Advertisement

Webers Konsequenzen aus der “Zwei-Welten” — Lehre: Veraltet oder aktuell?

Chapter
  • 32 Downloads

Zusammenfassung

Zum Schluß dürfte es ein berechtigtes Anliegen sein, wenigstens kurz zu umreißen, wie ein Vergleich von Webers eigenwilligem Lösungsvorschlag mit solchen einiger seiner bekannteren “Konkurrenten” aussehen könnte. In erster Linie läuft dieses Vorhaben darauf hinaus, aufzuzeigen, wie die meisten von ihnen die Max Weber so bewußte Aporie der “zwei Welten” umgehen. Die Idee, daß die seiende Welt sich in einem ständig prekären Verhältnis zu den Werten oder Begriffen, die wir ihr gegenüberstellen, befindet, ist offenbar sehr schwer zu ertragen. Man gewinnt beinahe den Eindruck, daß man mit dieser Einsicht wie mit einer offenen Wunde umgeht, die man eilig zu bedecken versucht, anstatt sie gründlich zu behandeln.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Vgl. den Sammelband Heidelberg im Schnittpunkt (op.cit), der sich vorwiegend um Weber dreht.Google Scholar
  2. 2.
    Weber wird durch die Aufstellung einer “Kette letzter Entscheidungen” (Sinn.d.Wertf, S. 507f.) nicht etwa in ein “authentisches” Seinsverhältnis versetzt, wie die Existentialisten das Resultat einer Dezision zu beschreiben pflegen. Er will damit nur Klarheit erlangen, damit das Leben “bewußt geführt werden” könne.Google Scholar
  3. 3.
    W&G, S. 307f.Google Scholar
  4. 4.
    Objektivität, S. 214 (Grammatisch geändert).Google Scholar
  5. 5.
    W&G, S. 275.Google Scholar
  6. 6.
    Dieses schöne Paradoxon, daß eine Welt, die durchgehend nichtreligiöse Motivationen und Sinnkonstruktionen zuläßt, nur durch religiöse Bewegungen von hoher Ernsthaftigkeit ermöglicht wurde, ist bei Weber wie auch bei Nietzsche ein Hauptthema. Zu dieser “Tragödie der Religion” vgl. vor allem H. Tyre11, “Religion und ‘intellektuelle Redlichkeit’” (op.cit.).Google Scholar
  7. 7.
    W&G, S. 5 (§§ 1, 7).Google Scholar
  8. 8.
    ibid. S. 334.Google Scholar
  9. 9.
    “Max Weber und Karl Marx” (1932), (in Gesammelte Abhandlungen. Zur Kritik der geschichtlichen Existenz (Stuttgart 1960), S. 1–67), S. 17.Google Scholar
  10. 10.
    “Max Weber und Karl Marx” (1932), (in Gesammelte Abhandlungen. Zur Kritik der geschichtlichen Existenz (Stuttgart 1960), S. 1–67), S. 36.Google Scholar
  11. 11.
    Als ein Beitrag zur Philosophiegeschichte wird dieses Werk Löwiths im allgemeinen nicht angesehen. Vgl. u.a. H. Schnädelbach: Philosophie in Deutschland 1831–1933 (Frankfurt 1983), S. 14 (“schlicht anachronistisch”)Google Scholar
  12. 11a.
    K.Chr. Köhnke: Entstehung und Aufstieg des Neukantianismus (Frankfurt 1985), S. 89 (“Geschichtsklitterung”).Google Scholar
  13. 12.
    Roscher und Knies sowie Sinn d.Wertf! Ziehen wir ein völlig beliebiges Beispiel für eine solche “postmoderne” Position heran, nämlich: S.C. Ward: “In the shadow of the deconstructed metanarratives: Braudillard, Latour and the end of realist epistemology” (in History of the Human Sciences 7 (London 1994), S. 73–94). Als “end of epistemology” wird diagnostiziert, wenn “no theoretical position possibly (can) argue that it offers anything but narratives, texts, or chains of signs about the world”; und als Ursache hierfür wird angegeben: “(that) there is no correspondence between word and world.” (S. 74). Weber wird freilich in die Analyse nicht einbezogen.Google Scholar
  14. 13.
    Kategorien, S. 460.Google Scholar
  15. 14.
    ibid., S. 463.Google Scholar
  16. 15.
    W&G , S. 22 (§§ 9,3).Google Scholar
  17. 16.
    Henrich (op.cit.), S. 109.Google Scholar
  18. 17.
    Geschichte, S. 545 (ferner: S. 181; S. 972).Google Scholar
  19. 18.
    ibid., S. 72.Google Scholar
  20. 19.
    ibid., S. 52. Hier ist, wohlgemerkt, vom Altertum die Rede!Google Scholar
  21. 20.
    ibid., S. 55f. Vgl. bei Weber Wiss.Beruf, S. 89.Google Scholar
  22. 21.
    Wenn man mit der verbreiteten Lehrmeinung aufgewachsen ist, in Sokrates einen der “Säulenheiligen” der europäischen Kultur zu sehen, sind die Seiten 42–56 von Langes Geschichte äußerst erfrischend.Google Scholar
  23. 22.
    Wahru.Lüge, S. 314.Google Scholar
  24. 23.
    Ernest Gellner, der wahrlich nicht dem Irrationalismus zugerechnet werden kann, versucht in seinem The Psychoanalytic Movement or the Cunning of Unreason (London 1985) ein “Nietzschean Minimum” aufzustellen. Hierunter versteht er einen “deeply disturbing view”, der jede aufklärerische und eudämonistische Lehre zu irritieren vermag. Siehe besonders S. 20ff.Google Scholar
  25. 24.
    Um J.G. Merquiors treffendes Schimpfwort zu verwenden, in Foucault (op.cit., Schluß).Google Scholar
  26. 25.
    Geschichte, S. 604.Google Scholar
  27. 26.
    Vgl. hierzu Henrich (op.cit.), passim.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1999

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations