte, das ein Leser liest. Es geht das Thema offensiv an, indem es z.B. den Suizid als tatsächliche Problem-Lösung ernst nimmt und indem es vor allem den Leser persönlich, in Briefform anspricht. Der Verfasser macht sich selbst vielfach zum Thema, um den gefährdeten Leser am Lesen zu halten. Aber ein Suizid geht weder schnell noch leicht; und letztlich versucht das Buch den Suizid selbstverständlich als den falschen Weg zu entlarven. Aber dabei wird der Leser nicht gegängelt, sondern lediglich zur Selbstreflexion verleitet. Dazu dienen dann auch die praktischen Hinweise und Adressen am Buchende.Google Scholar
  6. 89.
    Sax, Marjan/Visser, Knaar/Boer, Marjo: Begraben und Vergessen? Ein Begleitbuch zu Tod, Abschied und Bestattung. Aus dem Niederl. v. Diete Oudesluijs und Marlene Müller-Haas. Dt. Bearb. Gerdien Jonker und Theresa Wobbe. Berlin 1993 (Zand erover? Amsterdam 1989). In diesem Buch berichten Frauen und Männer aus den Niederlanden und aus Berlin über ihre Versuche, den Abschied von ihren Lebensgefährten nach eigenen Vorstellungen zu bestimmen: vom Testament bis zum Begraben, von der Auswahl des Friedhofs bis zum Versorgen und Verteilen der materiellen Dinge. Inhaltlich gliedert sich das Buch in einen Interviewund einen Informationsteil. Die Interviews und kurze Essays im ersten Teil beschäftigen sich mit dem Umgang mit Sterben, Tod und Trauer in den Niederlanden, mit alten Bräuchen und neuen Traditionen im Zusammenhang mit Beerdigungen und Feuerbestattungen und mit dem Aufbau der Bestattungsindustrie. Für die deutsche Ausgabe wurde dieser Teil um ein Kapitel zum “Sterben in der Fremde” erweitert und auf deutsche Verhältnisse übertragen. Der zweite Teil enthält praktische Informationen und eine genaue Anleitung für alles, was in einem Todesfall vom Eintritt des Todes bis zum Aufstellen des Grabsteins zu tun ist. Zudem gibt er Informationen über das Erbrecht, ein Testament sowie verschiedene Versicherungsformen und über die Regelung von Sozialleistungen, Rentenansprüchen, Bank- und Girokonten und Steuern. Für die deutsche Ausgabe wurde das Buch in beiden Teilen überarbeitet und um die für Deutschland zutreffenden Angaben ergänzt, um die praktischen Hinweise für die deutschen Verhältnisse zugänglich zu machen. Ziel des Buches ist es, alle Menschen zur Entwicklung eigener Gestaltungsmöglichkeiten beim letzten Abschied zu ermutigen.Google Scholar
  7. 90.
    Schibilsky, Michael: Trauerwege. Beratung für helfende Berufe. Düsseldorf 1992. Wichtige Bestandteile gesunder Trauer sind der Ansatz bei der Biographie (Lebensbilanz), das grundsätzliche Zulassen der Trauer, der fließende Übergang von vorauseilendem Trauern über die Begleitung zur Nachbereitung und die besondere Besinnung aufgrund des Glaubens bzw. der christlichen Wahrnehmung des Verlaufs. Basis der Darstellung ist die evangelisch-theologische Bilanzarbeit anhand von biblischen Geschichten (Lazarus, Gethsemane und Emmaus) und anderen literarischen Quellen. Die “Trauerwege” sind insofern bereits irgendwo aufgeschriebene Pfade, die abgeschritten werden sollen. Besonders der zweite Teil des Buches versucht, praktische Hinweise für die Hand der Trauerbegleiter, insbesondere für Seelsorger zu geben. Dabei wird dann stärker strukturiert und in Modellen gearbeitet, die zur “Anwendbarkeit” neigen.Google Scholar
  8. 91.
    Spiegel, Yorik: Der Prozeß des Trauern. Analyse und Beratung. München 1989. Theologische, psychologische und soziologische Dimensionen der Trauer um einen nahestehenden Menschen werden in dieser integrativen Studie miteinander in Zusammenhang gebracht.Google Scholar
  9. 92.
    Zulehner, Paul M.: Heirat-Geburt-Tod. Eine Pastoral zu den Lebenswenden. Wien 1976. Seine Pastoral zu den Lebenswenden widmete der bekannte Wiener Pastoraltheologe Paul M. Zulehner in erster Linie den “Auswahlchristen” , die trotz einer weitgehenden Distanzierung zur Kirche deren religiöses Sinnangebot an den zentralen Ereignissen ihres Lebens wie Hochzeit, Geburt und Tod nach wie vor anfragen. Darüber hinaus will Zulehner mit seiner “Auswahlchristenpastoral” auch die Seelsorger ermutigen, das Leben heutiger Menschen auch jenseits kirchlicher Traditionen pastoral zu begleiten und ihnen zu helfen, ihr Leben individuell an Jesu Modell der Lebensführung und Lebensdeutung auszurichten. Im einzelnen thematisiert Zulehner die Situation der Hinterbliebenen, ihre Trauer und Begleitung, ihre Erwartungen an Religion und Kirche, die Funktionen des religiösen Begräbnisses sowie Ansätze zu einer Trauerpastoral, die christliche Todesdeutung und eine phasengerechte Trauerarbeit. Seine Vorstellung einer kirchlichen Begleitung am Lebensende konzentriert sich hier jedoch noch völlig auf die Überlebenden, die Situation und Begleitung des Sterbenden kommt noch nicht in den Blick.Google Scholar

2.2.2 Kindes- und Jugendalter

  1. 93.
    Furman, Erna: Ein Kind verwaist. Untersuchungen über Elternverlust in der Kindheit. Stuttgart 1977 (A Child’s Parent Dies. Studies in Childhood Bereavement, Yale University Press, Ltd., New Haven and London 1974). Die vorliegenden Untersuchungen zum Elternverlust in der Kindheit sind das Ergebnis langjähriger Kinderanalysen. Ausgehend von Definitionen von Trauer und Trauerarbeit untersuchen Erna Furman und ihre Mitarbeiter die verschiedenen Aspekte dieser Verlustsituation, die sich auf die Fähigkeit des verwaisten Kindes auswirken, diese Belastung seelisch zu bewältigen. Darüber hinaus werden auch die Folgen des Todes von Vater oder Mutter für die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes analysiert. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei den Kriterien für Trauerarbeit in der Kindheit, dem Unterschied zwischen der Trauerarbeit eines Kindes und eines Erwachsenen sowie dem Vorkommen und der Gestalt von Depression und Apathie bei verwaisten Kindern gewidmet. Anhand von neun, im Unterschied zu zehn Fallstudien der amerikanischen Ausgabe, werden die verschiedenen Reaktionsweisen von Kindern auf das Erlebnis des Todes von Mutter oder Vater empathisch nachvollziehbar. Entstanden ist auf diese Weise eine einfühlsame Interpretation der Gefühlslage vom Elternverlust betroffener Kinder, die ebenso den individuellen wie den äußeren Faktoren der kindlichen Fähigkeit zur Bewältigung dieser Verlustsituation Rechnung trägt.Google Scholar
  2. 94.
    Harder, Gabriela Maria: Sterben und Tod eines Geschwisters. Zürich 1991. In ihrer Lizentiatsarbeit untersucht Gabriela Maria Harder das emotionale wie kognitive Ringen vom Geschwistertod betroffener Kinder und Jugendlicher um das Verständnis und die Verarbeitung des bzw. dieses speziellen Todes. Damit behebt sie ein Defizit in der psychologischen Forschung, die das Leid trauernder Geschwister bislang wenig beachtet hat, obschon diese aufgrund ihrer Entwicklungsstufe der Härte des Todes bzw. der Todeserfahrung in besonderer Weise ausgesetzt sind. Dazu skizziert sie zunächt die entwicklungspsychologische Entstehung des Konzeptes “Tod”, den Einfluß der Umwelt auf diese Konzeptualisierung sowie die in ihm enthaltenen Implikationen für das jeweilige Selbst- und Weltverständnis. Anhand von Gedächtnisprotokollen elf erwachsener Gesprächspartner, die in ihrem Kindes- und Jugendalter einen Bruder oder eine Schwester verloren haben, diskutiert Gabriela Harder in einem zweiten Teil die durch diese Verlusterfahrung ausgelösten Gefühle, Gedanken und Handlungsweisen. Zentrales Fazit dieser Untersuchung, in die sie auch bereits publizierte Ansätze einbezieht, ist die große Einsamkeit und Verlassenheit der betroffenen Kinder und Jugendlichen. Gegenstand des dritten Kapitels sind sodann Präventions- und Interventionsmöglichkeiten von seiten fachlicher wie nichtfachlicher Hilfe. Wichtig erscheint hierbei, daß eine frühzeitige Vorbereitung auf den Tod durch den Umgang mit der Natur oder durch geeignete Kinderliteratur eine wesentliche Hilfe bei der Verarbeitung späterer Verlusterfahrungen sein kann. Die Schlußbetrachtungen im vierten Kapitel verweisen schließlich auf weiterführende Forschungsansätze. Im Anhang werden demographische Daten zum Geschwistertod in der Schweiz veröffentlicht.Google Scholar
  3. 95.
    Leist, Marielene: Kinder begegnen dem Tod. Gütersloh 21990 (11979). Obwohl Erwachsene Kindern gern die schmerzliche Erfahrung von Tod und Verlust ersparen möchten, werden auch Kinder von Tod und Verlust getroffen, können sie auch selbst durch Unfall oder schwere Krankheit sterben. Ihre Trauer äußert sich jedoch auf besondere Weise, so daß viele Erwachsene sich nur schwer in die tiefe Not und Hilflosigkeit der Kinder hineinversetzen können. Mit ihrem Buch will Marielene Leist den kindlichen Schmerz verständlich machen und Wege zeigen, wie er zu lindern und zu bewältigen ist. Sie richtet sich damit an alle Menschen, denen Kinder anvertraut sind, besonders aber an Stiefväter und -mütter, an Adoptiv- und Pflegeeltern, um ihnen die bisweilen ablehnende Haltung der Kinder verständlich zu machen. Deutlich wird auch, daß eine wirksame Hilfe erst nach der Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit möglich wird. Marielene Leist hat mit diesem Buch eine sehr umfassende, aber dennoch präzise und leichtverständliche Darstellung des kindlichen Erlebens von Sterben, Tod und Trauer in allen Dimensionen vorgelegt. Inhaltlich reichen die behandelten Themen von der Angst und dem Wissen um Sterben und Tod über Sterben und Tod von Tieren, Verwandten, Freunden, Geschwistern, Vater oder Mutter oder beiden Eltern bis hin zum Tod der ganzen Familie und zu dem Problem des Selbstmordes. Darüber hinaus nimmt das Sterben des Kindes einen breiten Raum ein ebenso wie die wichtige Frage nach Trauer und Trost. Ein Sachregister erleichtert zusätzlich den direkten Zugriff auf spezielle Fragen. Ausführliche Begriffserklärungen im Anhang machen ihre Darstellung auch für den psychologischen Laien verständlich.Google Scholar
  4. 96.
    Orbach, Israel: Kinder, die nicht leben wollen. Aus dem amerik. Engl. von Ute Schneider. Göttingen 1990. Kindersuizid ist in der Forschung bislang wenig beachtet worden, wenn er nicht sogar aufgrund des angeblich mangelnden kindlichen Todesverständnisses überhaupt bestritten wurde. Dieses Defizit versucht Israel Orbach in seinem kenntnisreichen und durch viele Fallbeispiele anschaulich gemachten Buch aufzuarbeiten. Zu diesem Zweck untersucht er die Theorien über den Selbstmord Erwachsener auf ihre Anwendbarkeit auf suizidale Kinder, die Beziehungen zwischen Suizidgefährdung und der Persönlichkeitsstruktur (wie Depression, schwache Ich-Funktion und fehlende Selbstkontrolle) sowie der Lebensumstände suizidaler Kinder, wozu Verlusterlebnisse, Mißhandlung, bestimmte Familienmerkmale und Leistungsdruck gehören. Ein weiterer, wesentlicher Faktor zum Verständnis des Kindersuizides ist die Frage nach dem Todesverständnis von Kindern, insbesondere nach der Bedeutung dieses Wissens und der Einstellung gegenüber dem Tod für den suizidalen Prozeß. Eine zentrale These Orbachs lautet, daß selbstzerstörerische Tendenzen bei Kindern (ebenso wie bei Erwachsenen) eher durch Familiendynamiken als durch Persönlichkeitsmerkmale hervorgerufen werden. Sein eigenes Konzept des unlösbaren Problems verbindet er zu einem phänomenologischen Modell, daß das selbstzerstörerische Verhalten als ein von vielen Faktoren abhängendes Resultat verschiedener Konfliktpotentiale versteht. Dieses Modell wird abschließend auf die Diagnose und Prävention von Suizidgefährdung und die Therapieformen für suizidgefährdete Kinder angewandt.Google Scholar

