Advertisement

Psychosoziale Probleme der Freizeit

  • Horst W. Opaschowski
Part of the Freizeit- und Tourismusstudien book series (FUTS, volume 2)

Zusammenfassung

Es scheint offenbar das größte Paradox unserer heutigen Zeit zu sein, daß der moderne Mensch in der Masse zu vereinsamen droht, ja daß sich die Ge-schichte des neuzeitlichen Menschen zu einer Geschichte wachsender Ein-samkeit entwickelt. Von Rousseaus Träumereien eines „promeneur solitaire“ über Tiecks „Waldeinsamkeit“, Achim von Arnims „Trösteinsamkeit“, Nietz-sches „Sonnenvereinsamung“ bis hin zu Erich Fromms „Sinneinsamkeit“ durchzieht das Motiv der Vereinsamung die Literaturdarstellungen als Spie-gelbilder zeitgenössischen Lebensgefühls. Auf Albert Camus geht schließlich das Wortspiel „solidaire“ (gemeinsam) und „solitaire“ (einsam) zurück, das ein ungelöstes Spannungsverhältnis zum Ausdruck bringt, was sich früher in „Weltschmerz“ niederschlug und heute in „Lebensangst“ äußert.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literaturverzeichnis

4.1 Vereinsamung

  1. B.A.T Freizeit-Forschungsinstitut: Repräsentativumfrage „Vereinsamung in der Freizeit“, Hamburg 17. September 1986Google Scholar
  2. Binder, W.: Einsamkeit als Thema der Literatur. In: H.J. Schultz(Hrsg.): Einsamkeit, Stuttgart 1980, S. 92–104Google Scholar
  3. Bitter, W. (Hrsg.): Einsamkeit in medizinisch-psychologischer, theologischer und soziologischer Sicht, Stuttgart 1967Google Scholar
  4. Brocher, T.: Einsamkeit in der Zweisamkeit. In: H.J. Schultz (Hrsg.): Einsamkeit, Stuttgart 1980, S. 162–172Google Scholar
  5. Bungard, W.: Isolation und Einsamkeit im Alter, Köln 1975Google Scholar
  6. Burckhardt, L.: Familie und Wohnung — zwei anpassungsfähige Systeme. In: Bauwelt 9 (1975)Google Scholar
  7. Dreitzel, H.P.: Einsamkeit als soziologisches Problem, In: Wissenschaft und Praxis in Kirche und Gesellschaft 59 (1970)Google Scholar
  8. Graf von Merveldt, D.: Großstädtische Kommunikationsmuster, Köln 1971Google Scholar
  9. Gripp, H.: Einsamkeit als gesellschaftliches Phänomen. In: Loccumer Protokolle 18 (1977), S. 21–33Google Scholar
  10. Gronemeyer, R.,u. H.E. Bahr(Hrsg.): Nachbarschaft im Neubaublock, Weinheim/Basel 1977Google Scholar
  11. Heil, K.: Kommunikation und Entfremdung, Stuttgart 1971Google Scholar
  12. Jungk, R.: Mechanismen der Trennung. In: H.J. Schultz(Hrsg.): Einsamkeit, Stuttgart 1980, S. 124–134Google Scholar
  13. Krantzler, M.: Der Weg aus dem Scheidungsschock, Bern/München/Wien 1975Google Scholar
  14. Lotz, J.B.: Von der Einsamkeit des Menschen, Frankfurt/M. 1957Google Scholar
  15. Mehrabian, A.: Räume des Alltags oder wie die Umwelt unser Verhalten bestimmt, Frankfurt a.M./New York 1978Google Scholar
  16. Parkes, C.M.: Vereinsamung. Die Lebenskrise bei Partnerverlust, Reinbek bei Hamburg 1978Google Scholar
  17. Richter H.E.: Patient Familie, Reinbek bei Hamburg 1970Google Scholar
  18. Riesman D.: Die einsame Masse (The Lonely Crowd, 1950), Darmstadt 1958Google Scholar
  19. Rubinstein, C./P. Shaver/L.A. Peplau: Einsamkeit: Die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit. In: psychologie heute 7/2 (1980), S. 27–33Google Scholar
  20. Schultz, H.J. (Hrsg.): Einsamkeit, Stuttgart 1980Google Scholar
  21. Schwedler, W.: Lauern aufs Stichwort. In: DIE ZEIT Nr. 50 v. 7. Dezember 1984Google Scholar
  22. Seidmann, P.: Tiefenpsychologische Konfliktanalyse von Partnerproblemen, München 1979Google Scholar
  23. Shorter, E.: Die Geburt der modernen Familie, Reinbek bei Hamburg 1977Google Scholar
  24. Tanner, I.J.: Nie mehr einsam sein! Rüschlikon-Zürich 1975Google Scholar
  25. Wenke, B.: Vereinsamung im Alter. In: H.J. Schultz (Hrsg.): Einsamkeit, Stuttgart 1980, S. 188–201Google Scholar
  26. Willi, J.: Die Zweierbeziehung, Reinbek bei Hamburg 1975Google Scholar

