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“Linksliberale” Sozialpolitiker im Umkreis der von Heinrich Braun herausgegebenen Zeitschriften, 1888–1895

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Zusammenfassung

Webers Interessen und Aktivitäten in den späten 80er und frühen 90er Jahren sind besonders schwierig nachzuzeichnen, obwohl sie von entscheidender Bedeutung sein dürften. Was im Lebensbild zu finden ist, beruht ausschließlich auf dem, was in den Jugendbriefen vollständiger vorliegt. Aus erster Hand konnte Marianne Weber über die Zeit vor ihrer Verlobung 1893 wenig berichten,1 und andere Quellen als die erwähnten Jugendbriefe hat sie überhaupt selten einbezogen. Aus dem Jahre 1890 hat sie leider keinen einzigen Brief veröffentlicht. Es wäre daher verkehrt, das Lebensbild als eine Quelle anzusehen, welche gerade diese wichtigen Jahre auch nur annäherungsweise zuverlässig nachzeichnet.2

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Literatur

  1. 1.
    Der erste Brief von Max Weber als Bräutigam (nicht in Jungendbriefe) datiert vom März 1893.Google Scholar
  2. 2.
    Siehe z.B. S.146–48: hier wird der Brief von 1889 auf 1886 zurückdatiert, und der unten genannte Höniger mit Karl Helfferich vertauscht!Google Scholar
  3. 3.
    Siehe z.B. R. Aldenhoff: “Max Weber und der Evangelisch-Soziale Kongreß”, in: W.J. Mommsen/W.Schwentker (Hrsg.), Max Weber und seine Zeitgenossen (Göttingen 1988), S. 285–295.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. den Brief an Max Webers Onkel Hermann (Baumgarten) in Straßburg. Jungendbriefe, S. 298ffGoogle Scholar
  5. 5.
    “Durch Dr. Höniger ... komme ich gelegentlich in eine Gesellschaft junger Nationalökonomen, natürlich meist in erster Linie manchesterfeindlich, was mir, glaube ich, ganz gut tut, denn ich bin als Nationalökonom noch sehr schlecht beschlagen.” Jungendbriefe, S. 272f (An Hermann Baumgarten). — Gemeint sein dürfte Robert Höniger, ein 1855 geb. Historiker (Prom. über die Sozialgeschichte des schwarzen Todes), der sich später eingehend mit Bismarck beschäftigte.Google Scholar
  6. 6.
    Im Brief vom “Sommer 1889”, Jungendbriefe, S. 178 (resp. S. 312).Google Scholar
  7. 7.
    F. Lenger: Werner Sombart 1863–1941. Eine Biographie (München 1994), S. 38ff.Google Scholar
  8. 8.
    ibid., S. 326 (Brief an Hermann Baumgarten v. 3.1.91).Google Scholar
  9. 9.
    “Zur Psychologie des Geldes” (1889), jetzt in: GSG 2, S. 49–66.Google Scholar
  10. 10.
    In einem Brief an W. Hellpach, in dem Weber die namentliche Erwähnung von Lamprecht im Archiv untersagt, gesteht er ein: “Ich habe einst von L. Großes erwartet” (der Brief datiert v. 5. April 1905; vgl. GStA Berlin, Rep. 92, Nr. 31, Bd. 6).Google Scholar
  11. 11.
    Jungendbriefe, S. 331.Google Scholar
  12. 12.
    ibid, S. 327.Google Scholar
  13. 13.
    ibid, S. 372 (An die Mutter, am 26. Juli 1893).Google Scholar
  14. 14.
    Sein Thema: “Die landwirtschaftliche Arbeiterfrage”. Siehe K.C. Köhnke: “Wissenschaft und Politik in den Sozialwissenschaftlichen Studentenvereinigungen der 1890er Jahre”, in: O. Rammstedt (Hrsg), Simmel und die frühen Soziologen, (Frankfurt 1988), S. 308–341, S. 312. — Zum mageren Wissen über Webers Aktivitäten in den diversen Gesellschaften, siehe jüngst MWG 1/4, S. 44; S. 908; S. 912; S. 914f.Google Scholar
  15. 15.