2.2.3 Erwachsenenalter

  1. 97.
    Dobrick, Barbara: Wenn die alten Eltern sterben. Das endgültige Ende der Kindheit. Stuttgart 51991. Barbara Dobrick untersucht in diesem Buch die Auswirkungen des Todes der Eltern auf erwachsene Söhne und Töchter.Google Scholar
  2. 98.
    Goldmann-Posch, Ursula: Wenn Mütter trauern. Erinnerungen an das verlorene Kind. Mit einem Vorw. von Margarete Mitscherlich. Vollst. Taschenbuchausg. München 1990 (1980). Es sind vor allem die Frauen, welche trauern. Männer scheinen dies eher “im Verborgenen” zu tun. Die Fähigkeit der Frauen ist eine Mitgift ihrer Sozialisation, die darzustellen sich lohnt, u.a. auch deshalb, damit daran angemessenes Trauern auch gelernt werden kann. Die Untersuchung faßt bisherige Bemühungen um eine Darstellung besonders der Risikofaktoren des Trauerns bei verwaisten Müttern zusammen und sucht auf dieser Grundlage nach Methoden einer Gruppenarbeit mit Trauernden. Dabei kommen auch die Geschwisterkinder zum Tragen, deren Gefährdungen durch die Konkurrenz besondere Verwundungen möglich macht. Dabei unterscheidet sich die Trauer bei Müttern und anderen durchaus nach der Art des vorausgegangenen Sterbens: plötzlich, langsam, Säuglingstod, Abtreibungen, gewaltsamer Tod, die Selbsttötung des Kindes, die Trauer nach spurlosem Verschwinden. Aus diesen Überlegungen leitet die Verfasserin in praktische Handreichungen ab von einem Regelwerk bis hin zu einzelnen Betrachtungen und Methoden. Die Darstellung ist durchzogen von zahlreichen Beispielen aus der Gruppenarbeit der Selbsthilfe Verwaister Eltern und aus Tagebüchern trauernder Mütter. Es stellt sich heraus, daß es weder echte Gesetzmäßigkeiten bei der Trauer noch auch leichtere oder schwerere Fälle gibt. Alle Trauerprozesse haben ihre Durchgangsform und ihre Problemzonen.Google Scholar
  3. 99.
    Hartmann, Jutta: Lautlos und unbemerkt. Der plötzliche Kindstod. München 1990. Unter Einbeziehung der psychosozialen Aspekte des Phänomens des plötzlichen Kindstodes vermittelt Jutta Hartmann Informationen über den heutigen Wissensstand und die Versuche, dem plötzlichen Kindstod vorzubeugen.Google Scholar
  4. 100.
    Ide, Helga: Mein Kind ist tot. Trauerarbeit in einer Selbsthilfegruppe. Reinbek bei Hamburg 1988. Dieses Buch ist eine Schilderung eines Verlaufs von Trauerarbeit innerhalb einer Selbsthilfegruppe. Der 18jährige Sohn der Autorin war mit Zyankali aus dem Leben geschieden. Der Bericht geht von der Betroffenheit aus und kommt auch nur wenig darüber hinaus. Die Einzelheiten spiegeln jedoch sowohl wiederkehrende Sequenzen derartiger Auseinandersetzungen als auch “Einmaliges”, wie den Wunsch nach einem neuen Kind, um durch dessen Tötung die Verletztheit durch den Selbstmord des anderen Kindes zu heilen. Die angedeutete Problematik der Geschwisterkinder wird nachhaltig offengelegt. Die geschilderten Gesprächverläufe in der Gruppe geben einen Hinweis auf die Methodik gelenkter Gespräche ohne therapeutischen Ansatz.Google Scholar
  5. 100.
    Ide, Helga: Mein Kind ist tot. Trauerarbeit in einer Selbsthilfegruppe. Reinbek bei Hamburg 1988. Dieses Buch ist eine Schilderung eines Verlaufs von Trauerarbeit innerhalb einer Selbsthilfegruppe. Der 18jährige Sohn der Autorin war mit Zyankali aus dem Leben geschieden. Der Bericht geht von der Betroffenheit aus und kommt auch nur wenig darüber hinaus. Die Einzelheiten spiegeln jedoch sowohl wiederkehrende Sequenzen derartiger Auseinandersetzungen als auch „Einmaliges“, wie den Wunsch nach einem neuen Kind, um durch dessen Tötung die Verletztheit durch den Selbstmord des anderen Kindes zu heilen. Die angedeutete Problematik der Geschwisterkinder wird nachhaltig offengelegt. Die geschilderten Gesprächverläufe in der Gruppe geben einen Hinweis auf die Methodik gelenkter Gespräche ohne therapeutischen Ansatz.Google Scholar
  6. 101.
    Schiff, Harriet S.: Verwaiste Eltern. Aus d. Engl., 2., überarb. und erg. Aufl. , Stuttgart 1990. Aus eigener Betroffenheit entstandener einfühlsamer Ratgeber für Eltern, die ein Kind verloren haben. Mit Adressen- und Literaturliste im Anhang.Google Scholar

2.3 Vorbereitungen auf Sterben und Tod. 2.3.1 Ars —iendi — Kunst des Sterbens

  1. 102.
    Imhof, Arthur E.: Ars moriendi. Die Kunst des Sterbens einst und heute. Wien/Köln 1991. Lange Zeit gehörte der Tod als ständiger Begleiter zum Leben. Diese permanente Unsicherheit menschlicher Existenz prägte die Mentalität der Menschen und zwang sie zur Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit. Eine Hilfe dazu boten etwa die in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts entstehenden „Ars moriendi“-Büchlein, die in 11 Bildern eine Kunst des Sterbens zu vermitteln suchten. Erst die Reihenimpfungen und Antibiotika bewirkten zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen grundsätzlichen Wandel von einer unsicheren zu einer sicheren Lebenszeit. Jedoch erfolgte dieser Wandel nach Imhof zu abrupt, als daß sich bereits neue Denk- und Verhaltensmuster hätten entwickeln können. Als Konsequenz der längeren Lebenserwartung wird nun der Tod nicht länger als zum Leben gehörig erfahren, so daß eine infauste Prognose den Erkrankten oftmals überwältigt. Zudem bedarf es einer langen Vorbereitung, um den Tod als natürliches Ende des Lebens annehmen zu können, doch ist Zeit für den tödlich Erkrankten eine Dimension, über die er immer weniger verfugt. Vor diesem Hintergrund will Imhof mit der Betrachtung von 10 Todesbildern vom 15. bis zum 20. Jahrhundert zur Entwicklung einer neuen „Kunst des Sterbens" beitragen, auch wenn frühere Denk- und Verhaltensmuster nicht einfach unkritisch auf heutige Verhältnisse übertragen werden können. Aus diesem Grund enthält sein Buch auch 10 statt wie früher 11 Bilder, um deutlich zu machen, daß nunmehr jeder seine eigene Antwort auf die Frage nach Sterben und Tod finden muß.Google Scholar
  2. 103.
    Neher, Peter: Ars moriendi - Sterbebeistand durch Laien. Eine historisch-pastoraltheologische Analyse. St. Ottilien 1989. Vor dem Hintergrund seiner Erfahrung als Klinikseelsorger hat Peter Neher in dieser kenntnisreichen Dissertation in einer differenzierten Auswertung der frühesten Fassungen der Ars moriendi diese Praxis genau rekonstruiert und daraufhin befragt, welche Anstöße sie für eine gegenwärtige Diskussion um eine angemessene Kranken- und Sterbebegleitung zu geben vermag. Zu diesem Zweck werden in einem ersten Kapitel zunächst Begriff, Forschungsstand, literarisches Umfeld und literarisches Geschick der Ars moriendi erörtert, bevor in einem zweiten Kapitel das literarische Genus der Quellen unter zunächst rein formalen Gesichtspunkten vorgestellt wird. Vor dem Hintergrund der Betreuung der Kranken und Sterbenden in der Tradition (Kapitel 3) wird sodann der spezifische Erneuerungsplan der Ars moriendi in bezug auf den Sterbebeistand (Kap. 4) und die Begleiter (Kap. 5) deutlich gemacht, bevor abschließend die pastoralen Impulse der Ars moriendi für die gegenwärtige Praxis der Kranken- und Sterbebegleitung an 5 Punkten deutlich gemacht wird (Todeskonzeption, Kranker als Subjekt, Kompetenz des Begleiters, Gewicht des Hier und Jetzt, Elementarisierung christlichen Glaubens). Durch eine klare Sprache und eine anschauliche Darstellung ist es Peter Neher überzeugend gelungen, den besonderen Reichtum der kirchlichen Tradition an Deutungsmustern für die Sterbesituation aufzuzeigen, der lohnens-wert in den heutigen Lebenshorizont der Menschen übertragen werden muß.Google Scholar
  3. 104.
    Wagner, Harald (Hg.): Ars moriendi. Erwägungen zur Kunst des Sterbens. Freiburg i.Br. 1989. Anknüpfend an die Ars moriendi, die Kunst des Sterbens aus dem späten Mittelalter, entwickeln die Autoren dieses Bandes in interdisziplinärer und ökumenischer Zusammenarbeit aus theologischer und humanwissenschaftlicher Sicht Perspektiven einer praktischen Sterbebegleitung. Inhaltlich reicht die Spannbreite der behandelten Themen von der theologiegeschichtlichen Grundlegung und systematischen Aufarbeitung (H. Rolfes, H.-M. Barth) über die Entfaltung einer modernen Spiritualität (J. Manser) und die Neuorientierung in medizinisch-therapeutischen Einrichtungen (T. Kruse, H.R. Zielinski) sowie die Erfordernisse und Möglichkeiten der Liturgie und Religionspädagogik (Th. Maas-Ewerd, H. Wagner) bis hin zu den Bedingungen der Abschiedlichkeit der Philosophie und des Menschen (H. Ebeling) und der Bedeutung des Todes in der deutschen Literatur der achtziger Jahre (W. Falk). Die einzelnen Beiträge liefern so vielfältige Anregungen zu einer neuen Kultur des Sterbens.Google Scholar
  4. 105.
    Zulehner, Paul M./Becker, Paul/Virt, Günter: Sterben und sterben lassen. Düsseldorf 1991. Ziel dieses interdisziplinären Buches ist die Entwicklung einer neuen Sterbekultur (ars moriendi) im Sinne einer Bewußtseinsbildung der Bevölkerung. Zu diesem Zweck werden in einem ersten Teil zunächst die Bedingungen heutigen Sterbens untersucht, die immer noch weitgehend von “Enthäuslichung und Entfremdung” gekennzeichnet sind. Zudem besitzen immer weniger Menschen tragfähige Deutungen des Todes. Auch den christlichen Kirchen fällt es offenbar immer schwerer, ihre alten Todesbilder einleuchtend nahezubringen. Der zweite Teil des Buches ist der Entwicklung einer neuen Sterbekultur gewidmet. Hier werden Fragen zur Euthanasie und zur palliativen Medizin sowie der Beitrag der Kirchen zu einer neuen Sterbekultur diskutiert. Darüber hinaus werden Orientierungen für die Entwicklung einer persönlichen Sterbekompetenz aufgezeigt und die Bedingungen für ein menschenwürdigeres Sterben erörtert. Als “Zwischenschritt” plädieren die Autoren für Hospize als Raststätten, in denen Sterbende vorübergehend oder endgültig aufgenommen werden, um dort mit ihren Angehörigen oder alleine bis zuletzt menschenwürdig leben zu können. Die bewußte Annahme des Todes mitten im Leben als Voraussetzung der Entwicklung einer neuen Sterbekultur muß aber notwendig in gesellschaftspolitische Strukturen umgesetzt werden.Google Scholar

2.3.2 Kindes- und Jugendalter

  1. 106.
    Buckingham, Robert W.: Mit Liebe begleiten. Die Pflege sterbender Kinder. Vorwort von Elisabeth Kübler-Ross. Aus dem Engl. von Agnes Schaible-Rapp. München 1987. Das Buch ist erstmalig 1983 erschienen und steht im Einflußfeld von Elisabeth Kübler-Ross. Der Verfasser ist einer der Mitbegründer der Hospizbewegung in den USA. Gerade an den Kindern wird jedoch deutlich, wie wenig Hospice-Care stationär gesehen werden darf. Das Buch ist mit wissenschaftlicher Quellenarbeit versehen, die allerdings nahezu auschließlich amerikanische Literatur verwertet. Der Anhang bietet einige noch aktuelle Adressen. Die gesamte Darstellung geht von einem “Harmoniemodell” aus, in dem z.B. Aggressivität als Bewältigungsstrategie nicht vorkommen darf. Pflegewissenschaftliche Ansätze begleiten die praktischen Hinweise, bei denen das Hauptaugenmerk auf dem häuslichen Bereich und auf dem Familienatem liegt.Google Scholar
  2. 107.
    Kübler-Ross, Elisabeth: Kinder und Tod. Zürich 41990. Elisabeth Kübler-Ross berichtet in diesem Buch behutsam von sterbenden Kindern, denen ein inneres Wissen um den nahenden Tod und eine intuitive Symbolsprache gemeinsam ist, verbunden mit Sensibilität für das Verhalten der Erwachsenen.Google Scholar
  3. 108.
    Maymann, U./Zerfaß, R.: Kranke Kinder begleiten. Wie Eltern, Schwestern, Ärzte und Seelsorger helfen können. Freiburg/Basel/Wien 1981. Bei diesem Buch handelt es sich um eine Darstellung des Erlebens von Krankheit im Grundschulalter, die durch Vorschläge zur helfenden Beziehung in der kindlichen Krise ergänzt werden.Google Scholar
  4. 109.
    Student, Johann-Christoph: Im Himmel welken keine Blumen. Kinder begegnen dem Tod. Freiburg i.Br. 1992. Dieses Buch umfaßt die Beiträge der öffentlichen Ringvorlesung “Kinder und Tod” der Evangelischen Fachhochschule Hannover vom Wintersemester 1990/91. Ziel dieser Vorlesungsreihe war es, den Ring des Schweigens und der Isolation zu brechen, der sich oftmals um die vom Kindertod betroffenen Familien legt. Angesichts des kindlichen “Todes zur Unzeit” sind Eltern, Angehörige und Freunde ebenso wie berufliche Helferinnen und Helfer häufig von tiefer Rat- und Sprachlosigkeit betroffen. Doch muß sich jeder, der mit kindlichem Tod und Sterben konfrontiert wird, zunächst seinen eigenen Todesängsten und vergessenen oder verdrängten Traueranlässen stellen, bevor er den Kindertod bewältigen kann. Die hier versammelten Aufsätze, an denen namhafte Autoren wie Tobias Brocher, Ute und Johann-Christoph Student, Reinhard Tausch, Verena Kast, Jorgos Canacakis ebenso wie betroffene Eltern und berufliche Helfer mitgewirkt haben, wollen einen Beitrag zu dieser notwendigen Klärung der eigenen Einstellung zu Sterben, Tod und Trauer leisten. Nach dieser schmerzlichen Trauerarbeit kann der Tod eines Kindes auch zu einer Herausforderung zu eigenem Wachstum werden, zu der Erkenntnis, daß nicht die Dauer, sondern die Intensität des Lebens entscheidend sind und somit Anstoß zu einer Rückbesinnung auf das Wesentliche des eigenen Lebens werden.Google Scholar
  5. 110.
    Tränen im Regenbogen. Phantastisches und Wirkliches, aufgeschrieben von Mädchen und Jungen der Kinderklinik Tübingen. Hrsg. von Michael Klemm. Tübingen 51990. Texte und Bilder (meist) schwerkranker Kinder sowie biographische Notizen und einführende Erläuterungen machen seelische und körperliche Belastungen ebenso sichtbar wie Hoffnung, Mut und Lebensfreude. Ein Buch für Kinder (ab 11 Jahren) und Erwachsene.Google Scholar
  6. 111.
    Varga, Beatrix: Leben und Sterben bei Kindern. Regensburg 1991. In ihrer Arbeit als Krankenhauslehrerin war Beatrix Varga zunächst betroffen durch die allgemeine Unfähigkeit der einzelnen Bezugsgruppen, die Sprache der schwerkranken Kinder zu verstehen. Durch ihre Diplomarbeit will sie sensibilisieren für das Verstehen der Symbole, die uns die sterbenden Kinder verbal oder non-verbal vermitteln. Ihr eigenes Konzept einer “heilenden Erziehung” geht dabei aus von der Überzeugung, daß der bewußte Einsatz und die Reflexion pädagogischen Handelns im Umgang mit schwerkranken und sterbenden Kindern die Angst vor empathischer Kommunikation mit Patienten vermindert und in besonderer Weise zur Überwindung von Angst beitragen kann. Inhaltlich gliedert sich das Buch in sechs Abschnitte. Die beiden ersten Kapitel beschreiben das Erleben des gesunden und des erkrankten Kindes von Krankheit und Tod. Im zweiten und dritten Kapitel wird das Todeserleben beim Kind ausgehend von bestimmten Todeskonzepten dargestellt. Ein besonderer Stellenwert wird hierbei der Empfindung und Verbalisierung der Angst vor dem Sterben beigemessen. Das vierte Kapitel analysiert sodann das Spannungsfeld des Krankenhauses und seine Auswirkungen auf das Erleben des Kindes, was durch ein Fallbeispiel illustriert wird. Das fünfte Kapitel thematisiert die Bedeutung der Schule im Krankenhaus. Im sechsten Kapitel wird abschließend das auf österreichische Verhältnisse übertragene amerikanische Modell der Death Education dargestellt als eine besondere Möglichkeit, den Umgang mit dem Sterben zeitlebens zu erlernen.Google Scholar
  7. 112.
    Weller, Anne: Mir blieb ein halbes Jahr Zeit. Wie Maren und ich uns mit den Worten “Krankheit, Sterben und Tod” auseinandersetzten. Bilder, die mir den Weg meiner sterbenden Tochter zeigten. Frankfurt/Main 1989. In diesem Buch berichtet Anne Weller über den Sterbeprozeß ihrer herzkranken Tochter, durch deren Zeichnungen sie begreift, daß das Kind seinen nahen Tod ahnt und akzeptiert.Google Scholar

