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Schluß

  • Georg W. Oesterdiekhoff
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Zusammenfassung

Die abschließenden Ausführungen gehen kurz auf die Möglichkeiten einer entwicklungspsychologisch fundierten Theorie der sozialen Evolution, auf das Verhältnis von kognitiver und sozialer Entwicklung und auf die Bedeutung dieser Studie für die Soziologie und Entwicklungspolitik ein.

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Literatur

  1. 1467.
    Wenn die Relationen sich so verhalten, dann dreht sich natürlich das Verhältnis von Entwicklungspsychologie, d.i. individuelles Verhalten, und sozialen Umweltfakten um. Nicht determinieren direkt die sozialen Strukturen das individuelle Verhalten, sondern erstere sind eher Resultate von letzterem. Kultur und Gesellschaft sind Folgephänomene, jedenfalls in entscheidender Hinsicht, der Strukturen der Individuen. Hallpike und Müller haben diesen Gedanken der Anwendung von Entwicklungspsychologie auf Soziologie schon entwickelt. Laut Müller ist die zu ziehende Folgerung die Verabschiedung des Dogmas von der grundsätzlich ontologischen Eigenständigkeit sozialer Tatsachen, auf dem die ganze moderne soziologische Theorie seit Durkheim und Weber beruht. Die universellen Denk-, Handlungs-und Kommunikationskompetenzen gehen allen kulturellen und gesellschaftlichen Einrichtungen voraus und lassen sich nicht etwa auf diese zurückführen. Müller, Ulrich 1982: 11, 13; Hallpike, C.R. 1984:62 ff. Soziales kann nicht mehr nur durch Soziales erklärt werden. Laut Müller liefert nicht das soziale System die Konstituentien des sozialen Handelns, sondern die Strukturen sozialen Handelns konstituieren die sozialen Systeme. Müller, U. a.a.O., 74; vgl. auch Habermas, J. 1976.Google Scholar
  2. 1468.
    So hat Elias gezeigt, wie die Entstehung der höfischen Lebensweise den neuen Typus Mensch geschaffen hat, der nicht mehr affektiv-augenblickshaft reagiert, sondern mittels regulierter Affekte über eine Langsicht verfügt, die ihm die verlängerten Handlungszeiten des Hofes zu überblicken gestattet. Elias, N. 1977. So entstehen neue Perspektiveübernahmefähigkeiten als Reaktion auf politische Prozesse der Entstehung des Nationalstaates. Wenn man nun gegenwärtigt, daß die von Elias dargestellten sozio-und psychogenetischen Veränderungen etwa zeitgleich mit dem Untergang des magisch-animistischen Denkens, mit dem Absterben der Ordale und der Erfolgshaftung sind, dann kann man über Ausstrahlungseffekte der im Hofe erworbenen Fähigkeiten in andere Bereiche spekulieren.Google Scholar
  3. 1469.
    Harbison, F. 1973.Google Scholar
  4. 1470.
    Fourastié, J. 1969.Google Scholar
  5. 1471.
    Oesterdiekhoff, G./Strasser, H. 1989.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1992

Authors and Affiliations

  • Georg W. Oesterdiekhoff

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