    Sie publizierten freilich nicht alle in diesem Blatt (dies gilt auch für Weber). Ibid., S. 332.Google Scholar
  16. 16.
    In diesem Zusammenhang ist auf einen Brief von Lotz an Marianne Weber aus dem Jahre 1924 hinzuweisen (zit. bei Mommsen (op.cit), S. 18, Anm. 70). Als Teilnehmer der ersten Zusammenkünfte nennt Lotz nur ein paar eher periphere Figuren. Für die Jahre nach 1890 gibt es aber wenig Grund, die im Text aufgestellte Behauptung in Frage zu stellen.Google Scholar
  17. 17.
    Das Archiv für soziale Gesetzgebung und Statistik wird künftig als “Archiv” zitiert, um auf diese Weise den Aspekt der (vernachlässigten!) Kontinuität mit dem Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, wie die Zeitschrift nach Brauns Verkauf an E. Jaffé 1904 dann hieß, zu unterstreichen.Google Scholar
  18. 18.
    Archiv 6 (1893), S. 622–627.Google Scholar
  19. 19.
    Archiv 5 (1892), S. 215–218.Google Scholar
  20. 20.
    Im Sinne einer wissenschaftlichen Arbeit, die keine Pflichtaufgabe war. — Es ist jedoch nicht auszuschließen, daß sie von Braun angeregt worden war. Seine kritischen Bemerkungen “Zur Lage der deutschen Sozialdemokratie” (Archiv 6, S. 506–520) verraten nämlich Verärgerung über die von der soz.dem. Partei gezeigte Passivität, was “die Untersuchung der Lage der ländlichen Arbeiter” betrifft. Die eigentlich berufene Partei habe alles “dem Verein für Sozialpolitik und dem Evangelisch-sozialen Kongreß überlassen” (S. 518). Wenige Monate später druckt Braun dann den Aufsatz Webers über “Entwickelungstendenzen in der Lage der ostelbischen Landarbeiter”, in: Archiv 7 (1894), S. 1–41. (Jetzt MWG I/4.1, S. 368–424).Google Scholar
  21. 21.
    Zit. in B. vom Brocke (Hrsg.): Sombarts “Moderner Kapitalismus”. Materialien zur Kritik und Rezeption (München 1987), S. 136.Google Scholar
  22. 22.
    So im Jahre 1897, zit. bei J. Braun-Vogelstein: Heinrich Braun. Ein Leben für den Sozialismus (Stuttgart 1967), S. 65. Siehe auch Brauns offenherzige Beurteilung von Kautsky (1887), unmittelbar vor Gründung des Archivs: “Du bist ein vortrefflicher Schriftsteller und der beste Mitarbeiter der Neuen Zeit, aber ein sehr unzulänglicher Redakteur, vielleicht müsste man richtiger sagen gar kein Redakteur. (...) Eine Zeitschrift soll ... alle Tage ein spezielles Programm besitz(en), das die Haltung und den Inhalt des Blattes im einzelnen bestimmt.” (ibid., S. 323).Google Scholar
  23. 23.
    Alfred Weber berichtet 1933, wie die “naive Einstellung” der Älteren “zum marxistischen Sozialismus als etwas geistig nicht Gesellschaftsfähigem, also ihre Bürgerlichkeit”, der jungen Generation auf die Nerven ging (zit. bei D. Lindenlaub: Richtungskämpfe im Verein für Sozialpolitik (Wiesbaden 1967), S. 282, Anm. 44). — Max Weber war gewiß nie von Marx oder vom Sozialismus überhaupt angezogen worden; doch hat er die Berührungsangst der bürgerlichen Kreise immer abgelehnt.Google Scholar
  24. 24.
    Jena 1881, bei Johannes Conrad. (Näheres hierzu weiter unten).Google Scholar
  25. 25.
    Braun-Vogelstein, op.cit., S. 65.Google Scholar
  26. 26.
    Zit. ibid., S. 50.Google Scholar
  27. 27.
    Archiv 1 (1888), S. 5.Google Scholar
  28. 28.