2.3.3 Erwachsenenalter

  1. 113.
    Kübler-Ross, Elisabeth: Interviews mit Sterbenden. Stuttgart 171989 (11971) (London 11969). Als Elisabeth Kübler-Ross 1969 ihre “Interviews mit Sterbenden” veröffentlichte, lenkte sie damit erstmals die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit auf die besonderen Nöte und Ängste Sterbender und wurde so zum Auslöser einer breiten Sterbediskussion. In den “Interviews” schildert sie zunächst die Angst vor dem Tod als unveränderte Erscheinung menschlichen Lebens über Jahrhunderte und unterschiedliche Kulturstufen hinweg, wobei sich die Abwehrmechanismen des Todes im 20. Jahrhundert verstärkt haben, da auch die effektive Bedrohung existentieller geworden ist (Krieg, Technik, Atombombe u.a.). Die Verdrängung bzw. Tabuisierung des Todesgedankens erscheint so als Folge der eigenen Abwehrhaltung. Die Verleugnung schafft dem Kranken jedoch keine Erleichterung, er leidet sogar mehr, da er mit niemandem mehr aufrichtig über seinen wahren Zustand reden kann. Bekannt wurde Elisabeth KüblerRoss jedoch vor allem durch ihre Phasenlehre des Sterbens, die sie aus Gesprächen mit mehr als 200 Sterbenden entwickelte. Elisabeth KüblerRoss unterscheidet fünf Phasen des Sterbeprozesses: Nichtwahrhabenwollen und Isolierung (1), Zorn und Auflehnung (2), Verhandeln mit dem Schicksal (3), Depression (4) und Zustimmung (5). Nach ihren Beobachtungen werden diese Phasen von allen Sterbenden durchlebt, wenn auch in unterschiedlicher Intensität und z.T. überlappend. In jeder Phase aber sei ein Rest von Hoffnung, z.B. auf ein Heilung bringendes Medikament, lebensnotwendig enthalten.Google Scholar
  2. 114.
    Kübler-Ross, Elisabeth (Hg.): Reif werden zum Tode. Stuttgart 81988. In diesem Buch sind Texte verschiedener Autoren aus unterschiedlichen Religionen und Kulturkreisen versammelt, die eine Grunderkenntnis gemeinsam haben: Reif werden zum Tode bedeutet, ein sinnerfülltes Leben zu führen.Google Scholar
  3. 115.
    Kübler-Ross, Elisabeth: Was können wir noch tun? Antworten auf Fragen nach Sterben und Tod. Gekürzte Taschenbuchausg. Gütersloh 41984 (ungekürzte Originalausg. Kreuzverlag, Stuttgart; Questions and answers on death and dying. New York/London o. J.). In diesem Buch versucht Elisabeth Kübler-Ross auf einige der ihr am häufigsten gestellten Fragen eine kurze und prägnante Antwort zu geben. Die meisten Fragen beziehen sich dabei unmittelbar auf die Probleme des sterbenden Patienten, die sich in den einzelnen Sterbephasen ergeben. Daneben werden auch Fragen des Pflegepersonals und der Hinterbliebenen ausführlich thematisiert. Bewußt ausgespart wurden Themenkreise wie “Religion und Leben nach dem Tode” sowie “Verlassenheit und Trauer”. Eine weitere Eingrenzung besteht in der Konzentration auf den erwachsenen Patienten, Fragen und Antworten aus dem kindlichen Erleben werden in einem speziellen Buch (“Kinder und Tod”, Zürich 41990) behandelt. Ein Sachregister ermöglicht zusätzlich zu einer übersichtlichen Gliederung den direkten Zugriff auf spezielle Fragen, deren Beantwortung jedoch aufgrund der Kürze z.T. recht oberflchlich geraten ist.Google Scholar

2.3.4 Sterben lernen — Leben lernen

  1. 116.
    Jury, Mark und Dan: Gramp. Ein Mann altert und stirbt. Die Begegnung einer Familie mit der Wirklichkeit des Todes. Aus dem Amerik. von Edwin Ortmann. Berlin/Bonn 1982. Ein bereits 1978 in den USA erschienener Fotoband einer leidenschaftlich fotographierenden Familie, die das Alter, die Krankheit, die Verwirrtheiten und den Tod ihres Vaters/Großvaters dokumentiert. Die Kameraeinstellungen sind nicht voyeuristisch, sondern einfühlsam. Geschildert wird das Zuhause-Sterben eines alten Mannes gewissermaßen als illustrierte Geschichte pflegender Angehöriger. An dieser Pflege sind nicht nur die Frauen, sondern auch die Männer der Familie beteiligt.Google Scholar
  2. 117.
    Keleman, Stanley: Lebe dein Sterben. Hamburg 1977 (Living Your Dying. New York 1974). Ein Buch über Sterben, nicht über den Tod. Ihr ganzes Leben sterben die Menschen, immer geben sie Dinge ab, immer erleben sie Verlust. Auf der Grundlage körperbezogener Studien stellt Stanley Keleman Sterbenlernen als lebenslangen Prozeß dar. Entstanden ist ein Buch zur Lebenshilfe durch Sterbe-Selbst-Erziehung.Google Scholar
  3. 118.
    Kübler-Ross, Elisabeth: Erfülltes Leben — würdiges Sterben. Hrsg. von Göran Grip. Aus dem Amerik. übers. von Sieglinde Denzel und Susanne Naumann. Dt. Erstausg. der Übers. von einer von Göran Grip erstellten Nachschr. von Tonbändern mit Vorträgen von Elisabeth Kübler-Ross. Gütersloh 1993 (Stockholm 11991). In den Beiträgen dieses Buches, die auf sieben verschiedenen Vorträgen aus der Zeit von 1976 bis 1987 basieren, vermittelt Elisabeth Kübler-Ross die Grundgedanken ihrer Forschungs- und Arbeitsergebnisse aus dem Umgang mit Sterbenden, die sie an vielen Einzelschicksalen veranschaulicht. Thematisiert wird die symbolische Sprache Sterbender, das Verhältnis von Kindern zum Tod, die einzelnen Sterbephasen und ihre persönlichen Erfahrungen zum Leben nach dem Tod. Aus all ihren geschilderten Erfahrungen spricht die Überzeugung, daß der Tod seinen Schrecken verliert, wenn er selbstverständlich das Leben begleitet. Die Endlichkeit des Lebens im Angesicht des Todes schärft darüber hinaus auch den Blick für das wahrhaft Wesentliche eines erfüllten Lebens, das einen würdigen Tod zuallererst ermöglichtGoogle Scholar
  4. 119.
    Lauer, Werner: Sterben und Tod. Eine Orientierungshilfe. München 1983. Ausgehend von einer moralpsychologischen Perspektive, die durch individual- und sozialpsychologische Erkenntnisse ergänzt wird, versucht der Münchener Moralpsychologe Werner Lauer in diesem Buch eine Integration von Wissenschaft, Ethik und Weltanschauung zum Thema Sterben und Tod. Dabei wendet sich seine komplexe Darstellung des Todesphänomens nicht an den konkret Betroffenen, sondern zielt auf die Schaffung eines reflektierten und tragfähigen Fundamentes für einen menschenwürdigen Umgang mit dem Tod. Im einzelnen werden die Bereiche Tod als Grenzproblem, Erfahrbarkeit des Todes, Psyche und Tod, Identität und Tod, Entwicklung und Tod, Verhalten von Sterbenden sowie weltanschauliche Antworten auf Sterben und Tod, denen die christliche Deutung des Todes gegenübergestellt wird, thematisiert, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Entscheidungscharakter der behandelten Thematik liegtGoogle Scholar
  5. 120.
    Lutherisches Kirchenamt der VELKD (Hg.): Sterbenden Freund sein. Texte aus der Tradition der Kirche (= Texte aus der VELKD 55/1993), zusammengestellt von Peter Godzik, Hannover 1993. Diese Textsammlung aus der seelsorgerlichen und liturgischen Tradition (beider) Kirchen wendet sich an alle Menschen, die im Rahmen der Hausbetreuungsdienste der Hospizinitiativen in Deutschland oder der Besuchsdienste der Kirchengemeinden Schwerkranke und Sterbende (ehrenamtlich) auf ihrem letzten Weg begleiten wollen. Sie ist entstanden aus der Erkenntnis, daß sterbende Menschen nicht nur in sozialer, leiblicher und seelischer, sondern auch in geistlicher und spiritueller Hinsicht der Begleitung bedürfen. In dieser Situation wollen die Texte aus der vergessenen “Kunst des Sterbens” dazu beitragen, die Aufmerksamkeit bei der Wahrnehmung geistlicher Bedürfnisse zu stärken und selber in dieser Hinsicht sprachfähiger zu werden. Dabei wird der Blick zunächst auf den möglichen Dienst der Laien gelenkt (Kap. 1), die ermutigt werden sollen, den Krankenbesuch als von Gott gebotenen (Freundschafts-) Dienst am Nächsten zu verstehen. Sodann wird der Dienst der Priester, Pfarrerinnen und Pfarrer bedacht (Kap. 2), die zu den Sterbenden ebenfalls als “Freunde” kommen, denen in besonderer Weise bestimmte Mittel der Kirche anvertraut sind. Danach werden Texte der katholischen Tradition (Kap. 3. und 4) und ausgewählte Stücke der mittelalterlichen und reformatorischen Ars moriendi (Kap. 5, 6 und 7) vorgestellt, deren Bilder und Symbole der Hoffnung für die eigene praktische Arbeit wieder neu erschlossen werden sollenGoogle Scholar
  6. 121.
    Rest, Franco: Den Sterbenden beistehen. Ein Wegweiser für die Lebenden. 3. durchges. Aufl. , Heidelberg/Wiesbaden 1991 (11986). Es wurde versucht, alle Aspekte einer angemessenen Sterbe- und Trauerbegleitung so darzustellen, daß die wissenschaftlichen Aussagen nicht gemindert, aber die Verständlichkeit für jeden Menschen erreicht wurde. Herausgekommen ist ein Buch mit ungewöhnlichem Aufbau: Jedes Kapitel benennt nacheinander die Möglichkeiten persönlicher Auseinandersetzung, die Themen- Fragen, die wissenschaftlich begründeten Antworten auf diese Fragen, Merksätze und nachbereitende Übungen für eine SelbstSupervision. Der praktische Zusammenhang ist das Alltagssterben, also nicht die Situationen in Spezialeinrichtungen wie den Hospizen. Insofern ist das Buch vor allem an die Kliniker, die ambulanten Dienste, die Angehörigen und den “Menschen von nebenan” gerichtet. Es leistet eine Übersetzungsarbeit von den wissenschaftlichen Untersuchungen zur Handhabung für jedermannGoogle Scholar
  7. 122.
    Shneidman, Edwin: In grenzenloser Unempfindlichkeit. Briefe und Zeugnisse von Menschen, die ihren Tod erwarten. Aus dem Amerik. von Gabi Burkhardt. München 1987. Aus der therapeutisch orientierten Begleitung von Selbstmordgefährdeten, Verurteilten und Todkranken werden Dokumente, Briefe, Berichte vermittelt und ausgewertet. Daraus soll so etwas wie ein “Lotsenbuch” entstehen, das selbst sterbende Menschen begleiten kann. Damit wird auf den Modellcharakter der einzelnen Texte zurückgegriffen. Die Quellen entstammen jedoch nahezu ausschließlich dem amerikanischen Erlebnisund Praxisfeld, so daß ihre Übertragbarkeit auf europäische Verhältnisse im höchsten Maße bezweifelt werden muß. Die gesamte europäische Tradition könnte diesbezüglich erheblich reicher und treffender sein als z.B. die amerikanische “Anstands-Philosophie”. Zudem ist die Intensität der Fallbeschreibungen (darunter kaum Überprüfbares) suggestiv; die Gefahr, von dem einen Fall auf eigenes Schicksalzurückzuschließen ist sicher groß. Trotzdem dürfte die Sammlung einige hilfreiche Reflexionen enthaltenGoogle Scholar
  8. 123.
    Tausch, Anne-Marie/Tausch, Reinhard: Sanftes Sterben. Was der Tod für das Leben bedeutet. Reinbek bei Hamburg 1985Google Scholar
  9. 124.
    Tausch, Anne-Marie/Tausch, Reinhard: Sanftes Sterben. Sprecher: Holger Mahlich, Heidi Schaffrath, Lothar Grützner, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt. Kompaktkassetten. (Literatur für Kopf-Hörer) Best.-Nr. 660210. Das Buch “Sanftes Sterben” ist eine gemeinsame Auseinandersetzung mit der Erfahrung und Bedeutung des Sterbens des Professoren Ehepaares Anne-Marie und Reinhard Tausch. Nach dem Tod seiner Frau im Jahre 1983 setzte Reinhard Tausch die gemeinsam begonnene Arbeit fort. Das Buch umfaßt drei Teile. Der erste Teil schildert die persönlichen Erfahrungen der Familie Tausch mit schwerer Krankheit und Sterben. In präziser Selbst- und Fremdbeobachtung werden hier hilfreiche und belastende Erfahrungen und Erlebnisse von der Zeit der Erkrankung bis einige Monate nach dem Tod von Anne-Marie Tausch dokumentiert und analysiert. Der zweite Teil berichtet von Erlebnissen, die Angehörige und medizinische Helfer bei der Begleitung Sterbender machten. In vier Diplomarbeiten untersuchten Michaela Berndt-Jeschke, Angelika Rau, Regina Skibowski, Wendula Walther und Reinhard Tausch, welche Erfahrungen Menschen bei der Begleitung Sterbender machten und welche Bedeutung diese Erfahrung für ihr Leben gehabt hatte. Fast 200 Menschen kommen in diesem Teil ausführlich zu Wort, allerdings werden ihre Aussagen größtenteils unverbunden nebeneinander gestellt. Im dritten Teil des Buches werden die Erfahrungen von etwa 400 Menschen dokumentiert, die sich in einer geleiteten Meditation ihr eigenes Sterben vorstellten. Mit der Analyse der hier gemachten Erfahrungen verband AnneMarie Tausch die Hoffnung, den Leser zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit seiner eigenen Sterblichkeit zu befähigen, damit dieser seine Angst vor dem Tod verlieren könne und dadurch auch selber zu einem besseren Sterbebegleiter werden würde. Am Ende des Buches steht auch hier die Erfahrung, daß Sterben lernen Leben lernen bedeutet. sicher groß. Trotzdem dürfte die Sammlung einige hilfreiche Reflexionen enthaltenGoogle Scholar
  10. 124.
    Tausch, Anne-Marie/Tausch, Reinhard: Sanftes Sterben. Sprecher: Holger Mahlich, Heidi Schaffrath, Lothar Grützner, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt. Kompaktkassetten. (Literatur für Kopf-Hörer) Best.-Nr. 660210. Das Buch “Sanftes Sterben” ist eine gemeinsame Auseinandersetzung mit der Erfahrung und Bedeutung des Sterbens des Professoren Ehepaares Anne-Marie und Reinhard Tausch. Nach dem Tod seiner Frau im Jahre 1983 setzte Reinhard Tausch die gemeinsam begonnene Arbeit fort. Das Buch umfaßt drei Teile. Der erste Teil schildert die persönlichen Erfahrungen der Familie Tausch mit schwerer Krankheit und Sterben. In präziser Selbst- und Fremdbeobachtung werden hier hilfreiche und belastende Erfahrungen und Erlebnisse von der Zeit der Erkrankung bis einige Monate nach dem Tod von Anne-Marie Tausch dokumentiert und analysiert. Der zweite Teil berichtet von Erlebnissen, die Angehörige und medizinische Helfer bei der Begleitung Sterbender machten. In vier Diplomarbeiten untersuchten Michaela Berndt-Jeschke, Angelika Rau, Regina Skibowski, Wendula Walther und Reinhard Tausch, welche Erfahrungen Menschen bei der Begleitung Sterbender machten und welche Bedeutung diese Erfahrung für ihr Leben gehabt hatte. Fast 200 Menschen kommen in diesem Teil ausführlich zu Wort, allerdings werden ihre Aussagen größtenteils unverbunden nebeneinander gestellt. Im dritten Teil des Buches werden die Erfahrungen von etwa 400 Menschen dokumentiert, die sich in einer geleiteten Meditation ihr eigenes Sterben vorstellten. Mit der Analyse der hier gemachten Erfahrungen verband AnneMarie Tausch die Hoffnung, den Leser zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit seiner eigenen Sterblichkeit zu befähigen, damit dieser seine Angst vor dem Tod verlieren könne und dadurch auch selber zu einem besseren Sterbebegleiter werden würde. Am Ende des Buches steht auch hier die Erfahrung, daß Sterben lernen Leben lernen bedeutet. ten der Kommunikation mit Sterbenden sowie die Frage nach Wahrheit, Schmerzlinderung, Euthanasie, Abschied und Trauer sowie nach besonderen Problemen der Sterbebegleitung wie etwa der Frage nach Sinn und dem Umgang mit Toten. Im dritten Teil werden Organisationsformen und Initiativen der Hospizbewegung in Deutschland vorgestellt. Durch das breite Spektrum sowie die Kürze der behandelten Beiträge eignet sich dieses Handbuch auch für diejenigen, die sich allgemein mit der Endlichkeit ihres Lebens auseinandersetzen wollenGoogle Scholar

