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Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren!

  • Leo Brandt

Zusammenfassung

Ich habe hier in meiner Hand einen Pfennig. Dieser Pfennig wiegt 1 Gramm. Der Sohn eines armen jüdischen Elektrohändlers in Ulm hat im Jahre 1905 bekanntgegeben, daß in dem einen Gramm dieses Pfennigs 25 Millionen Kilowattstunden stecken. Sie wissen: Wenn Sie ein Zimmeröfchen von 1000 Watt zu Hause eine Stunde brennen lassen, dann müssen Sie eine Kilowattstunde bezahlen; die kostet ewa 10 oder 14 Pfennige. Überlegen Sie einmal: 25 Millionen soldier Kilowattstunden stecken in diesem Pfennig! Das ist vor 50 Jahren von einem Manne erklärt worden, dem wir allerdings später sein Vaterland streitig gemacht haben: von Albert Einstein. Er hat darüber eine Formel aufgeschrieben. — Ich will in meinem ganzen Vortrag nur zwei sehr einfache Formeln bringen. — Diese Formel sehen Sie in Bild 1. Sie sagt aus, daß die Masse dieses Pfennigs theoretisch in Energie verwandelt werden kann. Das war ein Sakrileg gegen die ganze damalige Physik! Sie hatte bisher immer erklärt: Masse kann zwar in andere Masse verwandelt werden, ein Stück Kohle kann verwandelt werden, dann wird Gas und Asche daraus, und eine Energie kann auch in andere Energieformen verwandelt werden, z. B. mechanische Energie in elektrische; aber eine Verwandlung von Masse in Energie oder umgekehrt gibt es nicht! Gerade das aber hat Einstein vor 50 Jahren behauptet, und er hat es in einer sehr einfachen Formel gesagt. Diese Formel lautet so: Die Energie, die aus der Masse dieses Pfennigs herauskommen kann, ist gleich der Masse dieses Pfennigs m multipliziert mit einem ins Quadrat erhobenen Faktor c. Dieser Faktor hat es nun in sich.

Bild 1

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© Westdeutscher Verlag · Köln und Opladen 1956

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  • Leo Brandt

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