    Arbeiterfrage (3. Aufl.), S. 378f. Die Lektüre jener Schrift von 25 Seiten Umfang (!), die als Brauns Dissertation gilt, vermittelt den Eindruck, daß er sich von Langes “Sozialökonomik” für seine eigene Arbeit viel versprach. Leider kommt der Text über bloße Ankündigungen nicht hinaus, so daß er als “Prolegomenon” anzusehen ist. Wegen Brauns Verstimmung über seinen Doktorvater Johannes Conrad blieb der umfangreiche, schon geschriebene zweite Teil ungedruckt. Er muß als verschollen gelten. Im Nachlaß Brauns (in New York, siehe unten) ist nichts zu finden; auch die von mir angeregte Suche im Archiv der Martin-Luther Universität Halle/Wittenberg und in der Universitätsbibliothek verlief ergebnislos.Google Scholar
  29. 29.
    ibid., S. v f.Google Scholar
  30. 30.
    ibid., S. 339.Google Scholar
  31. 31.
    “Eine wissenschaftlich unbefangene, rückhaltlose Darstellung der thatsächlichen Zustände der Gesellschaft”, so sein “Abschiedswort” in der letzten Archiv-Nummer unter seiner Redaktion (1903, S. v).Google Scholar
  32. 32.
    Zitate in Braun-Vogelstein, op.cit., S. 324; S. 69; S. 84; S. 358. Als Braun 1895 das Centralblatt verkaufte, wurde Jastrow sein Nachfolger als Redakteur des jetzt Soziale Praxis genannten Organs.Google Scholar
  33. 33.
    “Ich habe die Wirksamkeit (Brauns) immer außerordentlich hoch eingeschätzt”. Brief von 7.4.1927, zit. ibid., S. 327.Google Scholar
  34. 34.
    “Ich würde sehr gern auf Ihre Mitwirkung rechnen, und ich bitte Sie zunächst, ganz rückhaltlos an dem Projekt Kritik zu üben” (zit. ibid., S. 79). Von diesem Zeitpunkt an wird Sombart in zunehmendem Maße zu einem “Mitspieler” Brauns, wenn nicht sogar zu einem Star des Archivs, so daß er die Kontinuität verkörpert: “Mit Vertrauen darf ich die Leitung der Zeitschrift der neuen ... Redaktion überlassen” (“Abschiedswort” Brauns). Es kam aber anders; genau zu diesem Zeitpunkt war Sombart, wie Tönnies sehr klarsichtig 1905 bemerkt, “früh (ge)altert und eigentlich ... innerlich fertig” (Tönnies-Paulsen Briefwechsel (Kiel 1961), S. 392); Sombarts Interessen deckten sich bald nicht mehr mit Brauns Vorstellungen. Nach 1907 brach der Briefwechsel folglich ab; die bis dahin überlieferten 384 Briefe, 53 Postkarten und 35 Telegramme im Nachlaß Brauns bezeugen eine ungewöhnlich intime Arbeitsgemeinschaft. (Laut “Inventory” der Julie Braun-Vogelstein Collection, Leo Baeck Institute, New York).Google Scholar
  35. 35.
    ibid., S. 70.Google Scholar
  36. 36.
    ibid., S. 327.Google Scholar
  37. 37.
    Vgl. G. Hübinger: Kulturprotestantismus und Politik. Zum Verhältnis von Liberalismus und Protestantismus im wilhelminischen Deutschland (Tübingen 1994). Zum Begriff insb. S. 7ff.Google Scholar
  38. 38.
    Drei Monate Fabrikarbeiter und Handwerksgeselle (Leipzig 1891). Dieses Buch veranlaßte im Jahre 1892 Webers erste öffentliche polemische Intervention (MWG I/4.1, S. 108–119; man bemerkt die sofort einsetzende Schroffheit im Tonfall: dieser bleibt bis 1920 derselbe!).Google Scholar
  39. 39.
    Zit. in Max Webers Besprechung von: “Was heißt Christlich-Sozial? Gesammelte Aufsätze von Fr. Naumann” (Die christliche Welt 8 (Leipzig 1894), Sp. 472–477), Sp. 473. (Jetzt in MWG I/4.1, S. 350f.).Google Scholar
  40. 40.
    Baumgarten, op.cit., S. 215. Wie bereits erwähnt, verdankt Weber diesem Vetter die Bekanntschaft mit Lange (1882).Google Scholar
  41. 41.