3. Qualifizierungsmaßnahmen der beruflich Handelnden. 3.1. Hospiz

  1. 125.
    Arbeitsgemeinschaft der Hospize und Hospizinitiativen in NRW: Grundsätze der Hospizarbeit. o.A. Dieses Grundsatzpapier formuliert und repräsentiert das Selbstverständnis der Arbeitsgemeinschaft der Hospize und Hospizinitiativen in NRW. Ihr oberstes Ziel ist die Ermöglichung eines menschenwürdiges Leben bis zum Tode, woraus sich drei Grundsätze ergeben: 1. Die persönlichen Wünsche und körperlichen, sozialen, psychischen und spirituellen Bedürfnisse des Sterbenden stehen im Mittelpunkt aller Begleitung. 2. Sor-geum eine weitestmögliche Beschwerde- und Schmerzfreiheit. 3. Weitestmögliche Freiheit des Sterbenden in der Gestaltung des noch verfügbaren Lebens und volle Respektierung und Unterstützung in seiner Entscheidung über Art und Ausmaß der Therapie. Die Charakteristika des Hospizes (Vorrang des ambulanten vor dem stationären Hospiz, ganzheitliche Betreuung und spezifische palliative Therapie, „wie zu Hause leben“ aufgrund einer überschaubaren Größe des Hospizes, prinzipielles Einbeziehen und zeitliches Mitwohnen der Angehörigen und Freunde, unverzichtbare Mitarbeit von Ehrenamtlichen, spezifische Vorbereitung und Ausbildung der Mitarbeitenden, gemeindenahe Vernetzung mit der Häuslichen Krankenpflege der Sozialstationen und anderer Pflegedienste, grundsätzlicher Motivations- und Einübungscharakter des stationären Hospizes für die Pflege und Begleitung zu Hause, Durchlässigkeit der verschiedenen Pflege- und Begleitsituationen vom vollstationären über teilstationären zum ambulanten Hospizdienst) verdeutlichen den neuen und eigenen Standort des ambulanten und stationären Hospizes als einer Einrichtung neben Krankenhaus und normalem Pflegeheim.Google Scholar
  2. 126.
    Beutel, Helmuth/Tausch, Daniela (Hgg.): Sterben - eine Zeit des Lebens. Ein Handbuch der Hospizbewegung. Stuttgart 1989. In vielen kleineren Beiträgen berichten Arzte, Schwestern, Psychologen, Theologen und Laienhelfer in diesem Buch von ihrer Arbeit in der Hospizbewegung. Das Handbuch ist in drei Teilen konzipiert. Der erste Teil reflektiert die Erfahrungen der Helfer beim Sterben, die immer zu Erfahrungen fürs Leben werden. Thematisiert werden dabei die Angst vor dem Sterben und mögliche Bewältigungsstrategien dieser Angst sowie die zentralen Fragen nach Abschied und Trauer sowie nach möglichen Kraftquellen für den Begleiter. Im zweiten Teil wird die Begegnung mit sterbenden Menschen ausgelotet. Erörtert werden hier Gestaltungsmöglichkeiten der Kommunikation mit Sterbenden sowie die Frage nach Wahrheit, Schmerzlinderung, Euthanasie, Abschied und Trauer sowie nach besonderen Problemen der Sterbebegleitung wie etwa der Frage nach Sinn und dem Umgang mit Toten. Im dritten Teil werden Organisationsformen und Initiativen der Hospizbewegung in Deutschland vorgestellt. Durch das breite Spektrum sowie die Kürze der behandelten Beiträge eignet sich dieses Handbuch auch für diejenigen, die sich allgemein mit der Endlichkeit ihres Lebens auseinandersetzen wollen.Google Scholar
  3. 127.
    Boulay, Shirley du: Cicely Saunders. Ein Leben für Sterbende. Innsbruck/Wien 1987. Trotz eines gewissen Pathos gelingt es Shirley du Boulay in dieser Biographie, in sehr lebendiger Weise Leben und Werk von Cicely Saunders, der Gründerin der modernen Hospizbewegung und des ersten Hospizes der Neuzeit, St. Christopher’s in London, nachzuzeichnen. Deutlich wird der oft mühsame Weg ihrer inneren und äußeren Entwicklung, bis sie schließlich ihre eigentliche Berufung erkannte und ihre Idee der Betreuung Sterbender in St. Christopher’s verwirklichen konnte. Neben ihrer vielseitigen Begabung, die sich in ihren verschiedenen Ausbildungen als Krankenschwester, Krankenfürsorgerin (Sozialarbeiterin) und als Ärztin äußerte, werden aber auch persönliche Verlusterfahrungen mitempfunden, die sie für die besonderen Bedürfnisse Sterbender sensibilisierten. Darüber hinaus werden auch weniger bekannte Aspekte ihrer Entwicklung deutlich, so z.B. die Einbindung der Hospizidee in eine größere Tradition, der sie freilich mit ihrem Einsatz zum entscheidenden Durchbruch verholfen hat. Deutlich wird auch die enge Verknüpfung von medizinischem und religiösem Engagement, die den Geist von St. Christopher’s in einer Atmosphäre der grundsätzlichen Annahme jedes Menschen prägt, ohne sich in missionarischem Eifer zu verlieren. So erweist sich diese Biographie trotz der unverkennbaren Verehrung Cicely Saunders seitens der Autorin zum besseren Verständnis von Intention und Verwirklichung der Hospizarbeit als hilfreichGoogle Scholar
  4. 128.
    Buckingham, Robert W.: Hospiz -Sterbende menschlich begleiten. Vorw. zur dt. Ausg. von Gustavs Everding. Aus dem Amerik. übers. von Michael Donie. Freiburg i.Br./Basel/Wien 1993 (The Complete Hospice Guide. New York 1983). Robert W. Buckingham stellt in seinem Hospizführer Geschichte und Idee des modernen Hospizgedankens vor, vermittelt wichtige Erfahrungen aus der praktischen Hospizarbeit und erläutert dabei zentrale medizinische und gesundheitspolitische Aspekte dieser Form der Begleitung von SterbendenGoogle Scholar
  5. 129.
    Evangelische Gesellschaft Stuttgart e.V. (Hg.): Hospiz — Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen (= Beiträge zu Diakonie, Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Psychotherapie und Theologie 4). Stuttgart 1988. Die Broschüre “Hospiz — Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen” faßt Referate zusammen, die beim 1. Stuttgarter Hospiz-Kolloquium am 8. Februar 1988 gehalten wurden. Veranstalter dieses Kolloquiums war die Arbeitsgemeinschaft Hospiz — Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen in Stuttgart. Zu dieser Arbeitsgemeinschaft gehören die Evangelische Diakonissenanstalt Stuttgart, die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Stuttgart und die Evangelische Gesellschaft Stuttgart e.V. Die einzelnen Beiträge gelten den theologischen Dimensionen der Sterbebegleitung (Martin Klumpp), dem Schmerz als Herausforderung des Arztes (Petra R. Muschaweck), der ambulanten Begleitung des Hausbetreuungsdienstes der Palliativ-Station in Köln als Modell (Birgit Eichler), den hilfreichen Erfahrungen für Sterbende und ihre Angehörigen (Reinhard Tausch) sowie der Stuttgarter Untersuchung zu Wünschen, Bedürfnissen, Ängsten und Einschätzungen zum Sterben (August bis Oktober 1987, Daniela Tausch).Google Scholar
  6. 130.
    Fried, Anne: Wo man in Frieden sterben kann. Die Hospiz-Bewegung. Wuppertal 1988. Anne Fried stellt in diesem Buch aus christlicher Sicht Idee, Entstehung und Arbeit der Hospizbewegung im In- und Ausland dar.Google Scholar
  7. 131.
    Dingwerth, Paul: Lebenshilfe im Sterben. Von den Anfängen der Hospizbewegung und von ihren Zielen. In: Bibel und Kirche 47 (1992), 78–86. Mit ihrer Tagung “Sterbekliniken in Deutschland” im Jahre 1979 hat die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart maßgeblich die Diskussion der Hospizidee in Deutschland gefördert und zu einem allmählichen Bewußtseinswandel von der Aufmerksamkeit auf die Bedingungen des Sterbens bis zur Einrichtung der ersten Hospize in Deutschland beigetragen. In diesem Aufsatz bilanziert der Akademiereferent Paul Dingwerth ausgehend von eigenen Erfahrungen in der Begleitung Sterbender diese Entwicklung, wobei er anhand der neuen Bedingungen für das Sterben die notwendige Reaktion der Hospizbewegung aufzeigt. Am Beispiel von St. Christopher’s schildert er sodann das spezifisch Neue dieser Sterbebegleitung, die im englischsprachigen Raum bereits auf die lange Tradition der ganzheitlichen Terminal Care zurückgreifen konnte, die dort in unterschiedlichen Organisationsformen Hilfe für die Sterbenden anbietet. Abschließend skizziert er die Geschichte der Hospizbewegung in Deutschland, die sich auch bei uns in vielen verschieden Organisationsformen durchgesetzt hat.Google Scholar
  8. 132.
    Godzik, Peter/Pfisterer, Karl Dietrich/Pleitner, Henning (Hgg.): “... daß die Gemeinde zum Hospiz werde”. Dokumentation der Klausurtagung “Hospiz” des Diakonischen Werkes der EKD vom 18.–20. Februar 1992 im Deutschen Institut für Ärztliche Mission in Tübingen. Stuttgart 1992. “... daß die Gemeinde zum Hospiz werde”, war eine der zentralen Forderungen auf der Klausurtagung “Hospiz”, zu der vom 18.–20. Februar 1992 auf Einladung des Diakonischen Werkes der EKD im Deutschen Institut für Ärztliche Mission (Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus) 29 Vertreter aus der Leitungsebene von Diakonie und Kirchen, aus betroffenen Fachverbänden und aus verschiedenen Hospizinitiativen in Tübingen zusammengekommen waren. Ergebnis der Klausurtagung war die einstimmige Verabschiedung einer “Erklärung”, in der die Arbeit der verschiedenen Hospizinitiativen insgesamt begrüßt und die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft Hospiz beschlossen wurde. In ihrem ersten Teil zeichnet die Dokumentation chronologisch geordnet den Verlauf der Tagung und den jeweiligen Diskussionsverlauf nach. Die Veröffentlichung der Dokumente und Materialien im zweiten Teil dient der Illustrierung und Vertiefung der Tagungsinhalte. Pädagogisch relevant sind vor allem die Anfragen der Erziehungswissenschaft zur Hospizbewegung von Frau Prof. Dr. Erika Schuchardt im ersten Teil sowie das Ausbildungsprogramm zur HospizmitarbeiterIn der Bremer Hospiz-Hilfe im zweiten Teil.Google Scholar
  9. 133.
    Landeswohlfahrtsverband Württemberg-Hohenzollern (Hg.): Hospize — Konzepte und Erfahrungen. Protokoll einer Anhörung am B. September 1988 in Stuttgart. Stuttgart 1988. Ausgehend von den Defiziten der modernen Gesellschaft im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer hat der Landeswohlfahrtsverband WürttembergHohenzollern am 8. September 1988 zu einer Anhörung von Vertretern von Initiativen und Einrichtungen in das Rathaus der Landeshauptstadt Stuttgart eingeladen. Angesprochen wurden Vertreter der Hospize “Haus Hörn”, Aachen, “Zum Heiligen Franziskus” , Recklinghausen, der Hospizinitiative des DRK-Kreisverbandes, Ludwigsburg, der Arbeitsgemeinschaft Hospiz-Begleitung Sterbender, Stuttgart sowie der Sitzwachengruppe des Treffpunktes Senior, Stuttgart. In ihrem Statement sollten die Vertreter dieser Hospize und Einrichtungen dabei konkret Stellung nehmen zu der Frage nach den tatsächlichen bzw. möglichen Adressaten der Hospizhife, zur Notwendigkeit der Hospize, zu dem Anforderungsprofil an ein stationäres Hospiz (personell, organisatorisch, räumlich, finanziell), zu den Möglichkeiten der Finanzierung eines Hospizes und zu ihrer Einschätzung der noch bestehenden Hindernisse auf dem Weg ihrer Durchsetzung.Google Scholar
  10. 134.
    Lutherisches Kirchenamt der VELKD (Hg.): “Hospiz-Bewegung”. Ein Arbeitsbericht für die Generalsynode der VELKD (= Texte aus der VELKD 39/1990), Hannover 51993 (11990). Ziel des Arbeitsberichtes “Hospiz-Bewegung” für die Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands ist es, neben Anregungen für den sozialpolitischenBereich vor allem Hinweise und Hilfen zur Einschätzung der Hospiz-Bewegung im kirchlichen Bereich zu geben. In erster Linie soll die Aufnahme der Impulse der Hospiz-Bewegung und deren Vermittlung in bestehende Einrichtungen erleichtert werden. Darüber hinaus soll die Modelleinrichtung einzelner Hospize (stationär und/oder ambulant) in freier Trägerschaft aus christlicher Verantwortung zur Ergänzung des bisherigen Angebotes gefördert werden. Schließlich aber soll durch diese Stellungnahme allgemein dem Thema “Seelsorgerliche Begleitung Sterbender” vermehrt Aufmerksamkeit gewidmet werden. Im einzelnen nimmt der Arbeitsbericht zu Zielen und Inhalten, Verdiensten und verbleibenden kritischen Anfragen an die Hospizbewegung Stellung. Sodann werden Folgerungen und Konsequenzen für Krankenhäuser, Sozialstationen, Alten- und Pflegeheime, Kirchengemeinden, Hospize und für die Sozialpolitik gezogen. Insgesamt sieht der Arbeitsbericht somit die Hospizbewegung als positive Chance für die Umsetzung und Ermöglichung eines würdigen und im tiefsten Sinne menschlichen Sterbens.Google Scholar
  11. 135.
    Pfisterer, Karl Dietrich/Kottnik, Roswitha (Hgg.): Hospiz. Begleitung in der Zeit des Sterbens. Dokumentation zur Hospizbewegung. Stuttgart 1993. Diese Materialsammlung bietet Texte und Dokumente zum gegenwärtigen Stand der Hospizbewegung in Westdeutschland. Sie ist entstanden aus der Zusammenarbeit zwischen dem Diakonischen Werk der EKD und dem Deutschen Caritasverband. Im ersten Teil sind in der “Tübinger Erklärung” und der “Verabredung zur Zusammenarbeit zwischen dem Diakonischen Werk der EKD und dem Deutschen Caritasverband” grundsätzliche Überlegungen zur Hospizarbeit enthalten. In einem zweiten Teil werden modellhaft die drei Formen von Hospizarbeit vorgestellt, mit denen z.Zt. bundesweit gearbeitet wird (stationäres Hospiz, ambulante Betreuung und Palliativstationen, Sterbebegleitung in Alten- und Pflegeheimen). Der dritte Teil der Dokumentation umfaßt Material aus der Tagung “Finanzierung Hospiz”, die im März 1993 vom Diakonischen Werk der EKD in Bonn veranstaltet wurde. Der vierte Teil stellt einige Modelle für die Aus- und Fortbildung ehrenamtlicher Hospizmitarbeiterinnen und -mitarbeiter vor (Projekt “Sterbende begleiten” der VELKD, Orientierungshilfe Bildungsarbeit der Hospizinitiativen und Hospize “Hospiz” in NRW, Fortbildung “Hospiz” der Badischen Landeskirche, Fortbildungskonzept “Hospiz” im Franziskus-Hospiz Hochdahl). Im fünften Teil sind Patientenverfügungen und die Hospizdokumentation aus der VELKD abgedruckt. Die Dokumentation schließt mit einer Adressenliste aller Hospizgruppen und Organisationen vom Stand 5.6.93.Google Scholar
  12. 136.
    Saunders, Cicely/Baines, Mary: Leben mit dem Sterben. Betreuung und medizinische Behandlung todkranker Menschen. Aus dem Engl. übers. von Irmela Erckenbrecht. Bern/Göttingen/Toronto 1991 (Living with Dying. The Management of Terminal Disease, Oxford University Press 21989). Die Betreuung und Behandlung Sterbender ruft bei den Helfern zunächst meist große Verunsicherung und Hilflosigkeit hervor, deren Ursachen vielfältig sind. So impliziert die Betreuung Sterbender scheinbar die vollständige Negation der ärztlichen Heilkunst, die ja auf Heilung des Menschen ausgerichtet ist. Zudem löst eine unheilbare Krankheit bei Patienten und ihren Angehörigen ein großes Potential an Emotionalität aus, das sich häufig in eindeutigen Schuldzuweisungen äußert. Zur Bewältigung dieser Situation scheint neben einem gewissen Fachwissen eine große Bereitschaft zur Kommunikation gleichermaßen notwendig, um eine wirksame Betreuung und Pflege Sterbender leisten zu können. So geht es den beiden Autorinnen dieses Buches trotz vielfältiger praktischer Tips, die ihrer langjährigen Tätigkeit am St. Christopher’s Hospice in London entstammen, in erster Linie um die Vermittlung grundsätzlicher Prinzipien im Umgang mit sterbenden Menschen. Alle Bemühungen müssen dabei ganzheitlich an den Bedürfnissen der Patienten orientiert sein, so daß neben einer wirksamen Schmerztherapie und Symptomkontrolle auch die Einbeziehung der psychosozialen Komponenten des Schmerzes zu ihrer medizinischen Betreuung gehört. Der wesentliche Erfolg dieser Behandlungsmethode für Patienten und ihre Angehörigen, die in die Betreuung gleichermaßen mit einbezogen werden, liegt dabei in der gewonnenen Zeit, in der vergangene Probleme gelöst und Perspektiven für die Zukunft entwickelt werden können. Ein Schlagwortverzeichnis am Ende des Buches erleichtert die praktische Arbeit mit dieser präzisen und leicht verständlichen Einführung in die Grundsätze der Hospizarbeit.Google Scholar
  13. 137.
    Student, Johann-Christoph: Lebenshilfe bis zum Ende: Die Hospizbewegung. In: Wagner, Harald (Hg.): Verwilderung von Sterben, Tod und Trauer. Frankfurt/Main 1991, 147–186. In diesem Beitrag zeichnet Johann-Christoph Student in groben Zügen Idee und Verwirklichung der Hospizbewegung nach. Ausgehend von den Defiziten der modernen Gesellschaft im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer, die Philippe Aries als “Verwilderung” beschrieben hat, beleuchtet er sodann die ambivalente Funktion der Medizin in dieser “Verwilderung”, bevor er dieser Situation Idee und Verwirklichung der Hospizidee entgegensetzt. Der Schwerpunkt seiner Darstellung liegt dabei auf dem Handlungskonzept des Hospizes, das er in fünf Minimalanforderungen der Fürsorge für Sterbende zusammenfaßt. Er schließt seine Überlegungen mit einem Ausblick auf die derzeitige Situation in Deutschland sowie einer Erörterungen der Bedingungen, die notwendig sind, um einem Angehörigen das Sterben zu Hause zu ermöglichen. Abschließend faßt er die Anfoderungen an die Ausbildung der Mitarbeiter eines Hospizes zusammen.Google Scholar

