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E-Learning als Unternehmensprozess — Praxiserfahrungen von IBM

  • Richard Staub

Zusammenfassung

Lernen ist in den letzten Jahren zu einem Leitthema in Wirtschaft und Gesellschaft geworden. Mit wachsender Intensität werden dabei neue Wege des Lernens in Schulen, Universitäten und Unternehmen diskutiert und erprobt. Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) nehmen in dieser Diskussion eine zentrale Rolle ein. E-Learning wird in diesem Zusammenhang als eine der vielversprechendsten, zukunftsweisenden Anwendungen gesehen. Es wird uns das Instrumentarium für wirksames lebensbegleitendes Lernen in die Hand geben und damit den Weg in das Lernzeitalter ebnen.

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Literaturverzeichnis und Anmerkungen

  1. [1]
    Der Begriff „Knowledge Society“ wurde erstmals 1968 von Peter Drucker in ”The Age of Discontinuity“ verwendet. Wann das Wissenszeitalter begonnen hat ist unklar. Während Drucker eher vermutet, daß die Transformation zu einer Knowledge Society nach dem zweiten Weltkrieg begonnen hat (jedem amerikanischen Soldaten wurde die Universitätsausbildung ermöglicht), gibt für Shoshana Zuboff („In the Age of the Smart Machine”, 1988) die breite Akzeptanz des PC den Ausschlag.Google Scholar
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    Zur „New Economy“ Nachstehend einige typische Entwicklungen, die mit der New Economy in Zusammenhang gebracht werden können: Aufgrund drastisch fallender Preise für Computer und Leitungsverbindungen ist die Geschwindigkeit mit der sich die neuen Informationstechnologien und das Internet ausbreitet wesentlich rascher, als alles bisher dageweseneGoogle Scholar
  3. Zur „New Economy“ IKT durchdringt die gesamte Wirtschaft und hat das Potential Effizienz und Produktivität praktisch jeglicher Unternehmensaktivität zu steigern.Google Scholar
  4. Zur „New Economy“ Erhöhter Informationszugang erlaubt den Märkten wirtschaftlicher und effizienter zu agieren.Google Scholar
  5. Zur „New Economy“ IKT und Globalisierung sind auf das engste verknüpft: aufgrund reduzierter Kommunikationskosten können Produktion und Kapitalmärkte globalisiert werden. Der resultierende erhöhte Wettbewerb wiederum beschleunigt das Innovationstempo und somit die Diffusion von neuen Technologien.Google Scholar
  6. Zur „New Economy“ Innovation selbst wird durch IKT angefacht, da es einfacher und billiger wird, große Datenmengen zu verarbeiten und die Zeit bis zur Marktreife von Neuentwicklungen kürzer wird.Google Scholar
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    (Gutenberg Druckereipresse) bis 1750: Verdopplung schriftlich überlieferten WissensGoogle Scholar
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  9. (Gutenberg Druckereipresse) bis 2020: man kann damit rechnen, daß sich der Umfang des globalen Wissens alle 72 Tage verdoppeltGoogle Scholar
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    „Solange man lernt, ist man jung. Als Schauspieler lerne ich immer noch“Google Scholar
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  15. [8]
    Dem Begriff „Lernprozeß“ liegt die Annahme zugrunde, daß Lernen ein Vorgang ist, der sich in mehreren Etappen („stages”) vollzieht. Je nachdem, ob es sich um Lernen auf individueller Ebene oder auf organisationaler Ebene handelt, sind diese Etappen verschiedene. Der Lernprozeß wird häufig in einem Lernzyklus dargestellt. Ein Beispiel für einen Lernzyklus auf individueller Ebene ist Daniel Kolb’s „Experiential Learning Cycle“, der 4 Stufen umfaßt: „concrete experience” - reflective observation“ - „abstract conceptualization - „active experimentation”. Das heißt, der Lernprozeß wird begriffen als „konkrete Erfahrung“, die über „Interpretation und bewußtes Reflektieren über das Erfahrene ” zur „Schaffung neuer Sinnstrukturen“ führt, die in „Testen