4.2 Langeweile

  1. Auer, A.: Ethos der Freizeit, Düsseldorf 1972Google Scholar
  2. Becker, R. (Hrsg.): Die freie Zeit. Probleme der Freizeit in der Industriegesellschaft (VI.Google Scholar
  3. Europäisches Gespräch vom 24. bis 27. Juni 1957 i.A. des Dt. Gewerkschaftsbundes), Düsseldorf 1958Google Scholar
  4. Bell, D.: Die Zukunft der westlichen Welt, Frankfurt/M. 1976Google Scholar
  5. Bertaux, P.: Mutation der Menschheit. Zukunft und Lebenssinn, Frankfurt/M. 1979Google Scholar
  6. Boesch, E.E.: Psychopathologie des Alltags, Bern/Stuttgart/Wien 1976Google Scholar
  7. Bleistein, R.: Therapie der Langeweile, Freiburg i.Br. 1973Google Scholar
  8. Bleistein, R.: Freizeit — wofür?, Würzburg 1978Google Scholar
  9. Bleistein, R.: Freizeit ohne Langeweile, Freiburg i.Br. 1982Google Scholar
  10. Bovet, T.: Zeit haben und frei sein, Hamburg 1970Google Scholar
  11. Breitenstein, R.: Die große Hoffnung, Düsseldorf/Wien 1980Google Scholar
  12. Eisenreich, H.: Das Leben als Freizeit, Düsseldorf 1976Google Scholar
  13. Keen, S.: Sich Zeit nehmen für die Langeweile. In: Lebenswandel. Die Veränderungen des Alltags, Basel 1981, S. 87–94Google Scholar
  14. Kierkegaard. S.: Entweder/Oder, 1. Teil, Düsseldorf 1956Google Scholar
  15. Müller, E.H.: Erfüllte Gegenwart und Langeweile, Heidelberg 1969Google Scholar
  16. Opaschowski, H.W.: Im Anfang war die Langeweile. In: Ders.: Probleme im Umgang mit der Freizeit (Band 1 der B.A.T-Schriftenreihe zur Freizeitforschung), Hamburg 1980, S. 11–13Google Scholar
  17. Opaschowski, H.W.: Langeweile: Zur Freizeit verurteilt? In: Animation, Heft 1 (1983), S. 2–7Google Scholar
  18. Opaschowski, H.W.: Das Fernsehen der 80er Jahre. Langeweileverursacher oder Langeweileverhinderer? In: Animation, Heft 3 (1983)Google Scholar
  19. Pascal, B.: Pensées. Hrsg. v. L. Chevalier, Heidelberg 1954Google Scholar
  20. Patrick, G.: Langeweileklinik: Vorbereitung auf Freizeitberatung im Psychiatrischen Zentrum von Portsmouth, unveröff. Manuskript, Portsmouth/Virginia 1978Google Scholar
  21. Peccei, A.: Einführung. In: Berichte an den Club of Rome. Der Weg ins 21. Jahrhundert, München 1983Google Scholar
  22. Revers, W.J.: Die Psychologie der Langeweile, Meisenheim 1949Google Scholar
  23. Seifert, T.: Lernen, sich selbst zu ertragen. In: Psychologie heute 7/2 (1980), S. 24–25Google Scholar
  24. Themenheft „Langeweile“. In: psychologie heute 7/10 (Oktober 1980)Google Scholar
  25. Vagt, G., u. W. Kraschinski: Dimensionen und Korrelate subjektiver Probleme mit der Freizeit bei Erwachsenen. In: Zeitschrift für Sozialpsychologie 9 (1979), S. 257–265Google Scholar
  26. Völker, L.: Langeweile, München 1975Google Scholar

