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Antike Revisionsspuren bei Ovid

  • Otto Zwierlein
Part of the Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften book series (MMT, volume 368)

Zusammenfassung

Das ungelöste Rätsel vom Gang des Aeneas durch die porta eburna hat uns im Anschluß an Nauck vor die Frage gestellt, ob hier vielleicht ein Bearbeiter am Werk war, der nicht nur die vier Torverse eingeschoben, sondern auch den Wortlaut der Anschlußverse modifiziert hat. Ein verwandter Interpolationstyp tritt mehrmals in der Überlieferung von Ovids Metamorphosen auf. Ich begnüge mich mit einem einzigen Beispiel.

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Literatur

  1. 114.
    So der Kommentator Hollis in einem Diktum, das lieber zugunsten ovidischer Autorschaft verstanden werden möchte. Doch verrät die Art und Weise, wie das Wortmaterial des umgebenden Zusammenhanges — ohne Scheu vor auffälligen Wiederholungen (vgl. bes. haie ego und pater Hippodamas) — ausgebeutet worden ist, die Übernahme von Versatzstücken, vor allem aber die Analogie zu den übrigen in Proleg. 235ff. behandelten in der italienischen Handschriftentradition unterdrückten Alternativfassungen die Hand des gleichen Bearbeiters, der z.B. in der Daphnis-Episode (met. 1,543ff.) eine mythologische Variante (einen an den Vater Peneios statt an Tellus gerichteten Hilferuf) einführen wollte, die jedoch mit dem anschließenden Verwandlungsvorgang nicht harmoniert.Google Scholar
  2. 115.
    L. Müller, De Ovidi Amorum libris, Philologus 11, 1856, 60–91. 192, dort 77ff.Google Scholar
  3. 116.
    G. P. Goold, Amatoria critica, HSPh 69, 1965, 1–107, dort 48f. Seine Argumentation ist weitgehend in McKeowns Kommentar (II 156) zitiert.Google Scholar
  4. 117.
    Vgl. fast. 2,767 lacis praenuntius ales.Google Scholar
  5. 118.
    Siehe Proleg. 394f. 391 Anm. 1.Google Scholar
  6. 119.
    Vgl. trist. 1,6,35 quantumcumque tarnen praeconia nostra valebunt, I carminibus vives tempus in omne meis und am. 3,15,19f.Google Scholar
  7. 120.
    Siehe J. B. Hall, PCPhS Suppl. 15, 1989, 34 und seine Teubneriana (Stuttgart 1995 ).Google Scholar
  8. 121.
    Sie findet sich in der uns erhaltenen Dichtung sonst — wie es scheint — nur noch einmal (im Nominativ) bei Martial (7,99,5).Google Scholar
  9. 122.
    In Ovids Autobiographie hat das Stichwort quem le gis von 4,10,2 bereits in 128 (in toto plurimus orbe legor) seine zureichende Entsprechung gefunden. Die studiosa… I pectora in 4,10,91 f., also in der Gedichtmitte, berühren nicht den Charakter des epigrammatischen Rahmens. Verwiesen sei auf die Entsprechung von trist. 5,1,1 (nostri studiose) und 5,1,66 (tibi, lector) — mitten im Gedicht.Google Scholar
  10. 123.
    Zu dem Phänomen,Schlußinterpolationen s. H.-C. Günther, Hermes 124, 1996, 219 mit Anm. 71.Google Scholar
  11. 124.
    Während O. Korn in seiner Ausgabe Leipzig 1868 nur das Distichon 3,4,43 f. athetiert (unter Verweis auf die von Bentley getilgten Verse trist. 2,263 f. und 277f.), halte ich die Verse [Pont.] 3,4,39–44 für unecht: in 39f. werden die Motive von 25–28 wiederholt, in 42 die 17ff. genannte fama von dem Triumph, die er mit gierigem Ohr aufnahm, um die Möglichkeit eines schriftlichen Berichts erweitert — und dies alles, nachdem durch die resümierenden Verse 37f. das Thema längst abgeschlossen war. Die Apostrophe o lector scheint singular in der Dichtung; das prosaische aliquid erratum est fehlt ebenso wie aliquid praeteritum est (im Sinne von,ist ausgelassen worden’) zumindest bei den augusteischen Dichtern.Google Scholar

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Wiesbaden 2000

Authors and Affiliations

  • Otto Zwierlein

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