der neuer Sinnstrukturen in Form von Gedanken oder Aktionen” münden, die wieder zu neuer Erfahrung führen, usw. Ausgehend von Kolb’s Modell hat Nancy Dixon einen Lernzyklus für Lernen auf organisatorischer Ebene entwickelt, den sogenannten „Organizational Learning Cycle”, der ebenfalls 4 Stufen umfaßt, organizational context“ - „collective interpretation of information” - „acting on information“. Um Lernen auf organisationaler Ebene sicherzustellen, muß jeder Einzelne allerdings zuerst alle Schrittes seines individuellen Lernprozesses durchmachen. „There is no organisational learning without individual learning”, haben schon Argyris und Schön (1978) erkannt. Vgl. Kolb, D.A., Experiential Learning: Experience as a source of Learning and Development, Prentice-Hall, 1984; Dixon, N., The Organizational Learning Cycle, McGraw-Hill, 1994; Garvin, D.A., Learning in Action, Harvard Business School Press, Boston 2000 (samt weiterfihrender Literatur, Seite 223).Google Scholar
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    In engem Zusammenhang zu informellem Lernen steht selbstgesteuertes Lernen (Self-directed Learning). Selbstgesteuertes Lernen wird als Lernen verstanden, bei dem die Lernenden ihren Lernprozeß im wesentlichen selbst lenken. Es ist eng verbunden mit der Vorstellung vom selbständigen Entscheiden des Einzelnen über die Nutzung der verschiedensten informellen und institutionalisierten Lernhilfen in der eigenen Lebens-und Medienwelt, stellt aber hohe Anforderungen in puncto Kenntnis der eigenen Lernbedürfnisse, - ziele und -voraussetzungen, und setzt ein hohes Maß an Motivation voraus [6]. Eine ausführliche Darstellung der Rahmenbedingungen und Entwicklungshilfen für selbstgesteuertes Lernen bietet die Druckschrift Weiterbildungsinstitutionen, Medien, Lernumwelten, Herausgeber BM fir Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie, 1999.Google Scholar
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    Einige Definitionen von e-Learning E-Learning ist „jeglicher Einsatz von Technologie für Lernen außerhalb des physischen Klassenraums“ (Brandon Hall). „E-Learning refers to anything delivered, enabled, or mediated by electronic technology for the explicit purpose of learning” (ASTD).Google Scholar
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    Das Spektrum reicht vom Einarbeiten der neuesten Erkenntnisse auf dem Gebiet der Neurowissenschaften in das sogenannte „Brain-Based Learning“ - bei dem es um die Frage geht, wie sich Aufmerksamkeit, Gefühle, Motivation, usw. auf Lernen auswirken - über Entwicklung von Scenario Planning bis hin zur optimalen Konzeption von Multimedia. Vgl. Weiss, R.P., Brain-Based Learning, in: Training & Development, American Society for Training and Development (ASTD), July 2000; und Sylwester, R., A Celebration of Neurons: An Educator’s Guide to the Human Brain, ASCD, 1995, Beispiel: „Motivation“: Forschungsergebnisse über Lernen von Erwachsenen zeigen z.B., daß unsere Motivation zu lernen dann steigt, wenn wir aktiv in den Lernprozeß involviert sind und es um Themen geht, die fir uns relevant sind, sei es im täglichen Leben oder im Beruf. Action Learning erfüllt beide Voraussetzungen. Reg Revans faßt sein Konzept, das in verschiedensten Action Learning-Programmen verwirklicht wurde, in einem Satz zusammen: „Real people learn with and from other real people by working together in real time on real problems“ (Revans, R., Action Learning and the Cowboys, Organizational Development Journal, Fall 1986).Google Scholar
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    The Adviser, The human side of eLearning, Volume 01 Number 04, 2000, BNH Expert Software - http://www.bnhexpertsoft.com.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2001

Authors and Affiliations

  • Richard Staub
    • 1
  1. 1.IBMParisFrankreich

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