4.3 Streß

  1. Cooper, C.L.: Streßbewältigung: Person, Familie, Beruf, München/Wien/Baltimore 1981Google Scholar
  2. Elias, N.: Uber die Zeit. Arbeiten zur Wissenssoziologie. Hrsg. v. M. Schröter, Frankfurt/M. 19852 Google Scholar
  3. Filipp, S.-H. (Hrsg.): Kritische Lebensereignisse, München/Wien/Baltimore 1981Google Scholar
  4. Fromm, E.: Die Revolution der Hoffnung, Reinbek bei Hamburg 1974Google Scholar
  5. Fromm, E.: Haben oder Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft, München 1979Google Scholar
  6. Gehlen, A.: Das gestörte Zeit-Bewußtsein. In: Merkur, Jg. XVII (1963), S. 313–321Google Scholar
  7. Geißler, K.A.: Zeit leben. Vom Hasten und Rasten, Arbeiten und Leben, Leben und Sterben, Weinheim/Basel 1985Google Scholar
  8. Gray, J.: Angst und Streß. Entstehung und Überwindung von Neurosen und Frustrationen, München 1971Google Scholar
  9. Hohn, H.-W.: Die Zerstörung der Zeit. Wie aus einem göttlichen Gut eine Handelsware wurde, Frankfurt/M. 1984Google Scholar
  10. Katschnig, H. (Hrsg.): Sozialer Streß und psychische Erkrankung. In: Fortschritte der Sozialpsychiatrie, Band 5 (1980)Google Scholar
  11. Knobloch, J.: Streß und Streßanfälligkeit. Eine psychophysiologische Untersuchung an Sportlern und Nichtsportlern, Diss. Univ. Freiburg i.Br. 1977Google Scholar
  12. Lazarus, R.S.: Der kleine Ärger, der krank macht. In: Psychologie heute 3 (1982), S. 46–49Google Scholar
  13. Le Goff, J.: Für ein anderes Mittelalter. Zeit, Arbeit und Kultur im Europa des 5.–15. Jahrhunderts, Wien 1984Google Scholar
  14. Lindemann, H.: Überleben im Streß. Autogenes Training, München 1973Google Scholar
  15. Linder, S.B.: Warum wir keine Zeit mehr haben, Frankfurt/M. 1973Google Scholar
  16. Mackenzie, R.A.: Die Zeitfalle. Sinnvolle Zeiteinteilung und Zeitnutzung („The time trap“, New York 1972), Heidelberg 1977Google Scholar
  17. Müller-Wichmann, Chr.: Zeitnot. Untersuchungen zum „Freizeitproblem“ und seiner pädagogischen Zugänglichkeit, Weinheim/Basel 1984Google Scholar
  18. Nitsch, J.R. (Hrsg.): Streß. Theorien, Untersuchungen, Maßnahmen, Bern 1981Google Scholar
  19. Opaschowski, H.W.: Freie Zeit ist Bürgerrecht. Plädoyer für eine Neubewertung von,Arbeit‘ und,Freizeit‘. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenzeitung,Das Parlament‘ B 40/74, 5. Oktober 1974, S. 18–38Google Scholar
  20. Orendi, B.: Streßbewältigung — Möglichkeiten und Grenzen. In: Psychosozial Heft 1 (1982), S. 55–66Google Scholar
  21. Rinderspacher, J.P.: Gesellschaft ohne Zeit. Industrielle Zeitverwendung und soziale Organisation der Arbeit, New York 1985Google Scholar
  22. Selye, H.: Streß beherrscht unser Leben, Düsseldorf 1957Google Scholar
  23. Soule, G.: Mehr Zeit zum Leben („Time for Living“, 1955), Frankfurt/M. 1956Google Scholar
  24. Streß. Probleme und Forschungsergebnisse (Schwerpunktthema). In: psychosozial. Zeitschrift für Analyse, Prävention und Therapie psychosozialer Konflikte und Krankheiten, Heft 1 (1982)Google Scholar
  25. Tschakert, R.: Zur streßmodifizierenden Bedeutung der sozialen Situation. In: J.R. Nitsch (Hrsg.): Streß, Bern 1981, S. 546–561Google Scholar
  26. Vester, F.: Phänomen Streß. Wo liegt sein Ursprung, warum ist er lebenswichtig, wodurch ist er entartet?, Stuttgart 1978Google Scholar
  27. Wendorf, R.: Zeit und Kultur. Geschichte des Zeitbewußtseins in Europa, Opladen 1980Google Scholar

