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Einleitung

  • Alfred Schäfer
Chapter

Zusammenfassung

Das Thema der Sozialisationstheorie heißt nicht Vergesellschaftung — zumindest nicht in jenem kruden Sinne, der gern von denen unterstellt wird, die sich für die unterschiedlichsten Konzepte der Selbstbildung, Selbstfindung und Vervollkommnung stark machen. Eher könnte man sagen, daß ihr Thema das Problem der Vergesellschaftung darstellt. Damit aber Vergesellschaftung überhaupt zum Problem wird, muß eine Differenz angenommen werden zwischen der Gesellschaft, ihren Regeln und Strukturen, und dem Individuum. Es darf nicht einfach als selbstverständlich angesehen werden, daß Individuen gesellschaftliche Wesen sind, sondern die Qualität des Verhältnisses von Individuum und Gesellschaft muß zumindest als kontingent erscheinen — als unsicheres Ergebnis eines Prozesses, in dem sich zwei unabhängige Pole aufeinander beziehen.

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Literatur

  1. 5.
    Vgl. Evans-Pritchard 1978. Dieses Buch ist Gegenstand einer erkenntniskritischen Kontroverse geworden, in der es um die Möglichkeit des Verstehens fremder Kulturen geht (vgl. Kippendorf/Luchesi (Hrsg.) 1978). Diese Debatte soll hier nicht interessieren, sondern nur die Möglichkeit einer anderen Subjektivierungsstrategie, die mit dem modernen Subjektverständnis relativ wenig zu tun hat.Google Scholar
  2. 6.
    Vgl. Evans-Pritchard 1978, S. 96.Google Scholar
  3. 7.
    Eine Tötung des Hexers, wie sie nach Evans-Pritchard bei den Zande vor der Kolonialzeit vorgekommen sein soll, ist von daher eine Alternative: Sie ist dies deshalb, weil auch in der Tötung die Handlung der Hexerei und die Person des Hexers identifiziert werden. Diese Identifikation liegt sowohl der Logik der Rache zugrunde wie auch der Logik der Kompensation.Google Scholar
  4. 8.
    Vgl. meine Untersuchungen zur Selbstthematisierung der Batemi: Schäfer 1998.Google Scholar
  5. 9.
    Dies trifft sogar noch für die entsprechenden Überblicksartikel in Müller/Treml (Hrsg.) 1992 zu.Google Scholar
  6. 10.
    Vgl. Foucault 1976.Google Scholar
  7. 11.
    Ebenda S. 19.Google Scholar
  8. 12.
    Ebenda S. 27.Google Scholar
  9. 13.
  10. 14.
    Diesem wechselseitigen Implikationsverhältnis ist Foucault vor allem in seinem Buch über das Verhältnis von Wahnsinn und Vernunft nachgegangen: vgl. Foucault 1973.Google Scholar
  11. 15.
    Vgl. Wimmer 1988Google Scholar
  12. 16.
    Vgl. Rousseau 1963, S. 265f und dazu Schäfer 1992.Google Scholar
  13. 17.
    Vgl. Foucault 1977 in seiner Auseinandersetzung mit der Psychoanalyse. Dennoch ist sein Buch ›Überwachen und Strafen‹ wohl weitgehend unter dem Repressionsgesichtspunkt gelesen worden und dies heißt: unter der Perspektive einer ›traditionell‹ sozialkritischen Analyse.Google Scholar
  14. 18.
    Vgl. dazu Henrich 1976 und an ihn anschließend Konersmann 1991, S. 25.Google Scholar
  15. 19.
    So möchte ich an dieser Stelle den Vorschlag Rortys verstehen, die eigene Biographie in immer neuen Vokabularen zu beschreiben und sich so eine ironische Haltung zu jeder Form von Identitätszumutung zu bewahren: vgl. Rorty 1991.Google Scholar
  16. 20.
    Vgl. Gamm 1997. Gamm analysiert dies an Fichte, Hegel und Schelling.Google Scholar
  17. 21.
    Vgl. Parsons 1951, S. 55.Google Scholar
  18. 22.
    Vgl. Mills 1963, S. 73.Google Scholar
  19. 23.
    Parsons 1949, S. 168.Google Scholar
  20. 24.
    Vgl. Parsons u.a. 1955.Google Scholar
  21. 25.
    Vgl. zur Reduktion der Reziprozität auf bloße Komplementarität Gouldner 1974, S. 286f.Google Scholar
  22. 26.
    Parsons 1968, S. 32.Google Scholar
  23. 27.
    Vgl. Wrong 1962.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2000

Authors and Affiliations

  • Alfred Schäfer

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