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Die Beeinträchtigung der betrieblichen Rationalisierung durch das gegenwärtige Steuersystem

  • Günter Schmölders
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Part of the Forschungsberichte des Wirtschafts- und Verkehrsministeriums Nordrhein-Westfalen book series (FWV, volume 451)

Zusammenfassung

Daß die Rationalisierung im Sinne der Steigerung der gesamtwirtschaftlichen Produktivität in erster Linie ein Investitions- und damit ein Finanzierungsproblem darstellt, ist oben bereits ausgeführt worden. Das Verhältnis der Besteuerung zur Aufgabe der Rationalisierung spiegelt sich infolgedessen zunächst in der Beeinflussung, d.h. im wesentlichen Beeinträchtigung, der Kapitalbildung und Kapitalinvestition durch die Besteuerung wider. Schon in der Höhe des Anteils der öffentlichen Hand am Volkseinkommen liegt ein selbsttätig wirkender Verzögerungsfaktor für Kapitalbildung und Produktivität; denn das Einkommen besitzt nicht nur privatwirtschaftliche Bedeutung als Quelle des Lebensunterhaltes für die einzelne Familie, sondern vom Einkommen gehen vielmehr auch bedeutsame gesamtwirtschaftliche Rückwirkungen aus, die durch die Besteuerung beeinträchtigt werden können. Insbesondere dient das Einkommen dazu, als Konsumverzicht zugunsten privater Zukunftsvorsorge Kapital zu bilden und als Prämie erfolgreichen Erwerbsstrebens Produktion und Leistung mit dem Ergebnis einer besseren Bedarfsversorgung der Gesamtbevölkerung zu steigern; je mehr die Besteuerung das Einkommen der Einzelnen in Anspruch nimmt, desto mehr werden besonders diese seine Funktionen der Kapitalbildung und Produktivitätssteigerung gehemmt. Das bedeutet, daß eine übersteigerte Besteuerung auch die Möglichkeiten der Rationalisierung weitgehend einengt, jedenfalls im Raume der Privatwirtschaft; die Folge kann dann sein, daß der Staat seinerseits Subventionen oder steuerliche Vergünstigungen zu Rationalisierungszwecken gewähren muß oder daß die Staatskapitalbildung in anderen Formen den Platz der privaten Kapitalbildung einnimmt.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1957

Authors and Affiliations

  • Günter Schmölders
    • 1
  1. 1.Finanzwissenschaftliches ForschungsinstitutUniversität zu KölnDeutschland

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