4.4 Gesundheitsrisiko

  1. Ammon, G.: Arbeit macht krank — Freizeit auch. In: X-Magazin 3/8 (1971), S. 26–31Google Scholar
  2. B.A.T Freizeit-Forschungsinstitut: Repräsentativumfrage „Macht Freizeit krank?“, Hamburg 26. August 1986Google Scholar
  3. Berghold, F.: Schwere und tödliche Skiunfdlle — Das Problem der Pistensicherung und des Pistenrandes. In: DSV Skischule 4–1/1986Google Scholar
  4. Berghold, F.: Das Verletzungsrisiko beim Skisport. In: DSV Skischule 1 (1986), 4–1/1986Google Scholar
  5. Gläser, H.: Veränderungen und Tendenzen im Ski-Unfallgeschehen. In: DSV Skischule 1 (1986), 1–1/86Google Scholar
  6. Grunow-Lutter, V./W. Nahrstedt: Freizeitberatung. Konzepte und Modelle, Baltmannsweiler 1982Google Scholar
  7. Hauser, J.A.: Ansatz zu einer ganzheitlichen Theorie der Sterblichkeit. In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft 9/2 (1983), S. 159–186Google Scholar
  8. Hauser, J.A.: Von der Gesundheitspolitik zur Politik der Gesundheit. In: Neue Zürcher Zeitung v. 11. November 1983Google Scholar
  9. Pfund, K.: Bedeutung und Charakteristik von Heim- und Freizeitunfällen. Ergebnisse von 90.000 Haushaltsbefragungen. Hrsg. v. HUK/Verband der Haftpflichtversicherer, Unfallversicherer, Autoversicherer und Rechtsschutzversicherer e.V., Köln 1985Google Scholar
  10. Thürauf, J.: Gesundheitswidriges Eigenverhalten. Ausmaß und Bedeutung. In: Zbl. Bakt. Hyg., Orig. B. 178 (1984), S. 417–431Google Scholar
  11. Thürauf, J.: Freizeit-Krankheiten und freizeittypische Unfälle. In: Deutsches Arzteblatt 76/9 (27. Februar 1985), S. 588 ff.Google Scholar
  12. Thürauf, J.: Freizeitkrankheiten und Freizeitunfälle. In: moderne praxis 6/1–2 (1986), S. 6–9Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1988

Authors and Affiliations

  • Horst W. Opaschowski

There are no affiliations available

Personalised recommendations