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Das „System der Kommunikation“ als Intermediäre Struktur Zwischen Gesellschaft und Sprache

  • Giorgio Braga
Part of the Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie book series (KZSS, volume 15)

Zusammenfassung

Die meisten Aufsätze und Artikel zur Sprachsoziologie handeln die Konditionierung linguistischer Phänomene durch soziale Bedingungen ab, und nur wenige gehen auf Fälle ein, in denen dieses Bedingungsverhältnis umgekehrt verläuft. Dasselbe gilt für die Berichte und Mitteilungen, die bei den verschiedenen Symposien dargeboten werden. So befaßten sich z. B. bei den Giornate Internazionali di Sociolinguistica in Rom, um ein neueres Beispiel zu zitieren, vier der vorgelegten Berichte mit sprachlichen und nur einer mit soziologischen Problemen. Hält dieser Trend weiter an, so wird der größere Teil der Sprachsoziologie zur soziologischen Linguistik reduziert werden, deren Opposition dann eine Sprachsoziologie bilden wird. Damit wird das angestrebte Ziel — Soziologie als Brücke zwischen Soziologie und Linguistik — in keinem Falle erreicht werden können 1.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Siehe hierzu: P. P. Giglioli, Alcune osservazioni sullo stato della Sociolinguistica (Der Stand der Soziolinguistik) in: Sociologia 3 (1969), N. S., Nr. 3.Google Scholar
  2. 2.
    Jean Piaget, Introduction à l’épistémologie génétique, Bd. 3, Paris 1950, S. 131.Google Scholar
  3. 3.
    Ich gebrauche wie in der Kommunikationstheorie die Begriffe Code und Mitteilung im gleichen Sinn wie Paradigma und Syntagme, die von vielen Linguisten vorgezogen werden.Google Scholar
  4. 4.
    G. Braga, Un punto focale per la sociolinguistica (Ein Mittelpunkt für die Soziolinguistik), in: Sociologia 2 (1968), N.S., Nr. 1.Google Scholar
  5. 5.
    Aron V. Cicourel, Beitrag im Bericht der Internationalen Soziolinguistentage, Istituto Luigi Sturzo, Rom 1970.Google Scholar
  6. 6.
    G. Braga, Proposed Methodological Model for Sociolinguistic Research, in: Sociologia 3 (1969), N. S. Nr. 3; vgl. ebenso die Stelle, die in Fußnote 4 genannt ist.Google Scholar
  7. 7.
    Deshalb auch die Differenzierung in Untersuchungen starker elektrischer Ströme (Elektrotechnik) und schwacher Ströme (Elektronik).Google Scholar
  8. 8.
    Was in der Kommunikation im Bereich der Ingenieurwissenschaften mit einer „Auflage von oben“ eintreten kann.Google Scholar
  9. 9.
    Siehe hierzu die umfassende Analyse, die ich zu diesem Thema anstellte, in: G. Braga, Communicazione e Società, Mailand 1961.Google Scholar
  10. 10.
    L. W. Pye, Hrsg., Communication and Political Development, Princeton 1963.Google Scholar
  11. 11.
    G. Braga, La communicazione sociale, Turin 1969, stützt sich auf ein solches Modell.Google Scholar
  12. 12.
    Von den vielen möglichen Definitionen haben wir die folgende von C. Tullio-Altan, in: Considerazioni sulla ipotesi Sapir-Whorf (Über die Hypothese von Sapir-Whorf) in: Sociologia 3 (1969), N. S. Nr. 3, mehr aus Gründen ihrer Dynamik als ihrer Vollständigkeit ausgewählt.Google Scholar
  13. 13.
    H. Hoijer, Hrsg., Languages in Culture, Chicago 1954.Google Scholar
  14. 14.
    Ich würde (auf das Risiko hin, mir unter den Anthropologen Feinde zu schaffen) meinen, daß die Hypothese über den Begriff „Kultur“ beim Studium primitiver Völker als Ergebnis eines zufälligen Kontaktes von Kommunikations-und Aktionssystemen ermöglicht wurde. In komplexeren Gesellschaften kann die große Mehrzahl kultureller Prozesse, von denen wir kontrolliert werden, nicht einmal intuitiv von den Menschen, die in sie insofern verwickelt sind, als sie sie bewirken, erkannt werden. So entstehen enorme Schwierigkeiten, wenn der Begriff Kultur auf die Untersuchung komplexer Gesellschaften angewandt wird.Google Scholar
  15. 15.
    Zur gründlichen Analyse siehe Teil I in: G. Braga, La communicazione sociale, Turin 1969.Google Scholar
  16. 16.
    Die Reaktion kann „nationalistisch“ werden, wenn sie unterschiedslos jede Art von Neuerung ablehnt.Google Scholar
  17. 17.
    Deswegen kann der Gebrauch von Neologismen, besonders in den Sozialwissenschaften, als wertvolles Instrument hinsidltlich des traditionellen Lexikons betrachtet werden. Dies ist genau das Gegenteil dessen, was Puristen denken mögen.Google Scholar
  18. 18.
    M. R. Cohen und E. Nagel, An Introduction to Logic and Scientific Method, London 1934.Google Scholar
  19. 19.
    Dies ist, wenn auch berichtigt und erweitert, die bekannte These von M. McLuhan. Operationale und wissenschaftliche Sprachen spielen in einem solchen Reduktionsprozeß keine geringere Rolle als expressive Sprachen, besonders jene aus dem visuellen BereichGoogle Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1971

Authors and Affiliations

  • Giorgio Braga
    • 1
  1. 1.MailandItalien

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