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Einleitung

  • Bernd Estel
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Zusammenfassung

Nation und Nationalismus besitzen unter den gebildeteren Deutschen schon seit langem einen schlechten Ruf. Die Nation bzw. ihre personale Bejahung brächte, so heißt es auch unter den Sozialwissenschaftlern, verheerende praktische Folgen mit sich, die von törichtem Nationalstolz zu aggressiver Fremdenfeindlichkeit, von äußeren und manchmal auch inneren Kriegen bis zur Vertreibung, ja Ausrottung unliebsamer Minderheiten und ganzer Völker reichten. Allerdings ist die Ablehnung aus solchen praktischen Gründen nicht gerade konsequent: Typischerweise gilt sie dann doch nur der eigenen, der deutschen Nation, während etwa die britische und französische Nation (um von den USA zu schweigen), die schließlich vor wie nach 1789 mehr Kriege als die anderen Europäer geführt haben, kaum Kritik zu treffen pflegt, sie vielmehr oft Gegenstand einer wenig oder gar nicht verhohlenen Bewunderung sind. Wissenschaftlich entspricht dieser Uneinheitlichkeit bzw. Inkonsistenz des Urteils eine ebenfalls ältere, wenn auch nie allgemein geteilte Unterscheidung zwischen einer guten und einer schlechten Nation, deren reifste Ausprägung wohl die von Smith (1986, 1991) vorgenommene Gegenüberstellung eines „westlichen“ oder „staatsbürgerlichen“ Nationsmodells und eines „ethnischen“ Nationsmodells darstellt. Dies ändert jedoch nichts daran, dass, jedenfalls in der deutschen Soziologie, die negative Beurteilung von Nation und Nationalismus seit dem 2.

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Wiesbaden 2002

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  • Bernd Estel

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