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J. Habermas: Sozialisation als produktive Vermittlung des voneinander Unabhängigen

  • J. Habermas

Zusammenfassung

Bezogen auf das strukturfunktionalistische Integrationsmodell Parsons’ verweist der Ansatz Goffmans auf ›Freiheitseffekte‹, die in jeder Interaktion impliziert sind: auf die Notwendigkeit der Interpretation wie den produktiven Umgang mit dieser. Allerdings bleibt diese Notwendigkeit gebunden an die absurde Situation, ihr nicht gerecht werden zu können, sich weder in der Selbstwahrnehmung noch in den interpretativen Einigungsprozessen mit anderen der Bodenlosigkeit dieser subjektiven Leistungen entziehen zu können. Wenn aber die Selbstbeschreibung als eine von der Interpretation von Erwartungserwartungen abhängige Konstruktion immer schon auf das Futur II, auf das, was man gewesen sein wird—und damit auf Unverfügbarkeit verweist, wird auch die objektivierende Betrachtung der Vermittlungsprozesse von Individuum und Gesellschaft eine Angelegenheit, die im Individuum selbst keine andere Resonanz als eben jene bodenloser Interpretation finden kann.

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Literatur

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    Vgl. ebenda S. 134: »Wie bereits erwähnt, wird bei G.H. Mead nicht recht klar, woher das ›I‹ seine Kraft bezieht, die Erwartungen der anderen so zu interpretieren, daß es seine Einmaligkeit in ihnen ausdrücken kann«.Google Scholar
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    Vgl. ebenda S. 151.Google Scholar
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    »Der Bindungseffekt von illokutionären Kräften kommt ironischerweise dadurch zustande, daß die Interaktionsteilnehmer zu Sprechaktangeboten ›Nein‹ sagen können. Der kritische Charakter dieses Nein-Sagens unterscheidet eine solche Stellungnahme von einer auf bloßer Willkür beruhenden Reaktion. Der Hörer kann durch Sprechaktangebote ›gebunden‹ werden, weil er sie nicht beliebig ablehnen, sondern verneinen, d.h. mit Gründen zurückweisen darf« (Habermas 1981 II, S. 114).Google Scholar
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    Vgl. Habermas 1975, S. 38f. Habermas nennt hier zusätzlich noch ›Verständlichkeit‹, die später als eigener Geltungsanspruch jedoch vernachlässigt wird, obwohl sie etwa im Hinblick (auf das noch zu erörternde) Problem der Eindeutigkeit von Sprache von entscheidender Bedeutung ist.Google Scholar
  26. 117.
    Vgl. hierzu die Ausführungen und verschiedenen Schemata in Habermas 1976.Google Scholar
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    Vgl. Selman 1981.Google Scholar
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  30. 121.
    Ich habe diesen Mythos und seine Bedeutung für ein Konzept interkultureller Verständigung, das sich als Austausch von Argumenten über Geltungsansprüche versteht, an anderer Stelle ausführlich diskutiert: vgl. Schäfer 1998a.Google Scholar
  31. 122.
    Vgl. hierzu Schäfer 1998.Google Scholar
  32. 123.
    Vgl. Frank 1993, S. 146.Google Scholar
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    Ebenda S. 224.Google Scholar
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    Vgl. ebenda S. 224f.Google Scholar
  46. 137.
    Ebenda S. 226.Google Scholar
  47. 138.
    Vgl. ebenda S. 486.Google Scholar
  48. 139.
    Das Konzept der Systemrationalität, die ihre volle Ausformung über binär codierte Kommunikationsmedien entfaltet, übernimmt Habermas von Niklas Luhmann. Damit relativiert er die Option der ›Entfremdungstheorie‹, die—ausgehend von einem starken Modell subjektiver Autonomie—alles, was sich nicht in subjektiver Reflexion und Verfügung auflösen läßt, als kritikwürdig betrachtete. Mit dieser Relativierung handelt sich allerdings die kritische Theorie Habermas’ das Problem ein, daß es nun schwierig wird anzugeben, wann eine solche ›Entfremdung‹ denn nun eine (evolutionär) notwendige und daher nicht kritikwürdige Entwicklung darstellt und wann dies nicht der Fall ist. Genau darauf soll das ›Kolonisierungstheorem‹ eine Antwort geben.Google Scholar
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    Vgl. ebenda S. 522ff.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2000

Authors and Affiliations

  • J. Habermas

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