3.2 Sterbebegleitung/Sterbehilfe

  1. 138.
    Becker, Paul/Eid, Volker (Hgg.): Begleitung von Schwerkranken und Sterbenden. Mainz 21988 (11984). Der Sammelband beginnt mit Erfahrungsberichten: des Arztes, der Krankenschwester, bei Kindern und der Seelsorge; diese Erfahrungsberichte sind immer mit ausführlichem Hintergrundmaterial versehen. Besonders der Bericht zum Umgang mit sterbenden Kindern nimmt auch praktische Anregungen auf (Träume, Zeichnen, Modellieren u.a.). Im 2. Teil werden Aspekte für die Reflexion der Erfahrungen gegeben: zur Wahrheit am Sterbebett (F. Rest), zur verbalen und nonverbalen Kommunikation (U.V. Wisiak), zum Umgang mit Familie und Freunden (R. Schmitz-Scherzer). Der 3. Teil nimmt philosophische, sozialwissenschaftliche (F:Menne), psychologische, theologische (V. Eid) und juristische (A.Eser) Aspekte auf. Insgesamt handelt es sich um eine umfassende Darstellung der praktischen Erfahrungen und ihrer wissenschaftlichen Grundlagen, engagiert und auch für Laien sehr verständlich.Google Scholar
  2. 139.
    Bowers, Margaretta K./Jackson, Edgar N. /Knight, James A./Leshan, Lawrence: Wie können wir Sterbenden beistehen? München 31973 (11991) (Counseling the Dying. New Jersey 1964). Aus dem Bewußtsein einer weithin defizitären Kommunikation mit Sterbenden berichten in diesem Buch eine Psychotherapeutin, ein Professor der Psychiatrie, ein klinischer Psychologe und ein Seelsorger über ihre langjährige therapeutische Arbeit mit Sterbenden. Nachdem in einem ersten Schritt die Voraussetzungen für den Umgang mit Sterben und Tod in der Moderne geklärt werden, wird in einem zweiten Schritt zwischen einem unpersönlichen, einem inter- und einem intrapersonalen Tod unterschieden, die jeweils unterschiedliche Auswirkungen auf die hierdurch ausgelösten Gefühle haben, die von Verdrängung bis zur Annahme des Todes reichen. Jede wirksame Psychotherapie für Sterbende aber muß zunächst die Abwehrmechanismen der Gesunden thematisieren, um sowohl Überidentifikation als auch Fluchtreaktionen zu vermeiden. Ziel der therapeutischen Arbeit mit Sterbenden ist die Selbstbejahung und Weckung der schöpferischen Kräfte des Moribunden. Darüber hinaus nehmen die Autoren zur Frage der Wahrheit am Krankenbett, zur Frage nach dem Sinn von Krankheit und Tod und zur Bedeutung des Glaubens Stellung. Nicht das Sterben an sich, sondern die Persönlichkeit des Patienten steht somit im Zentrum jeder Sterbebegleitung. Diese interdisziplinäre Arbeit ist ein weiteres Beispiel dafür, daß viele grundsätzlichen Erkenntnisse der Thanatologie schon lange vor ihrer deutschen Rezeption im angloamerikanischen Raum formuliert wurden.Google Scholar
  3. 140.
    Buckmann, Robert: Was wir für Sterbende tun können. Praktische Ratschläge für Angehörige und Freunde. Unter Mitarb. von Ruth Gallop und John Martin. Aus dem Engl. übertr. von Odette Brändli und Evi Glauser. Zürich 21991 (11990) (I Don’t Know What to Say. How to Help and Support Someone Who is Dying. Toronto 1988). In diesem Buch will Robert Buckmann zeigen, wie Freunde und Angehörige Schwerstkranker mit ihren eigenen Ängsten und (Schuld)Gefühlen umgehen können und lernen können, auf den Sterbenden einzugehen, aber auch vielfältige praktische Probleme zu lösen. Inhaltlich gliedert sich das Buch in drei große Abschnitte. Der erste Teil ist der Kommunikation mit Sterbenden gewidmet, wobei beide Aspekte, sowohl das Reden mit einem Todkranken, als auch das einfühlsame Zuhören bedacht werden. Der zweite Hauptteil bezieht sich auf den Tod als Übergang, wobei neben den Sterbephasen die Auseinandersetzung mit der Bedrohung, das Kranksein, das letzte Stadium, der Abschied sowie die Sinnfrage besonders reflektiert werden. Die eigene Standortbestimmung im Erleben von Bedrohung, Kranksein und der terminalen Krankheitsphase wird dabei erleichtert durch die Frage nach den Gefühlen des Patienten, nach den eigenen Gefühlen und dem jeweils möglichen Beistand. Der dritte Teil enthält praktische Hinweise zur Pflege eines Sterbenden sowie Reflexionen zur Situation der unterschiedlichen Bezugsgruppen (Verlust eines Elternteils, des Partners oder der Partnerin, eines Bruders oder einer Schwester, eines Freundes oder einer Freundin, Reaktionen eines Kindes auf den Tod eines Elternteils oder eines Geschwisters) und Überlegungen zum Umgang mit AIDS und Krankheiten, die zu Demenz führen.Google Scholar
  4. 141.
    Condrau, Gion/Sporken, Paul: Sterben — Sterbebeistand. In: Christlicher Glaube in moderner Gesellschaft. Bd. 10, Freiburg i.Br. 1980, 85–116. Trotz einer Haltung tiefer Menschlichkeit auf seiten der Helfer verhindern strukturelle Bedingungen in der modernen Gesellschaft häufig ein humanes Sterben. In diesem Beitrag analysieren Gion Condrau und Paul Sporken den psychologischen und theologischen Hintergrund menschenwürdigen Sterbens und Sterbebeistandes. Gion Condrau geht dabei ein auf die Einstellungen zum Sterben heute, auf die Spannung zwischen Todesangst und Todessehnsucht, auf den Themenkomplex Altern und Sterben und auf die Frage nach dem Daseinssinn angesichts des Sterbens. Paul Sporken skizziert die Grundzüge seiner an den Bedürfnissen des Sterbenden orientierten Konzeption eines Sterbebeistandes. Dieser Beistand zu einem menschenwürdigen Sterben erweist sich für ihn als unentbehrliche Voraussetzung der christlichen Verkündigung, daß der vom Tode auferstandene Jesus dem Sterben einen tieferen Sinn verliehen und dem Sterbenden eine neue Zukunft eröffnet hat.Google Scholar
  5. 142.
    Duda, Deborah: Für Dich da sein, wenn Du stirbst. Vorschläge zur Betreuung. Aus dem Amerikan. übers. von Evelyn Bohne und Jürgen F. Horsch. München 41993 (11989) (A Guide to Dying at Home, 11982). Aus ihrer eigenen Erfahrung in der Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen in den USA will Deborah Duda mit diesem Buch allen den Menschen Mut machen, die den Wunsch eines Sterbenden nach Heimkehr in einem ganz wörtlichen Sinn erfüllen möchten. Über ganz konkrete Tips für den pflegerischen Umgang mit einem sterbenden Menschen zu Hause vermittelt dieses Buch Grundüberlegungen zu allen Dimensionen des Sterbens. Zu den behandelten Themen gehören neben der Diskussion des Sterbens zu Hause und medizinischer Erwägungen zur Betreuung der Sterbenden Überlegungen zum Zusammensein mit einem Sterbenden, praktische Hinweise für die Pflege, die Diskussion der durch diesesGoogle Scholar
  6. Sterben ausgelösten Gefühle, eine geleitete Sterbemeditation, Hinweise zur Vorbereitung auf den Tod und das Danach und Überlegungen zur Trauer und zum Leben nach dem Tod. Das Buch wird ergänzt durch einen Anhang zur derzeitigen Situation der Hilfsangebote in Deutschland, die die Angehörigen in der Pflege eines Sterbenden zu Hause unterstützen.Google Scholar
  7. 143.
    Engelke, Ernst/Schmoll, Hans-Joachim/Wolff, Georg (Hgg.): Sterbebeistand bei Kindern und Erwachsenen. Stuttgart 1979. Dieser interdisziplinäre Sammelband zeugt von dem intensiven Bemühen der siebziger Jahre, Aufgaben, Möglichkeiten und Schwierigkeiten der beruflichen Sterbebegleitung aus verschiedenen Disziplinen zu sondieren. Die meisten der hier veröffentlichten Vorträge stammen aus der Tagung “Sterbebeistand bei Kindern und Erwachsenen — Aufgabe und Ohnmacht” , die an der Medizinischen Hochschule Hannover am 4. und 5. November 1977 gehalten wurde. Im einzelnen umfassen die Beiträge die historische und soziale Dimension des Umgangs mit Sterbenden (Fritz Hartmann, Ernst Engelke, Hans-Joachim Schmoll), Aufgabe und Ohnmacht des Sterbebeistandes (Paul Sporken), die Begleitung sterbenskranker Kinder (Georg Wolff, Erika Ostermann), subjektive Sterbeerlebnisse von Wiederbelebten (Paul Becker) sowie methodische und didaktische Fragen der Aus-, Fort- und Weiterbildung für den beruflichen Umgang mit Sterbenden (Hans-Christoph Piper, Ernst Engelke, Karl Köhle und Angelika Erath-Vogt, Paul Sporken, Uwe Koch und Christoph Schmeling).Google Scholar
  8. 144.
    Falck, Ingeborg (Hg.): Sterbegleitung älterer Menschen. Berlin 1980. Für eine historische Betrachtung der Entwicklung von Sterbebegleitung in der Bundesrepublik interessante Arbeit, da sie auf der grundsätzlichen Ablehnung der Spezialeinrichtungen (1979) wie der Hospize aufbaut. Lediglich der Beitrag von Franco Rest unterscheidet sich von dieser Grundeinstellung; sein Beitrag ist einer der ersten, die solche Einrichtungen in Deutschland wissenschaftlich absichert. Erst 1985 kam es zu entsprechenden Gründungen. Der Ausgangspunkt für diese Entwicklung ist hier deutlich zu umreißen, zumal wissenschaftliche Begründungen z.B. für den Haupteinsatz der Seelsorger versucht werden. In der Mitte des Buches steht eine Wut-Liste, welche die festgestellten Unzulänglichkeiten erhellt. Ein Beitrag (J. Cervos-Navarro) begründet die Sinnhaftigkeit der enzephalistischen Todesdefinition, wobei er die Folgen für die Altersverwirrtheit außer acht läßt.Google Scholar
  9. 145.
    Goddenthow, Diether Wolf von (Hg.): Mit dem Tod leben. Sterbebegleitung und praktischer Rat. Freiburg i.Br. u.a. 1989. Das Sammelwerk besteht aus mehreren Teilen: 1. Mit dem Tod leben, eine essayistische Auseinandersetzung mit denTodesbildern der Gegenwartsgesellschaft; 2. Menschenwürdig sterben, drei Beiträge zur Physiologie, Schmerzkontrolle besonders in der Hospizbewegung, psychische Aspekte der Sterbebegleitung; 3. Trauerarbeit, zur neuen Kultur der Trauerhilfen und zu den Selbsthilfegruppen; 4. Bilder des Todes, eine geschichtliche Betrachtung der Darstellung des Todes in Literatur und Kunst (leider ohne Abbildungen); 5. Praktischer Rat, vom Nachlaß und Testament über Steuerprobleme bis zur Bestattungssorge. Der Anhang erfaßt einige wichtige Adressen.Google Scholar
  10. 146.
    Godzik, Peter/Muschaweck, Petra-R.: Laßt mich doch zu Hause sterben. Gütersloh 1989. Einer der wenigen Quellenbände, die sich ausschließlich mit der häuslichambulanten Arbeit befassen. Die Beiträge sind praxisorientiert und leicht faßlich. Sie wenden sich vor allem an pflegende Angehörige und an Alltagsberufe.Google Scholar
  11. 147.
    Hendriks, Wiltrud: Mit Sterbenden leben. Verführung zur Barmherzigkeit. Lutherisches Verlagshaus. Hannover 21988. Besinnliche Berichte einer Krankenhausseelsorgerin über Begegnungen mit Kranken und Sterbenden und die Bedeutsamkeit gemeinsamer Gespräche.Google Scholar
  12. 148.
    Hepp, Hermann: Hilfe zum Sterben? Hilfe beim Sterben! Mit Beitr. von Arno Anzenbacher, Dieter Birnbacher, Dieter Giesen, Johannes Gründel, Hermann Hepp, Eberhard Schockenhoff, Klaus Wilms. Düsseldorf 1992. Dieser Sammelband veröffentlicht die Beiträge der Tagung “Der Wert des Lebens — zur lebensgefährlichen Diskussion um aktive Sterbehilfe”, die die Katholische Akademie in Bayern zusammen mit der Domschule in Würzburg am 19./20. Oktober 1991 veranstaltet hat. Im interdisziplinären Gespräch zwischen Philosophen, Juristen, Ärzten und Theologen wurde versucht, auf die vielschichtigen Fragen im Zusammenhang mit der aktiven Sterbehilfe eine Antwort zu finden. Die Beiträge verstehen sich als eindringliches Plädoyer für den Schutz des Lebens. Die für den Bereich der Erziehungswissenschaften relevanten Aufsätze sind einzeln aufgenommen.Google Scholar
  13. 149.
    Howe, Jürgen: Psychologische Gesichtspunkte bei der Begleitung Sterbender. In: Marx, Reiner/Stebner, Gerhard (Hgg.): Perspektiven des Todes. Interdisziplinäres Symposion I. Heidelberg 1990, 159–169. Immer mehr Menschen in Deutschland sterben in Krankenhaus oder Altersheim, so daß bestimmte Berufsgruppen das Sterben immer häufiger direkt miterleben, ohne jedoch auf die psychosoziale Dimension des Sterbeprozesses in ihrer Ausbildung vorbereitet worden zu sein. Die Unsicherheit im Umgang mit Sterbenden und ihren Angehörigen wird zusätzlich durch den Verlust an kollektiven Sinnangeboten und daraus ableitbaren Handlungsregeln verstärkt. In dieser Situation ist die Psychologie nach Howe gefordert, mehr als bisher mögliche Hilfen für Sterbende, ihre Angehörige sowie die beteiligten Berufsgruppen zu reflektieren. Eine wesentliche Grundfrage stellt in diesem Zusammenhang der Beginn des Sterbens dar, da der Patient erst durch das fachliche Urteil des Arztes offiziell zu einem Sterbenden mit allen psychischen und sozialen Konsequenzen werde. Die Aufklärungssituation muß hierbei zahlreiche Faktoren berücksichtigen, persönliche Ängste und Verdrängungsmechanismen des Betroffenen ebenso wie seine Vorinformation und Bewältigungskapazität. Auch Erleben und Verhalten terminaler Patienten muß stärker in die Behandlung einbezogen werden, was Howe an den Stichwörtern Verdrängung bzw. Verleugnung des nahenden Todes, Lebensbilanz, Frage nach dem Sinn und antizipatorische Trauer der Sterbenden wie ihrer Angehörigen verdeutlicht. Wichtig erscheint hierbei vor allem eine vertiefte Kenntnis über den menschlichen Umgang mit der Realität des Todes, um frei von vorgefaßten Erwartungen dem terminalen Patienten ein selbstbestimmtes Sterben zu ermöglichen. Empathische Interventionen und sensibles Eingehen auf die Sterbenden müssen jedoch nach Howe gesamtgesellschaftlich getragen sein.Google Scholar
