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Zusammenfassung

In jüngster Zeit sind in Zusammenhang mit den hydrophoben Bindungen neue Arbeiten über die Struktur des Wassers publiziert worden. Hervorzuheben ist die statistisch-thermodynamische Arbeit von Nemethy und Scheraga [7], die sich bei ihren Rechnungen auf das »Cluster-Modell« von Frank und Wen [8] stützen. Nach diesen Autoren existieren neben Assoziaten noch monomere H2O-Moleküle, die mit den Assoziaten in einem dynamischen Gleichgewicht stehen (»flickering cluster«). In diesem System werden fünf verschiedene Arten von Wassermolekülen mit 4, 3, 2, 1 und 0 Wasserstoffbrücken unterschieden. Auf die Unterschiede der Energieniveaus der einzelnen Assoziationsstufen wenden Nemethy und Scheraga das Prinzip der Äquidistanz an. Die Ergebnisse ihrer Rechnung stehen teilweise in krassem Widerspruch zu einigen experimentellen Daten: Sie finden mit ihrer Rechnung, daß bei 0° C in flüssigem Wasser der Anteil der freien OH-Gruppen 47% beträgt, während Luck [9] mit Hilfe von NIR-Untersuchungen in Abhängigkeit von der Temperatur einen Wert von 9% findet; aus DK-Messungen in Abhängigkeit von der Temperatur leiten Haggis, Hasted und Buchanan [10] ebenfalls einen Wert von 9% ab. Man sieht also, daß beim Schmelzen des Eises nur ein geringer Bruchteil der Wasserstoffbrücken zerstört wird, was für alle Lösevorgänge in Wasser von großer Bedeutung ist.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag, Köln und Opladen 1967

Authors and Affiliations

  • Manfred Spei
    • 1
  1. 1.Deutsches WollforschungsinstitutTechn. Hochschule AachenDeutschland

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