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Schlusswort

  • Bernd Estel
Chapter
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Zusammenfassung

Werden die Nationen, so hieß es bereits in der Einleitung, die großen Daseinsbereiche Wirtschaft, Politik und Kultur bei bzw. für sich noch prägen und damit sich selbst bestimmen können? Oder werden sie in den Rang bloßer Provinzen absinken, die im wesentlichen von Prozessen und Entscheidungen abhängen, über die sie nicht verfügen? Allen berechtigten Warnungen vor der faktischen Unvorhersehbarkeit der Zukunft zum Trotz sei abschließend der Versuch unternommen, einige summarische Antworten auf diese Fragen zu geben.

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Referenzen

  1. 562.
    „Jenseits des Nationalstaates gibt es keine Mechanismen der Umverteilung, des sozialen Ausgleichs, ja der Regulierung des Kapital-Arbeit-Verhältnisses überhaupt. Der transnationale Akkumulationsprozess verläuft im wesentlichen wildwüchsig.... Trotz allem bleibt der Nationalstaat die einzige Instanz, die zumindest die Chance hat, dafür zu sorgen, dass Marktdynamik und notwendiger Strukturwandel nicht auseinanderfallen. Insofern bleibt er allein Garant gesellschaftlicher Kontinuität. Er trägt allein die Verantwortung dafür, dass das soziale Gewebe nicht zerreißt“ (Ziebura 1993: 41f.). Vgl. dazu jedoch auch die Einschätzung der aktuellen nationalstaatlichen Gestaltungsmöglichkeiten durch Leibfried (1996) und besonders seine These von der negativen Souveränitätsverflechtung, die oben (Kap. VI.2.4.1) wiedergegeben ist.Google Scholar
  2. 563.
    „Unter dem Druck der Modernisierung erlebt globale Politik heute eine Neugestaltung entlang kultureller Kampflinien. Völker und Länder mit ähnlicher Kultur rücken zusammen. ... Politische Grenzen werden in zunehmendem Maße neu gezogen, damit sie mit ethnischen, religiösen und kulturkreisbedingten Grenzen zusammenfallen. An die Stelle von Blöcken wie in der Zeit des Kalten Krieges treten kulturelle Gemeinschaften und die Bruchlinien zwischen den großen Zivilisationen sind heute die zentralen Konfliktlinien globaler Politik geworden“ (Huntington 1997: 193).Google Scholar
  3. 564.
    Tenbruck selbst deutet in dieser Hinsicht nur konkurrierende Großmachtinteressen sowie hinter ihnen stehende „große Ideologien“ an (vgl. a.a.O., 305).Google Scholar
  4. 565.
    Die Dominanz dieser Kultur verdankt sich nach Tenbruck dann freilich doch noch anderen, d.h. überwiegend kulturellen Gründen: a) Die USA betreiben teils bewusst, teils nur — und zwar aufgrund ihrer Herrschaft über die Mittel der Kulturaktivitäten und über die Kanäle der Kulturvermittlung — praktisch effektiv eine Weltkulturmission. b) Die Kulturintelligenz, die das unmittelbare Gegenstück zum internationalen Kulturbetrieb bildet, ist zwar nach ihrer Herkunft u.ä. international, kennt aber gleichwohl ein Zentrum, ja ein „Mekka“, wohin sie „blickt und pilgert“, nämlich die einschlägigen kulturellen Zentren der USA im Osten und Westen des Landes. Mit dem damit gegebenen Einfluss auf diese Intelligenz wächst der US-amerikanischen Nationalkultur zugleich der entscheidende Einfluss auf die zukünftige Weltzivilisation zu. c) In die gleiche Richtung wirkt, wenn auch mehr auf der Ebene der Massenkultur, das weltweit präsente amerikanische TV, dessen Hauptwirkung auf die jedenfalls westlichen Gesellschaften Tenbruck als eine „beständige Eingewöhnung in die Folklore der amerikanischen Geschichte und in die Lebensformen und Kulturmuster des amerikanischen way of life“ bestimmt. (a.a.O., 306).Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Wiesbaden 2002

Authors and Affiliations

  • Bernd Estel

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