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Abschließende Überlegungen

  • Karl Ed. Rothschuh
Part of the Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften book series (VG, volume 225)

Zusammenfassung

Blicken wir zurück: Ich habe im Vorausgehenden vielerlei Heilpraktiken geschildert, die man nach der eingangs formulierten Abgrenzung als „magische“ Verfahren bezeichnen kann. Es ist bekannt, daß dieses magische Denken und Heilen sehr alt, ja uralt zu nennen ist, trotzdem hat es sich in einer bemerkenswerten Kontinuität und Gleichartigkeit von der Urmedizin über Antike, Mittelalter und Neuzeit bis in die heutige Volksmedizin erhalten34, allerdings mit sehr verschiedener Intensität und Verbreitung. Es findet sich primär bei naturnahe und naturabhängig Lebenden und emotional urteilenden Menschengruppen und schwindet mit der Annahme des naturwissenschaftlich-kausalen Denkens. Daneben gibt es magisches Denken im Gefolge bestimmter philosophischer Weltsichten, etwa des Neuplatonismus, der Naturmystik, sie begünstigten in der Renaissance das Wiederaufblühen magischer Heilpraktiken, besonders im 16. und 17. Jahrhundert.

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Literatur

  1. 34.
    Vgl. Z. B. Staak (1930).Google Scholar
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    Eine Psychologie des Volksaberglaubens versuchte Franz Hempler (Psychologie des Volksglaubens. Königsberg 1930), der in 15 Jahren viel Material im ost- und westpreußischen Raum gesammelt hat und sich anhand dieser Zeugnisse um die Charakterisierung der Wahrnehmungs-, Affekt- und Denkweise im Volksglauben bemühte. Hierher gehört auch die Interpretation von Lévy-Brühl als Participation mystique. — Auch M. Höler bringt in „Volksmedizin und Aberglaube in Oberbayerns Gegenwart und Vergangenheit“ (München 1888) reichliches Material zum Thema. Die große Sammlung von Staak (1930) bezeugt das Fortleben des magischen Denkens bis in die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg.Google Scholar
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    Zur Geschichte der Harnlehren vgl. Johanna Bleker: Die Geschichte der Nierenkrankheiten. Verlag Boehringer, Mannheim 1972; ferner dieselbe: Chemiatrische Vorstellungen und Analogiedenken in der Harndiagnostik Leonhart Thurneissers (1571–1576), Sudhoffs Archiv 60 (1976) 66.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH Opladen 1978

Authors and Affiliations

  • Karl Ed. Rothschuh

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