    Webers Rezension einiger “Monographien von Landgeistlichen über die Lage der Landarbeiter”, in Brauns Centralblatt, Vol. 3 (1894), S. 101–103, geht ebenfalls in diese Richtung (Jetzt MWG I/4.1, S. 275ff.).Google Scholar
  42. 42.
    Die christliche Welt 8 (1894), Sp. 917.Google Scholar
  43. 43.
    Archiv 9, S. 652–659.Google Scholar
  44. 44.
    Dies klingt nach Größenwahn, hat aber einen triftigen Hintergrund. Sowohl Fr. Engels [im berühmten Brief an Sombart — MEW 39 anläßlich dessen Besprechung des Kapitals III im Archiv 7 (1894)] als auch Heinrich Braun selbst sahen in Sombart den möglichen “großen Nachfolger”: Was fehlt, sind nur zwei Personen: Lassalle auf der einen, Marx auf der andern Seite. Diese beiden Plätze sind frei; wollen Sie sich nicht um einen bewerben? (Brief von 27.Okt.1898, zit. in Braun-Vogelstein, op.cit., S. 132).Google Scholar
  45. 45.
    S. 92f. Zur Wendung “die Arbeiterfrage als allgemeines Kulturproblem”: In seiner Dissertation (op.cit., S. 20) fragt Braun nach dem “allgemeinen Zweck der ‘Arbeiterfrage’” und läßt Lange antworten: “Zum Bewußtsein (zu) bringen, daß die Arbeiterfrage ... ein tief ... begründetes Problem fir den Culturfortschritt der Menschheit” ist (Arbeiterfrage, S. 6).Google Scholar
  46. 46.
    Archiv 7 (1894), S. 532.Google Scholar
  47. 47.
    ibid, S. 533. Der Ton ist freilich ganz und gar ungewohnt, und von der Braunschen Linie weit entfernt. Es war auch Schoenlanks letzter Beitrag im Archiv.Google Scholar
  48. 48.
    In einem Brief vom 5. Oktober 1893 an den Jugendfreund Otto Lang. [Der Brief ist von A. Mitzman in englischer Übersetzung in seinem Sociology and Estrangement (New York 1973) auszugsweise zitiert (S. 219)]. Hier ausführlicher nach dem Original, den das Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis in Amsterdam freundlichst zur Verfügung stellte.Google Scholar
  49. 49.
    6. Dez. 1893, zit. in: vom Brocke. op.cit., S. 25; ferner: Lenger, op.cit., S. 94ff.Google Scholar
  50. 50.
    Siehe die nächste Fußnote sowie Kap. 9.Google Scholar
  51. 51.
    Das Schlußkapitel von: Die Voraussetzungen des Sozialismus und die Aufgaben der Sozialdemokratie (Stuttgart 1899) erweist Schulze-Gävernitz, Herkner u.a. Reverenz (S. 169; S. 173) und gipfelt — gegen Plechanow gerichtet — im berühmten “Zurück auf Lange!”. Dieser wird jedoch nur auf der letzten Seite erwähnt, ihm werden “Aufrichtigkeit” und “Weitherzigkeit” bescheinigt, in der Argumentation spielt er allerdings so gut wie keine Rolle. — Bernstein genoß als Theoretiker eine geringe Reputation, so sehr man ihn auch politisch unterstützte. Als Sombart 1899 die fällige “Mauserung” der Partei mit Braun diskutierte (Braun-Vogelstein, op.cit., S. 329f.), beklagte er die unzureichende philosophische Bildung Bernsteins: “Bernstein & K.(autsky) sind darin bereits echte Marxschüler, dss. sie schlechte Erkenntnistheoretiker sind (...). Welche armselige Behandlung der material. Geschichtsauffassung (...). Also bitte, machen Sie’s besser, werden Sie ausrufen (...) indem Sie Bernstein besprechen.” Sombart dankt füir diese Aufgabe, die dann P. Struve, der Petersburger “Korrespondenten” Brauns, übernahm, dessen Bedeutung für die Braunschen Zeitschriften sich etwa mit der Herkners vergleichen läßt. Struves Artikel “Die Marxsche Theorie der sozialen Entwicklung” und seine Besprechung von Bernstein und Kautsky (Archiv 14, S. 658–704 bzw. S. 723–739) bezeichnen den definitiven Übergang zum Neukantianismus: Verwerfung aller Ontologie und Umdeutung des Marxismus zu einem “heuristischen Prinzip”. — Wenn man Webers Marx-Verständnis näher kommen möchte, ist man mit diesen zwei Artikeln gut beraten. (Siehe Kap. 9 dieser Arbeit).Google Scholar
  52. 52.