  14. 150.
    Schmatz, Franz: Sterbebeistand. Heilssorge um den ganzen Menschen. Wien 1982. Ausgehend von der Überzeugung, daß die Theologie neben der Medizin und den Humanwissenschaften einen unverzichtbaren Beitrag zu einem umfassenden, ganzheitlichen Sterbebeistand leisten kann, untersucht Franz Schmatz in seiner detaillierten und kenntnisreichen Habilitationsschrift die Situation des kirchlichen Sterbebeistandes im deutschsprachigen Raum. Fruchtbar wird seine pastoraltheologische Analyse vor allem durch einen erweiterten Begriff des Sterbebeistandes im Sinne einer frühzeitigen Begleitung einer Einübung in ein christliches und menschenwürdiges Sterben, die bereits lange vor einer tödlichen Erkrankung beginnen muß. Dieser indirekte Sterbebeistand scheint ihm eine notwendige Voraussetzung jedes zukünftigen direkten Sterbebeistandes auf breiter Basis. Inhaltlich gliedert sich seine Untersuchung in drei große Abschnitte. In einem ersten Kapitel erhebt er den Ist-Zustand von Sterben und Tod in der Moderne, dem er in einem zweiten Kapitel den Anspruch einer christlichen Sterbebegleitung gegenüberstellt. In einem dritten Kapitel überprüft er die Verwirklichung dieses Anspruches zwischen Realität und Ideal, wobei in diesem Abschnitt neben den Bedingungen eines menschenwürdigen Sterbens in der Kirchengemeinde auch der Verwirklichung eines indirekten Sterbebeistandes im Leben der Menschen überhaupt, aber auch im Zusammenhang des schulischen Religionsunterrichtes, der Jugendpastoral und der Aus- und Weiterbildung der Seelsorger ein breiter Raum gewidmet wird. Konkretisierungsvorschläge für die praktische pastorale Arbeit runden seine Untersuchung ab.Google Scholar
  15. 151.
    Schockenhoff, Eberhard: Den eigenen Tod annehmen. Sterbehilfe und Sterbebegleitung aus theologischer Sicht. In: Hepp, Hermann: Hilfe zum Sterben? Hilfe beim Sterben! Mit Beitr. von Arno Anzenbacher, Dieter Birnbacher, Dieter Giesen, Johannes Gründel, Hermann Hepp, Eberhard Schockenhoff, Klaus Wilms. Düsseldorf 1992, 108–126. Zwischen künstlicher Lebensverlängerung und aktiver Euthanasie stellt die Sterbebegleitung als Hilfe zur Annahme des eigenen Todes die dritte Alternative einer humanen Sterbehilfe dar. Den Arzt, die Krankenschwester und den Pfleger sowie die Familienangehörigen und Freunde stellt die Sterbebegleitung dabei vor unterschiedliche, jedoch unverzichtbare Aufgaben. Für den Christen wird die Begleitung Sterbender zu einer Herausforderung seines persönlichen Christseins und Glaubens. Sterbebegleitung als Bewährung menschlicher Solidarität ist jedoch immer das Ergebnis gelebter Beziehungen, daher kann nicht in der letzten Lebensphase noch nachgeholt werden, was im ganzen Leben versäumt wurde. Insofern beinhaltet christliche Sterbehilfe als menschliche Solidarität im Sterben und als Anleitung zur Annahme des eigenen Todes immer auch eine gesellschaftskritische Dimension, da sie das Ungenügen des heute vorherrschenden, auf Individualisierung ausgerichteten gesellschaftlichen Leitbildes aufzeigt.Google Scholar
  16. 152.
    Schockenhoff, Eberhard: Sterbehilfe und Menschenwürde. Begleitung zu einem “eigenen Tod”. Regensburg 1991. Der Begriff des “eigenen” Todes ist ursprünglich in Abgrenzung zur Anonymität und Entfremdung des Todes im Krankenhaus entstanden, der immer noch weitgehend von der “Apparatemedizin” gekennzeichnet ist. Zwischen künstlicher Lebensverlängerung und aktiver Euthanasie bezeichnet dieser Begriff zugleich auch die Idee eines umfassenden menschlichen Sterbebeistandes, der sich als Hilfe zur Annahme des eigenen Todes versteht, die als letzte Lebensaufgabe vom Sterbenden geleistet werden muß. Zur Begründung dieses Konzeptes analysiert Eberhard Schockenhoff in einem ersten Schritt das gesellschaftliche und sozialpsychologische Umfeld, das in der Moderne die Erfahrung des Sterbens und die Einstellung zu Sterben und Tod bestimmt. In einem zweiten Schritt wird dann die ethische Problematik von Euthanasie und Sterbehilfe erörtert, von denen alternativ der Sterbebeistand als Hilfe beim eigenen Tod unterschieden wird. Abschließend werden Überlegungen zum christlichen Sterbebeistand und zur (lebenslangen) Einübung ins Sterben aus dem Glauben skizziert. Sterbebeistand erscheint hier zugleich als letzte Aufgabe mitmenschlicher Solidarität und als Auftrag einer bewußten Sterbevorbereitung, die für den Christen zur letzten Bewährungsprobe seines Glaubens wird.Google Scholar
  17. 153.
    Spiegel-Rösing, Ina/Petzold, Hilarion (Hgg.): Die Begleitung Sterbender. Theorie und Praxis der Thanatotherapie. Paderborn 1984. Das Buch diente der Begründung einer sog. Thanatotherapie auf der Grundlage gestalttherapeutischer Arbeit, die sich jedoch wohl mit der Zeit als eine Sackgasse herausstellte. Trotzdem ist das Buch außerordentlich aspektereich geschrieben und holt sehr weit aus: von einer Wissenschaftstheorie der Thanatologie bis zu Praxisberichten aus der Tumortherapie, der Intensivstation, dem Altenheim und der Seelsorge-Beglei-tung. Die psychotherapeutischen Ansätze werden ebenso ausführlich dargestellt wie der ethische Kontext. Der wissenschaftliche Apparat der Beiträge ist ungewöhnlich umfangreich und erfaßt vor allem die englischsprachige Literatur. Es wird versucht, einen vollständigen Überblick der Konzepte, Methoden, Modelle, wissenschaftlichen Systeme und Hypothesen zu geben, die bis zum Beginn der 80er Jahre vorlagen. Es wird sichtbar, wie weit das wissenschaftliche Feld vorbereitet war, als die Hospizbewegung sich etablierte. Das wird in einem Beitrag (Petra Christian-Widmaier) besonders deutlich, in dem die verschiedenen beginnenden Alternativbewegungen im Kontext der traditionellen Versorgung (Krankenhaus, Altenheim) gesehen werden. Nur in einigen Beiträgen wird thematisiert, daß eigentlich kein therapeutisches Ziel definiert werden kann und darf, also auch nicht das friedvolle (“peaceful”) Sterben, dem jedoch viele Verfasser anhängen (z.B. S. Grof u.a.). Großen Widerhall in der Literatur haben die Beiträge zur Begleitung sterbender Kinder (D. Bürgin) und zur Seelsorge (C. Scheytt) gefunden. Grundlagen der Sterbeerziehung in didaktisch-methodischer Hinsicht bietet der Beitrag von K. Huck und H. Petzold, wobei es schwerpunktmäßig um die Fortund Weiterbildung von Fachkräften geht.Google Scholar
  18. 154.
    Sporken, Paul: Hast du denn bejaht, daß ich sterben muß? Eine Handreichung für den Umgang mit Sterbenden. Aus dem Niederl. von Hugo Zulauf. Düsseldorf 41992 (11981). Sterben ist und bleibt eine höchst individuelle Angelegenheit, doch findet diese immer in Beziehung mit Lebenden statt. Sterben ist daher ein Prozeß, an dem nicht nur der Sterbende, sondern auch alle Mitlebenden durch Nähe und Hilfe, Fluchtversuche, Bejahung und Protest beteiligt sind. Dieses zwischenmenschliche Geschehen, das zwischen dem Sterbenden und seinen Helfern stattfindet, ist Gegenstand dieses Standardwerkes jeder Sterbebegleitung. Die strukturierten theoretischen Betrachtungen und pastoralen Hinweise werden dabei ergänzt durch Praxiserfahrungen in Form von Beispielen und Gesprächen. Im einzelnen äußert sich Paul Sporken zur Definition der Begleitung im Unterschied zu Sterbehilfe und Sterbebeistand, zu den Orten des Sterbens, zum Beginn des Sterbeprozesses, zur Wahrheitsmitteilung, zur Annahme des Todes, zur Euthanasie und zur Hilflosigkeit des Helfers, die dieser sich eingestehen soll und darf. Vor allem aber wird deutlich, daß Sterbebeistand keine Professionalität verlangt, sondern durch empathisches Einfühlen von jedem erlernbar ist.Google Scholar
  19. 155.
    Sporken, Paul (Hg.): Was Sterbende brauchen. Freiburg i. Br. 1990 (11982). Die Beiträge dieses Buches entstammen einer von Paul Dingwerth moderierten Tagung der Katholischen Akademie Stuttgart-Hohenheim im November 1981 zur Frage der Sterbebegleitung. Neu an diesen Beiträgen sind nun nicht die hierin vermittelten Erkenntnisse, sondern die erneute Artikulation gewisser Grundgedanken und Teilaspekte zu praxisbezogenen Fragen des Sterbens und des Sterbebeistandes. Kernpunkt des Bandes ist die Erkenntnis, daß der Sterbende selbst seinen Weg gehen muß und daß sich jede Hilfe insofern ganz an seinen Bedürfnissen orientieren muß. Die Norm der Hilfe wird somit vom Sterbenden selber bestimmt und muß in jeder Situation neu entdeckt werden. Die Beziehung zum Sterbenden sollte dabei nicht durch berufliches Rollenverhalten oder durch den Gesichtspunkt der Funktionalität bestimmt sein, sondern durch Solidarität und die Bereitschaft, ein Stück des Lebensweges gemeinsam zu gehen. Immer ist das Einfühlen in die Situation des Kranken Ausgangspunkt und Voraussetzung jedes wirklichen Sterbebeistandes. Im einzelnen umfaßt das Buch Beiträge zu den Bedürfnissen Sterbender (Paul Sporken), zum Sterben im Krankenhaus (Markus von Lutterotti), zum Sterben zu Hause (Winfried Peitgen), zu den Grenzen im ärztlichen Handeln (Bernhard Welte) und ein Gespräch einer krebskranken Frau mit Paul Sporken, die eindrucksvoll ihr persönliches Krankheitserleben schildert.Google Scholar
  20. 156.
    Stadler, Christian: Sterbehilfe — gestern und heute. Bonn 1991. Seit den 80er Jahren wird unter dem Stichwort “Pflegenotstand” erneut über die Grenzen menschlichen Lebens diskutiert, nachdem die aktive Sterbehilfe durch die Euthanasiemorde der NS-Zeit lange Zeit tabuisiert war. Angesichts der Komplexität des Themas bietet Christian Stadler in seiner Untersuchung jedoch keine Patentrezepte an, sondern versucht, Ursachen und Hintergründe der derzeitigen Debatte deutlich zu machen. Zu diesem Zweck beginnt Stadler mit der Darstellung der ideengeschichtlichen Entwicklung des rassenhygienischen Paradigmas von Mitte des letzten bis Mitte diesen Jahrhunderts. Hieran schließt sich die Auseinandersetzung mit der “Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben” (DGHS) an, der als Alternative das Konzept der Hospizbewegung gegenübergestellt wird. In einem weiteren Abschnitt werden sodann die Gründe für die aktuelle Popularität der Sterbehilfeidee aufgezeigt. Neben ihrer philosophischen Legitimation durch den Utilitarismus Peter Singers, den dieser in seiner “Praktischen Ethik” (1984) dargelegt hat, erörtert Stadler hierbei die soziographische Bedeutung der Überalterung der Bevölkerung, technologisch die Apparate- und Intensivmedizin und psychosozial das Helfersyndrom und die Folgen des Pflegenotstandes. Nötig erscheint in diesem Zusammenhang ein Umdenken aller Menschen im Umgang mit Alter, Krankheit, Behinde-rung und Sterben, um Sterbehilfe als Begleitung beim statt als Hilfe zum Sterben leisten zu können.Google Scholar
  21. 157.
    Thiels, Cornelia (Co-Editor): Sterbebegleitung im Krankenhaus. Erfahrung mit Sterbenden. Schmerztherapie. Erfahrungen in der Hospizbewegung. Ärzte und Sterbende. In: Forum Gesundheitswissenschaften. Supplementband S 1, 2 (1991), Bielefeld 1991. In diesem Supplementband des Forums Gesundheitswissenschaften werden fünf Aufsätze zum Thema Sterbebegleitung veröffentlicht. In dem Beitrag “Sterben kommt vor dem Tod. Sterbebegleitung durch professionelle Helferinnen und Helfer im Krankenhaus” analysiert Elke Hotze das institutionelle Bedingungsfeld für eine menschliche Sterbebegleitung durch berufliche HelferInnen, wobei sie auch den gesellschaftlichen Umgang mit Sterben und Tod berücksichtigt. In der Untersuchung “Sterben ist das Schwierige am Werden. Sterbebegleitung” versucht Renate Schumacher darzulegen, daß die reflektierte Beziehungsfähigkeit, die die Sterbebegleitung erfordert, von Fachleuten wie Laien erlernbar ist. Bei beiden Aufsätzen handelt es sich um die Kurzfassung einer Diplomarbeit am Fachbereich Sozialwesen der FH Bielefeld. Die drei letzten Beiträge, “Schmerztherapie im Christophorus- Haus” (Thomas Flöter), “Lebenshilfe bis zum Tode — Hospizbewegung” (Brigitte Lipke) und “Von der Schwierigkeit der Ärzte im Umgang mit sterbenden Menschen” (Johann-Christoph Student) behandeln den spezifischen Beitrag der Hospizbewegung für eine menschliche Sterbebegleitung.Google Scholar

