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Sozialer Kampf im Interesse der Nation — Das Lehrstück Rom

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Zusammenfassung

Wenden wir uns den zusammenfassenden Überlegungen Webers am Schluß der Landarbeiterenquête, dem sog. Ausblick, zu. Hier diskutiert Weber erstmals die “Entwickelungstendenzen” im Osten. Wohlbekannt ist seine Grundthese: der Kapitalismus zerstöre die herkömmliche patriarchalische Arbeitsverfassung, was eine denationalisierende Wirkung habe: polnische Wanderarbeiter verdrängen die seßhaften deutschen Landarbeiter, vornehmlich verkörpert in der Gestalt der Instleute.1 Weniger Beachtung findet dagegen jene Größe, die Weber zufolge die wichtigste Ressource für diese Hüter des Deutschtums darstellt. Was gibt ihnen eigentlich ihr Stand- bzw. Durchhaltevermögen, worauf setzt Weber sein Vertrauen bei diesem schicksalhaften “Kampf” im Osten? Es ist eine kaum beachtete Größe — die Lebenshaltung dieser Arbeiter. Insofern postuliert Weber, daß der Kampf um die Aufrechterhaltung sozialer Standards für die Unterprivilegierten unmittelbar im Interesse der Nation sei.2

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. M. Riesebrodt: “Vom Patriarchalismus zum Kapitalismus. Max Webers Analyse der Transformation der ostelbischen Agrarverhältnisse in Kontext zeitgenössischer Theorien”, in KZfSS 37 (1985), S. 546–567, insb. S. 549ff. ; 554f.Google Scholar
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    Dieser Ausdruck taucht bezeichnenderweise nicht im Register von MWG 1/3 auf.Google Scholar
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    Riesebrodt (op.cit., S. 560f.) benennt Carl Rodbertus als Webers Quelle für diese “Analogisierung von antiker und moderner Entwicklung”. Obwohl Robert Michels darauf explizit hinweist, daß Weber in seiner röm. Agrargeschichte von diesem “große Anregung” erhalten habe, sollte doch deutlich geworden sein, daß diese Parallele damals ganz allgemein “in der Luft” lag (vgl. R. Michels: “Rodbertus und sein Kreis. Einführung” (in C. Rodbertus-Jagetzow: Neue Briefe über Grundrente, Rentenprinzip und soziale Frage (Karlsruhe 1926), S. 1–82), S. 63, Anm. 5).Google Scholar
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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1999

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