    Nach zwei Anläufen scheiterte diese dritte Zeitschrift Brauns völlig. Unter den Beiträgern waren alle Revisionisten-Führer wie Vollmar, Legien, W. Heine und Max Schippel; alte Bekannte wie L.M. Hartmann, P. Göhre, Conrad Schmidt sowie Otto Lang; spätere wie Maurenbrecher, Stampfer, K. Eisner, und Robert Michels, aber auch Alfred Adler oder Ernst Mach. Daß die soz.-dem. Partei für die Entdogmatisierung reif sein sollte, war eine kostspielige Fehleinschätzung. Das Gegenteil sollte sich erweisen. Ein Brief Webers aus dem Jahre 1905 ist überliefert. Offensichtlich hat Heinrich Braun nicht nur Weber um Beiträge ersucht (worauf dieser höflichst, aber unverbindlich, mit einem “Wenn er nur Zeit hätte” antwortete). — Braun erbittet von ihm sogar einen Rat in einer nicht unwichtigen Sache: sollte die neue Zeitschrift politisch Flagge zeigen, oder sich formell neutral geben? Weber warnt vor der “Weglassung” der soz.dem. “Titulatur” [Braun-Vogelstein, (op.cit.), S. 349].Google Scholar
  53. 53.
    Man fragt sich, warum die heutige SPD Heinrich Braun vergessen hat.Google Scholar
  54. 54.
    Wenigstens nicht auf der Basis der mir zugänglichen Korrespondenz. Die beiden verfügbaren Quellen — Lily Brauns bzw. Marianne Webers “Lebensbilder” — sind gleich unergiebig, was die Klärung der hier interessierenden Frage anbelangt. Heinrich Braun kommt im Leb.bild der Marianne Weber kaum vor. Der Grund dürfte darin zu suchen sein, daß sich die beiden Frauen über frauenpolitische Streitfragen zerstritten und entfremdet hatten. Zur Frauenfrage vgl. Lilys Memoiren einer Sozialistin II: Kampfjahre (München 1906). — Auch die Witwe Brauns (aus seiner letzten Ehe), Julie Braun-Vogelstein, ist alles andere als auskunftsfreudig. In ihrer Biographie fälit sie eher pauschale Urteile. Beide Männer seien sich “in manchen Zügen ähnlich ... vielleicht gerade deshalb feindlich gesinnt.” Für sie ist Max Weber der “Tempelhüter der wertfreien Nationalökonomie.” (Julie Braun-Vogelstein, op.cit., S. 117.).Google Scholar
  55. 55.
    Wer der Urheber dieses Schlüsseltextes war, ist inzwischen zum Gegenstand einer Debatte geworden. Lenger verweist auf einen, ein Vierteljahrhundert später geschriebenen Brief Sombarts an Brauns Witwe, in dem Sombart sich als Verfasser ausgibt. Hennis setzt dagegen auf Marianne Webers Mitteilung im Leb.bild, derzufolge Weber alleiniger Verfasser sei. Vgl. W. Hennis: Max Webers Wissenschaft vom Menschen (Tübingen 1996), S. 209ff.Google Scholar
  56. 56.
    Geleitwort, S. I.Google Scholar
  57. 57.
    Objektivität, S. 159.Google Scholar
  58. 58.
    Geleitwort, S. II.Google Scholar
  59. 59.
    Objektivität, S. 146, Anm. 1.Google Scholar
  60. 60.
    ibid., S. 159.Google Scholar
  61. 61.
    Geleitwort, S. V .Google Scholar
  62. 62.
    Objektivität, S. 164.Google Scholar

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