3.3 Methodik/Didaktik

  1. 158.
    Rest, Franco: Von der Wahrheit am Krankenbett. In: Becker, Paul/Eid, Volker (Hgg.): Begleitung von Schwerkranken und Sterbenden. Mainz 21988 (11984), 83ff. Durch die Einführung der Unterscheidung zwischen Wahrheit als einer persönlichen Kategorie, die nie im Griff eines Therapeuten oder Arztes wäre, und der Wirklichkeit, Diagnose, Realität, die niemals “Wahrheit” wären, weil sie abhängig sind vom erkennenden Subjekt, den diagnostischen Methoden und der Vorläufigkeit einer Realität, gelingt eine Klärung des schwierigen Problems der richtigen Information, zur richtigen Zeit, auf angemessene Weise. Die intrapersonale Wahrheit muß auf andere Weise in der Begleitung erreicht werden als durch die Erfüllung einer Mitteilungspflicht durch den Arzt.Google Scholar
  2. 159.
    Schnurre, Marina/Kreibich-Fischer, Renate: Ich will fliegen, leben, tanzen. Zwei Frauen arbeiten mit Krebskranken. Freiburgi.Br. 1992. Marina Schnurre und Renate Kreibich-Fischer berichten in diesem Buch von ihrer Arbeit mit krebskranken Menschen, denen sie helfen, einen ganz persönlichen Sinn in ihrer Erkrankung zu finden, um sie aus diesen vertieften persönlichen Verständnis besser bewältigen zu können. Zugleich zeigt sich, daß das Leben mit Krebskranken auch für die Gesunden eine wesentliche Bereicherung darstellt.Google Scholar

3.4 Universität und Lehrerausbildung

  1. 160.
    Brommer, Jürgen: Sterben und Tod als Lernbereich der Erwachsenenbildung. Eine explorative Studie zum Lehr-/Lerngeschehen im Themenbereich “Sterben und Tod”. Frankfurt/Main u. a. 1989 (Diss. 1988). Auf der Grundlage eines interdisziplinären Literaturberichtes aus Philosophie, Theologie, Psychologie, Soziologie und Erziehungswissenschaften/Erwachsenenbildung zum Thema Sterben und Tod sowie einer explorativen Studie zur Behandlung dieses Themenkomplexes in Erwachsenenbildungsangeboten begründet Jürgen Brommer in seiner Dissertation aus dem Jahre 1988 die Notwendigkeit organisierter Lernprozesse zu dieser Thematik. Ausgehend vom symbolischen Interaktionismus entfaltet er dabei zunächst die drei Kategorien, die Grundlage seiner weiteren Untersuchung sind: Sprechen über das eigene Sterben, Sprachfähigkeit und Ausformung der Bedeutung von Sterben und Tod, wobei die Betrachtung dieser bestimmten Lernprozesse durch den Deutungsmusteransatz ergänzt wird. Als Ergebnis seiner Untersuchung erscheinen Phasenmodolle geeignet, um die Verarbeitung von Krisenthemen im Lernprozeß zum Themenbereich Sterben und Tod darzustellen. Die Entfaltung von Sprachfähigkeit über Sterben und Tod ist hierbei Voraussetzung und Ergebnis des Lernprozesses zugleich. An Beispielen aus den Seminarbeobachtungen wird sodann dargestellt, wie die Ausformung der Bedeutung von Sterben und Tod erfolgt. Abschließend werden aus der Auswertung dieser Beobachtungen didaktische Konsequenzen für die Durchführung allgemeinbildender Seminare zu diesem Themenbereich gezogen. In einem Anhang werden die gesichteten VHS-Programme, statistische und allgemeine Angaben zu den beobachteten Seminaren sowie Auszüge aus dem Beobachtungsmaterial veröffentlicht.Google Scholar

3.5 Therapeutische Berufe

  1. 161.
    Becker, Paul/Reiner, Artur: Beobachtungen und Hilfen am Sterbebett aus ärztlicher und seelsorgerischer Sicht. Heidelberg 1979. Die Broschüre umfaßt zwei Vorträge aus dem Jahre 1977 zur Sterbebegleitung ausärztlicher und seelsorglicher Sicht. Aufgrund seiner “Beobachtungen am Sterbebett und bei reanimierten klinisch Toten” stellt Paul Becker zunächst die These auf, daß sich jedes Sterben zwischen den Spannungspolen Angst und Hoffnung vollziehe. Der Sterbende selbst bediene sich jedoch einer eigenen Sprache, die der Begleiter erst lernen müsse, um die tatsächliche Situation des Sterbenden zu erfassen. Ferner berichtet Becker von den Ergebnissen eigener Untersuchungen an reanimierten klinisch Toten, die bisherige Ergebnisse z.T. bestätigten, sich z.T. aber auch von ihnen unterschieden. Ziel dieser Forschung ist es für Becker, den Sterbenden die Angst vor ihrem Tod zu nehmen, ohne jedoch der Nekrophilie zu verfallen. Im anschließenden Beitrag “Der Krebskranke und sein Begleiter” erörtert Artur Reiner am Beispiel der Frage nach der Wahrheit am Krankenbett die grundsätzliche Möglichkeit der Sterbebegleitung. Da die Wahrheitsvermittlung auf seiten des Patienten wie des Begleiters massive Ängste auslöse, erschöpfe sie sich nicht in einer rein punktuellen diagnostischen Information, sondern erfordere einen längeren Kommunikationsprozeß (etwa in Form einer Gesprächsrunde zwischen Patienten und therapeutischem Team). Der Begleiter zeichnet sich hierbei nach Reiner durch ein geduldiges Mitgehen aus, indem er die notwendige Trauerarbeit des Schwerkranken zuläßt und aushält, und so die alt- und neutestamentliche Erfahrung des mitgehenden Gottes eröffnen könne.Google Scholar
  2. 162.
    Engelke, Ernst: Sterbenskranke und die Kirche. München 1980. Ziel dieser Untersuchung ist die Entwicklung einer sich am Kranken orientierenden pastoralen Begleitung auf der Grundlage einer sozialempirischen Studie zur psychosozialen Situation Schwerstkranker und Sterbender. Zu diesem Zweck konfrontiert Ernst Engelke die Erwartungshaltungen Sterbender mit dem Angebot kirchlichen Beistandes in Gestalt der Krankensakramente. Inhaltlich gliedert sich das Buch in fünf Teile. Nach einem Überblick über den damaligen Stand der Thanatologie im deutschen und angloamerikanischen Sprachraum und der Analyse der institutionellen und kommunikationstheoretischen Aspekte der Krankenhausseelsorge (Teil 1) schildert Ernst Engelke das Erleben und die Erwartungen Sterbenskranker an die Kirche, die durch eine explorative Studie aufgrund von Verbatimanalyse erhoben wurden (Teil 2). Diesen Erwartungen stellt er sodann das kirchliche Angebot der Krankensalbung gegenüber, deren historische Entwicklung und Schwerpunkte der Erneuerung durch das II. Vatikanum skizziert werden (Teil 3). Danach werden die Erwartungen der Sterbenskranken und das Angebot der Kirche einander direkt gegenübergestellt (Teil 4) und abschließend die hieraus gewonnenen Ergebnisse in Form von Impulsen für eine patientenzentrierte Krankenpastoral zusammengefaßt (Teil 5).Google Scholar
  3. 163.
    Mayer-Scheu, Josef: Seelsorge im Krankenhaus. Mainz 1974. Josef Mayer-Scheu fordert in diesem vielzitierten Buch aus dem Jahre 1974 zur grundlegenden Reform der Krankenhausseelsorge in der BRD auf. Als notwendige Initiativen gab er damals an, die Kooperationsbereitschaft sowohl der Patienten und Angehörigen als auch des Pflegepersonals mit der Seelsorge zu nutzen und zu vertiefen; fachlich geschulte Laienkräfte in die Krankenhausseelsorge einzubeziehen; dabei dem “Begleiter” besonderes Augenmerk zu schenken; die Sterbehilfe im Krankenhaus zu überdachen und die Ausbildung der Helfer durch besondere Bildungsangebote zu ergänzen.Google Scholar
  4. 164.
    Peeck, Stephan: Suizid und Seelsorge. Die Bedeutung der anthropologischen Ansätze V.E. Frankls und P. Tillichs für Theorie und Praxis der Seelsorge an suizidgefährdeten Menschen. Stuttgart 1991. Mit dieser Dissertation in protestantischer Theologie aus dem Jahre 1990 will Stephan Peeck einen Beitrag zur Suizidverhütung leisten. Der Schwerpunkt seiner Überlegungen liegt dabei auf dem Transfer der theoretischen Ansätze zur Suizidalität und deren Verhütung in die Praxis der seelsorglichen und therapeutisch-beraterischen Tätigkeit mit den gefährdeten Menschen. In einem humanwissenschaftlichen Teil setzt sich Peeck dazu zunächst kritisch mit den wesentlichen Ergebnissen bisheriger Suizidforschung auseinander. Während diese nach Peeck weitestgehend von einer kausal-genetischen Anthropologie bestimmt ist, stellt er die noetischen Phänomene Freiheit, Verantwortlichkeit und Sinnorientiertheit in den Mittelpunkt seines Erklärungsmodelles und gelangt so zu einem integrierten Verständnis von Suizidalität. Ein zweiter, systematischtheologischer Teil stellt die anthropologischen Entwürfe V.E. Frankls der Systematischen Theologie Paul Tillichs gegenüber, um die Relevanz des existenzanalytisch-logotherapeutischen Ansatzes für die Seelsorge deutlich zu machen. Die Sprache der existenzanalytischen Logotherapie erscheint ihm dabei eher als die religiöse Sprache geeignet, den krisengefährdeten Menschen zu erreichen. Zugleich aber stellt sie ihn vor die Frage nach dem größeren Sinn seines Lebens und öffnet so den Horizont für die Frage nach Gott, ohne sie jedoch zwingend vorzuschreiben. In einem letzten, praktisch-theologi-schen Teil zeigt Peeck schließlich anhand von ausgewählten Gesprächsprotokollen und ihrer Interpretation sowie einer systematischen Zusammenfassung wesentlicher, praxisbezogener Gesichtspunkte die praktische Umsetzung der bislang theoretisch diskutierten Ansätze für eine konkrete beratende bzw. seelsorgerliche Arbeit mit suizidgefährdeten Menschen.Google Scholar
  5. 165.
    Piper, Hans-Christoph: Gespräche mit Sterbenden. 2., erg. Aufl., Göttingen 1980. Das Buch enthält 15 Protokolle von Gesprächen mit Sterbenden in den verschiedenen Stadien ihres Weges von der ersten Ahnung bis zur vollen Gewißheit. In der Analyse werden die Probleme der Kommunikation und der Gesprächspartner deutlich, durch die ein hilfreicher Kontakt häufig behindert wird. Zugleich wird die meist mißverstandene “Sprache der Sterbenden” deutlich, deren Verständnis die Voraussetzung für Einfühlung und Begleitung ist. Grundlage der Darlegung des Krankenhausseelsorgers Hans- Christoph Piper ist eine patientenzentrierte Gesprächsführung sowi eine einfühlsame Betrachtung der verschiedenen Formen in der Sprache Sterbender. 166. Schweidtmann, Werner: Sterbebegleitung. Menschliche Nähe am Krankenbett. Stuttgart 21992 (11991). Vor allem aus pastoralpsychologischer Sicht werden Probleme des Umgangs mit Sterbenden in den Krankenanstalten aufgewiesen, allerdings ohne die Erfahrungen der Hospiz- und Selbsthilfebewegung; das zeigen vor allem seine ausführliche Behandlung der sog. Wahrheitsfrage und die eingestreuten Beispiele. Dadurch kommt aber der Verfasser zu einer weitgehend negativen Zustandsbeschreibung, welcher mit spirituellen und psychischen Anregungen begegnet werden soll. Dem Phasenmodell nach Kübler-Ross weist er begrenzte Erklärungsmöglichkeiten und Praxis nach. Dem stellt er dann Ergebnisse der Streßforschung vor allem im Anschluß an R.S. Lazarus sowie eigene Untersuchungen gegenüber, wobei er von “Bewältigungsforschung” spricht. Es werden Bewältigungsformen und Faktoren ihrer Auswahl vorgestellt und durch Wahrnehmungsstrategien ergänzt. Daraus ergibt sich ein Prozeß des Coping, also ein umfangreicheres Inventar zur Ausprägung von Bewältigungsformen im Sterben und der entsprechenden möglichen Interventionen. Durch eine Befragung bei Krebspatienten werden verschiedene Ergebnisse des Theoriemodells gesichert bzw. modifiziert, was zu einer Sterbebegleitung führt, die mehr Bewußtheit der Patienten und der Begleiter voraussetzt. Die Begleitung der Begleiter wird dann durch Anleitungen zur Praxisauswertung und — kontrolle vorgestellt (Balintgruppen, Seminare, Skill-Training, Supervision) und durch pastorale Ansätze ergänzt.Google Scholar

3.6 Medizinische Berufe

  1. 167.
    Rest, Franco: Sterbebeistand — Sterbebegleitung — Sterbegeleit. Studienbuch für Pflegekräfte, Ärzte, Seelsorger, Hospizhelfer, stationäre und ambulante Hilfen. 3., überarb. Aufl., Stuttgart u.a. 1994. Die neueste Auflage dieses Standardwerkes der Sterbebegleitung in der Pflegewissenschaft berücksichtigt nun auch die Hospizbewegung und die neue Euthanasie-Diskussion im Anschluß an die Niederländischen Regelungen und an die Entwicklung der Bioethik. Das Buch legt nach einer umfangreichen Vorbemerkung mit den notwendigen Definitionen und der Eröffnung eines persönlichen Zugangs in vier Teile die Grundlagen jeglichen pflegerischen, somatischen, sozialen, psychischen und spirituel- 1 (/ C5J V Clen Verhaltens: in den “Quellen des Handelns” geht es um die Wahrheitsfrage am Krankenbett, die weiteren ethischen Maßstäbe, eine Institutionenkunde und die rechtlichen Abgrenzungen. Im zweiten Teil geht es um die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit, wobei auch auf sektiererische Tendenzen verwiesen, die biographische Pflege verfolgt, die Philosophie und Theologie des Helfens und des Todes ausgebreitet und politisch-ethische Bezüge hergestellt werden. Der dritte Teil sucht nach einem Verständnis des sterbenden Menschen aufgrund des sozialen Ortes der Sterbebegleitung, der Psychologie und einer Bedürfnislehre des Sterbenden, der beiden Altersgruppen (Kinder und Senioren), einer ausgereiften Bewußtseinslehre auch des Bewußtlosen und Komatösen und der Betrachtungen des Sterbeprozesses. Im letzten methodischen Teil werden die verbale und nonverbale Kommunikation mit Sterbenden, die Pflege, die Raum- und Zeitgestaltung, die Sorge um einige besondere Patientengruppen (Suizid, AIDS, Intensiv) und die Formen der Trauer behandelt. Im Anhang werden aktuelle Materialien verfügbar gemacht.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1996

Authors and Affiliations

  • Franco Rest

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